Nahost-Konflikt treibt Ölpreise: EU erwägt Einfrieren der Preisobergrenze für russisches Öl
Die aktuelle Rally im Halbleitersektor wird inzwischen zunehmend von Momentum und immer ambitionierteren Bewertungen getragen. Selbst starke Fundamentaldaten dürften aus meiner Sicht nicht ausreichen, um eine kommende Korrektur dauerhaft aufzuhalten.
Versetzen Sie sich gedanklich einige Jahre zurück. Ich habe die Aktie von Nvidia (NASDAQ:NVDA) damals deutlich zu früh verkauft und es versäumt, während des anschließenden Aufwärtstrends erneut einzusteigen. Dadurch ging die gesamte Halbleiterhausse praktisch an mir vorbei. Zwar habe ich NVDA seitdem mehrfach gehandelt, doch die wirklich großen Gewinne wurden von anderen eingefahren.
Nvidia hat die Tür geöffnet - und der gesamte Halbleitersektor ist anschließend durchmarschiert. Der langfristige Monatschart erinnert inzwischen auffallend an den Chart eines gewissen gelben Felsens, der die breite Haussephase des Jahres 2025 angeführt hatte. Auch damals schien der Trend nahezu unangreifbar - bis die massive Korrektur folgte.
Und genau das wird auch der aktuellen Halbleiterblase bevorstehen. Die Frage ist aus meiner Sicht nicht ob, sondern wann. Und wenn die Bewegung kippt, dürfte die Korrektur entsprechend heftig ausfallen.

Eine Blase bedeutet nicht automatisch, dass der zugrunde liegende Trend unberechtigt wäre. Der Halbleitersektor ist heute das Nervenzentrum zahlreicher Industrien - von medizinischen Geräten bis hin zur Rüstungsindustrie. Kaum ein anderer Bereich besitzt mittlerweile eine vergleichbare strategische Bedeutung für Wirtschaft, Technologie und geopolitische Macht.
Der Chart signalisiert aus meiner Sicht jedoch zunehmend etwas anderes: pure Dynamik. Getrieben wird diese vor allem von der Angst, die Rally zu verpassen - sowohl bei institutionellen Investoren als auch bei Privatanlegern.
Die öffentliche Euphorie treibt den Halbleitersektor derzeit ähnlich nach oben, wie es bereits 2025 bei einem bestimmten gelben Stein zu beobachten war.
Noch vor der explosiven Bewegung bestand mein Ansatz darin, sogenannte „Me-too“-Aktien im Umfeld von Nvidia zu identifizieren. Einer dieser Werte war Astera Labs, das ich intern scherzhaft „Skylab“ nannte. Das Unternehmen gilt als hoch bewerteter Zulieferer für Nvidia und andere Hyperscaler - und genau deshalb muss Astera Labs die hohen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn kontinuierlich erfüllen. Andernfalls droht eine entsprechend scharfe Neubewertung.
Ich habe die Volatilität der Aktie mehrfach erfolgreich gehandelt. Meine jüngsten Positionen entstanden allerdings während der Korrekturphase im Jahr 2026 - ausdrücklich keine aktuelle Kaufempfehlung. Trotz der starken Aufwärtsbewegung halte ich die Position bislang weiter. Wie lange diese Haltephase andauert, kann ich derzeit nicht sagen - möglicherweise Stunden, Tage, Wochen oder länger.
Am Rande sei erwähnt, dass NFTRH-Abonnenten regelmäßig Einblick in meine Investments, Positionierungen, Umschichtungen und Rotationen erhalten - inklusive der erfolgreichen wie auch der weniger erfolgreichen Trades. Wer den Ansatz nachvollzogen hat, konnte bei ALAB theoretisch Buchgewinne von 187 % beziehungsweise 147 % auf meine beiden Positionen erzielen.
Ich spreche keine offiziellen Kaufempfehlungen aus, da ich keine formale Ausbildung als Aktienanalyst besitze. Ich lege meine Positionierungen jedoch offen, um zu zeigen, wie ich die Top-down-Makroanalyse von NFTRH mit konkreter Marktpositionierung verbinde.
Astera Labs bleibt ohne Frage ein stark wachsendes Unternehmen - das Umsatzwachstum lag im vergangenen Jahr bei 104 %. Gleichzeitig wird diese Dynamik inzwischen mit einer extrem ambitionierten Bewertung bezahlt. Bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 44 setzt der Markt praktisch dauerhaftes Wachstum im Bereich von 100 % voraus. Genau das dürfte langfristig schwer aufrechtzuerhalten sein.
Da die Quartalszahlen bereits veröffentlicht wurden, halte ich die Position vorerst weiter. Wären die Ergebnisse dagegen noch offen, würde ich nach diesem massiven Kursanstieg eher Gewinne realisieren.

Anschließend rückte Marvell Technology in den Fokus - ein Unternehmen, das meiner Erinnerung nach über die Jahre immer wieder mit Turbulenzen und Herausforderungen im Kundenumfeld zu kämpfen hatte, unter anderem im Zusammenhang mit Amazon und Apple.
Ungeachtet dessen gelang es Marvell letztlich, sich einen relevanten Anteil am KI-Boom zu sichern - und die Aktie reagierte entsprechend dynamisch. Diesen Kursanstieg habe ich schließlich genutzt, um Gewinne mitzunehmen.

Im weiteren Verlauf begannen dann zahlreiche andere „Me too!“-Aktien, ihren Fokus verstärkt auf das KI-Thema auszurichten.
In diesem Umfeld nahm ich schließlich auch Qualcomm (NASDAQ:QCOM) ins Portfolio auf. Die Position hielt ich zunächst eine Zeit lang und verkaufte sie schließlich nahe dem Hoch nach der ersten starken Aufwärtsbewegung. Anschließend blieb die Aktie weiter auf meiner Watchlist. Nach einem kurzen Trade ohne nennenswerten Gewinn - Kauf und Verkauf am selben Tag - nahm ich die Position vergangene Woche nach dem deutlichen Rücksetzer erneut auf.
Ausschlaggebend dafür war aus meiner Sicht das weiterhin konstruktive technische Bild, insbesondere die Ausbildung einer Bull Flag bei gleichzeitig rückläufigem Volumen. Entsprechend hatte ich die Aktie bereits in einer NFTRH-Abonnenten-Notiz aus der vergangenen Woche erneut thematisiert:

Und dann ging es schnell - neue Höchststände.
So einfach läuft es an den Märkten natürlich nur selten. Aber manchmal eben doch.

Derzeit macht Qualcomm (NASDAQ:QCOM) aus meiner Sicht solide Fortschritte bei seiner strategischen Neuausrichtung. Ähnliches gilt offenbar auch für Synaptics (NASDAQ:SYNA), das ich gewissermaßen als „Me too!“ zum nächsten „Me too!“ - in diesem Fall Qualcomm - hinzugefügt habe.
Den starken Kurssprung nach den Quartalszahlen habe ich verkauft - und inzwischen bereue ich diesen Schritt fast schon wieder. Kleiner Scherz. Vielleicht aber auch nicht. Am Ende bleibt Börse eben zu einem großen Teil Psychologie, Baby.
Kleinkram
Im Verlauf dieser Halbleiterblase habe ich außerdem eine kurzfristige Short-Position in Intel (NASDAQ:INTC) aufgebaut. Aus meiner Sicht war die Bewertung mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 11 bei gleichzeitig lediglich 1,4 % Wachstum im vergangenen Jahr deutlich zu ambitioniert.
Der Trade lief über ein kleineres Daytrading-Konto und entwickelte sich zunächst erfolgreich, da die Aktie kräftig einbrach - bevor sie sich wieder erholte. Inzwischen beobachte ich den Titel erneut mit Blick auf eine mögliche weitere Short-Gelegenheit.
Dieser Artikel wäre allerdings unvollständig, ohne ASML (NASDAQ:ASML) zu erwähnen - den weltweit führenden Ausrüster der Halbleiterindustrie. Das Unternehmen verfügt über einen enormen technologischen Burggraben und nimmt im globalen Halbleitermarkt faktisch eine Schlüsselrolle ein. In meinem langfristig ausgerichteten „Sparkonto“ gehört ASML daher zu den Kernpositionen - gemeinsam mit anderen großen und vergleichsweise stabilen Marktführern aus unterschiedlichen Branchen.
ASML könnte - abgesehen von NVDA - sogar das wichtigste Halbleiterunternehmen der Welt sein. Gleichzeitig wirkt die Bewertung im Vergleich zu vielen anderen KI- und Halbleitertiteln deutlich weniger extrem. Bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwas über 15 und einem TTM-Wachstum von rund 25 % erscheint die Aktie fundamental wesentlich besser untermauert als zahlreiche Momentum-Werte des Sektors.
Auch technisch betrachtet wirkt ASML bislang deutlich weniger überhitzt als viele andere Halbleiteraktien. Das aktuelle Chartbild eröffnet aus meiner Sicht weiteres Potenzial in Richtung des Bereichs um 1.800. Vielleicht beginnt erst dort die größere Korrektur.
Das bleibt natürlich Spekulation. Aber dass diese Korrektur irgendwann kommt, daran habe ich kaum Zweifel.

Ich halte beziehungsweise handele darüber hinaus weitere Aktien, deren Investment-Case unmittelbar mit dem KI-Thema verbunden ist. Dazu zählen unter anderem Netzwerkinfrastrukturwerte sowie Explorations- und Rohstoffunternehmen, die für den Ausbau von KI-Rechenzentren essenzielle Materialien liefern.
Tatsächlich halte ich es für gut möglich, dass nach einer größeren Korrektur im Halbleitersektor ausgerechnet Rohstoffe und strategische Mineralien in den Fokus der nächsten großen Marktphase rücken könnten.
Typisch für die Marktpsychologie konzentrieren sich Anleger - ob Mensch oder Maschine - fast immer auf das, was aktuell im Trend liegt. Weniger Aufmerksamkeit erhalten dagegen jene Bereiche, die abseits eines kleinen Kreises von Rohstoff- und Energieinvestoren kaum jemanden interessieren. Dabei sind es genau diese Industrien - Gestein im Boden, Metalle, Energiequellen -, auf denen letztlich die gesamte KI-Infrastruktur aufgebaut wird.
Fazit
Wir leben in einer außergewöhnlichen Zeit, in der künstliche Intelligenz und Automatisierung zunehmend die globale Wirtschaft prägen. Wie bereits erwähnt, wird nichts von dem, was ich schreibe, jemals von KI generiert oder unterstützt sein. Bei vielen anderen Informationsquellen lässt sich das inzwischen kaum noch mit Sicherheit sagen.
Auch wenn ich überzeugt bin, dass diese technologische Entwicklung neben ihrem enormen Potenzial auch Schattenseiten und erheblichen Hype mit sich bringt, bleibt sie dennoch die Realität, in der wir uns als Investoren bewegen. Entsprechend sollte man sich am Markt mit Disziplin, gesundem Menschenverstand und einem klaren Blick für Marktpsychologie positionieren.
Der Halbleitersektor dürfte früher oder später vor einer deutlichen Korrektur stehen. Und was bleibt danach übrig?
Unter anderem eine alte, dreckige Industrie, die weiterhin Steine aus dem Boden holt.


