
Weltweite Inflationsraten im Vergleich
Jährlich werden in nahezu allen Ländern die Preise von Konsumgütern für Verbraucher ermittelt und bewertet. Liegen die Preise höher als im Vorjahr, so spricht man von einer Inflation. Liegen sie niedriger, ist es eine Deflation. Diese ermittelte Teuerungsrate ist wesentlicher Bestandteil der Geldwertstabilität.Im Jahr 2025 lag die weltweite Inflationsrate bei 4,0 Prozent. In der Europäischen Union waren es 2,3 Prozent. Für Deutschland wurde eine Preissteigerung von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr ermittelt.

Was ist Inflation?
Inflation bezeichnet den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen. Dabei sinkt die Kaufkraft des Geldes und Verbraucher können für den gleichen Betrag weniger erwerben als zuvor. Gemessen wird Inflation in der Regel über Verbraucherpreisindizes.Die Ursachen für eine Inflation sind vielfältig: Häufig sind es steigende Produktionskosten, eine starke Nachfrage bei begrenztem Angebot oder eine expansive Geldpolitik. Auch externe Faktoren wie Lieferengpässe oder stark steigende Energiepreise können eine Inflation auslösen oder verstärken. Gerade in sensiblen Branchen führt dies zu einer Kettenreaktion. Werden Gaspreise teurer, so erhöhen sich nicht nur die Heizkosten, sondern auch Herstellungskosten für zahlreiche energieintensive Herstellungsprozesse.
Für Verbraucher macht sich Inflation vor allem im Alltag bemerkbar. Lebensmittel, Mieten, Energie und Dienstleistungen werden teurer. Löhne und Renten werden zwar mit der Zeit an die Inflation angepasst, steigen aber langsamer und erst zeitverzögert, wodurch das reale Einkommen sinkt. Auch Ersparnisse verlieren an Wert.
Inflation hat jedoch nicht nur negative Effekte. In moderatem Umfang erleichtert sie Schuldnern die Rückzahlung von Krediten, da auch deren Schulden real an Wert verlieren. Unternehmen profitieren teilweise von steigenden Preisen, sofern sie Kosten weitergeben können. Eine sehr niedrige oder ausbleibende Inflation kann hingegen die wirtschaftliche Entwicklung hemmen.
Inflationsraten 2025 im Vergleich
| Land/Region | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Palästina | 88,0 % | -42,9 % |
| Thailand | 1,2 % | -0,3 % |
| Marokko | 0,7 % | -0,3 % |
| Schweiz | 0,6 % | 0,1 % |
| Malediven | 4,3 % | 0,3 % |
| Macau * | 0,2 % | 0,7 % |
| Frankreich | 1,6 % | 0,8 % |
| China | 0,0 % | 0,9 % |
| Kambodscha | 3,1 % | 1,2 % |
| Italien | 1,3 % | 1,2 % |
| Hongkong * | 1,4 % | 1,5 % |
| Finnland | 1,6 % | 1,7 % |
| Philippinen | 2,9 % | 1,8 % |
| Dänemark | 1,8 % | 1,8 % |
| Ecuador | 0,5 % | 1,9 % |
| Portugal | 3,1 % | 2,2 % |
| Kanada | 1,9 % | 2,2 % |
| Albanien | 2,1 % | 2,3 % |
| Kongo Rep. | 11,7 % | 2,3 % |
| Deutschland | 2,5 % | 2,3 % |
| Südkorea | 1,9 % | 2,3 % |
| Polen | 4,7 % | 2,4 % |
| Schweden | 1,8 % | 2,5 % |
| Israel | 3,2 % | 2,6 % |
| Japan | 2,9 % | 2,7 % |
| Irland | 1,0 % | 2,7 % |
| Niederlande | 4,0 % | 2,7 % |
| Serbien | 4,3 % | 2,8 % |
| Griechenland | 3,0 % | 2,9 % |
| USA | 2,7 % | 2,9 % |
| Indonesien | 1,6 % | 2,9 % |
| Spanien | 2,8 % | 3,0 % |
| Norwegen | 2,3 % | 3,2 % |
| Bosnien und Herzegowina | 2,9 % | 3,2 % |
| Pakistan | 12,6 % | 3,2 % |
| Indien | 3,7 % | 3,3 % |
| Vereinigtes Königreich | 2,5 % | 3,4 % |
| Bulgarien | 2,1 % | 3,5 % |
| Vietnam | 2,9 % | 3,5 % |
| Südafrika | 3,0 % | 3,6 % |
| Mexiko | 4,2 % | 3,7 % |
| Australien | 2,4 % | 3,7 % |
| Kroatien | 4,5 % | 3,8 % |
| Österreich | 2,1 % | 3,8 % |
| Liberia | 10,7 % | 4,0 % |
| Nauru | 12,3 % | 4,1 % |
| Brasilien | 4,8 % | 4,3 % |
| Sierra Leone | 13,8 % | 4,4 % |
| Island | 4,7 % | 4,5 % |
| Mauritius | 2,9 % | 4,5 % |
| Afghanistan | 0,3 % | 5,0 % |
| Kolumbien | 5,2 % | 5,1 % |
| Ghana | 23,8 % | 5,4 % |
| Russland | 9,5 % | 5,6 % |
| Laos | 16,9 % | 5,6 % |
| Kiribati | 2,9 % | 6,3 % |
| Gambia | 10,2 % | 6,6 % |
| Belarus | 5,1 % | 6,8 % |
| Moldawien | 7,0 % | 6,8 % |
| Madagaskar | 8,6 % | 7,2 % |
| Usbekistan | 9,8 % | 7,3 % |
| Mongolei | 8,3 % | 7,5 % |
| Ukraine | 12,0 % | 8,0 % |
| Ruanda | 6,8 % | 8,0 % |
| Bangladesch | 9,7 % | 8,5 % |
| Kirgisistan | 6,3 % | 9,3 % |
| Äthiopien | 17,0 % | 9,7 % |
| Rumänien | 5,1 % | 9,7 % |
| São Tomé und Príncipe | 11,6 % | 10,3 % |
| Sambia | 16,8 % | 11,2 % |
| Suriname | 10,1 % | 11,4 % |
| Libanon | 18,1 % | 12,2 % |
| Kasachstan | 8,6 % | 12,4 % |
| Ägypten | 27,5 % | 14,9 % |
| Simbabwe | 686,8 % | 15,0 % |
| Nigeria | 34,8 % | 15,2 % |
| Burundi | 36,4 % | 15,2 % |
| Angola | 27,5 % | 15,7 % |
| Myanmar | 28,7 % | 20,0 % |
| Bolivien | 10,0 % | 20,4 % |
| Malawi | 28,1 % | 26,0 % |
| Südsudan | 195,5 % | 27,7 % |
| Türkei | 44,4 % | 30,9 % |
| Jemen | 8,9 % | 31,0 % |
| Argentinien | 117,8 % | 31,6 % |
| Haiti | 27,9 % | 31,9 % |
| Sudan | 151,1 % | 68,2 % |
| Iran | 37,1 % | 74,4 % |
| Venezuela | 47,9 % | 475,3 % |
Preissteigerung im Ländervergleich
Die Inflation wird hier anhand des Verbraucherpreisindexes ermittelt. Neben diesem gibt es noch andere Indizes, die sich an anderen Zielgruppen orientieren. Dabei wird ein landestypischer Warenkorb mit Produkten des täglichen Bedarfs gefüllt und deren Preise über eine Zeitspanne von vielen Jahren beobachten. Üblicherweise liegen in einem solchen Warenkorb mehrere hundert Güterarten, die je nach technischem Fortschritt oder wechselndem Lebensstandard gelegentlich ausgetauscht werden. Je mehr ein normaler Haushalt für einen Artikel ausgibt, desto stärker wird dieser dabei auch gewichtet. So haben Kaffee oder Briefmarken z.B. nur einen sehr kleinen Anteil, während der Strompreis viel deutlicher in diesen Warenkorb einfließt.Innerhalb der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelszone EFTA ist diese Berechnungsmethode harmonisiert (HVPI = Harmonisierter Verbraucherpreisindex), so verwenden alle Mitgliedsländer das gleiche Bewertungsschema, wodurch die Inflationsrate sehr gut vergleichbar ist. Die Gewichtung der einzelnen Produkte muss dabei verständlicherweise unterschiedlich ausfallen, da z.B. Heizkosten in Skandinavien einen ganz anderen Anteil an den Jahresausgaben haben, als in den südlichen, wärmeren Ländern.
Die höchste Inflationsrate der vergangenen Jahre wurde 2023 in Simbabwe erzielt. Dort lag die Teuerungsrate bei 779 Prozent.

Gefühlte Inflation
Im Gegensatz zur statistisch und durch staatliche Stellen gemessenen Inflation fällt die gefühlte Inflation immer etwas drastischer aus. Dies liegt vor allen daran, dass der Mensch eine Preissteigerung sehr viel früher und intensiver wahrnimmt, als eine Preissenkung. Auch spielt die Frequenz des Einkaufens eine Rolle. So bemerken wir höhere Preise im Supermarkt viel öfter, als bei einem einmaligen Kauf eines Fernsehers. Zudem spielt uns unser Gehirn einen kleinen Streich: Die veröffentlichten Inflationszahlen gelten immer nur für den zurückliegenden Zeitraum von 1 Jahr. Das Gehirn vermischt aber seine Eindrücke und Erinnerungen aus mehreren vergangenen Jahren.Die optimale Inflation
Eine geringe Inflation ist dabei durchaus gesund, denn anhand der Teuerungsrate (und anderen Faktoren) wird auch die Wirtschaftsleistung bemessen. Läge die Inflation bei 0%, so würde die Wirtschaft kaum wachsen. Problematisch wird Inflation erst bei hohem oder unkontrolliertem Anstieg. Je nachdem, wen man fragt, wird als optimale Inflationsrate ein Wert zwischen 0 und 4 Prozent angesehen.Je höher die Inflation ist, desto mehr Sicherheitsabstand habe man zur "Nullzinsgrenze", die man in den Jahren 2021-2022 bereits in der EU unterschreiten musste. In so einem Fall haben die Zentralbanken kaum noch eine Chance, ausgleichende Maßnahmen durch eine Leitzinssenkung zu ergreifen. Planungssicherheit geht verloren, die soziale Ungleichheit nimmt zu und das Vertrauen in Geld und Institutionen sinkt.
Auch erleichtert sie reale Anpassungen von Löhnen und Preisen. Nominallöhne lassen sich verständlicherweise kaum nach unten korrigieren. Bei moderater Inflation können Reallöhne aber sinken oder stagnieren, ohne dass Lohnkürzungen nötig sind. Das erhöht die Flexibilität des Arbeitsmarktes und bietet Arbeitgebern den nötigen Spielraum.
Inflation unterstützt auch Investitionen. Wenn Geld leicht an Kaufkraft verliert, wird Sparen weniger attraktiv als produktive Investitionen. Unternehmen haben stärkere Anreize, Kapital einzusetzen, statt Liquidität aufzubauen oder zu halten.
Aus Sicht des Verbrauchers ist es dagegen besser, wenn die Preise des täglichen Bedarfs nur sehr gering steigen.
Die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve Bank und auch die Bank von Japan streben seit Jahren die Marke von 2% an. Diese Schwelle gilt als hoch genug, um wirtschaftliche Anpassungen zu ermöglichen, und gleichzeitig niedrig genug, um Kaufkraftverluste begrenzt und planbar zu halten.
Kontrolle und Schutz vor Inflation
Gegen Inflation gibt es unterschiedliche Ansätze, abhängig von der jeweiligen Situation. Zentralbanken steuern über Zinserhöhungen und Geldmengenpolitik. Staaten können durch ihre Fiskalpolitik einen dämpfenden oder verstärkenden Einfluss ausüben.Die wichtigste Rolle spielt die Geldpolitik der Zentralbanken. Durch Leitzinserhöhungen verteuern sie Kredite und dämpfen damit Investitionen und Konsum. In der Folge reduzieren damit den Preisdruck. Gleichzeitig können sie Liquidität abschöpfen, etwa durch den Verkauf von Wertpapieren oder die Verringerung von Anleihekaufprogrammen.
Ergänzend wirkt die Fiskalpolitik des Staates. Eine restriktive Haushaltspolitik mit geringeren Ausgaben oder höheren Steuern kann die gesamtwirtschaftliche Nachfrage senken. Ein Subventionsabbau wirkt sich ebenfalls dämpfend aus. Einzelne und gezielte Entlastungen führen hingegen nur kurzfristig zu einer Dämpfung und sollten eher sozialpolitisch eingesetzt werden. Gleiches gilt für kurzfristige administrative Eingriffe wie Preisdeckel oder staatliche Kontrollen. Sie können nur temporär für eine Entlastung sorgen und bergen zudem das Risiko von Marktverzerrungen, Knappheiten und Fehlanreizen.
Eine wirksame Inflationskontrolle beruht also auf dem Zusammenspiel von Geldpolitik und Fiskaldisziplin. Entscheidend ist Glaubwürdigkeit, da stabile Inflationserwartungen ebenfalls preisdämpfend wirken.
Historische Entwicklung seit 1980
Betrachtet man die Inflationsentwicklung über einen längeren Zeitraum, so fallen die gegenwärtigen 4,0 Prozent noch relativ moderat aus. Erhebliche Teuerungsraten hat es bereits früher gegeben. Dies waren vor allem die Jahre 1979/80 während der zweiten Ölkrise, im Jahr 1994 zur Tequilakrise und zur Banken- und Finanzkrise ab 2007. Die höchste weltweite Inflationsrate seit Mitte des letzten Jahrhunderts gab es mit 39,8% im Jahr 1993.
Was können Verbraucher gegen eine Inflation tun?
Verbraucher können Inflation nicht verhindern, aber ihre Auswirkungen auf die eigene Kaufkraft begrenzen. Entscheidend ist ein bewusster Umgang mit Einkommen, Ersparnissen und Ausgaben. Ersparnisse sollten nicht über längere Zeit unverzinst gehalten werden. Tagesgeld und Festgeld reichen allerdings oft nicht aus, um die Inflation auszugleichen. Wertpapierinvestitionen bieten langfristig bessere Chancen. Hier kommt es auf eine möglichst breite Streuung an, denn dies verhindert das Risiko einzelner Verluste. Unternehmen können steigende Kosten häufig über höhere Preise weitergeben und so ihre Erträge nominal anpassen. Aktien repräsentieren diese realen Unternehmenswerte, deren Gewinne und Vermögenswerte mit dem Preisniveau wachsen können. Eine Breite Streuung verteilt das Kapital über viele Branchen und Regionen und mindern Abhängigkeiten von einzelnen Märkten oder Unternehmen.Sachwerte wie Immobilien oder Rohstoffe eignen sich ebenfalls. Sie können ihren Wert bei steigenden Preisen eher erhalten. Dabei ist das Risiko allerdings ebenfalls wieder zu berücksichtigen, da Preise schwanken und nicht jede Anlageform für jeden Haushalt geeignet ist.
Auch Schulden können bei Inflation entlastend wirken, sofern sie langfristig zu festen Zinssätzen abgeschlossen wurden und der Zinssatz unter der Inflationsrate liegt. Damit sinkt die reale Schuldenlast, weil der nominelle Schuldenbetrag gleich bleibt, während das Einkommen steigen kann.
Weltweiter Inflationsanstieg durch den Krieg in der Ukraine
Durch Krieg in der Ukraine seit Anfang 2022 ist die Inflation weltweit spürbar angestiegen. Der Krieg wirkte dabei nicht als alleinige Ursache, sondern als starker Verstärker bereits bestehender Preisauftriebe. An diesem Beispiel lässt sich vor allem zeigen, wie regionale Konflikte zu einem weltweiten Anstieg der Verbraucherpreis in zahlreichen Segmenten führen.Unmittelbar nach Kriegsbeginn brachen die ukrainische Exporte ein. Die Ukraine ist einer der weltweit wichtigsten Lieferanten von Weizen, Mais, Sonnenblumenöl und anderen Agrarprodukten. Kampfhandlungen, zerstörte Infrastruktur, verminte Felder und blockierte Schwarzmeerhäfen führten zu einem abrupten Angebotsrückgang. Bereits Wochen später stiegen die Preise für Lebensmittel im Einzelhandel deutlich, insbesondere für Getreideprodukte und pflanzliche Öle.
Russland zählt hingegen zu den weltweit wichtigsten Exporteuren von Erdöl, Erdgas und Kohle. Sanktionen, Lieferkürzungen und die politische Unsicherheit führten insbesondere in Europa zu stark erhöhten Energiepreisen. Energie ist aber ein grundlegender Produktionsfaktor und steigende Preise wirken sich auf nahezu alle Wirtschaftsbereiche aus, von Industrie über Verkehr bis zu Dienstleistungen, und treiben das allgemeine Preisniveau.
Auch Düngemittel kommen häufig aus Russland und litten unter den Sanktionen. Die Lieferausfälle verteuerten diese Vorprodukte stark, wodurch weite Teile der internationalen Agrarindustrie einem verstärkten Preisdruck unterlag. In der Folge stiegen weltweit auch die Kosten für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Dass vor allem Europa, Vorderasien und Nordafrika unter den Folgen zu leiden hatten, liegt auf der Hand, weil dort die Hauptabnehmer für Produkte aus den kriegsführenden Parteien liegen. Durch abbrechende Importmöglichkeiten mussten aber nun die fehlenden Produkte auf dem restlichen Weltmarkt eingekauft werden. Dies führte international zu einer starken Nachfrage und steigenden Preisen.
Vor allem über Energie- und Nahrungsmittelpreise sind durch den Krieg massiv gestiegen. Also Produktkategorien, die sich unmittebar und unverzögert im Portemonnaie der Endverbraucher auswirken.
* Abhängige Außengebiete
Die folgenden Länder der obigen Darstellung sind keine souveränen Staaten, sondern abhängige Territorien anderer Staaten:- Hongkong: Sonderverwaltungszone Chinas
- Macau: Sonderverwaltungszone Chinas
Datenbasis: Internationaler Währungsfonds, Weltbank und Finanzstatistiken der einzelnen Länder. Alle Angaben in der Tabelle aus den Jahren 2024 - 2025. In der Kartendarstellung können frühere Jahre dargestellt werden, sofern neuere Daten noch nicht vorliegen. Diese Jahreszahlen werden dann dort benannt.