Wunderschönes Winterwetter. Geradezu bilderbuchmäßige Himmelsfarben gab es heute früh und jetzt zum Sonnenuntergang und dazwischen viele Sonnenstunden, so muß es sein, dazu windarm und nicht kalt (-2°).
Habe ich schon mal erwähnt, daß ich ein großer Fan von „360° GEO Reportage“ bin? Ich gucke jede Sendung. Viele davon habe ich mehrfach gesehen. Gestern habe ich nochmal eine gesehen, die mit zu meinen Lieblingen gehört.
In den Dörfern Patagoniens zählt das Radio zu den wichtigsten Alltagsgegenständen. So auch in Pilgui. Der Ort ist 350 Kilometer von Bariloche entfernt und nur über Schotterpisten zu erreichen. Mobiltelefone und Internet funktionieren hier nicht, das einzige öffentliche Telefon kann, wenn überhaupt, nur zwei Stunden am Tag mittels eines Generators betrieben werden. Die Menschen in Pilgui wurden von der argentinischen Regierung vergessen. So ist Ruben Lagras mit seinen sehr persönlichen Nachrichten einer der wichtigsten Moderatoren beim Radio Nacional. Denn er versucht jeden Tag, den Menschen in der weitläufigen und entlegenen Region das Gefühl zu geben, dass sie nicht allein sind.
Als ich die Frauen dort beim Spinnen sah, dachte ich an mein Spinnrad, das hier vor sich hinstaubt. Neulich hatte ich noch handgesponnenes Garn in der Hand und fand es wieder so schön, daß ich fast Lust bekam, aber aus irgendeinem Grunde habe ich Spinnen, Filzen und Stricken, früher alles unverzichtbar, so gut wie aufgegeben.

Gestern brachte die Post mal wieder ein nettes Paper Swap Päckchen, diesmal aus Frankreich, merci Myriam. Ein Highlight: Das Zitronenseifenpapier. Mitten im Winter hab ich nun dauernd den Duft von Zitronen in der Nase, Papier ansehen genügt.
Und noch ein Swap Päckchen kam heute, diesmal ein üppiger Privatswap mit Ellen- danke dir, du Liebe! Das war ja ein Fest. (Auch da werde ich mein Lieblingsteil zeigen, muß aber erstmal um Erlaubnis fragen.)

Neulich haben S. und ich meinen Buchtisch aufgeräumt. Gerade bin ich ohne Lesestoff, aber eigentlich gibt es immer noch ein paar ungelesene Exemplare. Den tonnenschweren Martin-Band sehe ich mir leider nur selten an. Bücher die zu schwer sind, stellen ein Problem dar. Sie lassen sich schlecht lesen, jedenfalls für mich, denn ich lese fast nur im Liegen. Eine Marotte seit Kindertagen.
S. und ich haben auch noch den großen Weidenkorb daneben sortiert und aufgeräumt und wurden dabei ziemlich nostalgisch, wenn wir alten Kram fanden, der uns an selige Zeiten erinnerte, in denen sie noch klein war. Allerdings finde ich sie jetzt mit 15 genauso wunderbar wie mit 5, nur anders. Für mich eine schöne Zeit, denn sie ist so erwachsen und reif an meiner Seite und sie ist dabei ruhig und anspruchslos und wahnsinnig hilfsbereit. Zum ersten Mal in meinem Leben verstehe ich, daß Frauen trauern, wenn sie kinderlos bleiben. Es würde wirklich etwas fehlen, wenn ich S. nicht hätte.