Molekularbiologie

Molekularbiologie

Transkription und Regulation des Erbguts

Während der Transkription werden Gene von DNA in RNA umgeschrieben. Die RNA ermöglicht dann die Produktion von Proteinen. Die Regulation der Transkription liegt der Entwicklung von Organismen, der Entstehung von Zelltypen und dem Erhalt von Geweben zugrunde.

Das Ziel unserer Abteilung ist es, die Transkription und die Genregulation auf molekularer und zellulärer Ebene zu verstehen. Zum einen klären wir die dreidimensionale Struktur von Transkriptions-Komplexen in verschiedenen funktionalen Zuständen auf. Dazu integrieren wir die Elektronenmikroskopie mit der Röntgenkristallografie und biophysikalischen Methoden. Zum anderen untersuchen wir die zelluläre Regulation der Genexpression systemisch mit Methoden der funktionalen Genomik und der Bioinformatik. So sind wir in der Lage, die gesamte Genaktivität in Zellen zu vermessen. Auch können wir Bindungsstellen für regulatorische Proteine über das gesamte Erbgut (Genom) und über die Gesamtheit aller RNAs (Transkriptom) kartieren.

Durch unseren interdisziplinären Ansatz konnten wir Filme der Transkription in atomarer Auflösung drehen. Nun beginnen wir, die Prinzipien der Genregulation in der Zelle zu verstehen. In Zukunft möchten wir herausfinden, wie Gene auf molekularer Ebene an- und abgeschaltet werden und wie die Aktivität tausender Gene im Genom auf zellulärer Ebene kontrolliert wird.

  

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Cryo-EM structure of the RNA polymerase II transcription pre-initiation complex with core Mediator © Schilbach et al. Nature 2017

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Multi-omics approach extracts kinetic parameters of transcription, system-wide © Gressel, Schwalb et al., eLife 2017

Pressemitteilungen & Neues aus der Forschung

Die Abbildung zeigt die 3D-Struktur der Influenza-Polymerase (FluPol) im Moment, bevor sie die RNA-Kappe von der menschlichen RNA-Polymerase (Pol II) stiehlt. Die Stelle, wo FluPol die menschliche RNA schneidet, liegt direkt dort, wo die RNA Pol II verlässt.

Auf frischer Tat ertappt

4. März 2026

Forschende haben den Vorgang entschlüsselt, wie das Influenza-Virus die Kappe der Wirts-RNA stiehlt, um sich zu vermehren. mehr

Artikel über vier Göttinger Max-Planck-Forscher, die zu den meistzitierten Wissenschaftler*innen zählen, mit Fokus auf Naturwissenschaften.

Weltweit zitiert

19. November 2025

Vier Wissenschaftler unseres Instituts – Patrick Cramer, Stefan Hell, Klaus-Armin Nave und Johannes Söding – stehen auf der Clarivate-Liste „Highly Cited Researchers 2025“ und gehören damit zu den meistzitierten Forschenden ihrer Fachgebiete weltweit. mehr

Es liegt in unseren Genen – und wie sich unser Genom in 3D faltet

Ob wir gesund bleiben oder schwer erkranken, wird von unseren Genen mitbestimmt. Auch die Faltung unseres Genoms hat darauf maßgeblich Einfluss, denn die 3D-Genomorganisation regelt, welche Gene an- und abgeschaltet werden. Forschenden um Marieke Oudelaar und Elisa Oberbeckmann an unserem MPI ist es jetzt gelungen, die 3D-Faltung des Hefegenoms im Labor nachzustellen und die zugrunde liegenden Mechanismen zu entschlüsseln. mehr

Patrick Cramer forscht am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen und ist designierter Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Die hohe Auszeichnung in den Lebenswissenschaften teilt sich Patrick Cramer zusammen mit Eva Nogales von der University of California in Berkeley. Beide haben wesentlich dazu beigetragen, die Gentranskription, einen der grundlegenden Prozesse des Lebens, strukturbiologisch aufzuklären. mehr

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