Déjà-vu

Den Tag heute habe ich ziemlich genau so schon einmal erlebt: LM bereitete sich auf ihre Lateinarbeit am folgenden Tag vor und übersetzte einen Text. Die Übersetzung sah ganz gut aus, war aber bei einer genauen Überprüfung nur eine wahrscheinliche Aneinanderreihung der Bedeutungen der einzelnen Vokabeln. So hatte sie zum Beispiel so etwas wie „Paul, Anton und Xaver sahen und sagten…“ übersetzt, obwohl es eigentlich „Paul sah Anton und Xaver und sagte…“ hätte lauten müssen.

Ich fand es ganz erstaunlich, dass ich diesem zu LF so unterschiedlichen Kind dieselben Ratschläge gab, wie LF vier Jahre zuvor: Übersetz nicht einfach los. Identifiziere das Prädikat. Bestimme Numerus und Person! (Verschiedene Tempi hat sie ja noch nicht.) Dann suche – was ist Dein Subjekt, wer steht alles im Nominativ? Was ist sonst noch da – was steht zum Beispiel im Akkusativ? Ah, guck mal – deswegen ergibt das jetzt auch viel mehr Sinn: Paul sieht Anton und Xaver! Und natürlich hießen die drei nicht Paul, Anton und Xaver, sondern hatten irgendwelche lateinischen Namen.

Ab da lief das Gespräch dann etwas anders als vier Jahre zuvor. Klar, die zwei sind unterschiedlich. Ich glaube aber fest, dass für beide dieser Tag ein wichtiger war, und hoffe, dass bei Ihnen angekommen ist, dass es wichtig ist, nicht einfach los zu preschen, sondern noch einmal kurz innezuhalten, zu hinterfragen, was man übersetzt, und dann systematisch vorzugehen. Subjektiv ist dies ein Manko bei vielem, was mir im Alltag so begegnet. Klar dauert es beim ersten, vermutlich auch beim zweiten und dritten Mal länger. Aber wenn man so konsequent vorgeht, dann dauert es nach der Übungsphase nicht mehr länger. Ich glaube sogar, dass man schneller zu besseren Ergebnissen gelangen kann.

Ich kenne so viele, die Lateinlernen nur als Qual empfunden haben. Mir ging es nicht so. Bin ich jetzt verknöchert, weil ich die oben beschriebene Herangehensweise als äußerst sinnvoll empfinde? Mich würde wirklich interessieren, wie meine beiden Mädels den Nutzen Ihrer zweiten Fremdsprache einmal beurteilen werden…

Arbeit, Sport und #WMDEDGT

Meh. Ich nehme mir irgendwie keine Zeit zum Schreiben mehr. Damit zu tun haben könnte mein Weihnachtsgeschenk von G. („1 line a day for 5 years memory book“), der volle Alltag, Frust über den Zustand der Welt und das Gefühl, dass ich die Absurditäten des Lebens mit einer Pubertierenden und einer angehenden Pubertierenden doch irgendwie nicht so gern festhalten möchte wie vieles andere zuvor. Wobei letzteres natürlich schon alles ganz gut läuft – aber Reibung ist halt da.

Versuchen wir es anlässlich #WMDEDGT doch mal wieder: In den letzten Monaten hat sich ein neues Ritual herausgebildet: Sind die Kinder morgens um halb acht aus dem Haus und auf dem Weg zur Schule sind, frühstücke ich erst mal am Rechner mein Müsli, lese meine Mails und erledige den ersten Kleinkram des Tages. So auch heute. Danach fuhr ich zur Arbeit. Hintergrund meines neuen Lifehacks: Time ich die Ankunft gut, bekomme ich auf dem Lieblingsparkplatz in der Nähe des Tors in kürzestmöglicher Distanz zu meinem Büro einen Parkplatz. Heute ging die Rechnung zwar nicht auf, aber egal. Immerhin schien die Sonne und ich konnte mir auf dem Weg ins Büro den Rücken wärmen lassen (aber sonst! Diese Zeitersparnis!). Auf der Arbeit dann: Geprössel. Blöde Mail aus China. Im Nachgang Gespräche, wie wir am besten mit der blöden Mail aus China umgehen. Diverse Optionen eruiert, und die nächstbestmögliche Lösung identifiziert und gewählt. Wieder große Zuneigung für den Chefchef empfunden, der auf meinen Dank, dass ich mit schlechter Laune und meinem Mailproblem bei ihm aufschlagen durfte, nur meinte, dass ich ja nur schlechte Laune hätte, wenn ich ein Problem nicht vom Tisch bekäme (ach, was – deswegen brauche ich ja Input, und dauernd wird mir gesagt, ich solle es alleine können – wenn ich aber 5 schlechte Optionen gibt, wie soll ich dann alleine die beste unter diesen identifizieren?).

Weiterhin mit den Absurditäten des Konzernlebens befasst – auf der Suche nach einer Mail festgestellt, dass in dem Mailarchiv, in das default-mäßig alle Mails aus dem Posteingang nach 2 Jahren zum Sparen von Speicherplatz verschoben werden, von mir keine Mails mit Datum von 2018 – 2024 liegen. Also so fast alle. Die von vor 2015 habe ich natürlich auch noch, die liegen in dem Vorgänger-Archiv. Es fast geschafft, darüber 1) nur halbwegs leise die Augen zu rollen, 2) die IT zu überzeugen, dass diese Mails wirklich fort sind (am Anfang wurde mir immer nur gesagt: „ja, aber alle von vor zwei Jahren und länger her liegen ja im Archiv!“) und 3) angemerkt, dass wir das Problem meines Erachtens schon einmal hatten, ohne daraus eine Verantwortung für mich abzuleiten, die Lösung zu kennen. Ich bin jetzt schon gespannt, ob es eine Lösung geben wird.

Danach war ich von allem bedient und ging zum Sport. Das war mal ein guter Plan! Seit Januar trainiere ich (3 Tage Home Office seit dann sei dank!) meistens am Wohnort in einer Filiale meines arbeitgeberbezuschussten Fitnessstudios, mein Rücken vermisste aber dennoch schmerzlich die Geräte vom Arbeitsplatz. Vermutlich sollte ich wirklich versuchen, 2x die Woche zu gehen – einmal zu Hause und einmal auf der Arbeit, damit ich die guten Geräte und Dehnmöglichkeiten UND das spannende neue Gerät im neuen Studio und die dortige Sauna genutzt bekomme.

Auf dem Weg nach Hause dann sinnieren über die Weltlage (nicht nur, aber auch: Diesel teurer als Super, und sogar mehr als 2 €, mei-o-mei!) und meine daraus resultierende Laune analysiert. Zu letzterem ein fun fact: Ich verabscheue ich eigentlich DJ Bobo und vor allem seinen Party Song mit der aus meiner Sicht äußerst dämlichen und sprachlich falschen Textzeile „this is the party song that makes the party going on“. Als ich den aber gestern im Radio hörte, dachte ich nur „nett! aus der harmlosen Zeit“ und freute mich an der fröhlichen Musik. Ich glaube, jetzt habe ich verstanden, warum Schlagermusik so erfolgreich ist….

Zuhause dann: Abendbrot mit allen, mit LM noch etwas Englisch üben, mit LF ein wenig diskutieren, LM ins Bett bringen und dann kaputt auf die Couch fallen – heute begannen wir die 3. Staffel von „Breaking Bad“.

Was alle anderen so am Monatsfünften getan haben, kann man bei Frau Brüllen nachlesen, die auch fleißig war und eine leicht absurde Grenzübertrittskontrolle erlebt hat.

Erster Arbeitstag 2026 mit #WMDEDGT

Meh. Einen Tag zu spät wegen zu viel los, deswegen retrospektiv erstellt. Aber: Eigentlich war es ein ganz schöner Tag, deswegen sollte darüber berichtet werden.

Dabei ging er eigentlich ganz unschön los: Das erste Mal seit 16 Tagen wieder Wecker zu früher Stunde, und dazu auch noch ausgesprochen mies geschlafen: LM hatte (vermutlich auch ferienbedingt) abends nicht einschlafen können, deswegen lange wach gelegen und sich kirre gemacht, und schlug infolgedessen um viertel vor eins weinend neben meinem Bett auf und klopfte mir auf den Oberkörper – sie könne nicht schlafen. Ich hoffe, ich habe meiner lieben Zehnjährigen klar gemacht, dass sie natürlich in so einem ernsten Fall vorbeikommen dürfe, sich aber beim nächsten Mal einfach vorsichtig mit unter meine Bettdecke kuscheln, eine Runde schmusen und dann bei uns oder zurück bei sich im Bett weiterschlafen solle. Mütter wecken ist nämlich gar nicht notwendig in diesem Fall! Hat ja keiner was davon, wenn zwei dann wach sind. Und im übrigen: Nicht schlafen können ist natürlich doof, aber besser kommt man durch die Nacht, wenn man sich sagt, dass man immerhin im kuschligen Bett liegt und Ausruhen ja auch schon mal ganz vorteilhaft ist. Außerdem: Dann klappt es mit dem Wiedereinschlafen gleich besser, weil man nicht so aufgeregt ist. Hat bei mir nach dem nächtlichen Wecken natürlich auch nicht super geklappt, aber immerhin BIN ich wieder eingeschlafen, habe nur dummerweise geträumt, dass ich nicht schlafen kann. Das ist natürlich auch selten bescheuert und nur minimal besser. Immerhin habe ich im Traum nicht daran gedacht, LM zu wecken….

Aber Dank des ganzen Ferienausschlafens (und, weil die Kinder ja dank Restferien noch nicht in die Schule müssen und so der Wecker noch 30 min später stand) dennoch ganz gut erholt ging es morgens mal wieder im Dunklen aus den Federn und nach dem Frühstück an den Schreibtisch – zum Glück noch im Home Office. Für einen ersten Tag nach den Ferien ist ein Januartag ja immer ganz dankbar, da brennt die Hütte noch nicht so und man kommt gut wieder rein. Konzentriert 3,5 h gearbeitet, zwischendurch kurz alle Kinder aus dem Bett geworfen, Rückenübungen gemacht und fix abgeduscht, Rest-Butter-Chicken aufgewärmt und mit Paneer zu Butter-Chicken-Paneer gestreckt, mit den Kindern gegessen und dabei den draußen fallenden Schnee bewundert, zwei Wäscheladungen gewaschen und aufgehängt, und dann zwei Bestellungen erledigt.

Dann wurde es auch wieder Zeit für ein bisschen Weiterarbeiten: noch einmal 2,5 h mehr Texte gestrickt, währenddessen einem Besuchskind kurz die Tür geöffnet, und um fünf den Griffel fallen gelassen, den zwischenzeitlich im Garten erstellten Schneemann gelobt, eine Retoure weggebracht (meine Güte, wie glatt ist die Hauptstraße!) und etwas eingekauft. Im Rewe waren die Verkäufer auf eine sehr niedliche Art und Weise sehr aufgekratzt: An der Fleischtheke fragte der junge Verkäufer sehr niedlich seine ältere Kollegin, ob sie nach Feierabend auch noch mit Schneemann bauen gehen wolle, und die eine Bäckereiangestellte in der Filiale am Ausgang flitzte auch mit Eile in den Supermarkt hinein, während ihre Kollegin ihr nachrief, ob sie auch an die Möhre für ihren Schneemann denken würde. Interessanterweise wussten die Damen vom Gebäck jedoch nichts von den Plänen der Fleischtheke – man ist dort wohl nicht gut vernetzt. Grinsend zog ich von dannen und erfreute mich an der Vorstellung, dass aufgrund meines Hinweises nun nach Feierabend auf dem Parkplatz ein Schneemannbauwettbewerb stattfinden könnte.

Auf dem Heimweg reifte die Entscheidung, LM und ihre Freundin nebst Schlittschuhen und Übernachtungszeug nicht mit dem Auto, sondern mit dem Schlitten wegzubringen. Zu meiner großen Freude schloss sich LM für ein bisschen frische Luft an und so zogen wir also nach dem Abendessen zu viert mit zwei Schlitten und zwei Taschen los. Die Schneemenge reichte wirklich aus, die Kinder waren begeistert, und nach dem Absetzen von zwei Kindern, zwei Taschen und einem Schlitten schlitterten LF und ich zufrieden im Abendlicht über die Straßen zurück. Vor unserem sehr gerade liegenden Haus brachte uns ein Passant noch auf den Gedanken, doch einfach den Schlitten an die Anhängerkupplung zu hängen, und so testeten wir es einfach aus: es ging zwar nicht gut, und LF war ein gemächliches Tempo auch lieber als ein rasantes, aber immerhin haben wir es einmal ausprobiert, 300 m vom Haus weg und wieder zurück.

Danach: Aufwärmen drinnen und ein gemütlicher Filmabend, U und ich wollten in Abwesenheit von LM LF „Matrix“ nahebringen (was wohl geklappt hat). Es gibt keinen Löffel!

Was alle anderen so am Monatsfünften getan haben, lässt sich bei Frau Brüllen gesammelt nachlesen, die heute auch wieder ihren ersten Arbeitstag hatte.

Erstes Auftreten der Weihnachtsmaus 2025

Wie gerne würde ich jetzt einfach nur humorvoll James Krüss zitieren. Bin aber gerade nicht humorvoll. Dass innerhalb einer Woche knapp 1,2 kg gemeinsam gebackenes Spritzgebäck verschwindet, überrascht mich dann doch mehr negativ, als dass es mich amüsiert. Hm.

Zum Glück fiel es auf, als ich die zweite Charge mit den Kids gemeinsam backen wollte (daraus wurde dann ein backtechnischer Alleingang), und nicht erst viel später. Da zum Glück zufällig alle Zutaten im Haus waren, habe ich zum Backen einer dritten Charge ohne meine Beteiligung aufgerufen. Konsequenterweise verschwinde ich nun mit Bier in die Wanne – zwei Allheilmittel gegen Frust werden ja wohl wirken.

Sonst so: Urlaubsanfang. Fühlt sich im Gewusel gar nicht so an, aber immerhin muss ich nicht mehr über arbeitsbezogene Fristen nachdenken. Wobei, fällt mir erst jetzt auf – strenggenommen habe ich noch gar keinen Urlaub, sondern baue Überstunden ab. Fühlt sich gleich viel besser an! Genommenen Urlaub möchte ich doch immer mit besonders schönen Tätigkeiten nutzen. Vor Weihnachten sehe ich aber eigentlich fast nur To-Dos. Dann doch lieber Überstundenausgleich…

Was ganz schön war: heute etwas im Garten zu wuseln, den Kompost zu füllen und im Gewächshaus Ordnung zu schaffen. Und nach getaner Arbeit mit U einen Met in der Sonne im Garten zu trinken.

Und gestern auf der Zollverein-Eisbahn gemeinsam mit der gesamten Familie ein paar Runden zu drehen, das war auch schön.

Fotobücher und ABBA

Ach, eigentlich ist es doch ganz schön, später nachlesen zu können, was man so getan hat. Probiere ich es also doch einmal wieder mit dem Aufschreiben.

Gefühlt war heute der erste Nikolausmorgen, an dem U und ich ausschlafen konnten. Gut, mit fast 15 bleibt man wohl einfach länger als die Eltern im Bett, und mit 10 stratzt man einfach alleine runter, futtert seine Schokolade im Wohnzimmer und bastelt und liest danach zufrieden.

Ich war heute sehr stolz auf mich, weil ich ein Problem im Wohnzimmer lösen könnte: Seit ein paar Wochen sah ich immer mal wieder vereinzelt Larven an der Wohnzimmerdecke, die ich nicht zuordnen konnte und natürlich entfernte. Heute dann fiel mir die im Frühling im bodentiefen Fenster stehengelassene Packung Vogelfutter auf. DAS war ja auch echt schlau von mir gewesen! So habe ich mir wohl eine beginnende Mehlmottenplage ins Haus geholt. Hoffen wir, dass ich die Ausbreitung rechtzeitig unterbinden konnte. Vorteil: Die Gardinen wurden auch mal gewaschen, und bevor sie wieder aufgehängt werden, muss ich jetzt nur noch die Fenster putzen, dazu kam ich nicht.

Ansonsten so: Froh über den gestern schon erledigten Wocheneinkauf gewesen, so konnte ich morgens eine Linsensuppe (endlich mal was, was alle mochten: mit Aprikosen, Speck und Truthahnbrust) zusammenrühren und mich danach an das diesjährige Fotobuch begeben. Abends hatte ich dann auch schon 30 Seiten fertig! Während U derweil schon bei dem Treffen mit seinen früheren Schulfreunden war (das war mir diese Woche dann doch zu viel), kam ich dabei gut voran, aß mit den Mädels zusammen und danach gönnten wir uns einen faulen Filmabend mit „Mamma Mia 2“. Ich fand ihn nicht ganz so rund wie den ersten Teil, aber gutes Familienprogramm war es dennoch. Amüsiert war ich zum Schluss vor allem, als ich Cher nicht erkannte, sondern dachte, man hätte eine Schauspielerin gecastet, die an Cher erinnern sollte. SOO eine junge Optik hatte ich ihr dann mit 72 wirklich nicht zugetraut!

#WMDEDGT in der Vorweihnachtszeit

Meinen inneren Grinch, der Ende November immer hervorkriecht, habe ich halbwegs wieder eingefangen, alle vorweihnachtlichen Todos befinden sich in status erledigendsis, und auf der Arbeit brannte die Hütte – so bin ich einen Monat nicht zum Schreiben gekommen. Egal – zu #WMDEDGT komme ich immerhin noch.

Den heutigen Tag habe ich im Homeoffice verbracht. Zum Glück hatte ich mich gestern auf der Arbeit schon so gründlich über ein paar Misstände aufgeregt, dass ich damit heute nicht mehr weitermachen musste. Noch ein paar Male regte es sich kurz in mir, ich trieb Dinge an Eckchen weiter, wo ich sie bewegen kann (oder es immerhin nicht vollkommen ausgeschlossen ist), und resignierte ansonsten ein wenig. Um ein Uhr mittags ließ ich den Griffel fallen (grummel, ich brauche derzeit Abstand von der Arbeit – ein Hoch auf Teilzeit und Gleitzeit. Aus Gründen der Seelenhygiene gönne ich mir gerade ein bisschen Abstand und reduziere Überstunden. Es sind ja eh genug da.).

Das Wochenende läutete ich mit einer Thai-Massage ein, die ich vor ein paar Wochen vereinbart hatte. Heute war ein sehr guter Tag dafür – nachdem der Ischias links schon vor ein paar Tagen wieder begonnen hatte, herumzuzwirbeln, bat ich darum, mein linkes Bein diesbezüglich zu überprüfen und war überrascht: Die Thai-Masseurin gab alles, und während ich den Fluchtimpuls in mir versuchte zu unterdrücken, beschäftige ich meinen Kopf mit der Frage: Hat sie mich wirklich schon massiert, wie sie behauptet? Bislang war ich treue Besucherin ihrer Kollegin, die leider, leider den Salon wegen familiärer Verpflichtungen verlassen hat und der ich seitdem hinterhertrauere. Ich war bislang der Ansicht, bei dieser Kollegin sei ich noch nie gewesen. Vielleicht habe ich aber auch mit meiner schon fast therapeutischen Bitte ihren Ehrgeiz einfach so entfacht, dass mein Körper sie nicht wiedererkannte. Egal wie – irgendwann ließ sie von meinem Bein ab, widmete sich anderen Körperteilen, und nach der einen Stunde verließ ich die Liege voller Dankbarkeit, körperlich und geistig gelockert für’s Wochenende und zufrieden mit Aussicht, wieder jemanden gefunden zu haben, der sich von Zeit zu Zeit meiner Rückenprobleme annehmen kann.

Der Nachmittag stand zunächst im Zeichen organisatorischer Dinge: Essenspläne und Einkaufszettel, Haus aufräumen, Kinder entgegennehmen und erfahren, wie ihr Tag so verlaufen war und was sie beschäftigt. Ich muss mich dabei immer in meiner Erledigeritis bremsen, wenn die Mädels ankommen und erzählen wollen – dies ist wichtig, dies sind die Momente, auf die es ankommt. Sonst erzählen sie mir irgendwann nichts mehr! Heute gelang es mir, sogar mit innerer Ruhe.

Dann: Nahkampf im Supermarkt. Irgendwie wollten heute alle um fünf Uhr heute dorthin. Ist es nicht eigentlich Samstag morgens dort schon so voll, dass es eigentlich Freitag abends leer sein müsste? Immerhin bin ich doch nicht durchgängig mufflig, wie ich immer befürchte: Eine andere Einkäuferin und ich kollidierten aufgrund eines sehr hohen Schokoladenaufstellers beinahe miteinander, legten beide den Rückwärtsgang ein, äugten durch und auf Zehenspitzen stehend über den Aufsteller, damit wir nicht erneut zusammenstießen, fuhren doch wieder zu selben Zeit los – und brachen irgendwann in Gelächter aus. So mag ich mich eigentlich lieber.

Abends ein paar Reste zu einem improvisierten Abendessen, dann brachen U und ich auf: In 10 Minuten Radldistanz findet dies Wochenende ein kleiner, Weihnachtsmarkt statt, den wir besuchen wollten. Große Märkte interessieren uns nicht mehr so sehr, Menschenmassen auch nicht, und so wollten wir hierhin. Vorher musste ich meinen inneren Schweinehund überwinden – am liebsten wäre ich faul auf der Couch gelandet. Oder halt nicht faul – Fotobücher wollen ja auch noch zusammengestellt werden. Als wir uns aufgerafft hatten, wurde es dann aber schön: Eine Band spielte, als wir kamen, der Glühwein schmeckte prima, die Champignons auch (nur Magenzwicken nachher, was soll das?), und kurz, bevor wir wieder fuhren, gab es sogar noch einen Feuerjongleur. Danach zum Aufwärmen auf der Couch zu liegen und die heute show zu gucken, war auch sehr schön.

Was alle anderen heute so bei #WMDEDGT so getrieben haben, kann man bei Frau Brüllen nachlesen, die ein bisschen Guidance für ein Ansprechverhalten bereitgestellt hat, sollte man ihr einmal begegnen. Seit ich mal jemand anderes aus „dem Internet“ vor mir sitzen hatte, frag ich mich da ja schon, was ich tun würde (in der Situation war die Person wohl krank, wie ich nachher las, wirkte vermutlich deswegen sehr unzufrieden, und so war ich von selbst schnell zur Entscheidung gelangt, niemanden anzusprechen – die Frage, was unter anderen Umständen gewesen wäre, blieb aber).

WMDEDGT in einer Trubelwoche

U steht morgens ganz früh auf, damit er rechtszeitig zu seiner Veranstaltung wieder aus dem Stau ist. Zu nachtschlafener Zeit höre ich eine Dusche, stelle den Wecker aus und drehe mich noch einmal um, in der Annahme, dass ich es mitbekomme, wenn LF aufsteht und sich zur Schule fertig macht. Soviel dazu – um halb acht werde ich wach, LF muss gerade das Haus verlassen haben. Sind große Kinder toll oder bin ich eine Rabenmutter? Wobei, morgens hat LF ohnehin gern ihre Ruhe. Ich schicke ihr noch gedrückte Daumen auf dem Handy hinterher. Duschen, Frühstück fertig machen und den Rechner an: Was für ein Glück, dass ich heute Home Office habe.

LM bleibt den zweiten Tag krank zu Hause. Es geht ihr zwar schon besser, aber fit ist sie immer noch nicht. Also kein guter Tag, um an der Müllsammelaktion im Stadtwald teilzunehmen. Nachdem sie am Vorabend vor Husten lange nicht einschlafen konnte, schläft sie entsprechend lange und ich kann gut arbeiten.

Heute steht ein KI-Test an. In meiner Abteilung wird eine neue Software getestet, und ich habe mich freiwillig gemeldet. Es macht Spaß, auch wenn die gewählten Aufgabenpakete nicht gut gewählt sind. Wenn man es nicht selber macht… Ich habe schon ein paar eigens gesuchte Aufgaben gut mit ihr erledigen können, aber bei diesem Paket muss ich recht viele Zusatzinfos noch selbst dem geschnürten Päckchen hinzufügen. Das finde ich nicht so gut, macht aber den Test besser. Wird diese KI meinen Job ersetzen können? Noch nicht, denke ich. Bei den Aufgaben, wo ich mir besonders Hilfe wünschen würde, sind ihre Lösungen nicht zufriedenstellend. Sicherlich wird es noch besser werden, aber ein Weilchen dauert es noch. Könnte sie mich unterstützen? Auf jeden Fall!

Um elf verfalle ich in Aktionismus und harke etwas Laub. Hatte ich nicht gerade den Laubsauger für das Straßenlaub gehört? Ungern würde ich auf meinen 3-5 Kubikmetern Laub auf dem Rasen sitzenbleiben, vor allem, da letzte Woche ja nur ein Teil abgeholt werden konnte – ein Mitbürger stand mit seiner §$&‘!!?!-Karre auf einem meiner Laubhaufen (statt davor oder dahinter) und ich entdeckte eine weitere Facette meiner Altersspießigkeit. Danach kochen LM und ich gemeinsam: Zwei kleine Hokkaidos entkernen und mit einer Eier-Sahne-Feta-Masse mit Rosmarin füllen, dazu Kuskus. LM hat Spaß und zumindest die Füllung mag sie. Ansonsten liest sie und räumt etwas auf und leiert mir ein neues lustiges Taschenbuch aus den Rippen.

Danach geht es weitestgehend bis abends am Rechner weiter, nur unterbrochen von einer kleinen Runde mit LM an der frischen Luft: Das Wetter ist so toll, da ist ein Gang bestimmt förderlich für die Gesundheit. Sie bezweifelt es sehr stark, freut sich dann aber doch, als wir an der frischen Luft sind und die Lieblingsnachbarin mit ihrem Labrador treffen. Dazu noch ein bisschen Herbstlaubgeraschel und eine nette Unterhaltung mit meiner Tochter, das gefällt mir gut.

Nachdem ich mit der Arbeit fertig bin, hole ich LF und ihre Freundin vom Stall ab und bringe alle Mädels dahin, wo sie hingehören. Aufräumen, Abendessen – das übliche halt. LF und ich schauen gemeinsam zwei Folgen Friends auf Englisch zum Austesten – ich glaube, dies könnte mir gefallen.

Todmüde falle ich kurz vor zehn ins Bett – die letzten zwei Wochen hatten es in sich, aber heute war ein ganz schöner Tag.

Was alle anderen heute eigentlich so gemacht haben, kann man bei Frau Brüllen nachlesen.

Regensonntag mit Turnier, lieben Freunden und #WMDEDGT

Hopp, mal wieder bei #WMDEGT mitmachen – hier ist es ja gerade sehr still! Was alle anderen heute so getan haben, kann man bei Frau Brüllen zusammengesammelt nachlesen. Der allgemeiner Tenor scheint „es regnete“ zu sein.

Früh ging der Wecker, aber nicht so früh, wie es hätte sein können. LF nahm an ihrem ersten Voltigierturnier teil (was vermutlich auch eine Leistung des Vereins ist, wenn bedacht wird, dass sie seit über acht Jahren voltigiert), und die Startzeit war um 9:22, da wollten wir natürlich passend da sein. Zum Glück aber hatte ich geistesgegenwärtig reagiert, als LF ankündigte, sie müsse an dem Tag schon um 6:30 am Vereinsstall sein, um eingeflochten zu werden und sich vorzubereiten.. Und so hatte sie sich brav bei ihrer Voltifreundin 10 Fußminuten vom Verein zum Übernachten eingeladen, wie später berichtet wurde, auch viel Spaß bei einem gemeinsamen Abendessen gehabt, noch eine Serie mit der Voltifreundin geguckt und so benötigte sie nicht zu nachtschlafener Zeit am Sonntag früh ein Taxi. Win-win, würde ich sagen (den Vater der Voltifreundin, der sie dann doch spontan morgens zum Stall gefahren hat, lasse ich mal außer Betracht – potentiell daraus erwachsenes schlechtes Gewissen ebenfalls). LM, U und ich waren also um neun Uhr beim Nachbarverein unseres Vereins. Lernen wir den also auch einmal kennen.

Es war … errr … interessant, und ich glaube, ich habe ein wenig verstanden, wie U sich fühlt, wenn er LM, LF oder mich zu pferdigen Aktivitäten begleitet: Überall rannten aufgebrezelte Mädels mit aufwendigen Flechtfrisuren in bunten, engen Kostümen („Spinal Tap“ ließ grüßen!) herum, und zu dieser früher Stunde gab es auch noch gar keine Pferde, nur ein „Movie“, der mir im Vorfeld als ein Pferdesimulator angekündigt worden war. Ich Narr hatte angenommen, er würde sich im Kreis drehen (immerhin wurde mir später bestätigt, dass es diese auch geben würde). Dort, wo normalerweise der Longenführer beim Voltigieren steht, stand nun aber etwas, was auch ein Bulle für elektrisches Bullenreiten hätte sein können (vielleicht gibt es ja auch verschiedene Aufsätze dafür? Das wäre ja was!) und hüppelte im Takt eines langsamen Galopps vor sich hin. Um diese Maschine herum liefen dann die Teams ein und turnten auf ihm vor. LF machte das mit ihrem Team natürlich ganz wunderbar, und bis auf die mitstreitende Traineirin, die beim Abgang mit dem Popo aufsetzte, waren alle recht zufrieden, aber alles in allem blieb so ein Fremdkörpergefühl zurück: Was tue ich hier eigentlich? Warum finden das alle so toll? (Aber: Immer noch dankbar, dass es kein Fußball o.ä. ist.)

Nach anderthalb Stunden Frieren fuhren wir auf LMs Wunsch zurück (danke, LM!). Vorher mussten wir aber natürlich auch noch den Kuchenstand testen. LM bekam eine der ersten Waffeln, und hier setzte sich dann die Erkenntnis durch, dass Kuchentheken auf Turnieren wohl aus Tradition so unprofessionell aufgezogen werden müssen (Tassenrückgabe und Waffelbestellung dauerte auch komplett ohne Andrang 5 Minuten). Es blieb die Frage, wie die Waffeln wohl nachmittags schmecken, wenn die 50 cm neben den Waffelgeräten befindlichen Friteusen für die Pommes auch aufgebaut werden…. aber das müssen wir ja nicht herausfinden.

Um elf Uhr wieder zu Hause war ich überraschend durchgefroren und traf eine gute Entscheidung: Badewanne. Vielleicht kann ich ja so den Infekt, den ich gefühlt seit zwei Wochen in den Knochen habe, zum Herauskommen überreden. Zuerst rollte ich aber aus übriggebliebenem Filoteig Börek mit Feta als Mitbringsel für den Nachmittag zusammen. Das Aalen in der Wanne genoss ich dann sehr: auch wenn sich bislang der Infekt nicht in irgendeiner Art und Weise manifestiert, war mir nachher sehr schön warm. Der Kreislauf war auch gründlich im Keller, aber irgendwas ist ja immer.

U holte zwischendurch LF vom Turnier ab, sie reinigte sich auch gründlichst (es waren wohl mehrere Haarwaschanläufe nötig, um alle Haarprodukte wieder zu entfernen), und dann fuhren wir nachmittags zu LMs Patentante und ihrer Familie: Kuchenessen, quatschen und spielen war angesagt. Es gab einen sehr leckeren Apfelkuchen und einen von LM am Vortag selbst gebackenen Mohnkuchen (unglaublich, wie selbständig diese Zehnjährige ist!), wir quatschten, spielten eine Runde Cabo und aßen später die Börek mit Honig und Sesam (wiederholenswert!). Wegen verschiedener für Montag anstehender Arbeiten bei den anwesenden Teenagern brachen wir um kurz vor sieben wieder auf.

Dafür, dass es den ganzen Tag immer wieder goss, war es ein sehr schöner Tag!

10 cm gewachsen

Heute ist LM in sich drin wieder mal ein ganzes Stück gewachsen. Seit anderthalb Jahren besuchen wir ihr Pflegepferd. Anfang, als ich die Besitzerin über den Zaun anquatschte, da sich an unserem alten Stall so gar keine Möglichkeit zu eröffnen schien, dass sie auch einmal Reitstunden bekäme, ging es ja wirklich nur darum, einmal die Woche ein Pferd versorgen, besuchen, streicheln zu dürfen. Und es hätte auch gern dabei bleiben dürfen – gefragt, was ihr am wichtigsten ist, ist die Antwort immer noch: das Schmusen. Dennoch folgten zu meiner Verwunderung zügig zunächst Waldspaziergänge, dann die Empfehlung, am dortigen Stall Unterricht zu nehmen, und dann Schritt-Ausritte und später Schritt-Trab-Ausritte. LMs Gyllir passt dabei wunderbarst auf sie auf und nimmt jedes Mal stolz Haltung an, wenn wir ausreiten, entweder zu zweit (nur mit mir und meiner jetzigen Reitbeteiligung dort), oder mit der Eigentümerin und ihrem anderen Pferd zusammen.

Heute war dann ein großer Tag. Nachdem LM nun seit einiger Zeit auch schon frei von der Longe im Unterricht galoppiert, hatte sie mit der Eigentümerin abgeklärt, auch einmal im Gelände galoppieren zu dürfen. Abgemacht war: wenn es klappt, klappt es – und wenn nicht, dann nicht. Schließlich bin ich kein Reitlehrer, mit der Mutter gemeinsam ist es zumindest aus meiner Sicht immer eine sehr hakelige Kiste, und wenn die Mutter dann auch noch nicht sehr lange eine Reitbeteiligung hat und es mit dieser auch noch Baustellen gibt, geht Sicherheit einfach immer vor.

Aber: alle Sorge war unbegründet. Das Wetter war toll, auf dem Weg vom Stall fort, kamen wir in Schritt und Trab flott voran, und auf dem Rückweg hatten wir uns eine schöne Strecke für den ersten Galopp im Gelände ausgesucht. LM war vor mir, trieb Gyllir an, ich mogelte ein bisschen, dadurch, dass ich ihm von hinten näher kam – und dann galoppierten wir beide auf der ausgesuchten Stelle. Mit sauberem Durchparieren danach, und, weil es so schön war, noch einem Galopp an anderer Stelle.

LM grinste bis über beide Ohren, die Pferde (die sich übrigens wunderbar ergänzen – sie ziehen sich gegenseitig, ohne dabei unkontrollierbar oder giftig zu werden) hatten auch Spaß – es war ein perfekter Start ins Wochenende.

Das hätte ich vor anderthalb Jahren nicht im Traum erwartet, dass wir bis dorthin kommen. Und LM? Ist mindestens 10 cm innerlich gewachsen.

Momentaufnahme

Größer werdende Kinder sind toll – seit diesem Schuljahr haben wir beide Mädels an der weiterführenden Schule. Vor vier Jahren war der Start dort mit LF noch etwas trubelig, neu und ungewohnt, dazu kam, dass der Neubeginn in die Endphase der Pandemie fiel. LMs Start an derselben Schule ist nun viel leichter.

Abgesehen davon habe ich aber auch das Gefühl, dass wir mit beiden Klassenlehrern von LM großes Glück gehabt haben. Der Mathelehrer ist nett, zuverlässig und hat einen nerdigen Humor (und, dies sagt LM, einen Becher, auf dem steht „einen Sch… muss ich!“). Die Klassenlehrerin, mit der LM Deutsch und Latein hat, macht einen sehr organisierten und dennoch freundlichen Eindruck. LM hat sie auf jeden Fall schon um den Finger gewickelt: Vor kurzem teilte sie ihrer Klasse mit, dass sie sie voraussichtlich sogar für die nächsten vier Jahre in Latein haben werden.

Ich finde es immer noch entsetzlich niedlich, dass unsere sonst oft so verkopfte LM sich daraufhin wohl vor der ganzen Klasse gemeldet hat, um kundzutun, dass dies ja sehr schön sei, schließlich würde die ganze Klasse die Lehrerin so sehr mögen. DAS kann sie ja eigentlich in Woche zwei nach Schulanfang noch gar wissen, schließlich ist sie ja erst noch dabei, ihre Mitschüler kennenzulernen (was ihr, natürlich ganz LM, derzeit noch ein wenig schwer fällt). Aber: es freut mich sehr, dass LM sich zumindest bei ihrer Lehrerin so wohlfühlt, dass sie sich sogar traut, ihr dies zu sagen!