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Mittwoch, 26. September 2018

Teeschalen in cyanotypie-blau

Dieser Monat mit dem Thema Tee im Muster-Mittwoch war wieder viel zu kurz!
Noch nicht einmal zum Teekannen-Schnitzen bin ich gekommen,
weil ich meine Restpapier-Verwertung unbedingt noch umsetzen wollte.


Inspiriert hat mich diese kürzlich besuchte Blaudruck-Ausstellung  
Cyanotypien, hier, in meiner Stadt! Das durfte ich mir nicht entgehen lassen und habe mich sehr gefreut, die Künstlerin persönlich sprechen zu können. 



Diese spannende Technik hatte ich im Rahmen der Sommerpostkunst-Aktion im letzten Jahr erstmalig ausprobiert und war begeistert von den Möglichkeiten und vom Blau!


Jedes Fitzelchen der Versuchs- und Unterlagepapiere habe ich aufgehoben...


... und jetzt, mit Hilfe meiner Schablonen der letzten Woche, in Porzellan-Teeschalen verwandelt.





Noch ist mein Teeschalen-Muster nur gelegt, doch es werden ganz klar noch Postkarten daraus, nach meiner Holland-Stempelreise, die gerade in vollem Gang ist.
Deswegen kann ich mich auch erst in ein paar Tagen mit Michaelas letzter Tee-Sammlung verlinken.


Die unterste Schale mit dem Katzenohr ist mir die liebste!


Mittwoch, 29. November 2017

Mark Making im Matsch, auf Papier und Stoff - Mandala

Nein, meine Winterreifen sind dies nicht, die sind schon längst aufgezogen.
Es sind Spielzeugauto-Gummireifen vom Flohmarkt, die beim Mark Making in Grau für den Muster-Mittwoch zum Einsatz kamen. Zum letzten Mal heute also November-Farben, und ich packe jetzt alles hier rein, was in den vergangenen 3 Wochen entstanden ist.


 KLICK








Damit  sich die Reifen leichter durch die Acrylfarbe und auf dem Papier rollen ließen, habe ich Radaufhängungen erfunden.


     















Reifenspuren
 auf schwarzem und weißem Papier



































Bevor meine Strukturpaste völlig eintrocknet, noch schnell ein paar 3D-Spuren damit!

Die Paste habe ich mit Acrylfarbe grau gefärbt, auf Karton gespachtelt und hier Wellenlinien mit dem Teig-Radel erzeugt.















Die Gummireifen durften auch noch mal ran und kamen hier im 'Matsch' natürlich viel plastischer heraus.

Auf dem Bild rechts war alles völlig getrocknet - neue Strukturen haben sich gebildet!

















Für die Punkte-Spur ist übrigens mein Schneider-Radel verantwortlich!


... und noch etwas wollte ich probieren...
Nach den ersten Cyanotypie-Erfahrungen war mir schon klar, damit bin ich noch lang nicht durch. 
Fotodruck hatte ich ja bereits eingesetzt, doch noch nicht auf Folie gemalt - aber jetzt!
Grobe, lässig gezogene Pinselstriche auf Folie, dann mit diesem Alu-Werkzeug (...in der Küche gefunden, ohne dass mir der eigentliche Zweck dieses Dings klar wäre..) Farbe wieder herausgekratzt.




Ärgerlich -  immer wieder waren Wolken vor der Sonne - Belichtungszeit 45 Minuten!
An dem Tag habe ich abgebrochen - es fing dann auch noch zu regnen an!





Als großer Fan von Manos Kritzel-Schrift, wollte ich dies auch schon lang mal versuchen..



















Asemic-Writing- Versuche
Links oben ist mein Anfang zu sehen - unten am Blatt angekommen, wurde es schon gleichmäßiger. Rechts, eine bekritzelte Folie, wo alle meine momentanen Gedanken in Worten aneinander gereiht sind.
Schon mal gut: Nicht lesbar!  - Aber ich sag euch, es ist längst nicht so einfach, wie es aussieht!







Endlich mal wieder ein bisschen Licht, also raus mit dem vorbereiteten Stöffchen, im richtigen Winkel zur Wintersonne.
Mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden, auch wenn ich meine Schrift als zu dicht empfinde, aber ich habe neues Blau für die Decke!


Zum Abschluss im Mark Making-Monat aber nochmal GRAU - im PC entstanden auf eingescanntem Bister-Hintergrund. Michaelas Sammlung ist gut gefüllt im November,
kein Wunder, bei diesem faszinierenden Thema, aber nun wird's bunter demnächst!


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Letzte Woche: Laub sammeln für's baldige Winterquartier meiner Schlange,
oben, im Bergpark, ohne Abgase und Gifte - und Gingko sollte unbedingt auch wieder dabei sein!
Wenn die Blätter an der Luft trocknen, verändert sich die goldene Farbe,
aber beim Pressen lässt sie sich konservieren.


Gingko-Mandala Nr. 46

Mittwoch, 6. September 2017

Insekten - Cyanotypie - Fliegen-Mandala

Das neue Thema im September-Muster-Mittwoch hatte ich ja bereits verraten:
INSEKTEN
Jeder von uns hat es inzwischen schon bemerkt, es gibt immer weniger davon, in manchen Gebieten Deutschlands hat die Zahl der Insekten um 80% abgenommen! Über das große Sterben kann man sich hier und hier informieren. Wann habt ihr den letzten Käfer gesehen?
Diesen schönen Mistkäfer habe ich mal vor ein paar Jahren aufgenommen, mit Laus am Flügel.


Diese Cyanotypie-Karten (Papier-Tests) hatte ich gemacht, bevor ich das neue MM-Thema kannte...
Käfer auf Folie gezeichnet, mit Reiskörnern auf Aquarellpapier belichtet


KLICK



Hier kann man den Unterschied des Blaudrucks auf unterschiedlichem Papier gut erkennen.
Zwei Käferhälften sind hier digital gegenüber gestellt.
Für Karten werde ich in Zukunft nur das untere Aquarellpapier verwenden.


Meine Vermusterung: 
Ein schöner blauer Käferstoff für Michaelas Muster-Sammlung >>>


Das neue Sketchbook ist zwar schon gebunden, aber ein paar Seiten im 2016-Buch sollten nicht leer bleiben. Und natürlich besitze ich als Insekten-Fan jede Menge an Gummi-Stempeln dieser faszinierenden Lebewesen, ein paar davon hab ich mal abgestempelt...
aber selbst welche zu schnitzen, steht schon auf meiner Liste.



Schon im Frühjahr hatte ich begonnen, meine über viele Jahre entstandenen Stammtisch-Karten zu Büchern zu binden ... Jetzt, beim Medina, dem Kreativ-Wochenende in Bielefeld habe ich das letzte Buch fertig gestellt, in Waisenbindung... aber das wird noch ein Extra-Post.
Doch den Käfer auf einem Buch-Cover (Gelli-Print) zeige ich heute schon.



Über die Medina-Aktivitäten werde ich auch noch gesondert berichten... 
Dies ist erstmal nur mein Montags-Mandala, welches ich ausschließlich mit neu Erworbenem zusammen gestellt habe. Stern, Dada- Fliegen-und Regenwurm-Stempel (!!! ist doch der Hit, oder!?) günstig aus Gebraucht-Kisten, Fisch, ein Geschenk, neue Schablonen...
Tja, an den neuen Oxide-Kissen bin ich nun doch nicht vorbei gekommen - diese kreidigen Farben sind einfach genial, auch auf dunklem Karton!
Meine Vier bleiben nicht allein, denn am Samstag geht's zum Mekka, der Stempel-Messe in Hagen!




Medina-Mandala Nr. 34



Samstag, 5. August 2017

Cyanotypie-Sonnen für die Sommerpost

Dem Aufruf zur Sommerpost 2017 bin ich nur zu gerne gefolgt, 
haben sich doch Tabea und Michaela in ihrem gemeinsamen Blog Post-Kunstwerk ein so aufregendes Thema einfallen lassen, den SONNENDRUCK.
Über 60 kreative Frauen sind dabei; eingeteilt in Gruppen, sollen im Blaudruck 25x25 cm Baumwollstoffe individuell gestalten und zu einem festgelegten Termin versenden. 

Beim Klick ins Bild, geht's zur vergrößerten Ansicht

Den Blaudruck mit Seidenfarben hatte ich hier ja schon probiert...

Doch das alte, 1842 entwickelte Verfahren des fotografischen Edeldrucks, die Cyanotypie, reizte mich ungemein, bietet sie doch so viel mehr an gestalterischen Möglichkeiten! Aufgelegte Gegenstände oder Foliendrucke   werden filigran und fotografisch genau abgebildet, in einem wunderbaren Cyan-Blau! 
Meine ersten Tests mit Pflanzen funktionierten auf Anhieb schon so vielversprechend, dass ich es kaum abwarten konnte, mit meinem Sommerpost-Motiv loszulegen.

In meinem  Beutel mit alten Stoffen fand sich dieser feine, dicht gewebte Baumwollstoff, sogar mit Monogramm, hatte wohl einmal als Laken in einem Kinderbett gedient. Noch einmal gewaschen, gebügelt, in Quadrate gerissen - fertig zum Beschichten.

Die beiden Cyanotypie-Salze, hier gekauft, habe ich dann nach Vorgabe gemischt, die Lösung in verdunkelter Küche mit dem Pinsel aufgetragen und zum Trocknen auf Zeitungspapier in den Keller gebracht.

Mein Motiv sollte diese schöne Sonne sein, aus einer alten Weltkarte von 1794,
habe den Sonnendruck also wörtlich genommen, aber auch, weil ich ein Faible für diese antiken Sonnen habe, sie strahlen für mich etwas Mütterliches, Beruhigendes aus.
Zudem verdichten sich die feinen Linien dieser Zeichnung zu verschiedenen Grauwerten.


Original - Schwarz-Weiß-Positiv - Negativ
Ein bisschen tricky Bearbeitung war allerdings nötig, bis das Motiv druckfertig war...


Sonnen-Collage
...auf Overheadfolie gedruckt mit meinem guten, alten Canon Tintenstrahldrucker.
Der Hintergrund ist gestaltet mit zu 'Brushes' umgewandelten Stempelabdrücken und der Füllfeder-Schrift meines Vaters, ein Auszug seines einzigen Briefes an mich.


Dann jeden Morgen der sehnsüchtige Blick in den Himmel - doch ich musste noch 10 Tage! nach der Stoffbeschichtung auf den großen Tag warten - endlich Sonne satt!
Dieser große Glas-Bilderrahmen mit Zug-Klemmen erwies sich als ideale Halterung.
Stoffstreifen mit Lösungs-Punkten dienten dem Ermitteln der richtigen Belichtungszeit, und auch der alte Secondhand-Zeitmesser aus Dänemark war im Einsatz.
An diesem Tag reichten 7-8 Minuten völlig aus!



Stoff vor und nach dem Auswaschen
... und hier seht ihr gleich auch einen Fehler! Dass ein Faden beim Belichten drauf lag, ist mir im hellen Sonnenlicht gar nicht aufgefallen...ich find' es auch nicht so schlimm. 
Hier wird aber deutlich, welch feine Linien die Cyanotypie doch abbilden kann.


So, und jetzt kommt meine erste bittere Erfahrung:
Es dauerte ewig lang, bis sich im Wasserbad das Bild abzeichnete - bei den ersten Versuchen hat es nur Sekunden gedauert - auch wurde das Weiß nicht richtig hell und das Blau war auch anders, als bei dem Probedruck der Sonne unten!
Meine einzig logische Erklärung: Die beschichteten Stoffe sollten nicht so lang gelagert werden!



Nach 2 weiteren frustrierenden Versuchen habe ich dann alle vorbereiteten Stoffe in normalem Vollwaschmittel wieder ausgewaschen!
Wie gut, dass ich mir bereits neue Chemie besorgt hatte, dieses Mal nicht im Set, sondern in größerer Menge, weil mich diese Technik so begeistert.

Jetzt lacht bitte nicht - ich habe keine Briefwaage - diese kleine Kaufmanns-Laden-Waage ist sehr genau!


Also alles nochmal auf Anfang!


Am nächsten Tag lief alles prima!
Noch ein Tipp, den ich irgendwo gelesen habe: Gibt man den Stoff nach dem Ausspülen in Wasser mit ein paar Spritzern Wasserstoffperoxid 3%, intensiviert sich das Blau!


Nach der Wäsche in PH-neutralem Waschmittel
Aber auch hier habe ich noch eine Erfahrung gemacht: Unter manchen Holzklammern wurde der Rand grünlich!!! Wahrscheinlich enthielt das Holz noch Vollwaschmittel-Spuren!
Nach sofortigem Auswaschen war das Grün wieder Blau.



Kein Stöffchen ist wie das andere!


Natürlich gehören auch Grußkarten zur Sommerpost
... dieses Papier ergab aber nur ein helles Himmelblau, zu weiteren Papiertests fehlte leider die Zeit.
Die Sonnen sind Stempelabdrücke, eingescannt und mit Schrift auf Folie gedruckt... 


Die Rahmen sind selbstgemacht, der eine mit dem Pinsel, der andere mit einem Marker, mit Absicht nicht ganz deckend aufgetragen - dann wieder gescannt und auf Folie gedruckt.
So lassen sie sich immer wieder verwenden.




Keine Post ohne Briefmarke!



Der für mich größte Reiz an der Cyanotypie ist, dass auch eigene Fotos blaugedruckt werden können! 

Erinnerungen an mein Fotolabor im Keller früher....


Aus den Balkonblumen habe ich diesen Petunien-Ausschnitt gewählt 
> b&w Positiv 
> Negativ

Mit eingefügter 2017 und 2 Post-Stempel (ich war ja als 2. meiner Gruppe dran) vervielfältigt und auf Overheadfolie gedruckt.
Wie ihr seht, hat es auf einigen Papieren gar nicht geklappt - erst mit dem Dunkelblau war ich zufrieden.


Fertig - und ab ging die Post!
Hoffentlich ist nichts verloren gegangen, denn 2 Rückmeldungen fehlen noch... aber es ist ja Urlaubszeit.


Klar, war alles viel Arbeit, doch hab ich es überhaupt nicht so empfunden.
Dieses Verfahren ist so spannend, macht Riesenspaß, damit bin ich noch längst nicht am Ende!
Jetzt bin ich schon so neugierig auf die Stoffe meiner Gruppe
und die Blau-Erfahrungen der anderen Teilnehmer - anzuschauen in der Postkunst-Sammlung