Heute nun wieder einmal eine kleine Geschichte, sie soll euch die graue Jahreszeit etwas verschönern.
Die Kur hast du nötig und ich gönne sie dir von Herzen. Du bist dort sicher sehr beschäftigt, denn dein Brief an mich war recht kurz.
Doch um deine Frage zu beantworten, mir geht es gut und ich schaffe den Haushalt ganz prima alleine. Nur einiges hättest du mir vor deiner Abreise schon erläutern können…
Hier einige Beispiele:
Wie lange muss ich die Eier kochen, sie sind nach 1 Stunde immer noch nicht weich?
Warum sind meine Socken jetzt plötzlich zu klein und die restliche Wäsche so bunt? Die Hemden sehen richtig lustig aus, sie werden dir auch gefallen.
Warum springt die Bratpfanne vom Herd, ich habe sie doch nur heiß gemacht, weil ich mir ein paar Bratkartoffeln machen wollte? Unsere Mieze war so erschrocken, dass sie gleich an der Küchengardine hoch ist – na war nicht so schlimm, sie sind beide unverletzt runter gekommen. Die Gardine werde ich bei der Gelegenheit gleich mit meinen nächsten Socken waschen.
Ja und die Kaffeemaschine wollte mir einfach keinen Kaffee machen. Dabei hatte ich sie doch extra an die Wasserleitung angeschlossen, aber das hat ihr scheinbar nicht gefallen. Sie hat nur „puff“ gemacht und dann war der Strom in der ganzen Wohnung weg. Leider hat die Stichflamme unseren Pitti erwischt, nun hat er keine Federn mehr.
Der Toaster hat seinen Geist auch aufgegeben, dabei wollte ich doch nur ein kleines Tiefkühlgericht aufwärmen.
Ich glaube die Küchengeräte sind nur an dich gewöhnt, sie mögen mich einfach nicht!
Vorhin war ich kurz in der Bäckerei, irgendetwas muss ich ja essen, ich falle sonst vom Knochen und du erkennst mich bei deiner Rückkehr nicht wieder. Als ich vom Bäcker zurück kam stand die Wohnung unter Wasser. Dabei wollte ich doch nur die Blumen in der Badewanne wässern. Das tust du doch auch ab und zu. Auf dem Rückweg habe ich mich allerdings ein wenig mit Paul verplaudert, zugegeben so ein kleines Bierchen in Gesellschaft tat richtig gut. Nur Pech für die Krauses unter uns, das Wasser lief zu ihnen durch. Aber die sollen sich mal nicht so haben, die Wohnung hatte mal eine Grundreinigung nötig. Na und dann habe ich mir dein Grinsen vorgestellt, denn du kannst die Alte sowieso nicht leiden. Nur schlecht für uns, den Schaden müssen wir selber begleichen. Ich hatte die Haftpflichtversicherung gekündigt damit ich dir für deine Kur ein angemessenes Taschengeld mitgeben konnte.
Ach, noch eine kleine Information für dich: Stell dir vor, mein Chef hat mich gestern gekündigt, nur weil ich jeden Morgen ein paar Minuten zu spät zur Arbeit gekommen bin. Du konntest mich ja nicht wecken, weil du nicht da bist.
Aber mach dir keine Sorgen, wir werden nicht verhungern, bis ich eine neue Arbeit gefunden habe kannst du erst einmal arbeiten gehen. Diverse Putzstellen habe ich schon für dich gefunden.
Meine Liebe, ich hoffe du freust dich wenn du endlich wieder nach Hause kommen darfst?
In Liebe dein Männchen.
Copyright – L. Wilde 10/2013
Viele Grüße von eurer Lilo