ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Humor

das alte jahr verschwindet

© mp

Acrylfarbe, Sketchbook, DIN A4.

Im vergangenen Jahr habe ich mehr gemalt und gezeichnet, als geschrieben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass ich auch heute mich mit den Worten kurz fasse: Kommt gut rüber und rein ins nächste Jahr! ❤ Und danke für Eure Treue, Eure Kommentare, Eure Besuche. Schön, dass wir uns begegnet sind und immer wieder neu begegnen. Danke, dass Ihr hier wart und seid.

Parodie Tagesschau

viel spaß beim gucken bzw. hören. 🙂

 

der blaue vogel

© mp
Zeichenblock DIN A2, Acryl, ca 250 g/m2

Diesen Vogel habe ich, durch ein Foto von docugraphy inspiriert, gemalt. Acrylfarbe. Diese „graue Stelle“ im unteren Bereich des Vogels / des Bildes ist nicht im Original da, es ist von der / durch die Fotokamera produziert. Der Vogel nennt sich Schuhschnabel. Hier der Link zum Originalphoto und zum Blog von docugraphy und noch mal ein großes Danke, dass ich mich durch Deine Fotos vom Vogel inspirieren lassen durfte.

https://docugraphy.wordpress.com/2024/10/07/shoebill-schuhschnabel/

 

musik!

heute: letzter arbeitstag für dieses jahr für mich. vorher noch ein arzttermin im angrenzenden stadtteil, da fahre ich gleich mit dem rad hin, denn auch heute scheint die sonne hoffnungsfroh durchs fenster. ich freue mich schon auf ein paar freie tage, auf meine rückschau aufs jahr, es war ein bewegendes jahr, in dem viel passiert ist, auch bei und in mir. ich habe so viel gelernt und geschafft, ich habe genauso viel getragen und erlitten auch, so wie sich das leben kontinuierlich bewegt, so bewege ich mich mit. alles entwickelt sich. jetzt trinke ich meinen frisch gekochten kaffee, eine miezekatz liegt gleich rechts neben meiner hand am laptop, die andere klettert gerade die pflanze hoch, aus der ich sie gestern abend schon 15 mal herausgepickt habe. (ooooh, da muss ich schnell hin), und die dritte liegt entspannt vor dem fenster und ruht sich aus. habt einen schönen tag!
liebe grüße aus berlin.

p.s.: jetzt hab ich sie schon wieder drei mal da herausgepflückt aus dem gummibaum, den sie so gerne hochklettern und von dem sie alle blätter ablösen möchte. eins liegt auf dem boden. gerade springt die kleine miez auf den schrank. es bleibt alles in bewegung, spannend und schön. 🙂

musik!

dit is berlin

streetart der anderen art. lol.

© mp

unterbrechung

herbstlich dröhnt
der laubbläser
am frühen morgen
sämtliche nachbarn wach
ich schließe die fenster
doch durch die ritzen
stiebt das riesengeräusch
in alle räume
setzt es sich
bis ich ansetze
zu einem:
kannst du nicht einfach
einen besen nehmen?
es wird still und es bleibt still
– es bleibt still!

© mp

an_gekündigt

gestern war ich
nicht zum gießen im garten
das gemüse musste
ohne mich auskommen
der himmel kündigte
wolkenverhangen
regen an
dieser erreichte berlin
am abend sogar
die ganze nacht hindurch
regen und auch jetzt
regnet es noch
die angekündigte
gluthitze
wasserknappheit
das rekordhoch an temperaturen
bleiben aus im heißesten
juli seit der wetteraufzeichnungen
ja seit jahrtausenden

die welt geht doch noch nicht unter
apokalypsen sind auch nicht mehr
was sie mal waren

© mp

don’t you like good music?

moment

ein gedicht ist arbeit

ein gedicht ist arbeit. mehr oder weniger. arbeit ist es immer, ist die frage, was es kostet. also außer zeit. herzblut vielleicht. sich in etwas vertiefen, das innerlich oder äußerlich ist. es ist immer etwas, das etwas erfordert. dazu gehört nicht nur das sich-hinsetzen, es gehört dazu auch das aufstehen, innen. dies zu beschließen reicht aber noch nicht, man muss noch etwas mehr aufwand betreiben. so wie der sportler sich vorher dehnt und streckt, verhält es sich auch beim dichten. manchmal muss man erst mal die worte locker machen, oder ein thema. weil es vielleicht noch keines gibt. oder eines, das noch nicht greifbar ist. oder gerade nicht sein soll und stattdessen sucht man ein anderes. oder, indem man einfach festhält, was die gegenwart bereithält, was gegenwart ist.
hier jedenfalls ein paar „dehn-und streckübungen auf dem papier“ von einer dichterin, die ich bin. haha. normalerweise bleibt das nur bei mir, für mich behalte ich das, heute mache ich das mal anders. ihr dürft mitlesen, teilhaben, ein kleines bisschen habe ich es bearbeitet, so dass es für mich gut klingt. ich hoffe, es gefällt euch. ich hatte jedenfalls spaß dabei und daran.

I

die vögel singen
was sollten sie sonst auch tun
außer auf dem ast zu sitzen
und dort auszuruhn

© mp

II

die vögel singen
vor allen dingen
früh im chor
uns allen etwas vor
schöne frühlingslieder
es fährt uns in die glieder
jedenfalls den wachen
die schon spaziergang machen
die vögel singen weiter
ohje das wird noch heiter
wenn das den tag so weiter geht
zeigt es dass es auch heiter geht

(dazu ein südwind nordwind weht)

© mp

III

verzeihung dass ich petze
sie schreiben halbe sätze

© mp

IV

was macht ein dichter ohne worte?
er isst ein stückchen apfeltorte.

© mp

V

und vor dem fenster: dauerregen
der bringt ja bekanntlich segen
doch angesichts der wetterlage
bleibt präsent doch eine frage:
gut ein segen doch für wen
das muss man freilich erst verstehn
meint es den landwirt oder bauer
den dichter oder regenschauer

© mp

IX

die menschen hab ich irgendwann verstanden
das kam mir unterwegs jedoch abhanden
nun ist mir diese spezies häufig
mit ihrer art sehr ungeläufig

© mp

X

das glück ist eine große nummer
das gegenteil: der große kummer
da gibt’s noch irgendwas dazwischen.
wenn die vom schicksal beides mischen.

© mp

morgengedicht

morgen ruft er
morgen morgen
morgen sag ich
ach und oh

morgen lacht er
morgen morgen
bin noch schläfrig
sowieso

hüh und hott
mit wilder mähne
zeigt der morgen
mir die zähne

morgen sag ich
morgen morgen
sag oh ach
so früh wie froh

morgen sagt er
nicht nur morgen
fühl dich froh
und früh geborgen

© mp

staubblüten

der stüten blaut
ein blütenkraut
darüber taub
aus blüten staub
staubt wie taub
ein raub aus kraut
wie taub beraubt
oh klüten schraut
es schießt ins kraut
der blütenstaub
von stüten klaut
in blüten staut
wie stüten blaub
im blütenstaub

© mp


Im Rahmen der Juniverse, einer 1 Monat dauernden Lyrik-„Challenge“, bei dem an jedem Tag ein Gedicht zu schreiben ist, habe ich mich am heutigen Begriff versucht, der da lautet: Blütenstaub. Die Liste mit den Begriffen hier: https://www.silbenton.de/juniverse/

 

eule, ohne socken

© mp

gedicht über arme socken

ich trage socken
an meinen füßen
ich trage die socken
bis in die schuhe
ich trage die socken
in den schuhen
bis auf die straße
ich trage die socken
in den schuhen
auf der straße
den ganzen tag
bis zum abend
trage ich die socken
in den schuhen
auf der straße
bis zum abend
bis nach hause
die socken tragen
den ganzen tag

© mp

prüfen

der liebe gott
sieht alles
sagte meine mutter
als sie uns zu bett brachte.
sie schloss die tür.
ich bohrte in der nase.
ich sprang vom schrank.
ich aß schokolade
nach dem zähneputzen.
nichts passierte.
dieser gott
sieht entweder schlecht
oder er ist sehr tolerant
mit kindern.

© mp

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