Dieser Beitrag entstand durch den Austausch mit anderen Schutzgärtnern und vielen Gesprächen (mit Klienten, Freunden und Nachbarn) über Probleme im Jobleben. Grundsätzlich berichte ich hier kaum neue Wahrheiten. In Amerika ist die fehlende Wertschätzung am Arbeitsplatz mit 63 % einer der häufigsten Kündigungsgründe. In Deutschland ging man 2019 nach Umfrageergebnissen davon aus, dass ein Drittel aller Arbeitnehmer, die da ihre Arbeit geben, darüber nachdenken. Das dürfte mit der Pandemie noch einmal gestiegen sein.
Ich möchte beleuchten, was Wertschätzung bedeutet und warum es ohne sie kaum geht – und laut infrage stellen: Warum wir nach wie vor mehrheitlich so gehorsam gegenüber schlechten Anführern sind. Ob angestellt oder selbst in Leader-Position: Ich lade Euch ein, die Wertschätzung auf den Prüfstand zu stellen.
Wer hier mit verstaubten Glaubenssätzen wie „Dein Lohn ist Deine Wertschätzung!“ oder „Sei doch froh, dass Du einen Job hast!“ daherwandelt, der lebt noch im alten Jahrtausend.
Die Auseinandersetzung mit dem Begriff Narzissmus brachte nicht nur Wissen, sondern auch eine Vielzahl an Irrtümern ans Licht. Was viele nicht erkennen: Wenn von „dem Narzissten“ oder „den Narzissten“ die Rede ist, werden schätzungsweise 90 % der Informationen verzerrt oder falsch dargestellt – ein Umstand, der zunehmend auch Fachkreise wie Therapeutenverbände beunruhigt.
Interpretationen. Selbsternannte Experten scheuen sich nicht, eigene Konzepte zu entwickeln – und Studien wie jene von Dr. Lammers sowie Vorträge wie der von Stephan Doering zeigen, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, was pathologischen Narzissmus ausmacht und wie man ihn erkennt.
Der Mythos selbst kommt in zahlreichen Varianten daher und lässt viel Raum für Interpretation. Es entsteht ein komplexes Bild, das von Psycholog:innen, Psychiater:innen, Psychoanalytiker:innen, Betroffenen mit narzisstischen Störungen sowie Menschen, die glauben, mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung konfrontiert gewesen zu sein, unterschiedlich ausgefüllt wird – oft mit dem Wunsch, andere aufzuklären.
In den letzten zehn Jahren habe ich die häufigsten Fehlannahmen gesammelt: Mythen über notorisches Fremdgehen, fehlende Empathie, falsche Erziehung, Trauma und grenzenlosen Erfolg. Mein Anliegen ist es, einfühlsam und sachlich auf Gefahren und Missverständnisse hinzuweisen und verschiedene Sichtweisen sowie deren Hintergründe zu beleuchten.
Dieses Buch ist ein Nachschlagewerk zu den gängigsten Annahmen und ein Wegweiser zu weiterführenden Quellen. Bewusst habe ich populäre Namen wie Hagemeyer, Wadetzki, Bonelli und andere außen vor gelassen – warum, erkläre ich im Buch.
Es richtet sich nicht an Menschen, die aktuell unter narzisstischem Missbrauch leiden oder sich in einer akuten Trennungs- und Überlebensphase befinden.
Vielmehr soll dieses Buch zum Nachdenken und Forschen anregen: Ist der Begriff Narzissmus überhaupt das, was wir meinen? Ist er noch zeitgemäß? Wie wollen wir mit psychopathologisch riskantem Verhalten und den damit verbundenen Gefahren umgehen? Wie wollen wir verstehen? Welche Annahmen sind unhinterfragt übernommen und wo kommen sie her?
Es ist eine stille Revolution – unbequem für viele, denn sie fordert neue Wege und mehr Differenzierung. Ich lade Dich herzlich ein, meine Arbeit zu unterstützen, dieses Buch weiterzuempfehlen und die darin enthaltene Wissenssammlung aktiv zu nutzen.
Mein Buch „Mythen über Narzissmus – Annahmen, Irrungen und Konzepte“ ist seit 01.06.2025 als Kindle-Ausgabe auf Amazonerhältlich und als Taschenbuch.
Nein, das ist kein versauter Beitrag. Ja, das ist mein Ernst und eine Herzensangelegenheit an alle Menschen da draußen, die gerade nach einem Projekt suchen oder – genau wie ich – gerne von einer „idealeren Welt“ träumen.
Einsamkeit und fehlende Bewegung sind zwei Grundthemen, die uns als Gesellschaft zukünftig stark beschäftigen werden – gerade bei der sichtbar schnellen Evolution von KI-Systemen und Robotern. Während manche Jobs noch lange unersetzbar bleiben, wird es andere wegschwemmen wie loses Gesteinsgeröll am Sandstrand. VR-Brillen und eben jene virtuelle Realität bringen körperliche, seelische und geistige Herausforderungen mit sich. Ein Embodiment-Problem, sozusagen. Zeit zu träumen wird man ja sich noch geben dürfen.
Spät, dafür wohlüberlegt ausgewählt, habe ich Euch zwei Bücher aus meinen literarischen Erkundungen der letzten Monate herausgesucht. Migräne ist eines der möglichen Themen – nach narzisstischem Missbrauch – und das Land der Achtsamkeit bietet eine aufregende Reise.