Meine Reise und damit auch die ganze Katzencafé-Schmach nähert sich dem Ende. Ich sitze in einem Zug nach Dresden. Gerade ein erstmaliges Erlebnis: Alle steigen gerade ein, ein Dude steht im Gang und spielt sehr laut auf seinem Handy eine Telefonkonferenz ab. Den Leuten kann auch einfach keiner mehr helfen.
Jetzt aber zum Katzencafé Prag, genauer gesagt, eins von den Katzencafés in Prag. Oberflächliche Internet-Recherchen ergeben, dass es drei seien, aber mir ist es inzwischen egal, ich betreibe nur noch Dienst nach Vorschrift und auch das verlangt schon Opfer. Das „Cat Café Prague“ rühmt sich eines einzigartigen Konzepts, naja, stimmt so nicht, aber immerhin: Hier bezahlt man nicht für die Getränke, sondern die im Café verbrachte Zeit. 150 tschechische Kronen, was ungefähr sechs Euro entspricht. Dafür, zum selber nehmen, Soviel Kaffee, Tee und (langweilige) Kekse wie man will. Sechs Euro klingt erstmal moderat, ist aber für tschechische Verhältnisse nicht ganz so wenig, dementsprechend (oder aus anderen Gründen) ist das Café ziemlich leer. Meine Chance auf Katzenkontakt sind so groß wie nie. Das Café ist auch nicht wie ein Café eingerichtet, sondern eher wie ein großes Wohnzimmer. Sie bieten (billige) IKEA-Möbel, Sofas, Bodenbelag Teppich (man muss sich die Schuhe ausziehen, gute Sache!), Brettspiele und einen großen TV-Bildschirm auf dem gerade Simons Cat läuft (Warum auch nicht?). Katzen laufen umher.
Das gefällt mir alles erstmal gut. Ich setze mich auf eins der Sofas und lese mein Buch. Das ist und bleibt meine Strategie, ich präsentiere mich als Person, die sich mit sich selbst beschäftigen kann, unabhängig von Bestätigung durch Katzen. Jetzt, so am Ende meiner Forschungsreise, kann ich aber sagen, das bringt halt auch nichts. Zum ersten Mal jedenfalls versuche ich in Prag aktiv eine Katze für mich zu interessieren: Sie haben da so eine niedliche graue Tigerkatze. Die maunzte und rannte mit so einem Bimmel-Spielzeug durch das Wohnzimmer. Es wirkte so, als wollte sie zwei andere Gästinnen, die gerade nicht im Raum waren, dazu auffordern, mit ihr zu spielen, was die aber nicht taten. Na, vielleicht begnügt sie sich mit mir, denke ich und wedele ein bisschen mit dem Spielzeug vor ihr herum, was die Katze aber ignoriert. Die beiden anderen Gästinnen, zwei junge Gruftie-Damen, kommen zurück, setzen sich auf ein anderes Sofa und die Tigerkatze springt ihnen sofort auf den Schoß. So gedemütigt habe ich mich lange nicht gefühlt, blanker Neid auf die beiden mir vorgezogenen Frauen steigt ihn mir auf. Ein altes, unangenehmes Gefühl.
Naja, dafür ist Prag sonst spektakulär, bekanntermaßen. Ich schleppe mich einmal zur Burg hoch und laufe durch die Goldene Gasse (die ich schöner in Erinnerung hatte) und finde alles toll. Aber da bin ich nicht die einzige. Es ist ein Mittwoch im Oktober und trotzdem quillt die Stadt über mit Leuten. Es erinnert ungut an Venedig. Aber klar, hier wollen alle mal gewesen sein.











































































