Wir sind im Februar. Das Gefühl der Zeitflucht lässt nicht nach. Das liegt wohl an mir selbst. Jetzt und hier genießen, vergesse ich zu oft. Immer denke ich alles im Griff haben zu müssen, das ist ein Antrieb der aus der Tiefe kommt. Nicht aufzuhalten.
Gestern war noch 2016. Weihnachten, Jahreswechsel, das Jahr vor der „60“ hat angeklopft. Gestern war ich noch der Lausbub um die Ecke. Ist irgend etwas anders geworden? Nicht das ich wüßte.
Zur Zeit sitze ich im Büro und mache die Planung für das laufende Jahr. Ich habe meinen Spaß daran, wie jedes Jahr, die Kontrolle lässt grüßen. Denn ist der Plan auch gut gelungen, wir ändern auch die Änderungen.


Am Morgen grüßt schon die Sonne am Horizont und jetzt da Lichtmess schon vorbei ist, kommt das Licht von Tag zu Tag früher und länger zu uns.
„Das Tageslicht soll gegenüber dem Zeitpunkt der Wintersonnwende, also der längsten Nacht, „an Weihnachten um einen Hahnentritt, an Neujahr um einen Männerschritt, an Dreikönig um einen Hirschensprung und an Lichtmess um eine ganze Stund’“ länger sein.“
Jedenfalls traut sich der Eiermann wieder an das Licht auf dem Markt und die Zeit der „kleinen Eier“ ist nun zu Ende.
Ich bemerke bei meine Tipselei, das es zur Zeit nichts Bemerkenswertes zu schreiben gibt. Und wenn ich so im Archiv des Februar 2016 stöbere, dann finde ich dort auch keine gewichtigen Einträge. Wenn man mal von den Schnürsenkeln oder einem neuen RC-Car absieht.
Diese beiden Bilder zeigen die ehemalige Blumenthal-Kaserne in Erfurt, frisch herausgeputzt für die Thüringer Landesfinanzdirektion, an der mein sonntäglicher Morgenspaziergang vorbei ging. Der Exerzierplatz ist jetzt mit einer gepflegten Rasennabe belegt.
Am Sonntag war es wieder mal soweit. Der Besuch meiner Mutter brachte uns in ehemalige Wohnorte meiner Kindheit. Leutenberg war angesagt. Ein wunderschöner, eingeschlafener Ort an der Grenze der ehemaligen Ostzone Deutschlands. Noch kein Grenzgebiet.
Dort wohnten wir von 1967 bis 1969. Dort ging ich in die 4 und 5. Klasse. Und weil wir dahin wenigstens einmal im Jahr hin fahren, auch weil wir dort 1979 unsere Flitterwochen verbrachten, kenne ich mich in Leutenberg einigermaßen gut aus. Das ist so wie eine Puppenstube. Eine kleine Landstadt, wo Jeder Jeden kennt. Mich natürlich nicht mehr. Es verändert sich in dem Ort kaum etwas. Alles wird älter und so einige Häuser stehen dem Verfall anheim.
Wir haben in der Garküche zu Mittag gegessen. Dort bekommt man gute Thüringer Klöße, in altguter und schmackhafter Qualität. Regionales Gemüse und Lammkeule die auf der Zunge zergeht. Die Menschen kennen sich dort und reden mit dem Koch über die anzurichtenden Gerichte. Das hat mir gut gefallen. Wenn ich dort aufgewachsen wäre, würde ich mich auch wohl fühlen.
Eine Reise in die Vergangenheit.