Ich bin erstaunt, wie offen ein öffentlich rechtlicher Rundfunk in Deutschland schreibt. Das hebt sich völlig vom MDR, WDR usw. ab.
Ich bin erstaunt, wie offen ein öffentlich rechtlicher Rundfunk in Deutschland schreibt. Das hebt sich völlig vom MDR, WDR usw. ab.
… habe ich immer noch keinen richtigen Antrieb hier zu schreiben, was mir gegen den Strich geht. Der Monat begann mit dem Pfingstfest, an dem wir nichts unternommen haben und so hat sich der Juni hingezogen. Firmentechnisch habe ich nichts auszusetzen, denn da läuft alles planmäßig. Wenn man das so nennen darf. Nur die Kundenbesuche sind sehr beschränkt, meist basiert das auf Videokonferenzen. Und ja ich weis … viele andere Firmen haben Mitarbeiter entlassen müsssen oder Kurzarbeit angesetzt. Von den Geschäften, Künstlern, Reisebüros, Kleingewerbe oder Veranstaltungsplanern will ich gar nicht sprechen. Das sind die absoluten Verlierer des Corona-Lockdowns.
Jetzt hat die Bundesregierung auch noch den Mehrwertsteuersatz für ein halbes Jahr gesenkt. Wer also jetzt ein Auto für 30.000 € kaufen will, spart ganze 900 €!!! Das ist der Effekt für den Verbraucher. Die Rechnungsprogramme in jeder Firma müssen umgestellt werden und zum Ende des Jahres noch einmal. Die Kosten dafür tragen die Firmen und landen zwangsläufig wieder bei den Kunden. Der Verwaltungsaufwand ist enorm.
Immerhin konnte ich die ganze Zeit über den Erfuter Wochenmarkt besuchen, mit dem ein oder anderen Händler, Bekannten oder Freunden schwatzen. Meine Frau weigert sich bis jetzt ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen. Sie bekommt Probleme mit der Atmung unter der Maske. Das ist ja wirklich unangenehm und nur kurzfristig auszuhalten. Sie muss auch nicht mehr von zu Hause aus arbeiten. Das schafft wieder Freiraum und Abwechslung. Obschon meine Mitarbeiter, die im Büro ihren Job nachgehen, gern zu Hause arbeiten und von dort aus gute Ergebnisse erzielen. So unterschiedlich kann dass sein.
Ab heute bleibt auch bei mir das Auto nicht mehr stehen. In dieser Woche bin ich in der Altmark. Treffe mich abends mit Freunden, wir werden Elektrocars fahren und endlich wieder ein Bier zusammen trinken. Hier in der Abgeschiedenheit von Salzwedel, habe ich die Muße und die Zeit, meine Gedanken spielen zu lassen.
Wenn ich die Bilder der letzten Woche anschaue, finde ich nicht was mich vom Hocker reisst. Trotzdem werde ich ein paar Bilder zur Auflockerung einschmuggeln.
Ach ja … letzte Woche kam ein Nachbar und brachte kleine, zum Teil verkrüppelte Erdbeeren aus seinem Garten mit. Das sind genau diese Erdbeeren die ungern gegessen werden. Sie haben jedoch lange in der Sonne gelegen, wenig Wasser bekommen und somit die ganze Süße auf engsten Raum gespeichert.
Eigentlich wollte ich in diesem Jahr keinen Rumtopf ansetzen. Er hat hat mich dennoch dazu gebracht. Und weil man zum Ansatz mindestens 70% Alkohol braucht, den ich an dem Abend nicht hatte, nahm ich Stroh 80. Das Aroma ist nicht zu toppen.
… im Jahr 2020! Und alles ist anders geworden. Schon mal ein Novum, das ich hier im Blog im Mai keinen Eintrag eingestellt habe. Themen hätte es genügend gegeben, allein der Elan dazu hat gefehlt. So bekamen wir zum Beispiel ein Care-Paket aus Österreich mit Udon-Nudeln und den dazu gehörenden Bio-Pesto.
Bisher dachte ich dass wir nicht so bedürftig sind. Und dennoch haben wir uns sehr darüber gefreut. Denn Nudeln sind nicht so unser Ding. Aber diese Nudeln schmecken ganz anders. Sie gehen runter wie Öl!
Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Herzlichen Dank dafür.
Und dann kommen noch so ein paar Momente hinzu, bei denen ich mich schon hinterfragen musste. Morgens in die Firma gefahren, mit der Überzeugung das Handy zu Hause liegen gelassen zu haben.
Im Büro angekommen grinste ich in mich herein, denn nun konnte ich meine Frau bei ihrer Heimarbeit stören. Ich wählte meine Handynummer und wartete darauf ihre genervte Stimme zu hören. Und dann klingelte meine Hemdtasche.
Normalerweise fahre ich über die Himmelfahrtswoche mit dem Rad. In diesem Jahr ist es anders. Ich hatte keine Traute eine Tour in das Blaue zu fahren. Was wenn ich unterwegs keine Unterkunft bekomme? Die Hotelwirte trauen sich nicht einem Radfahrer ein Bett zur Verfügung zu stellen.
Schon der Osterurlaub auf Mallorca fiel dem Wahnsinn zum Opfer.
Dennoch habe ich Grund mich zu freuen. 1 1/2 Jahre vor der Pensionierung wurde meine Stelle Firmenintern ausgeschrieben. Und es hat sich eine Frau gefunden die mich ersetzen will. Das macht mich schon ein wenig zufrieden. Genügend Zeit zu haben ein Stück Lebenswerk weiter geben zu können. Wer hat das schon.
Warum sind wir in Deutschland so Obrigkeitshörig?
… ist endlich Geschichte. Die Tage fühlten sich an als würden sie nie vergehen. Vom Fest konnte man wirklich nicht reden. Und dabei ging es uns in Thüringen noch einigermaßen gut, denn ein generelles Ausgangsverbot gibt es wie in Sachsen oder Wien nicht.
Eigentlich wollten wir zu Ostern wieder nach Mallorca fliegen. Schön am Strand lungern oder im Strassencafe guten Wein und Tapas vernaschen, die Sonne genießen und den wippenden Röckchen nachschauen.
Da muss irgendwie der Wurm drin sein. Im letzten Jahr die Pleite mit Germania und jetzt auch einen Vollausfall. Die Reise ist bezahlt, der Reisepreis wird in einem Gutschein umgewandelt, der dann nichts mehr wert ist, weil die Reiseindustrie den Bach runter geht.
Das Gute an der derzeitigen Situation ist die ungewohnte Ruhe im täglichen Leben. Auf dem Markt kann man ungeniert den Gesprächen in der Schlange lauschen, denn leise Gespräche funktionieren nicht mehr.
Auf der Strasse werden Klötzer mit Radarfallen als Hindernis geparkt.

„Im Wald da steht ein Ofenrohr, nun stellt Euch mal die Wärme vor!“ In meinem Fall war es kein Ofenrohr, sondern ein Bürostuhl mit einer Mörtelwanne. Das sollte vllt. der Home office-Platz für ein Bauarbeiter werden.
Statt Urlaub am Meer sitze ich jetzt im Büro und übernehme Arbeiten der Sekretärinnen. Die junge Frau hat einen kleinen Sohn, den sie als allein erziehende Mutter zu Hause betreuen muss und die betagte Frau (in meinem Alter) trat vor einer Woche eine wohlverdiente „Kur“ an, die 5 Wochen dauert.
Zu Hause sitzt meine Frau und macht von dort aus ihren Job. Auch nicht gerade prickelnd.

… und niemand hat Lust am Veräppeln. Ist der Humor flöten gegangen? Das wäre schon fatal.

Es gibt aber auch angenehme Begebenheiten zu beobachten.
Gestern im Supermarkt. Vor dem Eingang werde ich von 2 jungen Männern angehalten, um den Griff von Einkaufswagen live mit Desinfektionsspray zu bearbeiten. Das sollte auch nach dieser Krise beibehalten werden.
Oder an der Kasse. Der Abstand von 2 Meter zum nächsten Kunden ist für mich eine Erholung. Keiner drängelt mehr oder schiebt mir seinen Einkaufwagen in den Rücken. Ganz abgesehen von den Leuten (meist gut gepolsterte Damen) die sich vor den Wagen stellen, sich dann zum Wagen drehen um dann die Ware auf das Band zu legen. Beim Bücken drücken sie ihren Allerwertesten heraus, um den Vordermann mehr Platzbedarf zu signalisieren. Diese „Tuchfühlung“ brauche ich überhaupt nicht.
Ab Montag dürfen Supermärkte und öffentliche Verkehrsmittel in Jena nur noch mit Mundschutz betreten werden. Der Landkreis Nordhausen will auch nach ziehen.
Mundschutz kann man aber nicht kaufen. Schon deshalb ist das eine Zumutung, auch wenn ich großes Verständnis dafür aufbringe.
Man muss sich eben etwas einfallen lassen. Ich habe noch ein paar Taschentücher aus Leinen die ich noch nie benutzt habe. Sie waren mir immer zu klein. Die gab ich gestern meiner Frau und Gummiband dazu (das Zeugs ist auch schon ausverkauft), wohl wissend das Frau gar nicht nähen kann. Den Hinweis dass die Nachbarin jetzt als Kinderfrau nicht mehr arbeitet und dankbar für eine sinnvolle Beschäftigung sein könnte, unterstrich ich noch mit einer guten Flasche Wein zur Bestechung. Das hat geklappt, wie zu Zeiten unseres Unrechtsstaates.
Die Ellenbögen sind zurzeit eingezogen. Das verbuche ich unter „positiv“.
Das kann auch gut tun. Oder irre ich mich?
Am Samstag auf dem Wochenmarkt hatte ich den Eindruck, dass sich die Menschen mehr mit Rücksicht und ohne Hektik bewegten. Na gut dachte ich mir, das liegt wohl an den fehlenden Touristen, die sonst mit Busladungen bei uns landen. Man hatte wieder Platz, niemand drängelte oder schubste in der Reihe, so etwas geht mir völlig auf die Nerven. Und wieder aller Gerüchte gab es das gewohnte Sortiment vom Ei über Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, Käse und andere Molkereiprodukte, selbst farbenfrohe Blumen und Gewürze. Ich hörte kein Gekeife oder Gemecker. Das war schon wohltuend für mich.
Ist das die hochgepriesene Entschleunigung? Kann es sein, das durch diese weltweite Krise der Mensch zur Besinnung kommt? Wir haben wieder Zeit für uns. Nichts das mal schnell gemacht werden muss, wo man noch hinzufahren hat, es ist Ruhe.
Bei kalten und sonnigen Wetter wirkt die Ruhe auf mich wie ein Startsignal nach innen zu schauen und inne zu halten. Selbst die sonst so stark befahrene Autobahn A 4 raunt mir Besinnlichkeit zu.
Der Blick findet die zarten Farben der Natur im beginnenden Frühling. Das ungute Gefühl weicht für einen Augenblick dem Staunen über das „Anders“.
Wenn auch die Leute über sich selbst schimpfen, wegen Toilettenpapier und Nudelhamsterei, so sehe ich auch Eltern mit ihren Kindern reden, statt auf das Handy zu starren. Oder dem Papa, der mit zwei Kleinen im Sandkasten sitzt und das Eimerchen mit Sand befüllt, welches Seppel zum Burgen bauen braucht. Plötzlich ist alles anders.
… herzlichen Glückwunsch an alle Leserinnen meines Blogs.

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