
Archiv der Kategorie: Auto
7. Kalenderwoche 2017
Eine Woche im Telegrammstil.
Nachsonntag – Büro – ohne besondere Vorkommnisse und am Abend 2 Stunden sturmfrei, wegen Planschens (Aqua-Power) meiner Frau.
Dienstag – Frau zur Arbeit fahren. Viel zu früh! (6:45 Uhr) Hey … ich muss mitten in der Nacht durch Erfurt fahren und (m)eine Frau ertragen! Ein wenig Mitleid wäre da schon angebracht! Und warum fahre ich in der Nacht mit meiner Frau durch die Gegend? Weil ihr Auto einen neuen TÜV brauchte. Am Nachmittag wollte sie die Karre wieder abholen. Pustekuchen! Der TÜV hatte die Scheinwerfer bemängelt. Die Höhenverstellbarkeit des Lichtes ging nicht mehr. Ja wie denn auch??? Wenn diese Funktion 12 Jahre nicht gebraucht wurde! Also Frau am Nachmittag wieder von der Firma abgeholt und nach Hause gefahren. Was Mann alles so durch machen muss!
Mittwoch – Frau zur Arbeit fahren. Meine Kollegen schauten mich schon komisch an. Kommt der Kerl so früh zum Dienst, können sie nicht mehr so viel am Morgen schwatzen und Kaffee trinken. Manche kommen schon 6 Uhr und halten dann stundenlang Kollektivbildende Maßnahmen ab. Das soll aber nicht Thema sein. Frau rief an, die Werkstatt will neue Scheinwerfer bestellen. Jetzt war ich satt! Also ab in die Werkstatt. Dort war bisher immer nur meine Frau. Rein zur Anmeldung, nach dem behandelnden Meister gefragt, der war auch gerade frei, mich vorgestellt und nach dem Problem gefragt. Er stand auf und zeigte mir am lebenden Objekt (Ford Fiesta meiner Frau) die eingerosteten Motoren der Scheinwerferhöhenverstellung. Die kann man in Deutschland wie immer nicht separat bekommen. Bei Ford kosten die Dinger 240 € pro Stück, das war dem Meister zu dick. Sie wollen auf dem freien Markt die Scheinwerfer für genau die Hälfte des Preises bestellen. Jetzt war ich baff! Eine Werkstatt die freiwillig die Geldbörse ihrer Kunden schont? Ich gab den Auftrag frei und fuhr ohne Groll wieder in die Firma. Die Scheinwerfer kamen am Mittwoch nicht. Also Frau wieder am Nachmittag abgeholt und nach Hause gefahren.
Donnerstag – Ich hatte einen Termin in Halle. Frau musste mit einem Kollegen sehr früh mitfahren. Auch dort gibt es Menschen die so früh anfangen! Doch ich konnte in Ruhe nach Halle orgeln. Dort ging alles sehr schnell. Sie wollen wieder meine Tour durch Sachsen-Anhalt bezahlen. Also werde ich auch 2017 wieder für 4 Monate durch das „Land des Ursprungs der Reformation“ schaukeln. Mir soll es recht sein! Ich ging dann für ca. 2 Stunden durch Halle irrend spazieren. In Erfurt angekommen kurz in die Firma und dann Frau abgeholt, um sie in die Werkstatt zu fahren. Die neuen Scheinwerfer sind montiert, der TÜV hat seinen Segen gegeben und nun kann sie wieder alleine fahren. Was für eine Freude!
Freitag – Am Morgen wie immer zur Massage. In den letzten Wochen war eine neue Physiotherapeutin am Werk. Einen kleine Frau, 27 Jahre und noch ein wenig zurück haltend. Doch jetzt kam der richtige Mann wieder an meinen schönen Körper. Herrlich! Jetzt ist die Massage wieder eine Massage. Dann Firma, Stress am Freitag.
Samstag – Markttag. Ich konnte mal allein auf den Domplatz fahren. Das ist Entspannung pur. Mit den Eiermann die Erfahrung austauschen, beim Fleischer der Erfurter Mundart lauschen, die ersten Osterglocken in den Korb legen,
beim Bäcker die mehlverschmierte Tante an blödeln und beim Biobauern das Wort Jogurt vergessen. Herz, was willst Du mehr. Dann Einkauf mit Frau und Tochter, später mit Mutter und Schwester.
Kochen, Abendessen für alte Schwester und kleine Schwester, nebst Mutter und so weiter vorbereiten. Der Familienabend war entspannt.
Sonntag vergammelt. Eine ganz lahme Woche also.
Ach ja, das Dinkelfladenbrot ist mir heute ganz gut gelungen. Es schmeckt auch gut. Also auch hier wieder die Erfahrung: Übung macht den Meister!
Jungfernfahrt
Heute war es dann soweit. Mein neuer RC FigtherTruggy 3 durfte zum ersten Mal auf Fahrt gehen. Am Haarberg, kurz vor der Autobahnauffahrt Erfurt Ost, gibt es eine freie Wiese, die schon für Hubschrauberflüge herhalten musste. Der Feldweg dort ist sehr aufgeweicht, weshalb ich mit dem Zafira fast stecken blieb. Aber eben nur fast.
Für die Qualität des Videos muss ich mich entschuldigen. Es ist eben nicht so leicht, mit der linken Hand zu steuern und gleichzeitig mit der Rechten ein Video am fahrenden Gefährt aufzunehmen. Das nächste Mal darf auch meine Frau mit. Dann kann sie ja ein gutes Video anfertigen.
Es macht einen Heiden-Spaß damit zu fahren. Die Reichweite ist für meine Augen und Reaktionsgeschwindigkeit fast zu hoch. Wenn er sich überschlägt, fällt er zu 80% wieder auf die Räder. Manchmal aber auch nicht.
Das Auto hätte ich gern mit Vater ausprobiert. Er hätte seine Freude daran gehabt.
Seltsamer Reifenwechsel
Gestern am Morgen hatte ich endlich den Termin zum Wechseln der Reifen. Pünktlich 9 Uhr stand ich in der Opelwerkstatt. Das war eine ungewohnte Zeit für den Kerl der seit Wochen nur seinen Körper streichelt. Jedoch ein gutes Training für die Zeit bis Weihnachten. Wie dem auch sei, Opel nahm mir das Auto ab und wollte eine Stunde Zeit für den Radwechsel und einem Software-Update. Mir schwante ja das Opel vielleicht den gleichen Schmue wie Volkswagen gemacht hat. Aber das ist eine andere Baustelle. Nun hatte ich also eine Stunde Zeit. Auf der Besuchercouch drückten sich schon 3 Herren mit grauen Haaren rum, bei Plastikbecherkaffee aus dem Automaten. Darauf hatte ich keinen Bock.
Das Autohaus befindet sich am Ortsausgang Erfurt, Richtung Weimar, an der Henne. An der Henne befindet sich auch eine Kaserne gleichen Namens, in der ich von 1980 bis 1989 mein Unwesen getrieben habe. Von dort aus bin ich sehr oft in meiner Dienstzeit an dem heutigen Autohaus vorbei gelaufen, als Aufwärmung für das folgende Ausdauer und Krafttraining.
Gestern wollte ich auf diesem Weg nicht laufen, sondern schnell wandern. Eine Stunde sollte dafür reichen. Der Weg ging ein Stück weit entlang der Ostumfahrung. Diese gab es damals nicht. Als ich die Brücke über die Bahn passierte, kam mir ein roter Astra entgegen und hielt an. Ein Leutnant in Felduniform fragte mich, ob mir ein Soldat mit Gepäck entgegen kam. Ich verneinte. Diese Ortsumfahrung nutze ich fast täglich für den Weg in die Firma. Ab und an sind dort einzeln marschierende Soldaten mit Sturmgepäck zu beobachten, die wohl einen Auftrag haben. Ein gewohntes Bild also. Nichts worüber man nachdenken müsste.
Diese Bilder zeigen den Weg und auch Schilder, die manche Leute heute wieder gern aktivieren würden. Das Schild steht auf einem privaten Firmengelände. Es kamen auch Jogger und ein Militärjeep entgegen. Und dann noch ein PKW aus Mannheim.
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Der PKW hielt an und ein groß gewachsener älterer Mann, mit strammer aufrechter Haltung, schwarze Hose, blaues Hemd, schwarzem Binder und einer militärischen Bergmütze, stieg aus. Er fragte, ob ich der gesuchte Marinesoldat wäre. Jetzt musste ich schon grinsen. Er konnte sicher nicht mehr so gut sehen, denn sonst hätte er feststellen können, das ich nicht mehr in Soldatenalter bin. Das sagte ich ihn auch. Er winkte nur ab.
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Ob ich denn den “grünen Leutnant” getroffen habe, auf der Suche nach dem Marinesoldat. Ich bejahte. Jetzt erzählte dieser Mann das ihm 30 Hektar Felder um Erfurt gehören, er sei 91 Jahre alt (ich hätte maximal auf 70 geschätzt), und er jetzt Abschied nimmt von seinem Eigentum. Früher war er in Gräfentonna eingesperrt, nach 1 1/2 Jahren entlassen worden und dann in den Westen gegangen ist. Das muss in den 50ern Jahren wesen sein. Seine Vorfahren wurden enteignet und nach der Wende bekamen sie ihr Eigentum wieder. In Zeiten der Aufrüstung ging er zur Bundeswehr und wurde Offizier in der 1. Gebirgsjägerdivision. Jetzt nahm er seine Bergmütze ab und zeigte stolz auf das Edelweiß am Mützenrand. Wir kamen gut ins Gespräch, schwatzten über die Situation während der Cuba Krise (die war 1962 und ich gerade mal 4 Jahre alt) und so weiter. Dabei vergaß ich die Zeit. Im Grunde hätten wir so weiter reden können, denn wir waren uns sofort sympathisch. Am meisten beeindruckte mich die Haltung des Mannes. Mit 91 Jahren strahlte er immer noch eine enorme Energie aus.
Ich kam mehr als eine halbe Stunde zu spät am Autohaus an. Die Tante vom Service war ganz aufgeregt. Ob etwas passiert sei, man hat sich schon Sorgen gemacht. Nun habe ich Winterreifen an meinem Zafira und kann das Wetter unbesorgt Wetter sein lassen.
