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Dienstag, 30. Dezember 2025

Abarbeiten zum Jahresende

Im Herbst hatte ich wieder an zwei Onlinekursen der Patchworkgilde teilgenommen. Inzwischen finde ich Kurse und Onlinekurse besonders, sehr interessant. Einer der beiden Onlinekurse war wieder ein Kurs bei Carmen. Wieder wurde ein Quilt genäht, der mit Hilfe von KI entstanden ist: Formen der Zeit. Irgendwie passt es da doch dazu, dass ich im Vorfeld nicht wirklich Zeit hatte, mich mit dem Quilt und dem Material zu beschäftigen. 😏Aber irgendwie hat dann doch noch alles geklappt.

Der Kurs war sehr interessant und ich bin sehr gut voran gekommen. Einzig mit dem einen schrägen Pfeil, der eingenäht werden sollte, stand ich auf Kriegsfuß. Einnähen hat geklappt, aber dann passten die Teile überhaupt nicht mehr zusammen. Ich habe den Block dann neu genäht und mich dazu entschieden, den Zeiger zu applizieren.

Neben dem Zeiger wurden noch weitere Teile appliziert.

Den Kreis rechts habe ich zunächst in dem hellen Stoff applziert, dann aber den Kreis in dunkel noch einmal darüber gesetzt. Der helle Kreis gefiel mir überhaupt nicht. So habe ich mein Top dann erst einmal ein paar Wochen am Schrank hängen gelassen. Ich wusste nicht, wie ich es quilten sollte. Mir fehlten dafür einfach die Ideen. Zum Jahresende packt es mich ja immer und ich möchte Angefanges beenden. So ging es mir auch mit diesem Quilt. So habe ich mich dann am Sonntag Abend hingesetzt und auch diesen Quilt gequiltet. Auch hier habe ich mich für gerade Linien und in der Uhr Kreise entschieden.

Ich hatte mit dem Quilt so meine Probleme, zum einen hatte ich meine Probleme mit dem rechten Zeiger, dann hatte ich die Zahnräder in der falschen Farbfolge genäht, so dass ich sie nochmal nähen musste, die Rundungen waren auch nicht so einfach. Letztendlich ist der Quilt schön geworden und ich freue mich darüber. Einzig die hellen Stellen an den grünen Formen muss ich noch irgendwie beheben. Vielleicht male ich da einfach mit einem grünen Stift drüber... 

Samstag, 6. September 2025

Chgall-Gelmeroda

Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare zu meinem letzten Beitrag. Ja, die Idee mit dem Ohrring ist klasse. Das hat mich wieder daran erinnert, dass ich noch eine Anleitung auf dem Rechner für eben jene Dame mit dem Perlenohrring habe. Die wollte ich auch noch irgendwann einmal nähen. Überhaupt Anleitungen: Das ist so ein Thema bei mir. Ich kaufe mir leider mehr Anleitungen, als ich am Ende dann tatsächlich nähe. Und kürzlich ist es mir passiert, dass ich mir eine Anleitung gekauft habe, die ich mir ein Jahr vorher schon einmal gekauft habe. Witzigerweise liegt fast genau auf den Tag ein Jahr dazwischen.


Vielleicht ist das ein Zeichen und ich sollte den Quilt dann doch irgendwann einmal nähen. Überhaupt Zeichen: Ich hatte immer mal wieder, auch angeregt durch eure Kommentare, überlegt, ob ich mich mit den Gelmerodaquilts bei der Patchworkgilde für eine Ausstellung in Suhl bewerbe. Heute habe ich mich nun dazu entschlossen und das Anmeldeformular ausgefüllt. Noch war es auf dem Rechner und nicht abgeschickt. Ich wollte Steffen das Formular zeigen, damit er mit drüber guckt. Und was hat er gemacht? Die Maus verschoben und alles gelöscht. Das wird dann wohl auch ein Zeichen sein.

Nun zeige ich aber endlich meinen Chgall-Gelmerodaquilt. Ja, er ist im Gegensatz zu den anderen Quilts etwas gewagt von der Stoffwahl her, aber (zum Ende des Projekts hin?) kann ich ja auch mal ausgetretene Pfade verlassen.

Das Dach und den Hintergrund habe ich stark gequiltet, das hängt damit zusammen, dass ich sowohl am Dach als auch am Hintergrund ein Stoffstück aufgequiltet habe. Ich finde, es fällt auch gar nicht auf, dass ich die Stoffe aufgequiltet habe. Die Wirkung allerdings ist wirklich klasse.
Auch die Unterteilung mit der Paspel war eine gute Idee. So erhält der Quilt mehr Spannung, andererseits gibt es aber auch eine Grenze, an der das Auge beim Ansehen verweilen kann. 
Angeregt durch den Kurs von Carmen habe ich mal die KI gebeten, meinen Quilt vor der Kirche von Gelmeroda zu zeigen. Ok, die Kirche passt nicht ganz und der Quilt würde, würde er so gehalten werden, niemals so stehenbleiben. Aber die Idee finde ich trotzdem ganz nett. Interessant war auch die Unterhaltung. Was zu Hause sonst eher nicht passiert: Die KI sieht Fehler ein bzw. gibt sie zu und entschuldigt sich dafür. 😂😂😂

Ach ja, im Muesum hing mein Quilt auch schon. 😉😂

Mittwoch, 3. September 2025

Zwiegespalten? Ja, schon, aber...

Hier hatte ich euch ja schon einmal meine zwiegespaltene Dame gezeigt. In den letzten Tagen in der Gruppe der Patchworkgilde bei Facebook immer mehr Quilts oder Tops aus dem Kurs von Carmen aufgetaucht. Vielleicht hat mich das ein wenig angespornt, auch meinen Quilt zu vollenden. Das Top hing schon seit einer ganzen Weile bei mir am Regal und da hing es.

Gestern habe ich dann mein Top mit Vlies und Rückseite versehen und gequiltet. Beim Quilten habe ich mich an dem Originalquilt orientiert und in mehr oder weniger parallelen Linien gequiltet. Begonnen habe ich mit dem Auge, das ging noch relativ einfach, denn da wusste ich vorher schon, wie ich das quilten wollte. Beim Rest war ich dann doch eher planlos.

Vom Augenwinkel bin ich dann weiter nach unten gegangen und habe dort in einer ein wenig geschwungenen Linie gequiltet. An der Gesichtsstelle wollte ich gern geschwungene Linien haben. Ich fand, das passt gut zu der Seite. Als ich dann beim Quiltn auf der anderen Gesichtsseite "angekommen" war, fand ich, dass es dort besser ist, strenge, gerade Linien zu quilten. Das passte einfach zum Bild und plötzlich ergab sich ein Pfeil. Dieser stand irgendwie im Gegensatz zur anderen Gesichtshälfte. Ich hatte das so nicht geplant, aber irgendwie finde ich die Idee, die unterschiedlichen "Funktionen" der Gehirnhälften so darzustellen. Ok, ich weiß, es müsste eigentlich anders herum sein: Rechts => Kreativität und links => Logik. Aber vielleicht sind ja auch bei manchen Menschen die Gehirnhälften vertauscht?! 😂

Auf dem Foto ist das Quilting gut zu erkennen. Und ich bin sehr zufrieden damit. Als Binding wollte ich gern ein unsichtbares Binding haben. Ich konnte mich nicht für eine Farbe entscheiden und da erschien mir ein unsichtbares Binding als beste Lösung. Auf dem Blog von Bernina habe ich eine wirklich tolle Anleitung dafür gefunden. Nach dieser habe ich dann mein Binding angenäht. Es war nicht ganz so einfach und ich würde am Anfang und am Ende eines jeden Bindingstreifens ein Mü mehr Luft lassen, ich habe genau darauf geachtet, dass es genau 1/4 Inch ist. Das passte gut, war aber dann ein wenig schwierig zu nähen, als ich die Bindingstreifen zusammengenäht habe. Auch weiß ich nun, warum die Bindingstreifen nicht ganz zusammengenäht werden sollten, auch da würde ich beim nächsten Mal ein bisschen mehr Platz lassen. Ich denke, dann ist es einfacher, das Binding auf die Rückseite umzulegen und einzuschlagen.
 
Ich habe dann die Nahtzugabe an den Ecken zurückgeschnitten und das Binding nach hinten umgelegt. Das ging auch sehr gut und es legte sich genauso hin, wie es sein sollte. Ich habe dann das Binding von hinten mit der Hand angenäht. Ich habe sehr darauf geachtet, dass das Binding von vorn nicht mehr zu sehen ist. 
Ich finde, die Dame sieht richtig gut aus und die zufällige Idee, die sich beim Quilten ergab, passt gut zu ihr und ihrer Zwiespältigkeit.

Freitag, 22. August 2025

Zwiegespalten?!

Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon mein halbfertiges Top aus dem Kurs Picasso trifft Algorithmus gezeigt und hatte geschrieben, dass meine Dame zwiegespalten ist. Nachdem ich ihr dann das Unterteil angesetzt habe (😂), sah sie schon vollständiger aus. Aber noch immer fragend, skeptisch, zwiegespalten. Stumm.

Dank moderner Technik war es mir möglich, aus dem Bild den Mund zu entfernen (da ich nicht daran gedacht habe, das fertige Top ohne Mund zu fotografieren) und so kann man gut sehen, was ich meine.

Den Mund habe ich aus dunklem Stoff gefertigt, er soll der Hingucker in meinem Quilt werden und davon ausgehend soll dann das restliche Bild erkundet werden. Die Mundwinkel zeigen leicht nach oben, meine Dame lächelt leise vor sich hin. "Leise vor sich hin lächeln" ist auch so ein schöner Ausdruck. Wie kann man denn laut oder leise lächeln, aber irgendwie weiß man sofort, was gemeint ist. Überhaupt finde ich, gibt es in unserer Sprache so viele schöne Worte und man kann so viel sagen...

Sieht sie nicht schön aus? So wunderbar sanft und lieblich und sie lächelt so schön. 

Ich habe in meinem Bild mit einen Bildbearbeitungsprogramm die Klipse vom Bügel entfernt und die Farben ein wenig verstärkt. Ich bin richtig in meine Dame verliebt. Nun muss sie nur noch zum Quilt werden.
 
Ich versuche, mich wieder aufzurappeln, manchmal geht es mir gut und manchmal geht es mir nicht so gut. Ich bin inzwischen aber zuversichtlich, dass es aufwärts geht. Sicher, ich werde noch eine gewisse Zeit brauchen und die nehme ich mir auch und dann hoffe ich, dass es wieder geht. Gestern habe ich meinen neuen alten Kolleginnen erzählt, dass wir ab Oktober wieder das gemeinsame Vergnügen haben. Beide haben sich sehr darüber gefreut und das erleichtert mir die ganze Sache doch sehr. Es ist nun einmal so gekommen, wie es gekommen ist. Auch wenn ich es wusste, hat es mir doch den Boden unter den Füßen weggezogen und den zimmere ich mir nun ganz langsam wieder zusammen. 

Samstag, 16. August 2025

Picasso trifft Algorithmus

Vor einer Weile bin ich im Netz über einen tollen Quilt "gestolpert", der hatte es mir angetan und ich habe gesucht, ob es dafür eine Anleitung gibt. Eine Anleitung gibt es nicht, aber seitdem folge ich der Künstlerin auf Instagram, dort habe ich dann auch die Ankündigung für den Onlinekurs "Picasso trifft Algorithmus" gesehen. Dieser Kurs fand/findet im Rahmen des Gildes-Sommers der Patchworkgilde statt. Ich habe bisher noch nie an einem Onlinekurs der PW-Gilde teilgenommen, habe aber schon oft gelesen, dass die Kurse sehr schnell ausgebucht sind. 

Also habe ich mir den Termin im Kalender eingetragen und auch gleich die Anmeldedaten der Gildeseite dazu (die vergesse ich grundsätzlich und habe schon mehrfach ein neues Passwort anfordern müssen). Als es dann soweit war, dass die Kurse freigeschaltet waren, fand ich den Kurs zuerst nicht (es war sehr schwer, auf der Gildeseite die Kurse zu finden), nachdem ich ihn dann gefunden hatte, konnte ich ihn nicht buchen, es gab irgendwelche Probleme... Aber nach einem kurzen Moment ging es dann und ich hatte MEINEN Kurs gebucht. Mann, was war ich aufgeregt. In diesem Zuge habe ich mich dann auch gleich noch für die neue Onlinegruppe angemeldet, die - als Nachfolgeprojekt zu Marias Quilt - den Sylvia's Bridal Sampler aus den Elm Creek-Büchern näht. 

Am vergangenen Sonntag fand nun mein Kurs von 10 bis 14 Uhr statt. Zu Anfang hat Carmen viel über KI erzählt. KI wird immer präsenter und ist Segen und Fluch zugleich. Die Möglichkeiten, die die KI im Rahmen von Quilts bietet, finde ich allerdings unheimlich spannend und sicher werde ich das ausprobieren.

Stofflich habe ich mich ziemlich an Original (auch, weil mich die Farben an die Picasso-Bilder in der Albertina erinnert haben) orientiert und mich für Grunge-Stoffe entschieden. Diese sind zwar einfarbig, haben aber durch die Art und Weise doch Struktur und Lebendigkeit. Das finde ich schön.

Carmen arbeitet mit Freezer-Papier. Die Vorlagen mussten auf dem Papier ausgedruckt oder aufgezeichnet werden. Das Abzeichnen und Ausschneiden der Vorlagen hat Katharina für mich übernommen, weil ich es zeitlich überhaupt nicht geschafft hätte. Sie hat mir damit unheimlich geholfen. Ich habe es nicht einmal geschafft, mir die Vorlagen vor dem Kurs anzusehen, ich habe nicht einmal gucken können, wie Katharina die ausgeschnittenen Vorlagen am Ende sortiert hat. So habe ich im Kurs natürlich immer das passende Stück suchen müssen. Zunächst fiel es mir auch schwer, die Rundungen zu nähen. Am Endes des Kurses hatte ich das obere Stück zusammengenäht und das war es dann erst einmal. Die Arbeit lag bis gestern.

Gestern habe ich mich dann wieder an das Projekt gewagt (ich war ein wenig hin- und hergerissen: Im Kurs erschien mir das Nähen so arg schwierig, die Rundungen, dass es passen muss...). Gestern aber ging es besser. Sicher, die ein oder andere Naht habe ich ein wenig auftrennen müssen, damit die Übergänge richtig passen, aber im Großen und Ganzen flutschte es gestern. Nun fehlt nur noch der ganz untere Teil des Bildes.
Ich glaube, die Dame ist zwiespältig, Freude und Nichtfreude über etwas finden sich in ihrem Gesicht, so geht es mir momentan auch. Ab Oktober stehen Veränderungen an, Veränderungen, auf die ich so gar keine Lust habe. Wieder eine neue Situation, wieder neu lernen, neue Menschen, aber auch altbekannte, neue Arbeitsweisen, ein altes neues Computerprogramm... Eine Tür schließt sich, sofort tat sich eine neue Tür auf. Das ist schön und beruhigend und irgendwann wird die Freude darüber auch mein Herz erreichen. Stolz macht es mich, dass ich in den letzten Tagen so viel Wertschätzung erfahren habe. Und ja, ich habe mir eingestanden, dass meine Kraft endlich ist und war bei meiner Hausärztin. Wie schön es doch ist, eine ganze Nacht, wenn auch nur bis zum Morgengrauen, durchzuschlafen und keine Gedanken an irgendetwas in den Kopf zu bekommen... Und der Rest kommt dann auch irgendwann.