Ich habe lange nachgedacht, nachgedacht über das Jahr, welches hinter mit liegt. Es war mal wieder ein sehr spezielles Jahr, eines, welches ich manchmal nicht gebraucht hätte, aber es hat mich auch einiges gelehrt und ja, ich weiß, was ich kann und was alles möglich ist. Ich habe mir überlegt, dass ich zu jeden Monat ein oder zwei Fotos zeige und daraus meinen Jahresrückblick gestalte.
Ich finde, der Januar plätschert immer eher so dahin, meist passiert nichts Welt bewegendes, zumindest ist das bei uns oft so. Ich habe noch den Schwung vom Jahresende und bin unheimlich produktiv, was das Nähen angeht. Im Januar waren wir in Leipzig im Museum der bildenden Künste und haben usn die dortige Rembrandt-Ausstellung angesehen, Ende Januar waren Steffen und ich in der Quadratestadt Mannheim und haben uns dort die Ausstellung "Neue Sachlichkeit" angesehen.Tja, und dann kam der Februar. Ok, der kommt immer nach dem Januar, aber dieser Februar war schon sehr speziell. Steffen hatte den Kontrolltrermin beim CT und bekam, was sonst so nicht war, eine CD mit, der Urologe wollte ihn dringend spechen... ...der Rest ist Geschichte. Mein Spatzjournal, welches eigentlich für unsere Reise nach Wien sein sollte, habe ich umfunktioniert und dort meine Gedanken zu den kommenden Wochen eingetragen.
Im März hatte unsere Freundin ihren runden Geburtstag und das habe ich zum Anlass genommen, für sie einen Quilt zu nähen, ich habe den dritten großen Gelmerodaquilt begonnen, einen Onlinekurs gemacht. Steffen hat den ersten Chemozyklus bekommen und wir haben uns mit der ungewohnten Situation irgendwie arrangiert. Mitte März waren Steffen und ich in Magdeburg zum Konzert von Alphaville. Die Karten hatte ich ihm ihm Jahr zuvor zum Geburtstag geschenkt. Eigentlich wollte ich da gar nicht hinfahren, aber Steffen war optimistisch, dass es klappt und so war es auch. Der Abend tat uns beiden sehr gut.
Gut, dass ich den Rückblick schreibe, denn so habe ich mich wieder daran erinnert, dass ich im April mit Katharina in Halberstadt im Dom war. Ich hatte in den Nachrichten gehört, dass die Flügelaltäre vor Oster alle zugeklappt waren und erst Ostersonntag, zum Ende der Fastenzeit wieder geöffnet werden. Das wollte ich mir gern ansehen. Eigentlich wollte ich mit Steffen dorthin fahren, aber das hat nicht geklappt. Ende April waren Steffen und ich dann in Quedlinburg zur Ausstellung Keep your eyes on the planet. Auch davon hatte ich im Fernsehen gesehen und beschlossen: Da muss ich hin. Auch hatten wir im April erfahren, dass Steffen keinen vierten Chemozyklaus brauchte. Das war die schönste Nachricht und diese hat mich dann bewogen, wieder einen Gelmerodaquilt zu nähen (ich konnte nach dem schwarzen Quilt keinen weiteren nähen, ich war wie blockiert).
Das liest sich alles so leicht und beschwingt, so war es mitnichten. Es war eine schwere und anstrengende Zeit, musste ich doch versuchen, irgendwie zu funktionieren. Auf Arbeit war es auch nicht gerade einfach, durch viel Arbeit und zu wenig Personal. Ich bin seit März wieder schwimmen gegangen und habe irgendwie versucht, mich nicht zu verlieren.Im Mai war es dann soweit, dass ich germerkt habe, ich verliere mich, ich gehe unter. Alles hat mich zu Tränen gerührt, egal, ob im positiven oder negativen Sinn und so habe ich im Mai spontan ein paar Tage frei genommen. Die Zeit tat mir sehr gut. Rückblickend weiß ich aber, dass die paar Tage allenfalls an der Oberfläche ein wenig die tiefsten Schrammen kitten konnten. Um wirklich wieder fit zu werden, hätte es viel, viel mehr Zeit gebraucht, was ich aber zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste. Ende Mai waren in Goslar die Patchworktage. Endlich war die Veranstaltung mal in meiner Nähe. Das habe ich ausgiebig genutzt und war Freitag und Sonnabend dort. Das war richtig schön, zumal wir auch bestes Wetter hatten. Im Mai habe dich auch den schwarzen Quilt gegen meinen Glücksquilt ausgetauscht. Die Zeit des schwarzen Quilts war ja schließlich vorbei. Wobei, einen lila Stein hat der schwarze Quilt noch bekommen, denn Steffens Reha fiel genau in die Zeit unseres Jahresurlaubs.












































