Montag, 13. Juli 2026

Diese Farben

Meine letzte Urlaubswoche bricht heute schon an und es macht sich doch glatt schon wieder Wehmut breit, dass der Urlaub bald vorbei ist. Ich könnte glatt noch um die ein oder andere Woche verlängern, es ist so schön, Urlaub zu haben. Die Woche ist noch einmal gespickt mit einigen Terminen, die ich habe (ich lege Termine immer lieber in meinen Urlaub, habe ich während der Arbeit Arzttermine, stresst mich das zu sehr, weil ich dann ja Stunden nacharbeiten muss...). Gut, dass wir nicht weggefahren sind, denn momentan sind wir auch Taxi für Jonathan, der sich beim Training schwer verletzt hat. Ich hoffe, dass das Knie wieder ordentlich hergestellt werden kann. Es ist noch ein langer Weg, der vor ihm liegt.

Mein neuer Feiningerquilt ist bisher nur ein Gedanke, ich konnte mit der Arbeit daran noch  nicht beginnen, am Sonnabend waren wir erst einmal im Babelsberg zum Fußball. Es war ein richtiges Fußballfest, das KarLi wurde 50 Jahre alt und es fand ein Freundschaftsspiel gegen St. Pauli statt. Zu diesem Ereignis gab es ein auf 200 Stück limitiertes Sondertrikot und die Nummer 87 hat tatsächlich noch auf mich gewartet. Ok, es ist ein bisscchen groß (ich hoffe, dass ich da nicht mehr reinwachse 😂), aber ich war total happy, dass ich eines bekommen habe. Gleichzeitig war ich traurig, dass es kein weiteres großes Trikot gab, so ist Johannes leider leer ausgegangen.

Ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass ich beim Bezahlen gezittert habe und mir dann vor Freude doch wieder die Trängen gekommen sind. Eigentlich wollte ich ja nicht mehr so viel weinen (es ist auch schon weniger geworden), aber manchmal geht es einfach nicht anders. So war es auch am Freitag, das waren wir doch endlich im Feiningermuseum und haben es doch noch geschafft, die Sonderausstellung anzusehen. Anschließend saßen wir noch ein paar Minuten in der Sonne und es war einfach ein schöner Augenblick und plötzlich kullerten die Tränen.

Jetzt bin ich wieder in's Plaudern gekommen und muss erst einmal wieder den Weg zu meinem eigentlichen Thema finden... Passiert mir immer wieder. Na, ich versuche es mal. Im Mai hatten meine Kolleginnen in ihrem Büro ein tolles Kalenderbild, immer wenn mein Blick darauf fiel, wurde mir warm um's Herz. Hört sich jetzt bestimmt komisch an, aber das Bild hat mich von den Farben her umheimlich berührt. 

Ihr könnt euch bestimmt denken, dass das Grundlage für einen weiteren Gelmerodaquilt werden sollte. Es war gar nicht so einfach, die passenden Farben in meinen Stoffen zu finden. Ich habe mich damit unheimlich schwer getan. Und so verwundert es sicher nicht, dass das fertige Top noch gut zwei Monate im Regal lag, bevor es damit weiterging. 
Die Farben waren schon nicht schlecht, aber es war noch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Es fehlte noch was. Irgendwan habe ich von Sonnendruck gelesen und so habe ich spontan entschieden, das Top wird sonnenbedruckt. Also habe ich Farbegeholt, gemischt, alles vorbereitet und dann mein Top bemalt (natürlich spontan und ohne Plan). Ich hatte zur Eröffnung meiner Ausstellung von meiner ehemaligen Kollegin einen Blumenstrauß bekommen, der nicht mehr schön war, aber dafür war er noch perfekt. 
  
Ja, es hat funktioniert, aber es kam nicht das dabei heraus, was ich mir vorgestellt hatte und ich hätte auch die Farbe auch nur im Himmelbereich auftragen dürfen. Als ich die Blüten dann vom Top genommen hatte, war ich ganz dolle enttäuscht. Ich habe noch versucht, die Farbe am Baukörper mit Reinigungsalkohol auszuwaschen, aber fest ist fest.
Ich habe tatsächlich das erste Mal überlegt, ob ich diesen Gelmerodaquilt überhaupt fertigstellen sollte. Habe ich dann aber doch gemacht. Ich habe mich entschieden, den Quilt ganz intensiv mit pink und türkis zu quilten. Im Himmel habe ich z. B. zuerst mit pink gequiltet und bin dann noch einmal mit türkis darüber gegangen. Den Baukörper habe ich dann noch mit Buntstiften koloriert, der Kontrast war zu extrem.
 
Mein Top hing dann schon ein paar Tage fertig im Schlafzimmer und dann bin ninch noch einmal mit pink über den Baukörper gegangen. Ich fand, da war noch viel zu sehr die Farbe zu sehen. Also habe ich da auch noch einmal gequiltet.  
 

So war es dann akzeptabel, auch wenn der Quilt nicht das darstellt, was ich mir vorgestellt habe. Ich glaube, es ist eine Hassliebe mit dem Quilt, er gefällt mir ein bisschen, aber nicht für das, was ich wollte... Und so verwundert es sicher nicht, dass ich noch einmal Stoffe in den Farben rausgesucht habe und ich einen weiteren Versuch wagen werde. Dann habe ich mir gestern abend auch noch Grunge-Stoffe in den Farben bestellt und werde auch daraus einen Quilt nähen. Ob ich wohl irgendwann zufrieden sein werde mit den Ergebnissen? Und wann ja, wie viele Versuche es gebraucht hat. 😂

Freitag, 10. Juli 2026

Einmal noch

Habt vielen lieben Dank für eure lieben Kommentare zur Eröffnung meiner Ausstellung. Ich habe mich sehr darüber gefreut und hoffe, dass vielleicht die ein oder andere von euch den Weg nach Halberstadt findet und ihr euch über meine Ausstellung freut. 

Ich habe ja nun auch einige Quilts mitgenommen, die im Wohnzimmer an den Wänden hingen und so sind da ziemlich viele leere Stellen gewesen:

Es ist aber nun nicht so, dass ich die leeren Stellen nicht füllen könnte, das habe ich nach ein paar Tagen dann auch gemacht und meine Feiningerquilts aufgehängt. Ach, ist das schön, alle drei großen Quilts und den kleinen nebeneinander zu sehen. 

Aber mal ganz ehrlich, der "normale" Quilt mit den gestickten Blöcken passt überhaupt nicht in's Gesamtbild. Ja, das stört mich schon sehr und so habe ich überlegt: Einer geht noch! 😉Ja, einen Feiningerquilt werde ich noch nähen und so habe ich meine Bücher gewälzt und mich dann für "Vollersroda" entschieden. Ich habe das Bild abfotogrfiert und wieder ein Poster in Originalgröße bestellt. 
 
Gestern kam es an und seitdem bin ich in den gedanklichen Planungen für meinen weiteren Feiningerquilt.
Ich freue mich schon darauf und werde berichten, wie ich voran komme, eine Urlaubswoche habe ich ja noch, die ist zwar geprägt von vielen Terminen, aber vielleicht, nein, hoffentlich bleibt gaaaanz viel Zeit für meine Idee. 

Freitag, 3. Juli 2026

(M)eine Vernissage

Es ist geschafft! Vielen Dank für eure aufmunternden Worte, darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich habe die Eröffnung geschafft und habe es auch geschafft, über mich zu sprechen. Ich gebe es zu, das fällt mir schwer, ganz im Gegensatz dazu, wenn ich über andere spreche. Ich war unheimlich aufgeregt, kennt man mich, hat man es gemerkt. Die anderen Besucher haben es sicher eher nicht gemerkt. 

Mein Papa und meine Tante waren mit zur Eröffnung, das hat mich sehr gefreut. Ich wusste ja gar nicht, wie so etwas abläuft, ob ich da Besucher mitbringen kann oder ob das Café voll ist... Wir saßen vor der Eröffnung am Tisch und Jonathan meinte, es würde wer reinkommen, ob ich die kenne. Ich habe ihm gesagt, dass ich hier keinen kenne. "Muttilein, es sieht aber so aus, als ob sie dich sucht!". Ähm ja, ich kannte sie wirklich. Es war eine ehemalige Kollegin, sie war aber nur die "Vorhut", sie hatte noch zwei weitere ehemalige Kolleginnen im Schlepptau. Ich habe mich so sehr darüber gefreut, dass die drei zu meiner Eröffnung gekommen sind, es war eine echte Überraschung. Vielen lieben Dank ihr drei dafür! 😍

Wir haben einen sehr schönen Nachmittag gemeinsam verbracht, viele der Cafébesucher haben sich die Quilts angesehen, einige haben mich dazu auch gefragt (ich bin ja nicht der Mensch, der anderen Leute von sich aus anspricht) und wir haben uns toll unterhalten. Eine der Besucherinnen kannte Lyonel Feininger und wir haben uns lange über ihn und seine Kunst unterhalten.

Letztendlich bin ich froh, das habe ich auch in meiner Rede gesagt, dass Detlef hinsichtlich der Ausstellung so hartnäckig war und immer wieder nachgefragt hat, so dass ich am Ende dann doch nachgegeben und gesagt habe, ich mache es. Sonst hätte ich diese Erfahrungen gestern nicht machen können. Vielen Dank dafür.

Wenn ihr die Ausstellung besuchen möchtet, worüber ich mich wahnsinnig freuen würde, könnt ihr das zu den Öffnungszeiten des Cafés Donnerstag bis Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Es ist ratsam, vorher anzurufen und einen Tisch zu reservieren, da die Plätze begrenzt sind. Bei schönem Wetter, kann man auch draußen sitzen, das ist auch wunderschön: Unter einer großen Trauerweide kann man sitzen und gemütlich Kaffee trinken und den selbst gebackenen Kuchen essen.

Und wenn ihr dann meine Ausstellung besucht, schreibt mir doch bitte ein paar liebe Worte in mein Gästebuch, so dass ich mir dann am Ende in aller Ruhe die Meinungen der Beuscher durchlesen kann. Vielleicht findet sich auch der ein oder andere Hinweis, was ich vielleicht künftig noch anders, besser machen könnte.

Für das Buch habe ich extra noch einen Umschlag genäht. Vorn habe ich ein Hexagon aufgenäht (dazu muss ich noch einen eigenen Beitrag schreiben, ihr versierten Hexie-Näherinnen lacht euch kaputt über mich 😂). Das Buch ist in meiner Lieblingsfarbe rot eingeschlagen.

Und da ich mit dem Umschlag das Buch und mit dem Buch die Erinnerungen schütze, setzte ich ein Kreuz im Bingo von Anni bei "zum Schutz von".

Donnerstag, 2. Juli 2026

Leere Wände überall

Es war eine ganze Weile ruhig in meinem Blog. Ich glaube, nach dem Löwen gab es nichts Neues mehr zu zeigen, genäht habe ich seitdem irgendwie gar nicht mehr. Den Löwen wollten ich unbedingt für die Ausstellung fertig stellen, das hat geklappt und dann war irgendwie die Luft raus. Das kenne ich, das ging mir bei größeren Projekten schon häufiger so.

Am Wochenende hatte Katharina Jugendweihe, ein Traum bei fast 38 Grad. Aber wir haben für sie einen schönen Tag gestaltet und nun ist unsere kleine Schnapsidee auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Ich kann es gar nicht so recht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Es war eine schöne Feierstund im Kloster Michaelstein bei Blankenburg und auch die Feier bei uns zu Hause war schön. Wobei man in ein paar Jahren sicher denken wird, dass ich nicht dabei gewesen bin, denn ich bin zu Hause nicht auf einem einzigen Foto mit drauf (denn ich habe sie gemacht). Aber egal.

Ab Montag haben Steffen und ich dann die Ausstellung im Café des Burchardiklosters in Halberstadt vorbereitet: Stangen kaufen, Haken eindrehen, Stangen beschriften, Schildchen für die Quilts ausdrucken, einlaminieren und ausschneiden... Es war einiges zu tun, ich hätte nicht gedacht, dass die Vorbereitungen so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Als es dann daran ging, die Quilts, die ich mitnehmen möchte, von den Wänden abzuehmen. war das ein seltsames, ja ein wenig ein trauriges Gefühl. So wie Abschied nehmen. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das so schwer fallen würde und nun haben wir zu Hause... ...leere Wände:

Auch im Schlafzimmer sind in meiner Gelmerodagalerie viele Lücken: 

Nicht, dass ihr denkt, ich hätte jetzt keine Quilts mehr, die ich dort aufhängen könnte, keine Sorge, der Schrank ist voll. Aber bisher bin ich noch nicht dazu gekommen. Das werde ich dann am Wochenende machen, wenn die ganze Last von mir abgefallen ist und ich wirklich endlich Urlaub machen kann (auch wenn es dann nur noch zwei Wochen und trotzdem viele Termine sind). 
Dienstag und Mittwoch haben wir das Café dekoriert und die Quilts aufgehängt. 
Heute ist nun um 15 Uhr die Vernissage - und ich soll was sagen und das auch noch über mich. Ich weiß noch gar nicht, was ich da sagen soll. Ich hoffe, ich kriege das alles hin...