Vor einer Weile bin ich im Netz über einen tollen Quilt "gestolpert", der hatte es mir angetan und ich habe gesucht, ob es dafür eine Anleitung gibt. Eine Anleitung gibt es nicht, aber seitdem folge ich der Künstlerin auf Instagram, dort habe ich dann auch die Ankündigung für den Onlinekurs "Picasso trifft Algorithmus" gesehen. Dieser Kurs fand/findet im Rahmen des Gildes-Sommers der Patchworkgilde statt. Ich habe bisher noch nie an einem Onlinekurs der PW-Gilde teilgenommen, habe aber schon oft gelesen, dass die Kurse sehr schnell ausgebucht sind.
Also habe ich mir den Termin im Kalender eingetragen und auch gleich die Anmeldedaten der Gildeseite dazu (die vergesse ich grundsätzlich und habe schon mehrfach ein neues Passwort anfordern müssen). Als es dann soweit war, dass die Kurse freigeschaltet waren, fand ich den Kurs zuerst nicht (es war sehr schwer, auf der Gildeseite die Kurse zu finden), nachdem ich ihn dann gefunden hatte, konnte ich ihn nicht buchen, es gab irgendwelche Probleme... Aber nach einem kurzen Moment ging es dann und ich hatte MEINEN Kurs gebucht. Mann, was war ich aufgeregt. In diesem Zuge habe ich mich dann auch gleich noch für die neue Onlinegruppe angemeldet, die - als Nachfolgeprojekt zu Marias Quilt - den Sylvia's Bridal Sampler aus den Elm Creek-Büchern näht.
Am vergangenen Sonntag fand nun mein Kurs von 10 bis 14 Uhr statt. Zu Anfang hat Carmen viel über KI erzählt. KI wird immer präsenter und ist Segen und Fluch zugleich. Die Möglichkeiten, die die KI im Rahmen von Quilts bietet, finde ich allerdings unheimlich spannend und sicher werde ich das ausprobieren.
Stofflich habe ich mich ziemlich an Original (auch, weil mich die Farben an die Picasso-Bilder in der Albertina erinnert haben) orientiert und mich für Grunge-Stoffe entschieden. Diese sind zwar einfarbig, haben aber durch die Art und Weise doch Struktur und Lebendigkeit. Das finde ich schön.
Carmen arbeitet mit Freezer-Papier. Die Vorlagen mussten auf dem Papier ausgedruckt oder aufgezeichnet werden. Das Abzeichnen und Ausschneiden der Vorlagen hat Katharina für mich übernommen, weil ich es zeitlich überhaupt nicht geschafft hätte. Sie hat mir damit unheimlich geholfen. Ich habe es nicht einmal geschafft, mir die Vorlagen vor dem Kurs anzusehen, ich habe nicht einmal gucken können, wie Katharina die ausgeschnittenen Vorlagen am Ende sortiert hat. So habe ich im Kurs natürlich immer das passende Stück suchen müssen. Zunächst fiel es mir auch schwer, die Rundungen zu nähen. Am Endes des Kurses hatte ich das obere Stück zusammengenäht und das war es dann erst einmal. Die Arbeit lag bis gestern.
Gestern habe ich mich dann wieder an das Projekt gewagt (ich war ein wenig hin- und hergerissen: Im Kurs erschien mir das Nähen so arg schwierig, die Rundungen, dass es passen muss...). Gestern aber ging es besser. Sicher, die ein oder andere Naht habe ich ein wenig auftrennen müssen, damit die Übergänge richtig passen, aber im Großen und Ganzen flutschte es gestern. Nun fehlt nur noch der ganz untere Teil des Bildes.

Ich glaube, die Dame ist zwiespältig, Freude und Nichtfreude über etwas finden sich in ihrem Gesicht, so geht es mir momentan auch. Ab Oktober stehen Veränderungen an, Veränderungen, auf die ich so gar keine Lust habe. Wieder eine neue Situation, wieder neu lernen, neue Menschen, aber auch altbekannte, neue Arbeitsweisen, ein altes neues Computerprogramm... Eine Tür schließt sich, sofort tat sich eine neue Tür auf. Das ist schön und beruhigend und irgendwann wird die Freude darüber auch mein Herz erreichen. Stolz macht es mich, dass ich in den letzten Tagen so viel Wertschätzung erfahren habe. Und ja, ich habe mir eingestanden, dass meine Kraft endlich ist und war bei meiner Hausärztin. Wie schön es doch ist, eine ganze Nacht, wenn auch nur bis zum Morgengrauen, durchzuschlafen und keine Gedanken an irgendetwas in den Kopf zu bekommen... Und der Rest kommt dann auch irgendwann.