Sofern alles so klappt, wie ich das geplant habe, bin ich am Dienstag, wenn der Juli beginnt, in Wien. Das heißt zum einen, dass ich dann Urlaub habe - also den habe ich dann ja schon seit Montag - und zum anderen beginn dann der neue Monat und das heißt eigentlich, dass ich im Büro den neuen Quilt aufhänge. Nun hätte ich ja auch den Juniquilt hängen lassen können bis ich aus dem Urlaub zurück bin. Aber der Quilt passt nun mal so gar nicht zum Kalenderblatt und das widerstrebe mir extrem. Ja, auch, wenn ich gar nicht im Büro bin. Nun stellt euch doch mal vor, meine Kolleginnen gehen in mein Büro und sehen einen orangen Quilt zum geblichen Kalenderblatt. Nein, das geht gar nicht.
Außerdem brauchte ich mal wieder was für meine Seele, so zum Streicheln. Und so bin ich gestern nach der Massage nicht zum Schwimmen gefahren, sondern habe... ...genäht. Ich habe am Dienstag schon alle Vorbereitungen getroffen, den Schnitt ausgeschnitten und die Stoffe rausgesucht.
Und so habe ich gestern genäht. Das war so schön und es tat mir einfach gut, auch wenn es etwas chaotisch aussah.
Mein Kalenderblatt für den Juli zeigt Segelschiffe, eines der Lieblingsmotive von Feininger. Mir persönlich gefallen die Architekturbilder besser, obwohl auch die Meerbilder schön sind. Sie sind, zumindest für mich, oftmals leichter. Und so empfinde ich auch das Juliblatt.
Das ist meine Stoffauswahl.
Wie so oft habe ich erst einmal eine gewisse Auswahl getroffen und habe dann im Laufe des Nähens weitere Stoffe dazu genommen. In diesem Fall habe ich tief in die Blaukiste gegriffen, denn ich wollte die Leichtigkeit des Bildes, besonders der Mitte aufgreifen.
Den unseren Teil der Kirche habe ich dieses Mal in einem dunklen Türkis genäht, daran schließt sich ein helleres Grün an, um den Vorbau darzustellen. Mir war die Leichtigkeit wichtig, daher habe ich den Rest der Kirche in hellem Blau genäht. Auch der Himmel ist in blau gehalten, durchbrochen von einem hell leuchtenden Kirchturm.
Schon als das Top fertig war, war ich damit sehr zufrieden. Ich musste ein wenig überlegen, wie ich quilten wollte. Das wird immer schwieriger, weil ich viele Varianten einfach schon gequiltet habe. Im unteren Bereich habe ich freihand gequiltet, der dunkle Bereich rechts links stellt die Dächer der kleineren Häuser dar, das habe ich beim Quilten versucht darzustellen. Im Himmelbereich habe ich Wellenlinien gequiltet, um damit ein wenig die Bewegung des Wassers aufzugreifen.
Das gelbe Binding war Katharinas Idee und ich finde, sie hat eine perfekte Wahl getroffen. Meinen Quilt habe ich heute gleich mit auf Arbeit genommen und nach dem Feierabend dann gewechselt. Gut, ich gucke dann morgen schon auf das Kalenderblatt von Juli, das zum Glück nur bis 14 Uhr, und ich denke, das geht.
Ich finde, das sieht richtig, richtig schön aus. Ich freue mich, wenn ich morgen auf das Bild und den Quilt gucken und ich freue mich, wenn ich den Quilt dann Anfang August wieder mit nach Hause nehme. 😍