Habt vielen Dank für eure lieben Kommentare zu meinen letzten Beiträgen. Ich habe mich wie immer sehr darüber gefreut.
In der letzten Woche hatte ich zu Steffen und Johannes gesagt, dass ich gern mal wieder was nähen möchte. Spontan kam von Johannes die Antwort: "Opa hat sich eine neue Hose gekauft!". Nein, nicht kürzen, nähen. 😂
Freitag habe ich auf Arbeit mein Büro ein wenig, nein, fast vollständig, umgeräumt und so sieht es jetzt heller und freundlicher aus und, ich denke es zumindest, so habe ich mehr Platz zum Arbeiten, da die Schreibtische nun zusammenhängend sind. Ich habe mich darüber so gefreut, dass ich entschieden habe, zu Hause einen Gelmeroda-Quilt zu nähen. Für mein Büro hatte ich mir einen Feiningerkalender gekauft und im nächsten Monat ist Gelmeroda II, das gelbe Gemälde als Monatsbild drauf. Ich habe überlegt, ob ich vielleicht jeden Monat mal einen Gelmerodaquilt in den Farben nähe, die auf dem Kalenderlbatt sind. Egal, ob ich das mache oder nicht: Der gelbe Quilt steht ja noch immer auf meiner Wunschliste und so habe ich am Freitag gelbe Stoffe herausgesucht. Gefärbt hatte ich ja schon gelbe Stoffe, da ich den Quilt ja auf jeden Fall nähen möchte.

Ich hatte den Schnitt ja im letzten Jahr noch einmal überarbeitet, aber ich glaube, genäht hatte ich den noch nicht. Die beiden Herbstquilts sind zwar auch nach einem überarbeiteten Schnitt, aber den habe ich während des Nähens noch einmal überarbeitet. Ich hatte so viele kopierte Schnitte in meiner Hülle, dass ich erst einmal suchen musste, welches nun die aktuelle Version ist. Ich habe dann im PC in dem Programm geguckt und die passende Vorlage gefunden.
Dieses Mal habe ich mit dem Turm angefangen und dafür nur einen Stoff, anstatt wie sonst immer, drei unterschiedliche, verwendet. Der Stoff ist aus meiner ersten Containerfärbung und da er farblich so unterschiedlich ist, fand ich ihn passend. Ich habe aber gemerkt, dass ich meinen Schnitt lange nicht genäht hatte, denn als ich Dach und Turm zusammengenäht hatte, passte es zunächst gar nicht und ich musste korrigieren.
Farblich habe ich mich an dem Gemälde orientiert, ich habe auch das obere Teil des Turm, dort, wo die Uhr sitzt, in dunklen Stoffen genäht und ich finde, es sieht wirklich richtig gut aus.
Leider habe ich gar kein Foto vom Top ohne Quilten gemacht, denn das Quilten hat dieses Mal viel von der Optik verändert. Auch beim Quilten habe ich versucht, mich ein wenig am Gemälde zu orientieren. Dort sind im Himmelbereich noch blaue Schatten und Strukturen gemalt. Das habe ich versucht, mit dem Quilten zu zeigen. Während des Quiltens kam mir dann der Gedanke, dass es aussieht, wie eine Tanne. Vielleicht war das wieder eine Freud'sche Fehlleistung: Auf den Bildern ist ja meist die Tanne mit zu sehen und vielleicht wollte ich unbewusst diese mit integrieren? Vielleicht habe ich es aber auch nur nicht besser hinbekommen. Egal, ich finde, es sieht gut aus.
Ich habe den fertigen Quilt dann noch mit Buntstiften koloriert, um in die Stoffe mehr Bewegung zu bekommen. Im Himmelbereich habe ich blau verwendet und im unteren Bereich der Kirche habe ich mit braun gearbeitet. Die aufgemalten Farben habe ich dann mit Wasser verwischt.
Ich war schon gut zufrieden, dann kam mir die Idee, dass ich den Quilt ja vielleicht noch ein wenig weiter verzieren könnte. Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook Werbung für eine
Künstlerin angezeigt bekommen, die selber Stempel herstellt. In ein Stempelset hatte ich mich spontan verliebt und mir das bestellt. Am Freitag kamen die Stempel an. Allein schon der Umschlag ist klasse:
Die Stempel sind in einer selbst gemachten Verpackung untergebracht, die natürlich mit den Motiven bestempelt sind. Meine Überlegung war nun, die Stempel für meinen Quilt zu verwenden. Bevor ich aber den Quilt bestempeln konnte, musste ich erst einmal eine ganze Weile mein Stempelkissen suchen. Nach einer ganzen Weile habe ich die Sachen dann gefunden und ich konnte testen.
Ich habe natürlich nicht gleich auf meinen Quilt gestempelt, sondern auf Stoff und diese dann auf den Quilt aufgelegt und geguckt, ob es überhaupt gut aussieht. Es gefiel mir, ist mal was anderes und so habe ich dann Mut bewiesen und meinen fertigen Quilt bestempelt:
Oh ja, das gefällt mir. Gut, der zweite Stempel ist etwas blass geworden, da hätte ich mehr drücken müssen, aber es sieht trotzdem schön aus.
Einen Platz hat der Quilt auch schon bekommen, momentan hängt er im Flur über unserem Regal, in dem die Körbe für Pfand, Papier- und Glasmüll stehen und zufällig hängt daneben gerade der Quilt, den ich vor vielen Jahrem im Rahmen einen Round Robins genäht habe:
Ich hatte ja tatsächlich überlegt, ob ich dieses Projekt beenden kann oder ob ich noch weiternähen möchte. Ein Kollege vom Jugendausschuss sagt immer, wenn er bei der Ansprache zur Turniereröffnung nicht mehr aufgeregt ist, dann hört er auf, denn dann ist das Feuer nicht mehr da. Ja, damit hat er recht, wenn die Aufregung abhanden gekommen ist, ist es Routine geworden und dann macht es keinen Spaß mehr. So geht es mir mit den Gelmerodaquilts: Es ist noch Aufregung da, ob es denn so wird, wie ich es mir vorgestellt habe, das Feuer brennt noch und so werde ich an dem Projekt doch noch weiterarbeiten.