Freitag, 31. Januar 2025

Eine Reise, ein Buch und eine alte Jeans

Bei Katrin auf dem Blog habe ich vor einigen Tagen gelesen, dass sie aus einer alten Hose eine Buchhülle nach dieser Anleitung genäht hat. Das gefiel mir und da wir ja einen "Ausflug" nach Mannheim geplant hatte und ich mir für die Zugfahrt was zum Lesen mitnehmen wollte, habe ich natürlich eine Buchhülle genäht. Zum Glück ist Jonathan aus seinen Hosen rausgewachsen und hat einige aussortiert. Diese habe ich mir gesichert und gleich die erste auseinander geschnitten.

Ich wollte gern die Hosentasche mit verwenden, aber nicht extra aufnähen, sondern gleich so verwenden, wie sie aufgenäht ist. Das habe ich auch gemacht, dadurch ist meine Hülle allerdings etwas kürzer geworden. Damit mein Buch oben nicht rausrutscht, habe ich ein Gummi mit gefasst und auf der Hosentasche einen Jeansknopf angebracht, so kann ich die Hülle verschließen.

Dieses Mal habe ich rechtzeitig daran gedacht, meine Labels zu verwenden. Auf der Rückseite der Buchhülle habe ich einen Schriftzug aufgebügelt.
Die Hülle ist so geräumig geworden, dass ich da notfalls auch zwei kleinere Bücher reinstecken kann. Das Nähen ging einfach und hat Spaß gemacht, so habe ich noch eine weitere Hülle zugeschnitten. Allerdings ist diese zu schmal geraten, so dass ich diese erst einmal im Müll entsorgt und eine weitere Hülle zugeschnitten habe. Diese hatte dann eine bessere Größe. Da ich aber inzwischen manche Dinge schlecht wegwerfen kann, habe ich den zu kleinen Zuschnitt wieder aus dem Müll geholt und auch diese Buchhülle genäht. Da würden zum Beispiel kleine Reclambücher reinpassen oder ich lege diese Hülle in die Geschenkebeutelkiste.

Ich hatte gestern bei unserem Ausflug die rechte Buchhülle mit und glücklicherweise zwei Bücher eingesteckt, denn das erste hatte ich bereits auf der Hinfahrt ausgelesen, das lag daran, dass es ein dünneres Buch war, was sehr interessant war und weil ich zu Hause damit schon begonnen hatte. 😉

Mittwoch, 29. Januar 2025

gemeinsame Zeit

Katharina hatte gestern ihren Termin beim Röntgen und Chirurgen und - ja, genau - der Gips ist ab. Sie war unendlich happy darüber. Allerdings war es wieder sehr typisch für uns, denn als der Arzt dann entschieden hatte, dass der Gips abkommt, hatte er gefragt, ob sie denn einen Strumpf dabei hatten. Strumpf? Nö... Als sie mich auf Arbeit angerufen und davon erzählt haben, musste ich herzhaft lachen. Das ist so typisch für unsere teilweise chaotische Familie.

Als der Gips neu war, war Katharina sehr tapfer, zwischendrin hatte sie eine Phase, in der sie sehr traurig war, morgens, vor der Schule und abends, vor dem in's Bett gehen, gab es oft Tränen (kann ich verstehen) und es schien ihr, als nähme die Zeit gar kein Ende. Sie hat es auch vermisst, mit ihren Freunden rauszugehen und war natürlich auch deswegen oft traurig (kann ich auch verstehen). Um dem entgegen zu wirken, haben wir uns einen Sonnabend ausgesucht und einen Mädelstag gemacht. Wir haben uns beide ein Projekt ausgesucht und mal wieder zusammen genäht.

Katharina wollte für Johannes eine Krone machen, schließlich hat er einige Tage zuvor die Weihnachtsquilts ab- und die anderen aufgehängt. Und weil der das so gut gemacht hat, sollte er eben eine Krone bekommen. Ich wollte gern für Katharina aus dem Rest meines Ringeljerseys ein Schlafshirt nähen. Es war noch ein kleiner Rest über, der gerade so für ein Shirt reichen könnte.

Katharina hat schon öfter Kronen für uns gebastelt, die waren dann aus Papier. Ich habe ihr dann Bastelfilz gegeben und sie hat sich einen Papierschnitt gemacht und daraus dann die benötigten Teile aus dem Filz ausgeschnitten. Auch die Verzierungen hat sie sich ganz allein überlegt und angebracht.

Glücklicherweise kann man mit der Nähmaschine auch mit der Start-/Stopptaste nähen und so konnte Katharina an der Nähmaschine Nähen. Die Krone ist toll geworden und als Johannes von der Arbeit kam, wurde er ganz standesgemäß gekrönt.

Ich habe aus den Resten von meinem Merinostoff für Katharina ein Shirt zugeschnitten. Ich musste ein wenig improvisieren, damit es ausreichend lang ist und so habe ich am unteren Saum einen Streifen angenäht, in welchem die Streifen längs stehen, sonst wäre das Shirt zu kurz geworden. 

Ich habe den Halsausschnitt dieses Mal nicht eingefasst, sondern ein Bündchen angenäht, welches ich sozusagen hinter den Ausschnitt gelegt habe. Ich weiß gerade nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Tja und was soll sich sagen: Das Bündchen sah gut aus, war aber auf der falschen Seite angenäht:
Na super! Ich habe das Bündchen dann knappkantig abgeschnitten und neu angenäht und dann war es zum Glück auch richtig herum. Da ich dieses Shirt ein wenig mehr geplant habe als meinen Schlafanzug, habe ich dieses Mal auch ein paar Label mehr angenäht.


Auf den Ärmel habe ich ein Bügelbild aufgebügelt. Ich war erst ein wenig skeptisch, weil das mit recht hoher Temperatur aufgebügelt werden muss, ob der Stoff das aushält. Aber es hat alles gut geklappt. Allerdings war ich beim Abziehen zu voreilig und so ist von dem einen Buchstaben ein Stück verlustig gegangen. Aber das tut keinen Abbruch.

Katharina findet das Shirt schön und hat es auch schon ausgiebig im Bett getestet. Gut, dass ich den Stoff noch verarbeitet habe, nun sind wirklich nur noch Reste über, aus denen keine Kleidung mehr genäht werden kann. Aufgehoben habe ich sie trotzdem, vielleicht kann ich sie für AMC verwenden.

Sonntag, 26. Januar 2025

Das Feuer brennt noch

Habt vielen Dank für eure lieben Kommentare zu meinen letzten Beiträgen. Ich habe mich wie immer sehr darüber gefreut.

In der letzten Woche hatte ich zu Steffen und Johannes gesagt, dass ich gern mal wieder was nähen möchte. Spontan kam von Johannes die Antwort: "Opa hat sich eine neue Hose gekauft!". Nein, nicht kürzen, nähen. 😂 

Freitag habe ich auf Arbeit mein Büro ein wenig, nein, fast vollständig, umgeräumt und so sieht es jetzt heller und freundlicher aus und, ich denke es zumindest, so habe ich mehr Platz zum Arbeiten, da die Schreibtische nun zusammenhängend sind. Ich habe mich darüber so gefreut, dass ich entschieden habe, zu Hause einen Gelmeroda-Quilt zu nähen. Für mein Büro hatte ich mir einen Feiningerkalender gekauft und im nächsten Monat ist Gelmeroda II, das gelbe Gemälde als Monatsbild drauf. Ich habe überlegt, ob ich vielleicht jeden Monat mal einen Gelmerodaquilt in den Farben nähe, die auf dem Kalenderlbatt sind. Egal, ob ich das mache oder nicht: Der gelbe Quilt steht ja noch immer auf meiner Wunschliste und so habe ich am Freitag gelbe Stoffe herausgesucht. Gefärbt hatte ich ja schon gelbe Stoffe, da ich den Quilt ja auf jeden Fall nähen möchte.

Ich hatte den Schnitt ja im letzten Jahr noch einmal überarbeitet, aber ich glaube, genäht hatte ich den noch nicht. Die beiden Herbstquilts sind zwar auch nach einem überarbeiteten Schnitt, aber den habe ich während des Nähens noch einmal überarbeitet. Ich hatte so viele kopierte Schnitte in meiner Hülle, dass ich erst einmal suchen musste, welches nun die aktuelle Version ist. Ich habe dann im PC in dem Programm geguckt und die passende Vorlage gefunden.

Dieses Mal habe ich mit dem Turm angefangen und dafür nur einen Stoff, anstatt wie sonst immer, drei unterschiedliche, verwendet. Der Stoff ist aus meiner ersten Containerfärbung und da er farblich so unterschiedlich ist, fand ich ihn passend. Ich habe aber gemerkt, dass ich meinen Schnitt lange nicht genäht hatte, denn als ich Dach und Turm zusammengenäht hatte, passte es zunächst gar nicht und ich musste korrigieren.

Farblich habe ich mich an dem Gemälde orientiert, ich habe auch das obere Teil des Turm, dort, wo die Uhr sitzt, in dunklen Stoffen genäht und ich finde, es sieht wirklich richtig gut aus.
Leider habe ich gar kein Foto vom Top ohne Quilten gemacht, denn das Quilten hat dieses Mal viel von der Optik verändert. Auch beim Quilten habe ich versucht, mich ein wenig am Gemälde zu orientieren. Dort sind im Himmelbereich noch blaue Schatten und Strukturen gemalt. Das habe ich versucht, mit dem Quilten zu zeigen. Während des Quiltens kam mir dann der Gedanke, dass es aussieht, wie eine Tanne. Vielleicht war das wieder eine Freud'sche Fehlleistung: Auf den Bildern ist ja meist die Tanne mit zu sehen und vielleicht wollte ich unbewusst diese mit integrieren? Vielleicht habe ich es aber auch nur nicht besser hinbekommen. Egal, ich finde, es sieht gut aus.

Ich habe den fertigen Quilt dann noch mit Buntstiften koloriert, um in die Stoffe mehr Bewegung zu bekommen. Im Himmelbereich habe ich blau verwendet und im unteren Bereich der Kirche habe ich mit braun gearbeitet. Die aufgemalten Farben habe ich dann mit Wasser verwischt.

Ich war schon gut zufrieden, dann kam mir die Idee, dass ich den Quilt ja vielleicht noch ein wenig weiter verzieren könnte. Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook Werbung für eine Künstlerin angezeigt bekommen, die selber Stempel herstellt. In ein Stempelset hatte ich mich spontan verliebt und mir das bestellt. Am Freitag kamen die Stempel an. Allein schon der Umschlag ist klasse:

Die Stempel sind in einer selbst gemachten Verpackung untergebracht, die natürlich mit den Motiven bestempelt sind. Meine Überlegung war nun, die Stempel für meinen Quilt zu verwenden. Bevor ich aber den Quilt bestempeln konnte, musste ich erst einmal eine ganze Weile mein Stempelkissen suchen. Nach einer ganzen Weile habe ich die Sachen dann gefunden und ich konnte testen.

Ich habe natürlich nicht gleich auf meinen Quilt gestempelt, sondern auf Stoff und diese dann auf den Quilt aufgelegt und geguckt, ob es überhaupt gut aussieht. Es gefiel mir, ist mal was anderes und so habe ich dann Mut bewiesen und meinen fertigen Quilt bestempelt:


Oh ja, das gefällt mir. Gut, der zweite Stempel ist etwas blass geworden, da hätte ich mehr drücken müssen, aber es sieht trotzdem schön aus.
Einen Platz hat der Quilt auch schon bekommen, momentan hängt er im Flur über unserem Regal, in dem die Körbe für Pfand, Papier- und Glasmüll stehen und zufällig hängt daneben gerade der Quilt, den ich vor vielen Jahrem im Rahmen einen Round Robins genäht habe:
Ich hatte ja tatsächlich überlegt, ob ich dieses Projekt beenden kann oder ob ich noch weiternähen möchte. Ein Kollege vom Jugendausschuss sagt immer, wenn er bei der Ansprache zur Turniereröffnung nicht mehr aufgeregt ist, dann hört er auf, denn dann ist das Feuer nicht mehr da. Ja, damit hat er recht, wenn die Aufregung abhanden gekommen ist, ist es Routine geworden und dann macht es keinen Spaß mehr. So geht es mir mit den Gelmerodaquilts: Es ist noch Aufregung da, ob es denn so wird, wie ich es mir vorgestellt habe, das Feuer brennt noch und so werde ich an dem Projekt doch noch weiterarbeiten.

Samstag, 25. Januar 2025

So schön warm

In den letzten Wochen und Monaten war ich extrem erschöpft und habe ständig gefroren, auch, wenn ich abends im Bett lag: Zwei warme kuschelige Quilts, langer Schlafanzug, zwei paar Strümpfe und die Kälte kroch so langsam von unten hoch und kam immer in Schauern über mich. Selbst nachts bin ich manchmal wach geworden, weil ich zum Beispiel mal wieder kalte Füße hatte. 

Eigentlich kann das ja nicht sein, also habe ich gesucht, was ich dagegen tun kann und bin auf Schlafanzüge aus Merinowolle gestoßen. Ups, die sind ja ganz schön teuer. Ich habe dann eine Weile gesucht und eine Leggings und ein Langarmshirt gefunden, welches nicht gaaaanz so kostenintensiv war. Eine Investition war es trotzdem noch, aber wie Steffen immer so ist, hat er hat da wieder gesagt: "Bestell doch.". Ich habe es dann auch getan und als mein Schlafanzug kam, war ich erst ein wenig... ...enttäuscht, denn die beiden Sachen waren recht dünn. Das Material ist eine Mischung aus Merinowolle und Seide und das soll warm halten. Logisch, dass ich die Sachen gleich anprobiert habe (vor dem Schlafen) und erstaunlicherweise hielten sie wirklich warm.

Auch wenn Sachen aus Wolle nicht so häufig gewaschen werden müssen, wie Sachen aus anderen Materialien muss auch mein Schlafanzug mal gewaschen werden. Und dann? Wieder frieren? Mein Plan war das eigentlich nicht und so habe ich mich auf die Suche nach einem weiteren Schlafanzug gemacht, natürlich wieder aus Merinowolle. Und wie es der Zufall so will, wurde mir mal wieder Werbung angezeigt. Für einen Shop, der besondere Stoffe anbot und nun aber schließt. Dort habe ich dann auch noch einen Stoff aus Merinowoll in ausreichender Länge gefunden. Auch das war eine Investition, aber da Steffen wieder seinen Standardspruch - siehe oben - gesagt hat, habe ich ihn mir bestellt.
Gleich als der Stoff kam, glücklicherweise war es ein Mittwoch, der Tag, an dem ich pünktlich Feierabend habe, habe ich mich an's Nähen gemacht. Schnitte für Leggings und Langarmshirts habe ich ja da, da ich das öfter nähe. Der erste Schnitt in den teuren Stoff war nicht so einfach, aber wenn ich einen neuen Schlafanzug haben wollte, musste ich es tun.

Die Sachen habe ich komplett mit der Overlock genäht, ich brauche ja dehnbare Nähte. Glücklicherweise habe ich inzwischen Maschinen, die sehr gut sind und vor dem Nähen keinerlei Einstellungen ausprobieren muss. Wenn ich da noch an die erste Overlock denke, die ich hatte, bevor ich da was nähen konnte, musste ich erst x-mal probieren, ob auch alles stimmt. Genauso ist es mit der Covermaschine. Da hatte ich mir 2005 eine gekauft, als Jonathans Kur bewilligt worden ist und ich ihm Shirts und Jogginghosen nähen wollte. Aah, was habe ich immer wieder mit der Maschine gekämpft, über viele Jahre. Nachdem ich damit dann aber 2013 eine Hose von Papa beim Säumen geschrottet habe, habe ich ihr einen Freiflug in die Mülltonne spendiert. Ich hatte dann eine andere Cover gekauft, aber auch die zickte immer wieder rum und irgendwann bin ich dann bei "meiner" Marke gelandet und damit bin ich zufrieden: Anschalten, losnähen - und es funktioniert!
Und was soll ich sagen: Ich bin auch wirklich mit meinem Schlafanzug fertig geworden. Ich sage immer, wenn der Schnitt schon kopiert ist, geht das Nähen schnell. Und so konnte ich am Abend dann meinen neuen Schlafanzug Probe schlafen. Ähm, ich habe doch tatsächlich im Bett geschwitz und das mitten im Winter! Es war die absolut richtige Entscheidung, den Stoff zu kaufen. 
Leider habe ich beim Nähen nicht daran gedacht, einige von den Labeln aus dem letztjährigen Adventskalender mit zu vernähen und so habe ich nur ein klitzekleines Label am Saum vernäht.
Ich habe den Schlafanzug nun schon seit drei Wochen im Gebrauch und nun kann ich nach Dauertest sagen, dass es richtig war, den Stoff zu kaufen. Gut, ich habe ein kleines Löchlein im Stoff, da muss ich mal gucken, wie ich das reparieren kann, damit es nicht größer wird. Gefroren habe ich seitdem im Bett nicht mehr, nur die Füße waren hin und wieder mal kalt. Was allerdings geblieben ist, war die ständige Erschöpfung. Irgendwie hätte ich ja gedacht, dass auch das verschwindet, wenn ich nachts nicht mehr friere. Dem war aber nicht so.

Die Erschöpfung ist aber auch auf dem Weg in's Nirvana. Vor 1 1/2 Wochen war ich beim Frauenarzt und hatte dort einen Flyer gesehen, der damit warb, dass Erschöpfung behandelt weden muss. Darin ging es um Vitaninspritzen und es gab eine Fragenliste mit diversen Fragen, bei denen es drei Antwortmöglichkeiten gab: Sehr häufig, häufig, selten. Sehr häufig gab es bei mir zwei mal, häufig drei-, viermal und der Rest war selten. Im Gespräch fragte mich die Ärztin dann, wie es mir geht und ich habe erzählt, dass ich eben immer wieder Schmerzen habe und erschöpft bin, es aber auf die Wechseljahre schiebe. Ich hatte dann auche erzählt, dass ich Weihnachten zwei Wochen frei hatte und überhaupt nicht erholt war.

Sie sprach dann den Flyer an, den ich auch schon entdeckt hatte, sprach mit mir darüber und sagte, dass sie diese Kur auch bei sich selbst macht. Man muss es zwar selbst bezahlen, aber ich dachte, das kann ich ja versuchen. Inzwischen habe ich drei von acht Spritzen bekommen und - man mag es kaum glauben - bereits nach der ersten ging es bei mir aufwärts: Die ständigen Schmerzen im Körper wurden weniger, die Vitalität kehrte zurück. 

Ich freue mich, dass ich zum einen den Flyer entdeckt und zum anderen die Erschöpfung angesprochen habe. Das ist ja bei mir immer so ein bisschen das Problem: Das Problem beim Arzt zu benennen, denn ich habe dann oft den Gedanken "ach, hab dich nicht so, das ist normal und wir schon wieder" und oft habe ich es als Jammern empfunden. Ich gehe ja auch nur dann zum Arzt, wenn es wirklich nicht mehr geht und ich bleibe auch nur zu Hause, wenn es tatsächlich nicht mehr geht. Ich müsste da für mich einen Mittelweg finden, ich denke, dann würde es mir auch ein wenig besser gehen und ich gehe mit mir nicht immer an die Grenze. Vielleicht schaffe ich das noch einmal irgendwann. Wenn ich das Problem aber beschreiben kann und es kenne, bin ich doch aber bestimmt schon auf dem richtigen Weg.

Freitag, 24. Januar 2025

Wenn mal wieder alles anders ist

Seit ein paar Jahren bestelle ich mir immer am Anfang eines neues Jahres meinen Blog vom letzten Jahr in Papierform. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich darauf gestoßen bin. Auf jeden Fall ist es eine schöne Sache, auch wenn ich vieles digital mache, habe ich doch manches gern physisch vor mir liegen und dazu gehört eben auch mein Bloggeschwafel. Meine Kollegin sagt immer, sie muss "knicken, lochen, abheften". Ja, so geht es mir mit meinem Blog auch: Knicken, lochen, abheften.

Bis zum letzten Jahr habe ich das Blogbuch bei Blog2print als pdf-Datei bestellt und dann hier in Deutschland drucken lassen. Tja, bis zum letzten Jahr, denn die Seite hat im letzten Frühjahr ihre Pforten geschlossen. Oh je und nun? Das war ja wieder was für mich, wo ich doch Veränderungen so gar nicht mag. 😞 Und als ich das festgestellt habe, war es schon wieder spät am Abend, na klar, diese Dinge erledige ich abends, wenn alles fertig ist.

Ich habe dann lange gesucht und auch eine Seite gefunden, die den Blog als Buch druckt. Allerdings war das ein richtig gebundenes Buch (bei dem Umfang meines Blogs im letzten Jahr waren es sogar drei Bücher). Auf das gebundene Buch und auch den Preis hätte ich mich noch eingelassen, aber das Programm hat die Fotos nach eigenem Gutdünken angeordnet und auch beschnitten. Das gefielt mir gar nicht. Was aber das Hauptausschlusskriterium für diese Seite war, waren die fehlenden Kommentare und gerade die finde ich beim Durchblättern nach einigen Jahren so schön.

Also habe ich am nächsten Tag weitergesucht und eine Seite gefunden, wo es möglich ist, eine xml-Datei, die vorab über Blogger erstellt wird, hochzuladen und die dann dort in ein word-Dokument oder eine pdf-Datei umgewandelt wird. Das habe ich dann versucht und mich dort sogar für ein Jahr (ich hoffe zumindest, dass es nur ein Jahr und kein Abo ist) kostenpflichtig angemeldet und meinen Blog erstellen lassen.

Die pdf-Datei war nicht so wirklich schön, denn das waren weit über tausend Seiten, was auch daran lag, dass manchmal nur ein einziges Foto auf einer Seite war. Also habe ich die word-Datei versucht. Diese hatte dann weniger Seiten, allerdings musste ich die Datei dann erst wieder in eine pdf-Datei umwandeln... Irgendwann hat irgendwie alles geklappt und ich habe mein Blogbuch in den Druck geben können.

Am Mittwoch nun kam das Buch und ich muss sagen, ich vermisse noch die schönen Blogbücher von Blog2print. Da war es möglich, die Deckseite zu gestalten, etwas dazu zu schreiben. Diese Möglichkeit habe ich bei Blogbooker nicht gefunden, aber vielleicht war ich am Abend auch einfach nur zu ungeduldig.

Die Formatierung ist auch nicht ganz so schön, manchmal gibt es keinen Blocksatz, sondern der Text ist linksbündig geschrieben, manchmal gibt es große Abstände auf der Seite.

Es sind aber auch Seiten dabei, die mir richtig gut gefallen.
Ich werde jetzt das nächste Blogbuch nach einem halben Jahr bestellen, dann ist die Datei nicht so groß und dann werde ich mal sehen, ob ich die Datei noch irgendwie bearbeiten oder aufhübschen kann. Ansonsten werde ich mich eben an das neue Aussehen gewöhnen müssen.

Sonntag, 19. Januar 2025

...etwas Verrücktes machen...

Bei Anni ist vor ein paar Tagen des Jahresbingo gestartet und wenn es dort ein Feld "etwas Verrücktes machen" geben würde, könnte ich da jetzt glatt mitmachen. Ich gebe ehrlich zu, dass ich tatsächlich vor ein paar Tagen tatsächlich überlegt habe, beim Bingo mitzumachen, aber ich würde mich da gedanklich zu sehr unter Druck setzen und so habe ich entschieden, es nicht zu machen.

Aber zurück zur Überschrift: Ich habe heute wirklich etwas Verrücktes gemacht. Ich habe mir einen Hoodie gekauft, gut, dass ich nun noch nicht sonderlich verrückt, wenn man den Pullover aber sieht, dann doch schon:

Ich trage jetzt Rembrandt. 😂Früher, als ich noch jung war (das ich das mal schreibe, hätte ich auch nicht gedacht), hatte ich mir mal ein T-Shirt bei einem Konzert gekauft, auf dem Steffen und ich waren, sonst habe ich das nicht gemacht. Ich bin kein Riesenfan irgendeiner Gruppe, ja, ich bin Fußballfan, aber dann doch nicht so sehr, dass ich im Trikot rumlaufen müsste, ausgenommen das T-Shirt, als Bayern die fünfte Deutsche Meisterschaft in Folge gewann, die Shirts passten einfach für unsere Familie und so haben wir die für uns alle gekauft. Aber sonst mache ich so etwas nicht. 

Heute dann aber doch, wir waren in Leipzig im Museum der bildenden Künste und haben uns dort noch - kurz vor Tore Schluss - die Rembrandt-Ausstellung angesehen.


Das war eine gute Entscheidung, denn die Ausstellung war sehr schön und die gezeigten Gemälde, Zeichnungen und Radierungen beeindruckend. Wir haben uns auf's Handy die MDBK-App runtergeladen und hatten so de Audioguide bei uns. Das war eine gute Entscheidung, denn so haben wir noch viele Hintergrundinformationen erhalten. Beim nächsten Museumsbesuch werden wir daran denken, Kopfhörer mitzunehmen, so können wir den Audioguide noch einfacher nutzen und müsste nicht immer das Telefon an's Ohr halten.

Es war sehr interessant zu erfahren, dass bei vielen Arbeiten noch immer nicht so ganz klar ist, ob sie von Rembrandt selbst oder aber aus seiner Schule sind. Sehr interessant war auch zu hören, wie die Gemälde in speziellen Zeiten gedeutet worden sind. So war es zum Beispiel beim "Mann mit dem Goldhelm" so, dass die Nazis ihn als heroischen Krieger hingestellt haben, nach dem Krieg wurde dann in das Gemälde der vom Krieg gebrochene Mann hineingedeutet.

Es wurde auch das letzte Gemälde ("Simeon mit dem Jeseusknaben auf dem Arm") ausgestellt, welches Rembrandt gemalt hat. Als er starb, stand das Bild noch auf der Staffelei, es ist unvollendet.

Ich bummele nach dem Museumsbesuchs immer noch gern durch den Shop, manchmal nehme ich mir ein Buch zur Ausstellung mit. Naja und dann hing da im Shop der Hoodie. Ich habe eine Runde gedreht, mir das "Okay" der Familie geholt und dann den Pullover gekauft. Auf der Toilette im Museum habe ich dann probiert, ob er passt. Und: Passt! Und ich finde ihn total cool. 😍😂
So und jetzt mache ich mal was Ungewöhnliches und setzte mich auf die Couch und lasse den lieben Gott einen guten Mann sein und genieße den Rest vom Sonntag.

Freitag, 17. Januar 2025

Reparieren

Schon seit einigen Wochen hatte ich Hosen liegen, die repariert oder gekürzt werden musste. So etwas schiebe ich ja gern vor mir her, aber da einige der Hosen in der kommenden Woche für den Urlaub gebraucht werden, musste ich so langsam mal in die Gänge kommen. Also habe ich als erstes die Hosen gekürzt, die nächste Woche mit in den Urlaub fliegen (nein, nein, nicht wir fliegen in den Urlaub, sondern Bekannte und ja, eigentlich wäre Katharina da mitgeflogen, aber...).

Als nächstes habe ich mir die Hose vorgenommen, die ich kürzlich erst für Steffen gekauft hatte. Nur ein paar Mal getragen und schon ging an der aufgesetzten Tasche die Naht auf. Das nennt man wohl mit "der heißen Nadel" genäht.

Dann war eine Lieblingshose zu reparieren und bei einer Lieblingshose kann man doch nicht nein sagen. Sie ist so gern getragen, dass die Tasche im Auflösungsprozess war.
Zum Glück war noch so eine Hose vorhanden, die allerdings ein wenig zu klein war. Und so habe ich dann die Taschen von beiden Hosen abgetrennt und die heilen auf die Lieblingshose genäht. Nachdem die Tasche abgetrennt waren, war gut zu sehen, wie sehr die Hose ausgewaschen war.
Eine Schwierigkeit bestand darin, an den Nieten, die bei den neuen Taschen noch drin waren, vorbei zu nähen. Ich habe dann den ganz schmalen Nähfuß genommen und damit ging es ganz gut. Ok, die Naht ist nicht hundertprozentig gerade, aber es ist tragbar. Nachdem die Taschen angenäht waren, habe ich noch das Label am Bund festgenäht und dann war auch diese Arbeit erledigt.
Eine Hose habe ich dann noch gekürzt und bei einer anderen, die ich schon vor ein paar Wochen gekürzt hatte, noch den überschüssigen Stoff mit der Overlock abgenäht. Ich gebe es ehrlich zu, ich bin nun froh, dass diese Sachen erledigt sind. 

Schon am vergangenen Wochenende habe ich Katharinas "Unfall"Jacke repariert. Sie hatte von dem Unfall hinten einen Riss, aber noch zu gut, um sie wegzuwerfen. Dummerweise habe ich die Jacke gewaschen, bevor ich sie repariert hatte und so konnte ich neben der sauberen Jacke lauter Füllwatte aus der Waschmaschine holen. Zum Glück habe ich einen Beutel Füllwatte liegen und so habe ich die Jacke einfach wieder ausgestopft.
Zunächst habe ich unter den Riss Gewebeeinlage gebügelt, um den Riss ein wenig zu schließen. Ich habe dann mit Katharin geguckt, welches der Label zum einen passt und den Riss abdeckt und welches ihr auch gefällt. Dabei habe ich mal wieder festgestellt, wie sehr unsere Meinungen in solchen Sachen doch schon auseinander gehen. Wir haben uns dann zusammen für richtig "gutes Zeug" entschieden. Und es sieht so aus, als sollte es so sein:
Ich liebe ja mein Übersetzungsprogramm auf dem Handy und da ganz besonders die Funktion des Übersetzens vom Foto her:
Das ist auch ein echt gutes Zeug. ;-)

Ich bin froh, dass ich diese Arbeiten nun alle erledigt habe, dann kann ich wieder schönere Dinge in Angriff nehmen.

Samstag, 11. Januar 2025

Der entscheidende Millimeter

Wenn ich einen Quilt bzw. ein Top genäht habe, hänge ich das immer mit Hosenbügeln an meinen Kleiderschrank, um von Weitem zu sehen, wie das Genähte wirkt. Das ist ganz praktisch, es ist nur dann blöd, wenn ich an meinen Schrank muß. Für meinen Schrei habe ich durch Zufall einen anderen Platz gefunden: Vor meinem einen  Regal habe ich eine Kleiderstange, an der ich den Vorhang befestigt habe. 

Daran habe ich nun mein Top aufgehängt, so konnte es eine Weile hängen bleiben und hat mich nicht gestört, wenn ich an meinen Schrank wollte Und gesehen habe ich es trotzdem.
Regelmäßighabe ich also auf mein fertiges Top geguckt und über den Millimeter Abweichung am Gesicht nachgedacht. Mal wer ich der Meinung, es ist ok und mal habe ich gedacht, das geht gar nicht.
Heute habe ich dann endgültig gedacht, so geht es nicht und habe auch diese Abweichung korrigiert. Ich habe die Naht ein wenig aufgetrennt, die beiden Teile minimal gegeneinander verschoben und wieder zusammengenäht. Es war eine Arbeit von ein paar Minuten und letzendlich bin ich froh, daß ich auch diese Änderung noch vorgenommen habe. Ich habe insgesamt so viel an diesenTop korrigiert, daß es blöd gewesen wäre, dies nun nicht auch noch zu korrigieren. Ich kenne mich, ich hätte mich ewig darüber geärgert und meine Familie damit genervt.
Es paßt noch immer nicht hundertprozentig überein aber es ist nun so, dass es nicht mehr so extrem auffällt. Vorher fiel mein Blick immer auf genau diese eine Stelle. Heute nachmittag werde ich das Papier entfernen und dann vielleicht noch heften (wenn ich nicht wieder meine Pläne sowas von spontan über den Haufen werfe...).