Dienstag, 30. Juli 2024

Dortmund und der Bergpark Wilhelmshöhe

Im Frühsommer hatte ich mit Steffen über unseren Urlaub gesprochen und eigentlich hatten wir überlegt, anschließend nach Düsseldorf zu fahren. Von uns aus fahren wir auf der schnellsten Strecke gut 4 Stunden, von Urlaubsort aus wären es gut zwei Stunden gewesen. In Düsseldorf hätte ich mir gern eine Ausstellung von Kandinski und Hilma af Klint angesehen. Irgendwie sind wir dann aber wieder davon abgekommen, wir konnten uns irgendwie nicht so recht dazu entschließen, zum anderen wollte ich Steffen natürlich nicht nur mit meinen Vorlieben nerven. Irgendwann eines morgens kam mir dann die Idee, Tickets für das Fußballmuseum in Dortmund zu buchen. Dorthin fahren wir von Hüllhorst nur gut 1 1/2 Stunden. Gut, also habe ich Tickets für das Fußballmuseum gebucht, Steffen hat sich darüber sehr gefreut. Wir hatten auch schon überlegt, ob wir eine Nacht in Dortmund schlafen, hatten uns dann aber doch dagegen entschieden. 

Auf dem Weg nach Dortmund haben wir dann aber doch überlegt, dass wir dort ja eine Nacht schlafen könnten, spontan haben wir eine Übernachtung im A&O Hostel am Hauptbahnhof gebucht. Seit Hamburg wissen wir ja, was uns in einem Hostel erwartet und so konnten wir uns darauf einstellen. Und ich muss sagen, dass es eine passable Übernachtungsmöglichkeit ist, wenn man die Unterkunft nur zum Schlafen haben möchte. Und das ist ja unser Anliegen, wenn wir eine Stadt besuchen, da möchte ich ja die Zeit in der Stadt verbringen und was sehen und nicht im Hotelzimmer. 

Das Fußballmuseum wurde 2015 eröffnet und zieht jährlich über 200.000 Besucher an. Ein Mitstreiter aus unserem Jugendausschuss war dort schon einmal und hat uns einen Besuch empfohlen. Er sagte auch, dass man viel Zeit mitbringen muss. Damit hatte er recht, wir waren über 5 Stunden dort im Museum. Es war unheimlich interessant, es waren Exponate aus eigentlich allen Epochen des Fußballs ausgestellt. Schön fand ich, dass der ostdeutsche Fußball auch seinen Raum bekommen hat. Und das, wie ich finde, nicht in einer belehrenden Art und Weise, sondern sehr objektiv. 
Es gab unheimlich viel zu sehen und zu lesen, von daher hätte ich es sehr schön gefunden, wenn es innerhalb der Ausstellung weitere Sitzmöglichkeiten gegeben hätte, um auszuruhen. Ja, es gab Sitzmöglichkeiten, aber immer an Exponaten. Viel Raum nahm - logischerweise - der WM-Titel von 2014 ein. Ja, das war schön, das alles noch einmal zu sehen, das 7:1 gegen Brasilien, das legendäre Eistonnen-Interview von Per Mertesacker, der Sieg gegen Argentinien... Nicht schön fand ich, dass dann jedes Mal in dem Bereich das Licht ausging und die anderen Exponate und Schrifttafeln dunkel wurden und man dann warten musste, bis die Serie über die WM 2014 vorbei war. Ich finde, das hätte irgendwie besser gelöst werden müssen. Überhaupt fand ich persönlich es schon störend, dass aus jeder Ecke ein anderer Ton oder Kommentar ertönte. Oftmals war es ein extremes Stimmengewirr, was mir nicht gefiel und was sehr anstrengend war.

In der unteren Etage ging es um den Vereinsfußball, auch das war sehr interessant. Aber auch da hätte ich mir an manchen Exponaten eine weitere Erklärung gewünscht. Warum zum Beispiel war ein Wimpel dabei der Saison 1951/53? Es gab auch die ein oder andere Kuriosität aus dem Fußball. So war zum Beispiel eine Liedtafel dabei, auf der ein Küster seiner Pfarrerin, die gerade einen Gottesdienst gehalten hat, während des Achtelfinals 2010 die Fußballergebnisse angezeigt hatte. Das ist wahre Fußballliebe.
Gefreut habe ich mich über das Stadion-Essen-Memory, war doch das legendäre Wurstgulasch von Aue auch dabei.
Das schmeckt wirklich echt toll, das kann ich bestätigen. Als ich mit Jonathan in Aue zum Fußball war, hat er mir im Vorfeld schon gesagt, dass wir Wurstgulasch essen müssen, das gehört in Aue einfach dazu und ist total lecker. Ja, das war es!

Nach dem Museum gab es noch eine immersive Ausstellung zu Gemälden, die Fußball zum Thema haben. Nach unserer Pleite in Dresden war ich eher skeptisch ob der Ausstellung, aber ich wollte ihr eine Chance geben. Die Chance hat sich gelohnt, es war eine sehr schöne Ausstellung und ein toller Abschluss unseres Besuchs im Fußballmuseum. Wenn ihr Fußballfan seid, müsst ihr das Museum unbedingt besuchen und ganz viel Zeit einplanen.

Am Abend sind wir dann noch ein wenig durch das Zentrum (?) von Dortmund gebummelt, aber es hat uns allen nichts gegeben. Es war nichts, was mich zu einem weiteren Besuch bewogen hätte. Zum anderen fand ich Dortmund auch unheimlich dreckig. Ich weiß, im Ruhrpott sind es Arbeiterstädte, es geht um Maloche, aber...

Am nächsten Tag haben wir uns das Stadion des BVB angesehen, dieses kann man im Rahmen eines sogenannten Stadionspaziergangs eigenständig besuchen. Auch wenn ich Fan einer anderen Mannschaft bin, so möchte ich dort doch mal ein Spiel und die  viel gelobte "gelbe Wand" erleben.
Es war sehr interessant, mal auf der Heim- und Gastauswechselbank zu sitzen, den engsten Spielertunnel der Bundesliga zu durchlaufen, in die Heimkabine zu sehen und auch mal im Stadiongefängnis zu sitzen (zum Glück blieb die Tür offen).
Auch wenn wir keine Dortmundfans sind, das muss man einfach gesehen haben! Zuerst hatten wir überlegt, uns nach dem Stadion noch die Zeche Zollern anzusehen, die Gebäude sind Anfang des letzten Jahrhunderts errichtet worden und enthalten viele tolle Jugendstilelemente. Dies hätte mich schon sehr interessiert, aber irgendwie wollten wir dann doch nach Hause. Also haben wir uns auf den Heimweg gemacht - mit einem spontanen Stopp in Kassel Wilhelmshöhe. Ich glaube, Steffen war über mal wieder eine extrm spontane Idee von mir nicht erfreut, aber er hat trotzdem angehalten. 

Den Bergpark und die Wasserspiele wollte ich mir gern ansehen und habe dies auf unsere Urlaubsliste mit gesetzt. Ich habe mir allerdings gedacht, wenn wir schon an Kassel vorbeifahren, können wir eigentlich auch anhalten. So haben wir es dann auch gemacht. Den Bergpark habe ich mir allerdings (im Schnelldurchlauf) mit Katharina allein angesehen, die Steigungen waren für Steffen einfach zu viel und unter Zeitdruck erst recht.
Die Wolken verhießen schon nichts Gutes und genauso war es dann auch, es fing an zu regnen. Davon haben wir uns aber nicht abhalten lassen und sind durch den Park spaziert.
Ein klein wenig kann man auf dem unteren Foto erkennen, wie stark der Regen zwischenzeitlich war.
Ich bin mit Katharina bis zum Aquädukt gegangen, dann sind wir wieder umgekehrt, wir wollten Steffen nicht allzu lange warten lassen.
Im Bergpark sind jeweils mittwochs und sonntags die Wasserspiele, die sehr berühmt sind. Wegen dieser Wasserspiele wollte ich den Park auch gern besuchen. Die Wasserspiele beginnen am Herkules, und auch wenn Steffen es blöd fand, ist er trotzdem noch dorthin gefahren. Inzwischen hat es in Strömen geregnet und so bin ich ganz schnell allein dahin gegangen.
Das sieht bestimmt toll aus, wenn von dort das Wasser herunterplätschert. Und irgendwann werde ich mir das bestimmt noch einmal ansehen, aber wohl nicht mehr in diesem Urlaub.
Mit diesem Foto von einem total verregneten Herkules schließe ich meinen Bericht, wir sind dann auch nach Hause gefahren und hatten von Kassel bis nach Hause Dauerregen. Ich habe mich gefreut, wieder in meinem Bett zu schlafen, zu Hause ist eben zu Hause.

Sonntag, 28. Juli 2024

Unsere zweite Urlaubswoche - bis Freitag früh

Seit gestern sind wir wieder zu Hause und das ist schön. Es war aber auch schön, unterwegs zu sein. Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare zu meinen letzten Beiträgen. Ja, Hamburg war wieder wunderschön, Hamburg ist etwas ganz Besonderes für mich und es war sehr schön, dass wir dort waren. In der letzten Woche waren wir wieder fünf Tage mit meinen Eltern im Urlaub. Ich fahre ja nicht gerne lange und schon gar nicht weit weg und so fiel unsere Wahl, eher zufällig, auf das Wiehengebirge. In's Weserbergland wollten wir schon immer mal fahren und so haben wir im Netz ein Hotel mit Schwimmbad gesucht und sind auf die Wiehen-Therme in Hüllhorst gestoßen. Schnell hatten wir dort gebucht und nach den fünf Tagen dort kann ich sagen, dass das eine wunderbare Entscheidung war. Das Hotel kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen, es gab dort nichts, was mich gestört hätte.

Unsere Zimmer lagen direkt nebeneinander und hatten jeweils einen Balkon mit einem wunderschönen Ausblick auf das Wiehengebirge. Das war schon einmalig schön. So konnte ich morgens immer eine Blick auf das Gebirge und das Wetter werfen.
Wir waren von Montag bis Freitag dort, wobei ja der Montag und der Freitag durch die An- und Abreise geprägt waren und wir da nicht wirklich mehr etwas gemacht haben. Am Montag haben wir dann einfach die Zeit genossen und die Seele baumeln lassen.

Für Dienstag hatten wir uns einen Ausflug nach Minden in den Dom vorgenommen. Das haben wir auch gemacht, der Dom ist sehr schön, beeindruckend ist, wenn man eintritt und der Blick auf den goldenen Altar und die dahinter liegenden strahlenden roten Fenster fällt. Leider ist es nicht möglich, dies wirklich so farbenintensiv im Bild einzufangen.
Auch auf den Marktplatz von Minden haben wir kurz geguckt. Aber da wir mit meinen Eltern unterwegs waren,  hatten wir nicht so viel Zeit, wie wir sonst für solche Ausflüge habe. Aber das ist in dem Fall ok so. Anschließend sind wir noch zum Wasserstraßenkreuz gefahren. In Minden "kreuzen" sich die Weser und der Mittellandkanal. Allerdings fing es dann so richtig an zu regnen, so dass wir nur kurz einen Blick auf den Mittellandkanal geworfen haben.
Leider kann ich von unserem ersten richtigen Urlaubstag nur Screenshots meines Whatsapp-Status zeigen, denn wieder sind von meinem Handy hunderte Bilder verschwunden. Und ich weiß noch immer nicht, warum das immer wieder passiert. Glücklicherweise hatte ich die Bilder der ersten Urlaubswoche schon auf den PC überspielt, so fehlen nur die Fotos von Montag und Dienstag. Ich könnte mich ärgern, dass ich nicht  noch mehr Fotos in meinen Status gestellt habe, sonst hätte ich noch mehr Screenshots machen können. Traurig bin ich über die Fotos von uns und mit meinen Eltern, die kann ich nämlich nicht einfach noch einmal machen.

Am Abend sind Steffen und ich mit Katharina noch einmal nach Minden gefahren und haben uns das Wasserstraßenkreuz mit den beiden Schleusen angesehen. Ich war so traurig über die verschwundenen Bilder, dass ich wenigstens irgendwelche neu fotografieren wollte. Das Wasserstraßenkreuz ist unheimlich beeindruckend.

links die Weser-, rechts die Schachtschleuse

Für Mittwoch hatten wir uns dann einen Ausflug nach Porta Westfalica zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal vorgenommen. Vorher hatte Papa aber noch einmal in Minden angehalten, so dass ich die Fotos von Dom und vom Marktplatz noch einmal machen konnte. Das Denkmal hatten Steffen und ich meist dann gesehen, wenn wir in Lübbecke zur Quiltausstellung waren. Oft hatten wir schon mal davon gesprochen, dort mal hinzufahren, aber irgendwas war immer. Nun waren wir also mit meinen Eltern da. Zum Glück kann man mit dem Auto recht weit an das Denkmal heranfahren, so dass der Aufstieg nicht ganz so lang ist. Anstrengend ist er aber immer noch. Ich habe mich sehr gefreut, dass meine Eltern mit zum Denkmal hochgegangen sind; auf das Denkmal selbst sind sie dann aber nicht mitgekommen, das sind eben einfach zu viele Stufen. Von Denkmal hat man eine wunderschöne Aussicht auf Porta Westfalica und die Umgebung und wenn das Wetter auch noch so schön ist, wie es bei und war, dann ist es noch schöner.


Am Denkmal, dem zweithöchsten in Deutschland, war auch ein Münzprägeautomat, der war aber leider kaputt. Na gut, dann fahren wir eben noch einmal zum Wasserstraßenkreuz, denn dort ist auch einer und Prägen gehört im Urlaub einfach dazu.
Spontan haben wir uns für eine Schifffahrt auf dem Mittellandkanal und der Weser entschieden. Das war unheimlich spannend. Auf der Rundfahrt, für die wir uns entschieden hatten, wird zweimal geschleust. Das ist für uns "Landratten" unheimlich spannend. Es wird beim Schleusen dort ein Höhenunterschied von 13 Metern überwunden. Ich kann mich nicht erinnern, jeweils eine Schifffahrt gemacht zu haben, bei der auch eine Schleuse befahren worden ist.
Nach dem Schleusen sind wir dann auf der Weser Richtung Minden gefahren, vorbei an der ältesten Siedlung Mindens, der Fischerstadt und der Schiffmühle, an der dann gewendet wurde und zurück ging es auf dem gleichen Weg.


Das war ein sehr schöner Ausflug und auch der Donnerstag versprach toll zu werden. Ich wollte gern noch in den Teutoburger Wald zum Hermannsdenkmal fahren (wenn wir doch schon einmal da sind). Es war nicht allzu weit und so konnte ich Papa von der Notwendigkeit dieses Besuchts überzeugen. Auch hier konnte man ziemlich nah mit dem Auto ranfahren, so dass es nur knapp 300 Meter bis zum Denkmal waren, aber auch die hatten es in sich, denn der Aufstieg war steil. Fast steiler als der zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Aber auch da sind meine Eltern mitgekommen, was mich gefreut hat. Mit Katharina habe ich mich dann an den Aufstieg gemacht. Der war etwas beschwerlich, es war eine recht enge Wendeltreppte.
Oben wurden wir jedoch mit einer grandiosen Aussicht belohnt.
Das Denkmal, welches von 1838 bis 1875 erbaut worden ist, erinnert an die Schlacht der Germanen unter Führung von Armin dem Cherusker gegen die Römer im Jahre 9 n. Chr. Ich glaube, im Geschichtsunterricht hat jeder von uns davon gehört. Ich glaube, bei der Sendung mit der Maus habe ich mal einen Bericht über das Denkmal, welches das höchste in Deutschland ist, gesehen.

Nach diesem schönen Ausflug haben wir im Hotel dann auch mal den Pool genutzt. Katharina und mein Papa hatten das schon früher gemacht. Der Pool war klein, eher ein Bewegungsbecken, aber man konnte dort schwimmen und es hat mal wieder Spaß gemacht. Wir hätten auch den Saunabereich mit nutzen können, das haben wir aber nicht gemacht.
Das Schwimmen hat Spaß gemacht und ich hatte überlegt, ob ich nicht wieder öfter schwimmen gehe. Eine Zeitlang bin ich immer freitags nach der Arbeit schwimmen gegangen. Ich werde da mal wieder drüber nachdenken... Und damit waren unsere Tage im Wiehengebirge auch schon wieder so gut wie vorbei. Am Freitag früh sind wir schon wieder abgereist, ich war ein wenig traurig darum, denn es war ein sehr schöner Urlaub. 
Ich könnte mir vorstellen, dass wir dort noch einmal zu dritt Urlaub machen. Am Freitag früh sind meine Eltern dann nach Hause und wir nach Dortmund gefahren. Davon schreibe ich in einem extra Beitrag, nicht weil Dortmund so wundervoll war, sondern, weil dieser Beitrag sonst ja viel zu lang wird. 😉

Montag, 22. Juli 2024

zwei Tage Hamburg - ganz spontan

In meinem ersten Urlaubsbeitrag hatte ich ja schon angekündigt, dass wir zwei Tage in Hamburg waren. Das war wieder eine ganz spontane Aktion von uns. Steffen und ich habe uns unterhalten, was wir uns im Urlaub noch ansehen  möchten und er meinte, er würde gern mal nach Hamburg fahren. Gut, fahren wir eben nach Hamburg. Mir fiel ein, dass im Sommer abends in Planten un Blomen die Wasserlichtspiele sind, welche wunderschön sein sollen. Ich habe dann nach einem günstigen Hotel in Hamburg geguckt und eines gefunden, welches ein paar Kilometer vom Zentrum entfernt war. Das wollte ich zunächst buchen, habe dann aber nochmal geguckt, ob ich ein Hotel in der Nähe finde, wo ich im letzten Jahr schon war. Da kenne ich mich, durch die Woche Hamburg, ein wenig aus und weiß, wie wir wohin kommen. Nach einiger Suche hatte ich dort ein Hotel gefunden, welches auch nicht allzu teuer war. Wir wollen dort ja nur schlafen und uns da nicht weiter aufhalten, also muss es kein großer Luxus sein, einzig frühstücken wollen wir im Hotel. Also habe ich das Hotel gebucht.

Erst als ich dann die E-Mails zum Einchecken bekommen habe, fiel auf, allerdings nur, weil Johannes es gesehen hat, dass es ein Hostel ist. Naja, dann ist es eben so. In einem Hostel war ich noch nie, wir lassen uns überraschen, wie es ist. Wenn man weiß, auf was man sich einlässt, kann man - zumindest in diesem Hostel - gut übernachten. Das Publikum war total gemischt, viele Jugendliche, viele Familien, aber auch viele Senioren. Das Frühstück war gut, es war von allem da und wir sind gut satt geworden. Was ich witzig fand war, dass am Wagen, auf dem das schmutzige Geschirr abgestellt werden musste, ein Bild angebracht war, wie das Geschirr zu sortieren ist - und was haben sich alle daran gehalten!

Angekommen in Hamburg sind wir als erstes zu den Landungsbrücken gefahren. Zunächst war unser Plan, den Michel zu besuchen. Aber hey, wir wären nicht wir, wenn wir unsere Pläne nicht spontan geändert hätten. Eine Hafenrundfahrt wäre ja auch cool, aber das war uns zu teuer. Und so sind wir mit unserem Tagesticket der HVV mit der Fährlinie 62 nach Finkenwerder und zurück gefahren. Das hatte ich im Netz gelesen, dass dies möglich ist und die Massen der Fahrgäste an Anlieger bestätigten das. Als ich die vielen Menschen gesehen hatte, war ich nicht davon überzeugt, dass unser Plan aufgeht. Was weiß ich denn, wie groß so eine Fähre ist. Wir hatten dann gesagt, wir gucken, ob wir mit auf's Schiff kommen und wenn es nicht klappt, dann ist es eben so. Aber unsere Sorge war unbegründet, die Fähre war am Ende noch sehr leer und es war noch viel Platz. Die Fahrt war sehr schön und wir haben Vieles gesehen.

Nach unserer Hafenrundfahrt sind wir erst einmal zum Hostel gegangen und haben eingecheckt. Im Zimmer haben wir uns ein wenig erholt und Kräfte für den Abend gesammelt. Wir wollten uns ja beim Planten un Blomen die Wasserlichtkonzerte ansehen, im Juli beginnen sie abends um 22 Uhr. Es versprach also ein langer Abend zu werden. Planten un Blomen ist wunderschön, ich habe diesen Park lieben gelernt, als ich vor einem Jahr in Hamburg war. Aufmerksam geworden bin ich darauf durch einen Bericht der NDR Nordstory. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es mitten in einer Großstadt solch eine Oase der Ruhe gibt. Auch am Abend ist der Park wunderschön. Schön finde ich, dass die Menschen dort auf den Wiesen sitzen und picknicken können, mit ihrem Park sozusagen leben. Das ist mir in Leipzig schon aufgefallen, dass sich bei schönem Wetter des Leben sofort nach draußen verlagert, bei uns ist das nicht so.
Wir sind dann durch den Park spaziert und haben versucht, einen schönen Platz zu finden. Vor dem See war die Wiese schon total voll, hinter dem See haben wir eine leere Bank gefunden, dort haben wir dann gewartet und überlegt, ob wir von da gut sehen können. Wir haben einfach entschieden, wir bleiben da sitzen und gucken, ob wir gut was sehen und wenn nicht, ist nach Beginn des Konzerts vielleicht immer noch die Möglichkeit, einen anderen Platz zu suchen. Ich wusste ja, dass die Wasserlichtkonzerte gut besucht sind, aber dass sie SO gut besucht sind, überraschte mich dann doch. 

Passend zur Musik werden die Fontänen gesteuert und angeleuchtet, von unserem Platz konnten wir sehr gut sehen, einzig die Musik und das, was noch gesprochen wurde, war nicht ganz so gut zu verstehen.
Das Konzert dauerte eine halbe Stunde, das hat mich wirklich erstaunt, ich hatte so mit zehn, allenfalls fünfzehn Minuten gerechnet, aber nicht mit einer halben Stunde.
Es war wunderschön und nach dem Ende des Konzerts war ich so richtig beseelt. Glücklich sind wir dann wieder in's Hostel gefahren und gegen zwölf total erschöpft in's Bett gefallen.
Am nächsten Morgen wollten wir zeitig aufstehen, schließich haben wir ja nur zwei Tage in Hamburg und wollen möglichst viel sehen. Nach dem Auschecken sind wir dann zum Jungfernstieg gefahren, im Internet hatte ich gelesen, dass die Alsterfontäne wieder sprudelt. Diese war ja im letzten Jahr wegen der Energiekrise nicht angeschaltet worden. So haben wir dann eine Weile am Jungfernstieg gesessen und darauf gewartet, dass die Fontäne angeht. Katharina fand es langweilig, aber für uns war es schön, einfach nur da zu sitzen und nichts tun zu müssen. Treiben lassen, Seele baumeln lassen.
Eigentlich wollten Katharina und ich gern auf den Turm der Petirkirche gehen. Alle Türme der fünf Hauptkirchen Hamburgs können bestiegen werden. In der Petrikirche war ich vor einem Jahr auch, dort hatte ich, nachdem bei Steffen im Hoden wieder was entdeckt worden ist, den kleinen Engel gekauft, der mich seitdem begleitet. Irgendwie scheint er uns ja Glück gebracht zu haben. Leider war der Turm erst ab 11 Uhr geöffnet, so sind wir dann weitergefahren. Unser nächstes Ziel war die Kirche St. Michaelis, die muss man gesehen haben, wenn man in Hamburg ist.
Ja, die Kirche ist was ganz Besonderes. Mit Katharina habe ich den Turm erklommen, zum Glück gibt es hier einen Fahrstuhl. Die Aussicht von oben ist beeindruckend.
Ich meine, auf diesem Foto habe ich vier der fünf Kirchtürme der Hauptkirchen Hamburgs vereint und auf dem fünften Turm stand ich ja gerade. 
Schaut man auf diesem Foto ganz genau hin, ist rechts in der Mitte die Alsterfontäne zu erkennen. Nachdem wir uns satt gesehen hatten, sind wir dann wieder zu Steffen runter gefahren und wir sind weitergezogen. Noch einen kurzen Abstecher haben wir zu den Kramer-Witwen-Stuben gemacht. Auch die sind sehr sehenswert. Dort gibt es auch ein kleines Museum, das haben wir uns allerdings nicht angesehen, wir waren alle platt und wollten auch nicht allzu spät nach Hause fahren.
Die zwei Tage in Hamburg waren wunderschön, wir haben Vieles gesehen, eine schöne Zeit miteinander verbracht. Am Ende der zwei Tage waren wir alle erschöpft und fußlahm.

Gegen halb zwei haben wir uns auf den Heimweg gemacht, allerdings war es entweder zu früh oder zu spät, denn ab Hamburg hatten wir Stau und stockenden Verkehr, das änderte sich tatsächlich erst, als wir die Autobahn bei Salzgitter verlassen hatten. Wir waren erst gegen viertel sieben zu Hause. Die Heimfahrt, besonders bei der extremen Wärme, hat mich unheimlich gestresst und genervt, am Ende wollte ich nur noch nach Hause.
 
Trotzdem war es ein wunderschöner Ausflug nach Hamburg, den ich sehr genossen habe. Und auf jeden Fall weiß ich, dass wir unbedingt noch einmal wiederkommen werden, denn so Vieles haben wir noch nicht gesehen.

Sonntag, 21. Juli 2024

Mal eben schnell...

...wird nie gut, schon gar nicht bei schwarz. Aber von Anfang an. Ich bin momentan dabei, die AMC für den diesjährigen Adventskalender zu fertigen. Dabei kommt auch immer mal wieder meine Stickmaschine zum Einsatz. Meist kaufe ich um die Adventszeit viele Dateien, die dann leider erst einmal auf dem Rechner schlummern, so auch bei den Motten. Diese Dateien habe ich im letzten Advent gekauft, der Shop hatte Sale und ich war im Kaufrausch. Da habe ich unter anderen auch die Magnolien gekauft, die ich für meinen Ideen-Quilt verwendet habe. 

Die Motten kamen mir wieder in den Sinn und so habe ich begonnen, diese Dateien zu sticken. Zunächst wollte ich neun Dateien sticken, dann habe ich mich aber auf die wirklichen Motten beschränkt, das waren sechs Dateien. Die letzte Datei habe ich gestern Nachmittag gestickt und dann auch gleich alle Blöcke "passend" zugeschnitten. Gemeinsam mit Steffen und Katharina habe ich meine Blöcke sortiert und dann zusammengenäht und geheftet.

Ja, super, als der Quilt dann vor mir lag, habe ich gesehen, dass in einem weiteren Block - einer war mir gestern schon aufgefallen und mit dem wollte ich leben - die Motte schief sitzt. Zwei schiefe Motten waren dann genau eine zuviel und so habe ich meine Blöcke wieder auseinander getrennt. Zuerst wollte ich nur den oberen Block begradigen, dann fiel mir auf, dass zwei ähnliche Blöcke untereinander sitzen. Wenn ich schon am Trennen bin, dann trenne ich eben auch das auf. Gesagt, getan. Als ich dann meine Blöcke begradigt habe, habe ich gesehen, WIE schief ich die Blöcke gestern geschnitten habe:

Um wieder auf meine bisherige Größe zu kommen, habe ich an jeder Seite einen Streifen angenäht und dann meinen Block, dieses Mal gerade, erneut zugeschnitten. An den Seiten sieht man gut, wie schief die Motte saß.

Der zweite schiefe Block war nicht ganz so schief, aber eben doch so sehr, dass es mich gestört hat und so habe ich auch diesen Block korrigiert.
Ich habe meine Blöcke dann neu sortiert und aneinander genäht. Gequiltet habe ich meinen Quilt zunächst füßchenbreit neben den Nähten, dann habe ich um die Blöcke herum freihand gequiltet, um damit den Flug der Motten zu symbolisieren und die Stickereien hervorzuheben. Ich finde, das ist mir gut gelungen. Einen Platz hat mein Quilt auch gefunden, im Flur zwischen zwei Türen.
Das ist der ideale Platz für diesen schmalen, langen Quilt.