Montag, 29. Januar 2024

Das Museum der Bildenden Künste

Bereits in den 1850er Jahren haben Mitglieder des Leipziger Kunstvereins beschlossen, ein Museum zu gründen, entstanden ist daraus das Museum der Bildenden Künste. Seitdem haben viele Sammler das Museum mit Schekungen und Stifungen bedacht und so ist eine erstaunliche Vielfalt an Kunst zusammgentragen worden. Zunächst hatte das Museum seinen Platz am Augustusplatz. Durch einen Luftangriff 1943 wurde das Gebäude jedoch zerstört und es begann nach dem Krieg eine Zeit der Provisorien für das Musem, unter anderem war die Sammlung auch im Gebäude des heutigen Bundesverwaltungserichts untergebracht.

In den 90er Jahren fiel dann die Entscheidung für einen Neubau, in den die Sammlung 2004 enziehen konnte. Der heutige Standort des Museum ist in der Nähe des Brühls. Bei meiner ersten Woche in Leipzig war ich im Marriotthotel und von meinem Zimmer aus konnte ich das Museum sehen. Dieses Mal habe ich mir nun vorgenommen, das Museum zu besuchen.

Momentan ist es so, dass in Leipzig der Eintritt in die Dauerausstellungen auch für Erwachsene frei ist, einzig für Sonderausstellungen ist Eintritt zu zahlen. Da fällt der Besuch, insbesondere, wenn es kurz vor dem Feierabend ist, leichter. So war es auch im MDBK, ich war erst gegen halb, dreiviertel fünf da und hatte nicht mehr ganz so lange Zeit, aber für einen ersten Überblick hat es tatsächlich gereicht.

Ich muss sagen, schon das Gebäude an sich ist einen Besuch wert:

Es ist eine spannende Mischung aus Glas, Beton, Holz und unheimlich offen und weitläufig.
Ich kenne natürlich nicht die anderen, provisorischen Gebäude, in denen das Museum bis zum Neubau untergebracht war, aber ich finde das Gebäude sehr gelungen und ansprechend.
Natürlich war auch die Ausstellung sehr schön, das Museum beherbergt Werke vom Spätmittelalter bis in die Gegen wart, darunter sehr viele Werke deutscher und niederländischer Alter Meister. Es waren auch etliche Werke von Max Liebermann in der Ausstellung, das fand ich besonders toll, denn ich hatte vor einiger Zeit den Film über Marta Liebermann in der Mediathek gesehen. Der hatte mich unheimlich beeindruckt, auch wenn die Kritiken teilweise nicht so gut waren, weil es eben ein Film war und keine reine Biografie.
Viele bekannte Bilder waren zu sehen und natürlich unheimlich viele, die ich nicht kannte. Dieses Bild fand ich besonders schön:
Es war ein wirklich sehr schöner Besuch, schade, dass nicht mehr Zeit war, so konnte ich mir nur einen Überblick verschaffen. Aber das ist ja besser als nichts und viel, viel schöner, als irgendwo durch die Geschäfte zu laufen oder in irgendeiner Bar oder Restaurant zu sitzen (wobei das auch schön ist, aber das mache ich dann lieber mit meiner Familie).

Samstag, 27. Januar 2024

Leipzig im Januar

Eigentlich wollte ich ja schon am letzten Wochenende über meine Woche in Leipzig berichten, aber durch meine Freude und Euphorie über die Teilnahme an wirklich vier Präsenzphasen ist mein Beitrag zu unendlich lang geworden, dass ich mir den Rest von Leipzig für später aufgehoben habe. 😉 

Ich hatte mir für Leipzig wieder Sachen zum Handarbeiten mitgenommen, da ich ja schließlich schon das dritte Mal innerhalb von 1 1/4 Jahren in Leipzig war und ich daher nicht so richtig einen Plan hatte, was ich nach dem Unterricht machen wollte. Dieses Mal hatte ich mir wieder was  zum Applizieren einpackt, mal wieder mit Wollfilz. Das habe ich lange nicht gemacht. Vor einiger Zeit hatte ich im Netz den Quilt Nature's  Notebook gesehen, der hatte es mir angetan und so habe ich bekommen, Stoffe von Tim Holtz dafür zu sammeln. Manche der Stoffe habe ich so nicht mehr bekommen, aber die habe ich dann eben einfach ersetzt. Inzwischen habe ich eine gute Sammlung dieser Stoffe zusammen und so kam die Idee, dass ich ja an diesem Quilt arbeiten könnte. Die Motive, die ich applizieren wollte, wollte ich aus einer Anleitung von MJJenekDesigns nehmen. Die Anleitung für den Quilt Botanical Quilt liegt auch schon gefühlt Jahre hier. 

So habe ich dann als erstes meine Sachen zum Handarbeiten vorbereitet und in meinen Koffer gepackt. Allerdings habe ich weit weniger daran gearbeitet, als gedacht, denn der Tisch im Zimmer war arg klein und auch das Licht war nicht ganz so gut.

Und dann hatte ich doch auch noch einige Farben vergessen einzupacken. Aber das war gar nicht schlimm. Ich denke, auch so kann man erkennen, in welche Richtung der Quilt gehen wird.
Einen weiteren Block habe ich noch begonnen, aber auch mit dem bin ich nicht fertig geworden, zum einen war der vorbereitetet Hintergrund zu klein und zu anderen fehlte auch hier braun.
Dieser Quilt wird dann mein Sofa- und/oder Balkonprojekt für dieses Jahr werden. Da nun das Ende des Fernstudiums in greifbare Nähe gerückt ist und es sich dann bei mir wieder ein wenig normalisiert, habe ich schon einmal die Sachen für den Quilt zusammengepackt und in den schwarzen Rollwagen mit in's Wohnzimmer genommen. Ich bin zuversichtlich, dass ich bald wieder ein wenig daran arbeiten kann - und wenn es immer nur ein klein wenig ist.

Ansonsten war ich nach dem Unterricht wieder viel unterwegs, schließlich musste ich mir ja immer was zum Abendessen besorgen. Bis auf einen Tag hatten wir immer bis 16, 16.30 Uhr Unterricht, so dass ich eigentlich fast immer erst zur Blauen Stunde losgehen konnte. Am Mittwoch habe ich es aber dann doch geschafft, mir das Bundesverwaltungsgericht anzusehen. Das Gebäude kann man zu den Öffnungszeiten täglich bis 16 Uhr besichtigen, ohne Anmeldung. Das stand auf jeden Fall auch auf meinem Plan und ich muss sagen, es hat sich sowas von gelohnt. 
Die Kuppelhalle, die Haupttreppe und die Galerie können während der Öffnungszeiten besichtigt werden. 1895 wurde das Reichsgerichtsgebäude durch Wilhelm II. eingeweiht. Es ist, laut der Seite des Bundesverwaltungsgerichts, wohl eines der beeindruckendsten Gerichtsgebäude Deutschlands. Wenn ich an meinen Besuch zurückdenke, mag ich das sehr gern glauben.
Auch der große Sitzungssaal kann besichtigt werden.

Auf den Fenstern finden sich die Wappen derjenigen Städte, in denen zur Zeit der Gründung des Reichsgerichts Oberlandesgerichte ihren Sitz hatten. Es sind auch Wappen von Städten enthalten, die heute nicht mehr zu Deutschland gehören. Zu DDR-Zeiten war in diesem Saal das Dimitroff-Museum untergebracht, denn hier fand 1933 der Prozess gegen diejenigen statt, welche wegen des Brandes im Reichtstag angeklagt waren. Bis auf einen wurden alle, unter anderen auch Dimitroff, freigesprochen.
1992, nach der Wende, wurde empfohlen, dass das Bundesverwaltungsgericht von Berlin nach Leipzig umzieht, 1997 hat der Bundestag Leipzig endgültig als neuen Sitz bestimmt. 1998 begann der Umbau und die Sanierung des Gebäudes und 2002 zog dann das Gericht nach Leipzig um. Ich hatte mich noch sehr lange mit einem Wachmann im Gebäude unterhalten, der mir unter anderem erzählte, dass das Bundesverwaltungsgericht das erste Gericht in Deutschland ist, welches komplett die elektronische Akte hat. Dort wird - bis auf gaaaanz große Pläne - nichts mehr in Papierform, sondern alles nur noch elektronisch eingericht.

Solltet ihr mal in Leipzig sein, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. In diesem Jahr gibt es wohl auch einen Tag der offenen Tür, an welchem man auch Räume sehen kann, die man sonst nur im Rahmen einer Führung besichtigen kann.

Natürlich war ich auch immer wieder an und in der Peterskirche. Sie begleitet mich irgendwie durch meine Leipziger Zeit.
Mal am Abend,
mal am Morgen,
mal mit Sonne,
mal mit Schnee.
Und immer wieder ziehen mich die Fenster in ihren Bann.
Überhaupt ist die Stadt zur blauen Stunde faszinierend, die Lichter gehen an und es legt sich irgendetwas über den sonst vielen Trubel, als ob es etwas zur Ruhe kommen will. Aber nur will, denn wirklich ruhiger wird es nicht so richtig. Während bei uns zu Hause abends die Bürgersteige hochgeklappt werden und man dann fast allein auf der Straße ist, ist es in einer Großstadt ganz anders. Ich möchte dort nicht leben, aber für ein paar Tage ist es schon einmal interessant zu sehen - und zu fotografieren:
Leider wird es im Januar noch recht schnell dunkel und ich habe ja immer nur mein Handy dabei, aber ich finde, die Bilder sind trotzdem schön geworden und zeigen ein wenig von der Faszination Licht.
Ich bin aber nicht nur so durch die Stadt gelaufen, ich habe mir auch zwei Museen angesehen, zum einen war ich einmal allein im Grassimuseum und dann im Museum der Bildenden Künste. Da ich im Grassimuseum nur einen kleinen Teil der Dauerausstellung zur Angewandten Kunst sehen konnte, sind wir Sonnabend, als Steffen und Katharina mich nach der Klausur abgeholt haben, noch einmal dorthhin gefahren und haben uns gemeinsam den Rest angesehen. Davon erzähle ich aber ein einem extra Beitrag. Das haben beide Museen verdient.

Donnerstag, 25. Januar 2024

Blüten und Blätter und kleine Pünktchen

Habt ganz vielen Dank für eure lieben Kommentare zu meinem letzten Beitrag. Sehr habe ich mich über jeden einzelnen Kommentar gefreut. Leipzig ist mir in guter Erinnerung, ich denke gern an die Woche zurück. In den letzten Tagen habe ich meine Unterlagen des Fernstudiums sortiert und mir einen Plan für die nächsten Wochen gemacht. Schließlich wird es nun bald ernst. Heute gerade habe ich meine Anmeldung zur Prüfung abgeschickt. Nun brauche ich eigentlich nur noch die Zulassung zur Prüfung, aber da bin ich ganz doll zuversichtlich. Mit dem Absenden der Prüfungsanmeldung habe ich dann heute einen Zettel von meinem Ideenquilt abgenommen, schließlich brauche ich nun keine Erinnerung mehr, dass ich die Anmeldung absenden muss. ;-)

Aber hey, jetzt erzähle ich von den Blumen und Blättern, sonst schweife ich wieder ab und es wird ein ellenlanger Beitrag, aber nicht zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte. Irgendwann im Januar hatte ich auf Instagram Werbung von Patch-Yard für einen schönen Tischläufer mit eben Blüten und Blättern gesehen. Spontan habe ich entschieden, dass ich genau diesen Tischläufer in genau diesen Farben und Stoffen brauchte. Ja, ok, eigentlich habe ich genug Stoffe (aber das darf Steffen nicht erfahren... 😂), aber manchmal muss es eben was Neues sein.
 
Ich bilde mir ein, dass es diese Stoffe schon einmal gab, denn einen der Pusteblumenstoffe hatte ich schon vor einigen Jahren mal gekauft und ich finde sie heute immer noch bzw. wieder schön. Ich musste eine ganz schöne Menge kleiner und größerer Vierecke zuschneiden. Angefangen habe ich zunächst mit den bunten Stoffen, nach einer ganzen Weile des Zuschneidens habe ich dann festgestellt, dass ich in der Anleitung falsch geguckt habe, denn ich habe die Stoffe für die Platzsets zugeschnitten, aber ich wollte doch den Tischläufer nähen. Zum Glück war ausreichend Stoff da und ich konnte dann alles so zuschneiden, wie ich es brauchte. Dass mir dann dieser dumme Fehler beim Hintergrundstoff noch einmal passiert, ist wirklich selten dämlich. Hier musste ich dann schon ein wenig länger probieren und gucken, aber auch der Stoff hat zum Glück gereicht.
 
Dann ging es an's Nähen. Alle Teile waren in einer ansprechenden Größe und ließen sich gut nähen. Die kleinen Pünktchen waren dann aber schon eine gewisse Herausforderung: 1,5 Inch-Quadrate und die  Connectorecken sollten aus 3/4 Inch-Quadraten genäht werden. Mmh, da konnte ich dann doch gar nicht mehr die Mitte markieren. Zunächst hatte ich überlegt, die Punkte nicht als Punkte, sondern als Quadrate einnähen, aber dann habe ich es doch versucht. Allerdings habe ich die Mitte nicht markiert, sondern einfach nach Gefühl genäht.

Ich glaube, an den abgeschnittenen Ecken kann man gut erkennen, wie klein und fummelig die Teile waren:

Ok, meine Teile sind manchmal nicht ganz quadratisch geworden, aber ich dachte, dass ich das eben einfach beim Zusammennähen der Blöcke ausgleichen werde.
Der Läufer besteht aus großen und kleinen Blüten sowie großen und kleinen rechten und linken Blättern und natürlich den Pünktchen. Am Mittwoch habe ich - da ich ganz zeitig Feierabend hatte - an meinem Läufer weitergenäht.  Nachdem die Pünktchen genäht waren, war die eigentlich schwierigste Aufgabe erledigt. Ich habe dann an die restlichen Blütenblöcke noch die Ecken angenäht und dann habe ich meine Blöcke mit den Hintergrundstoffen zusammengenäht und die Blöcke dann zu zwei Reihen und diese zu meinem Top:
Ach ja, schön ist das Top geworden und ich freue mich, dass ich erstens die Packung gekauft habe und zweitens die Pünktchen wirklich als Pünktchen genäht habe (auch wenn es mühsam war).  Nun muss ich meinen Läufer noch heften, quilten und dann fertigstellen. Mal schauen, wann ich dazu komme. Morgen und am Wochenende steht erst einmal Kleidung nähen auf dem Programm. Katharina wünscht sich Schlafanzüge und ich habe ihr angeboten, wir können ja Langarmshirt und Leggings nähen und ja, sie findet die Idee gut. Na, das lasse ich mir doch nicht entgehen, wenn ich mal wieder was für eines meiner Kinder nähen darf. Stoffe habe ich vorhin schon rausgesucht und Katharina fand alle gut. Morgen wollen wir dann Schnitte suchen...

Sonntag, 21. Januar 2024

Zurück aus Leipzig

Seit gestern bin ich aus Leipzig zurück und es ist ein ganz eigenartiges Gefühl in mir. Das war ja nun die letzte der vier Präsenzwochen und die letzte der vier Klausuren am Ende dieser Wochen. Bisher habe ich alle Klausuren bestanden. Nach der Studienordnung muss man, wenn man die zweite Klausur nicht bestanden hat, den Lehrgang im nächsten Lehrgang wiederholen. Das heißt, man ist raus, das heißt aber auch im Umkehrschluss (zumindest für mich), habe ich bis hierher alle Klausuren bestanden, könnte ich diese jetzt sogar mit einer schlechteren Note als fünf abgeschlossen haben, ich könnte den Lehrgang trotzdem fortsetzen. Diese Klausur war nun die letzte Hürde auf dem Weg zur Zulassung zur Prüfung und ich denke, dass ich sie genommen habe. Das Thema der Klausur war Erbrecht, ein eigentlich schönes Thema und auch  eines, vor dem ich nicht so viel Angst hatte, wie vor den anderen Themen. Ich versuche nun, bis zum Klausurergebnis entspannt zu werden/sein/bleiben und mich nicht wieder gedanklich so fertig zu machen. Allein, ob mir das gelingt? Ich weiß es tatsächlich nicht. Da kann ich eben nicht aus meiner Haut.

Es ist ein ganz besonderes Gefühl, welches ich derzeit habe, ich kann es gar nicht so richtig in Worte fassen: Stolz, dass ich soweit gekommen bin. Als ich mit dem Fernstudium angefangen habe, waren 26 Jahre seit meiner Abschlussprüfung vergangen und das Lernen fällt dann irgendwie hinten runter. Erst recht, wenn man, so wie ich, immer nur in dem gleichen Büro gearbeitet hat. Die Abläufe kann man irgendwann aus dem Schlaf, es läuft alles, warum sollte da, von welcher Seite auch immer, was geändert werden.

Als ich dann nach 27 1/2 Jahren das Büro gewechselt habe, war das schon eine enorme Herausforderung für mich. Das Ergebnis der Arbeit war das gleiche wie im alten Büro, aber der Weg dorthin ein ganz anderer. Den galt es zu lernen. Naja und dann habe ich mich auf das Wagnis Fernstudium eingelassen. 2000 hatte ich mich dazu schon einmal angemeldet, als ich dann aber die Unterlagen bekam, verließ mich der Mut und ich habe mich wieder abgemeldet. Damals sicher zum Ärgernis meiner damaligen Chefin, an ihre Reaktion kann ich mich nicht mehr erinnern. Damals hatte ich einfach nicht den Mut, dieses Projekt anzufangen. Ich hätte irgendwo allein hinfahren und mit fremden Menschen reden müssen. Damals undenkbar. Ok, das fiel mir heute auch immer noch schwer, aber ich bin im Laufe der Jahre, besonders durch meine Tätigkeit als Staffelleiterin viel selbstbewusster geworden.

Es ist aber auch jetzt schon ein wenig Wehmut mit dabei, denn es war eine schöne, aber auch intensvie Zeit, die ich erlebt habe. Die Präsenzwochen waren immer meine ganz persönliche Auszeit. Klar, wir hatten teilweise bis 16.30 Uhr Unterricht, aber es gab auch Dozenten, die manchmal zeitiger Schluss gemacht haben. Egal wann ich Feierabend hatte, ich habe die Zeit immer genutzt und mir Leipzig oder Hamburg angsehen. Ich wollte aus den Wochen gedanklich jeweils mehr mitnehmen als Lernstoff.

Es ist aber auch Erleichterung dabei, dass es bald geschafft ist und die roten Ordner und die ganzen vielen Bücher, die ich mir für dieses Projekt gekauft habe, dann mit in's Büro kommen, ich wieder Platz für mein Hobby habe, für das ich dann auch wieder mehr Zeit habe. 

Es ist eine Mischung von allem, am meisten aber STOLZ! Zur Erinnerung an die Wochen in Leipzig habe ich mir den kleinen Engel auf der Perle gekauft. Den habe ich in der Woche immer mal wieder in dem Laden im Fenster angesehen und irgendwie scheint mich ein Engel begleitet zu haben in den letzten zwei Jahren. Irgendwer hat auf mich aufgepasst und mir den Weg gewiesen, es war ja teilweise ein recht holpriger Weg. Naja und so habe ich mir den Engel gestern als Erinnerung an die Zeit gekauft. Er ist nun zwar kein typisches Symbol für Leipzig, aber er erinnert mich an diese schöne Zeit.
 
Und nun muss ich schon wieder tränen, Tränen der Erleichterung, der Freude, des Stolzes... (und eigentlich wollte ich ja über meine Woche in Leipzig schreiben, das packe ich in dann in einen extra Post).

Mittwoch, 17. Januar 2024

Gelmeroda im Januar

Bereits Anfang Januar habe ich meinen Januar-Gelmerodaquilt genäht. Nachdem in der aktuellen Gildezeitschrift ja ein Artikel über Quiltsoftware enthalten war, habe ich mic noch einmal an meinen Schnitt gesetzt und den mit der Software neu erstellt. Hier hatte ich davon schon berichtet. 

Ich war sehr neugierig, ob das alles so passt und auch nähbar ist. Ich habe mich von oben vom Turm nach unten vorgearbeitet und es so gemacht, dass ich die Teile auch immer gleich aneinander genäht habe. So konnte ich sehen, ob ich irgendwo etwas verbessern muss. Ein großer Vorteil des Schnitts ist, dass der Turm in einem Teil genäht wird. In meinem selbst gezeichneten Schnitt hatte ich im Turm ja eine Trennungslinie. Der Schnitt des Programms wird geklebt und und sieht besser aus.

Was ich nicht ändern konnte, war die Schräge im Dach der Kirche. Da weiß ich noch immer nicht, ob ich das irgendwie so zeichnen kann, dass die Schräge nicht ist. Leider habe ich immer Probleme, diese Zeit passgenau zusammen zu nähen.

Das war meine erste Version, sieht gut aus, passt aber leider nicht. Also habe ich wieder getrennt und neu zusammengenäht. Aber auch das passte nicht. Also habe ich ein weiteres Mal getrennt. Obwohl ich probiert habe, wie ich die Teile aneinander nähen musste, passte es erst beim dritten oder vierten Verusch.
Fall jemand von euch einen Rat für mich hat, wie ich sehen kann, wie ich die Teile richtig aneinander nähen muss, bitte, immer her damit. Denn das Problem beim Dach hatte ich bei dem von mir gezeichneten Schnitt auch. Überhaupt hatte ich auch hier öfter das Problem, dass ich trennen musste, denn meine Teile passten nicht hundertprozentig überein.

Nachdem ich die nicht passenden Teile getrennt hatte, war ich damit ganz zufrieden und mein kleines Top gefielt mir.

Abends habe ich dann gesehen, was mein großer Fehler bei diesem Quilt war, denn es sieht so aus, als hätte mein Quilt zwei leuchtende Fenster, schlimmer noch, als würden mich zwei funkelnde Augen ansehen. Ihr könnt euch sicher denke, dass ich das so nicht lassen konnte. Ich habe - mal wieder - nur das falsche Teil rausgetrennt und durch ein Quadrat in der ähnlichen Farbe ersetzt.

Nach der Reparatur sah es viel besser und harmonischer aus.

Eigentlich wollte ich gern ein wenig flüssig und frei hand quilten, um damit ein wenig die zarten Striche aus den Zeichnungen Feiningers aufzugreifen, aber irgendwie habe ich mich das nicht getraut und so habe ich wieder in der Naht gequiltet. Ein paar der Quilts möchte ich ja noch nähen, mein Ziel ist es ja, für jeden Monat passend einen zu nähen. Also habe ich noch ein bisschen Zeit, um das Quilten zu üben bzw. mich überhaupt daran zu wagen.

Farblich habe ich mich für ganz helle Stoffe entschieden. Der Januar ist der erste Monat des neuen Jahres, ein ganzes neues, jungfräuliches Jahr liegt vor uns, ähnlich wie ein leeres Buch und wartet, dass es mit unseren Ideen, Gedanken, Empfindungen gefüllt wird. Zum anderen wünsche ich mir im Januar immer wieder Schnee, schließlich ist es Winter und Schnee und Winter sind weiß und zwart. Daher habe ich mich für die hellen Farben entschieden. Mit meinem Quit den Schnee herbeizuquilten hat ja ein wenig geklappt. ⛄
Man sieht gut, dass der neue Schnitt mehr an das Gemälde von Feininger angelehnt ist, auch meine Kirche hat eine leichte Neigung nach links. 
Das war in meinem selbst gezeichneten Schnitt so nicht (das ist mir allerdings erst aufgefallen, nachdem ich den neuen Schnitt genäht hatte). Im unteren Bereich rechts werde ich den Schnitt ein wenig vereinfachen, denn die Unterteilungen dort verschwinden zum Großteil im Binding.

Ich hänge meine fertigen Quilts immer mal wieder nebeneinander auf eine Stange und freue mich darüber.
Original, Januar, Mai, Oktober, November, Dezember

Mal schauen, ob ich irgendwann mal alle Quilts nebeneinander aufhängen kann. Schön wäre es, wenn ich meine Quilts und die kleine Kirche in Gelmerade mal zusammenfotografieren kann. Wenn ich alle fertig habe, vielleicht fahren wir dann mal wieder nach Gelmeroda und ich mache dort Fotos...

Man kann, wenn die Quilts nebeneinander hängen, gut die Verbesserungen und Änderungen an meinem Schnitt sehen. Ich kann gar nicht sagen, welcher Quilt mir bisher am besten gefällt. Beim Maiquilt kann man die Dreidimensionalität am Dach gut erkenne, im Oktober gefallen mir die Farben sehr gut, der Dezember hat eine ganz besondere Bedeutung, da ich den Quilt ja genäht habe, als wir erfahren haben, dass Steffen erneut operiert werden muss... Der Januar erinnert mich bisher am meisten an das Gemälde. So ist jeder Quilt etwas Besonderes für mich. Mal schauen, wohin die Reise im Febraur geht.