- von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt
- Originaltitel »Les mondes invisibles des animaux microscopiques«
- Wissenschaftliche Berater:
- Cédric Hubas und Christine Rollard vom
- Nationalen Naturkundemuseum in Paris
- Aus dem Französischen von Edmund Jacoby
- Verlagshaus Jacoby & Stuart, April 2025 https://www.jacobystuart.de/buecher-von-jacoby-stuart/
- gebunden
- Fadenheftung
- Format: 25 x 32 cm
- 56 Seiten
- Mit 10 Ausklappseiten
- durchgehend farbig
- 25,00 € (D), 25,70 € (A)
- ISBN 978-3-96428-264-4
- Kindersachbuch ab 9 Jahren
KLEINE WELTEN – GROSSES STAUNEN
Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©
„Die unsichtbaren Welten mikroskopsich kleiner Tiere“ habe ich hier bereits vor sieben Jahren vorgestellt. Inzwischen war das Buch dann leider beim Verlag vergriffen. Doch zum Glück gibt es nun eine Neuauflage und somit Grund genug, auch meine Empfehlung von damals zu erneuern.
Dieses sorgfältig gestaltete Sachbuch gewährt uns faszinierende Einblicke in mikro-skopische Weltenräume, die mit dem bloßen Auge kaum oder gar nicht zu erkennen sind. Die präzise gezeichneten Mikroorganismen werden in bis zu 150facher Vergrößerung in ihrem jeweiligen Biotop dargestellt.
Wir besichtigen zehn verschiedene Lebensräume, in denen sich Mikroorganismen tummeln. Vom „Wasserballett des Planktons“ geht es zum Strand und von dort zum Meeresgrund. Weitere drei Lebensräume, die uns die Mikroorganismen sehr nahe bringen, sind das heimische Bett (Hausstaubmilbe & Co), die menschliche Haut und die Küche. Draußen geht es weiter mit dem Waldboden, dem Moosbewuchs an Baum-stämmen, stillen Tümpelgewässern und dem strömenden Flußbiotop.
Mikroorganismen erfüllen unzählige lebensdienliche Aufgaben, wie beispielsweise für die Bildung von Humus (Hornmilben, Springschwänze, Rollasseln) oder die Sauerstoff-produktion (Kieselalgen). Manche sind aus menschlicher Perspektive auch lausig lästig und unangenehm (Flöhe, Krätzmilben, Zecken).
Einige Mikroorganismen, wie beispielsweise das nur 0,4 mm große Bärtierchen oder das nur 0,2 mm kleine Korsettierchen, nennt man extremophil, weil sie über eine Anpass-ungsfähigkeit verfügen, die sie extreme Temperaturen und Druckverhältnisse und sogar Sauerstoffmangel sowie absolute Dunkelheit überleben läßt.

Illustration aus „Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt © Verlagshaus Jacoby & Stuart 2025

Infotafel aus „Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ von Hélène Rajcak und Damien Laverdunt © Verlagshaus Jacoby & Stuart 2025
Anschauliche Szenenwechsel vom Makrokosmos zum Mikrokosmos führen den Betrachter von Doppelklappseite zu Doppelklappseite in verborgene Kleinstlebens- räume und ihre Bewohner ein. Deren körperlich oft bizarr anmutende Gestalten werden hier in bunter, detaillierter Formenvielfalt wiedergegeben. Ein kurzer Einführungstext erklärt das jeweilige Mikroökosystem, und numerierte informative Steckbriefbe- schreibungen der dazugehörigen Mikroorganismen helfen beim Zuordnen und Wiederfinden auf dem szenischen Wimmelbild des Minibiotops.
Die verwendete Maßstabgröße wird jedesmal deutlich angegeben und eingezeichnet. Besonders anschaulich werden die Größenordnungen jedoch illustratorisch beispiels-weise beim vergleichenden Nebeneinander eines Salzkornfelsens und einiger Staubmilbchen – das öffnet dem aufmerksamen Betrachter wirkungsvoll die Augen fürs Unsichtbare.
Ein lexikalischer Anhang erläutert alle Fachbegriffe, die zuvor zur Sprache gekommen sind, und zeigt auf Schautafeln Milben, Krebstiere und Protisten* sowie eine kleine Geschichte der Mikroskopie von mittelalterlichen Lesesteinen (Lupen) bis zum Elektronenmikroskop.
„Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere“ vermittelt durch die spannende zeichnerische Inszenierung und die leicht zugängliche Text-begleitung auf lebhafte Weise Wissen, Bewunderung und Respekt für die Vielfalt des Lebens, das seit eh und je vom Kleinen zum Großen und vom Großen zum Kleinen kreist.
Wenn Sie dieses Buch für Ihr Kind oder Enkelkind kaufen, kalkulieren Sie in weiser Voraussicht schon einmal die Kosten für ein Mikroskop mit ein …
*Protisten sind einzellige, aquatische Lebewesen, die nicht eindeutig dem Tier- oder Pflanzenreich zugeordnet werden können. Dazu gehören u.a. Amöben, Foraminiferen, Glockentierchen, Pantoffeltierchen und Rädertierchen.
Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite: Die unsichtbaren Welten mikroskopisch kleiner Tiere – Neuauflage
Die Autoren & Illustratoren:
»Hélène Rajcak ist 1981 geboren. Sie hat in Paris Illustration und Textildesign studiert und arbeitet dort heute als Illustratorin für die Presse und für Kinderbücher.
Damien Laverdunt ist 1978 geboren. Er hat Angewandte und Dekorative Kunst studiert, lebt und arbeitet in Paris als Autor, Zeichner und Grafiker und lehrt Angewandte Kunst an einem Gymnasium.«
Querverweis:
Dieses Sachbilderbuch ergänzt sich gut mit dem zuvor rezensierten Sachbilderbuch von Giselle Clarkson „Schau genau hin! Das außergewöhnliche Handbuch der Beobachtologie“ Schau genau hin!


