Tanze, tanze, kleine Maus

  • Gedichte für Kinder und Mäuse
  • Text von Anja Štefan
  • Originaltitel:  »Drobtine iz mišje doline«
  • Übersetzung aus dem Slowenischen von Metka Wakounig
  • Illustrationen von Alenka Sottler
  • Moritz Verlag, 2023   www.moritzverlag.de
  • gebunden, Fadenheftung
  • Format:  24,0 cm x 24,3 cm x 1,1 cm
  • 40 Seiten
  • 18,00 €
  • ISBN 978-3—89565-446-6
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

Tanze, tanze, kleine Maus Titelbild

MÄUSENOT  UND  MÄUSETOD

Kinderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Der heitere Schwung, der sich im Titelbild von „Tanze, tanze, kleine Maus“ zeigt, setzt sich nur bedingt auf den nachfolgenden Bilderbuchseiten fort. Diese Mäusegedichte sind teilweise heiter und teilweise herb.

Manchmal gibt es reichlich Futter, Nüsse und Käseglück, manche Mäuse teilen, manche gieren. Eine Maus futtert Erbsen und wird dann wegen der Pupserei von den anderen Mäusen gemieden, ein Mäuserich ist Säufer, eine Maus betätigt sich als schamanischer Mäusemedikus, eine andere als Schreiber, und dazwischen tanzen, schaukeln, essen, frieren, hungern und verhungern, überlebenskämpfen und schlafen die Mäuse.

Tanze, tanze, kleine Maus ERBSE

Illustration von Alenka Sottler © Text von Anja Štefan © Moritz Verlag 2023

 Die Geschichten, die diese Gedichte erzählen, besonders die eher sozialkritisch ange-hauchten, finde ich für Kinder eher unzugänglich.

Die Reime, Lautmalereien und die Metrik sind meistens stimmig, und dafür gebührt der Übersetzerin ein großes Lob! Dennoch wurde ich, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht warm mit diesen Mäusegedichten, die meiner Ansicht nach wenig Bezug zur Erfahrungswelt von Kindern haben.

Tanze, tanze, kleine Maus KÄSE

Illustration von Alenka Sottler © Text von Anja Štefan © Moritz Verlag 2023

Die Illustrationen bestehen aus Fingerabdrücken kombiniert mit Collagenelementen und ergänzenden Zeichnungen. Die Bilder geben den Gedichten eine passende Kulisse und anschauliche Inszenierung. Die Darstellung der Mäusekörperchen durch Finger- abdrücke ist recht possierlich und beiläufig auch eine schöne Anregung für Kinder, sich selbst einmal an solchen Fingerabdruckstempelbildern malerisch zu versuchen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Die Autorin:

»Anja Štefan wurde 1969 bei Nova Gorica in Slowenien geboren und ist eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen des Landes. Sie schreibt neben Kindergedichten auch Märchen und überarbeitet slowenische Volkserzählungen. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem wichtigsten Preis für Künstler in Slowenien.«

Die Illustratorin:

»Alenka Sottler wurde 1958 in Ljubljana (Slowenien) geboren. Neben ihren Illustrationen für Zeitschriften hat sie mittlerweile mehr als 50 Bücher bebildert. Am liebsten illustriert Alenka Sottler Märchen und Gedichte.«

Die Übersetzerin:

»Metka Wakounig, geboren 1983 in Klagenfurt, wuchs als Kärntner Slowinin zweisprachig auf. Sie studierte Übersetzungswissenschaften und Germanistik und lebt und arbeitet heute als Übersetzerin und Lektorin in Wien.«

Giesberts kleiner Garten

  • Text und Illustration von Daniela Drescher
  • Verlag Urachhaus 2024 www.urachhaus.de
  • Format: 19 x 17 cm
  • 12 Seiten mit abgerundeten Ecken
  • 12,00 €
  • ISBN 978-3-8251-5385-4
  • Pappbilderbuch ab 2 Jahren

Giesberts kleiner Garten
W I C H T   MIT   G E D I C H T

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Nun können auch ganz kleine Kinder schon Bekanntschaft mit Giesbert machen, dem freundlichen Regenrinnenwicht aus Daniela Dreschers Garten.

Heiter-leichte vierzeilige Reime (mit etwas holpriger Metrik) beschreiben Giesberts Gartentätigkeiten und kulinarische Vorlieben. Die Illustrationen zeigen Giesbert in einer ebenso naturgetreuen wie atmosphärisch-märchenhaften Gartenkulisse mit vielen Tieren und entdeckenswerten natürlichen Kleinigkeiten.

„Giesberts kleiner Garten“ vermittelt anschaulich warmherzige Geborgenheit und Naturverbundenheit und stimmt Kleinkinder auf die vier umfangreicheren Erzählbände von Giesbert ein, die für Kinder ab fünf Jahren geeignet sind – siehe Querverweis unter der Rezension.

Die stabilen Pappseiten mit abgerundeten Ecken verkraften problemlos auch ungeübte kindliche Umblätterungen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Die Autorin & Illustratorin:

»Daniela Drescher, geboren 1966, ist eine international gefeierte Illustratorin und Autorin. Ihre Bilderbücher und illustrierten Kinderbücher bestechen durch einen Stil, der Kinder wie Erwachsene weltweit begeistert. In ihren mittlerweile über 50 Büchern ver-mittelt sie ihren jungen Lesern einen unmittelbaren Zugang zur Natur sowie zu sozialen Themen. Darüber hinaus setzt sie sich regelmäßig für Naturschutzorganisationen ein. www.danieladrescher.com  Instagram: @danieladrescher_studio «

Querverweis:

Hier entlang zum ersten Band: „Giesbert in der Regentonne“ Giesbert in der Regentonne
zum zweiten Band: „Giesbert hört das Gras wachsen“ Giesbert hört das Gras wachsen
zum dritten Band: „Giesbert und der Gluckerbach“ Giesbert und der Gluckerbach
zum vierten Band: „Giesbert und die Gackerhühner“ Giesbert und die Gackerhühner

Mias kleine Schlafmusik

E I N S C H L A F E I N S T I M M U N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Wie wohl alle kleinen Kinder hat auch die kleine Mia noch allerhand zu erledigen, bevor sie endlich in ihrem Bettchen liegt und einschläft. Zudem gibt es von draußen aus dem Garten auch immer wieder etwas zu hören.

Mias kleine Schlafmusik. Innenseite1jpg

Illustration von Olivia Huth, Text von Uwe Becker © SÜDPOL Verlag 2021

 „PLITSCH!“ – da hüpft der Frosch in den Gartenteich, „SCHNAUF!“ – da sucht der Igel nach versteckten Schnecken, und so setzt sich die abendliche Geräuschkulisse weiter fort mit der maunzenden Katze und der raschelnden Maus. Jedesmal schaut Mia aus ihrem Fenster und beobachtet das jeweilige Tier bei seinem geräuschvollen Tun. Mias Augen werden jedoch von Mal zu Mal kleiner, und schließlich schläft sie in ihrem gemütlichen Bettchen ein – sanft begleitet von im Wind raschelnden Blättern.

Mias kleine Schlafmusik. Innenseite2jpg.

Illustration von Olivia Huth, Text von Uwe Becker © SÜDPOL Verlag 2021

Im Traum klingen und schwingen die Töne und Bilder noch leise nach und sogar Himmel, Mond und Sterne singen Mia in die gute Nacht.

Mias kleine Schlafmusik. Innenseite Einschlafenjpg

Illustration von Olivia Huth, Text von Uwe Becker © SÜDPOL Verlag 2021

Einfache vierzeilige Reime beschreiben auf jeder Doppelseite Mias Schlafvorbereitungen und ihre nachforschenden Beobachtungen zu den Naturgeräuschen. Nach der Darstellung der tierischen Geräuschquellen folgt stets die wortmelodisch-suggestive Einladung in die angenehme, unwiderstehliche Kuscheligkeit des Kinderbetts.

Die heiter-warmherzigen Illustrationen vermitteln zusammen mit dem lustig gereimten Text eine harmonische Einstimmung ins Schlafen.  Nimmermüde Kinder können auf den doppelseitigen Illustrationen noch zahlreiche Einzelheiten suchen und finden und anschließend wahrscheinlich ebenfalls einschlafen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Der Autor:

»Uwe Becker wurde in Krefeld geboren und wuchs dort auf. Nach einem Studium der Biologie, das ihn nach Tenerife, an die Elfenbeinküste und nach Zimbabwe führte, begann er in den 90en Gedichte  für Kinder zu schreiben. Er lebt in Köln, wo er einen Garten besitzt, und im Wendland, das er sehr liebt. Er hat  auch einen äußerst unternehmungs-lustigen Hund, der Wodka heißt und aus Sankt Petersburg stammt. 2011 erschuf Uwe Becker den charmant-tüdeligen Mäusedetektiv mit der geringelten Bommelmütze: Im Gartenkrimi „Zipfelmaus jagt den Vogeldieb“ erblickte die Zipfelmaus das Licht der Welt und erfreut sich seitdem einer wachsenden Fangemeinde.«

Die Illustratorin:

»Olivia Huth ist in Norddeutschland geboren und aufgewachsen. Sie liebt Regenwetter und Äpfel und am allerliebsten zeichnet sie oder tobt mit ihren Kindern durch den Regen. Was sie dagegen gar nicht liebt, ist aufzuräumen und zu putzen. Olivia Huth arbeitet in der Werbebranche und lebt in der Nähe von Kiel.«

Borst vom Forst will hoch hinaus

Borst vom Forst will hoch hinaus

L U F T S P R U N G S C H W U N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Borst vom Forst ist schon seit seinem ersten Abenteuerchen (siehe meine Besprechung Borst vom Forst) als ebenso empfindsam-verträumter wie entdeckungsfreudiger kleiner Frischling waldbekannt.

Diesmal sorgt er sich um ein Ei, das im Moos gelandet ist. Während er gemeinsam mit der Seemöwe und der Robbe Merilyn (eine Bekanntschaft aus dem ersten Band) auf- zählt, welche Tiere Eier legen, schlüpft das Küken aus dem Ei. Es hat einen gekrümmten Schnabel, was Anlaß zu der Vermutung gibt, daß es aus dem sich in luftiger Baumhöhe befindlichen Adlernest gefallen ist.

Kein Frage, daß Borst vom Forst – das Küken auf der Nase balancierend – versucht, mit Hilfe von Merilyns Robbenleiter den Baumstamm zu erklettern. Doch dies funktioniert nicht und endet mit einer Po-Landung im Polstermoos.

Merlilyn regt an, einen herumliegenden Baumstamm auf einen Felsbrocken zu legen und ihn so als Wippkatapult zu benutzen. Borst von Forst nimmt mit dem Küken an dem einen Ende Platz, und am anderen Ende springen die Robbe, die Seemöwe und eine Ameise auf. Der damit erzeugte Schwung ist noch zu schwach, doch da naht hilfreich Borstens Wildschweinmama und verpaßt dem Stamm den ausreichenden Luftsprung- schwung.

Borst saust und braust durch die Luft und plumpst in das Adlernest. Der Adlerpapa freut sich über das zurückgekehrte „alleradlerschönste Kind“, bedankt sich und erklärt Borst, daß sein Nest Horst heißt, was bei Borst für einige Verwirrung sorgt.

Der Rückweg vom Adlerhorst erfolgt wieder auf dem Luftweg. Denn Borst wollte ja schon immer gerne einmal fliegen, und er hat während des Gesprächs mit dem Adler schlicht vergessen, daß er gar keine Flügel hat. Der unvermeidliche Absturz wird vom mitfühlenden Wind durch ein Luftpolster etwas abgefedert und von der flott zupackenden Seemöwe abgefangen, und dank der buchstäblichen Bauchlandung auf dem Bauch der Robbe, die wiederum auf dem Bauch von Borstens Mama liegt, landet Borst sanft und sicher auf der Erde.

Die Illustrationen von Wiebke Rauers  untermalen „Borst vom Forst will hoch hinaus“ warmherzig, witzig und ausdrucksvoll und statten die Charaktere mit sympathischen Gesichtern und lebhafter Mimik aus.

Die Autorin erzählt diese Geschichte in einer lautmalerischen Prosa, die gelegentlich in einfache Reime übergeht, die jedoch zu keinem angemessenen flüssigen Versrhythmus finden. Die sperrige Metrik der Verse und die partiellen, etwas erzwungenen Reime erleichtern den Vorlesefluß leider nicht. Der Text ist gleichwohl vergnüglich, inhaltlich leicht zugänglich und kreativ-wortverspielt.

Diese Fortsetzungsgeschichte von Borst vom Forst erreicht meiner Ansicht nach nicht die gehaltvolle inhaltliche und sprachmelodische Qualität des ersten Bandes, taugt aber durchaus als luftig-leichte Kinderunterhaltung.

Eine Nachhilfestunde bei Goethen wäre hier – mit Verlaub – von Nöten.
Ein vielsagendes Beispiel aus Faust II:

»Und auf vorgeschriebenen Bahnen
Zieht die Menge durch die Flur;
Den aufgerollten Lügenfahnen
Folgen alle. – Schafsnatur!«

Beiläufig ein Zitat, daß sich trefflich auf die gegenwärtige „Diskussionskultur“ anwenden läßt.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zum borstigen Vorgängerband: Borst vom Forst

Die Autorin:

»Yvonne Hergane, geboren 1968, studierte Germanistik, Anglistik und Buchwissenschaft in Augsburg und München. Seit Mitte der 90er Jahre arbeitet sie als freie Autorin und literarische Übersetzerin, wobei ihre besondere Liebe dem Bilderbuch gehört – das Spiel mit Worten, Lauten und Reimen ist ihre Art, Musik zu machen. Einer mehr war 2012 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Nach mehreren kleinen und großen Sprüngen durch die Geografie lebt Yvonne Hergane derzeit mit ihrer Familie nahe der Nordsee.«

Die Illustratorin:

»Wiebke Rauers, geboren 1986, studierte Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration in Düsseldorf. Nach ihrem Diplom zog sie nach Berlin und arbeitete dort fünf Jahre als Charakterdesignerin in einem Animationsfilmstudio. 2015 machte sie sich als Illustratorin selbstständig. Seitdem arbeitet sie hauptsächlich an Büchern, Magazinen und Charakterdesigns.«

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Schnick Schnack Schabernack

  • Das Hausbuch der Reime und Lieder für die Allerkleinsten
  • Herausgegeben von Renate Raecke und Monika Blume
  • Illustrationen von Gerda Raidt
  • Gerstenberg Verlag, 6. Auflage Juli 2021 www.gerstenberg-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Halbleinen
  • Format: 22 x 27 cm
  • 144 Seiten
  • durchgehend farbig
  • 25,00 € (D), 25,70 € (A), 32,50 sFr.
  • ISBN 978-3-8369-5198-2

Schnick Schnack Schabernack Titelbild 9783836951982

WÖRTERKLANG  &  SPRACHGEFÜHL

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Vor dem Sprechenlernen kommt das Lauschen! Damit schon die Kleinsten nicht nur Koseworte und Geplauder zu hören bekommen, sondern darüber hinaus mit melo- dischem Sprachklang angesprochen und angesungen werden können, stellt das vorliegende Buch eine vielsaitige Auswahl amüsanter und poetischer Texte zur Verfügung.

Wir finden hier Versspiele, Abzählreime, Kinderlieder (mit Noten), Fingerspiele, Festtags-reime, Kniereiter, Zahlen- und Buchstabenreime, Nonsensgedichte, Erzählgedichte und Zaubersprüche. Die Sammlung enthält überlieferte und moderne Texte sowie Anleitungen zur begleitenden gestisch-körperlichen Handhabung beim Aufsagen von Fingerspielversen und Kniereitern.

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Illustration von Gerda Raidt © Gerstenberg Verlag 2021

Die luftig-heiteren Illustrationen von Gerda Raidt setzen die in den Texten angesproch-enen Situationen und Themen mit einem Hauch von Nostalgie schön in Szene. Ein alphabetisches Verzeichnis der Autoren, Gedichte und Lieder sowie dazugehörige Quellenangaben erleichtern das Wiederfinden persönlicher Textlieblinge.
  
Mit einem solchen Hausbuch der Reime und Lieder läßt sich spielerisch und vergnüglich kindliche Sprachfreude, Sprachkompetenz und Ausdrucksvielfalt fördern. Dank der Verbindung von Wort, Berührung und Bewegung, wie sie bei vielen Fingerspielen und Kniereitern üblich ist, werden alle kindlichen Sinne angesprochen. Diese umfassende kommunikative Zuwendung zum Kind prägt sich besonders nachhaltig ein und bereichert nebst der familiären Bindung vor allem Wortschatz und Ausdrucksvielfalt – und einen Beitrag zur musikalischen Früherziehung leistet sie noch dazu.

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Illustration von Gerda Raidt © Gerstenberg Verlag 2021

 „Schnick Schnack Schabernack“ ist ein gutes Geschenk für werdende Eltern, zur Geburt, zur Taufe sowie zum ersten oder zweiten Kindergeburtstag. Dieses Hausbuch ist eine Wortschätzespeisekammer für die ganze Familie, mit kunterbunter Geschmacksvielfalt und abwechslungsreichen Themenkreisen, die sich mindestens bis zur Einschulung als melodisches, poetisches und sprachspielerisches Vademecum eignet.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
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Die Herausgeberinnen:

»Renate Raecke, geboren 1943, studierte Literatur- und Kunstgeschichte und arbeitete als Buchhändlerin und in verschiedenen Verlagen, bevor sie als freie Lektorin und Herausgeberin tätig wurde. Sie lebt in Pinneberg.
Monika Blume, geboren 1951, hat Erziehungswissenschaften und Soziologie studiert. Heute lebt sie mit Familie in München und arbeite nach Stationen in Verlag und Buchhandel als Autorin und Lektorin, aber auch als Pädagogin für Institutionen und Projekte.«

Die Illustratorin:

»Gerda Raidt, geboren 1975, lebt mit ihrer Familie in Leipzig. Sie studierte freie Grafik in Halle und Leipzig, darauf folgte ein Meisterschülerstudium in Leipzig. Seit 2004 arbeitet sie als freie Illustratorin.«

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Kommt in die Felder, Wiesen und Wälder!

  • 365 Gedichte für jeden Tag
  • mit Bildern von Frann Preston-Gannon
  • Originaltitel:»I Am The Seed That Grew The Tree –
  • A nature poem for every day of the year«
  • Textauswahl für die deutsche Ausgabe: Maria Höck
  • Verlag ars edition, März 2020 http://www.arsedition.de
  • Format: 270 mm x 220 mm
  • gebunden mit Fadenheftung
  • 320 Seiten mit LESEBÄNDCHEN
  • 28,00 € (D),  28,80 € (A)
  • ISBN: 978-3-8458-3301-9
  • Kinderbuch (Vorlesebuch) ab 4 Jahren
  • Dieses Buch ist inzwischen beim Verlag vergriffen. Sie können es aber noch antiquarisch erwerben.

POETISCHER  BLÜTENSTAUB  FÜRS  GANZE  JAHR

Buchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Gedichte, Kinderlieder, Reime und Rätselspiele (und selbstverständlich auch Märchen) gehören zu einer glücklichen Kindheit und erschließen dem kindlichen Geist und Gemüt sprachliche Horizonte, Ausdrucksvielfalt und Wortschätze.

Dieses Buch ist ein lyrisches Hausbuch für die ganze Familie und eine schöne poetische Vorratskammer, deren vielsaitige Texte zu lebhaftem sprachlichen Reichtum, Naturver-bundenheit und anregenden Wortweltreisen einladen. Diese Sprachreisen kosten nur bei der Erstanschaffung des Buches Geld und garantieren anschließend dauerhaften Zugang zum Aufblättern, Betrachten, Vorlesen und Mitsprechen, ja, hier und da – bei besonderem Wohlgefallen – sogar zum Auswendiglernen.

Wie ein Jahreskalender beginnt das Buch mit dem ersten Januar und endet mit dem 31. Dezember. Thematisch kreisen alle Texte um die Natur, um Tiere, Pflanzen, Landschaf-ten, Wetterlagen, Tag und Nacht sowie die jeweiligen Jahreszeitenstimmungen. Es gibt lange und kurze  Gedichte – auch einige Haikus, außerdem Fingerspielverse, Kinderlied-klassiker (mit Noten), Zungenbrecher und Rätselreime.

Illustration von Frann Preston-Gannon © Verlag ars edition 2020

Die Illustratorin und Designerin Frann Preston-Gannon hat zwei Jahre an den Bildern zu diesem lyrischen Jahresbegleiter gearbeitet. Diese Bilder sind feinfühlig und feinsinnig, gleichermaßen kunstvoll und naturgetreu wie kindgemäß und verspielt. Die Farbpalette folgt der Jahreszeitenfarbtönung und der in den Texten angesprochenen Tages- oder Nachtzeit.

Illustration von Frann Preston-Gannon © Verlag ars edition 2020

Auf jeder Doppelseite finden sich zwei bis vier Texte, die harmonisch in die ganzseitig illustrierte Kulisse eingefügt sind. So verbinden sich die buchstäbliche Atmosphäre und die in den Poemen zu Wort gekommenen Figuren und Themen zu einem anschaulichen und stimmigen Gesamtkunstwerk.

Die Textauswahl umfaßt viele Klassiker, aber auch einige gegenwärtige Autoren. Es versammeln sich u.a. zweimal Matthias Claudius und Mascha Kaléko, dreimal Elisabeth Borchers und Eduard Borchert, viermal Friedrich Rückert und Eduard Mörike, sechsmal Wilhelm Busch und Heinrich Heine, achtmal Joachim Ringelnatz und Rainer Maria Rilke, zehnmal Johann Wolfgang von Goethe, elfmal Theodor Storm, sechzehnmal August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und fünfundzwanzigmal Josef Guggenmos sowie viele Einzeltexte diverser Autoren – beispielsweise von Max Dauthendey, Erich Fried, Hanna Johansen, Peter Hacks, Heinz Erhardt, Max Kruse, Selma Meerbaum-Eisinger, Novalis, Peter Rosegger, Stefan Zweig.

Illustration von Frann Preston-Gannon © Verlag ars edition 2020

Die Gedichte, Lieder, Vers- und Rätselspiele geben wieder und wieder der achtsamen Wahrnehmung und zugeneigten Bewunderung für die Erscheinungsformen der Natur Ausdruck sowie der spielerischen Freude und Erfüllung, Natur aus der Nähe zu erleben. Somit ist dieses Buch, welches die Natur auf solch poetische und melodische Weise „besingt“, auch ein Wegweiser zur kindlichen Herzensbildung und Naturerfahrung.

Der Titel „Kommt in die Felder, Wiesen und Wälder!“ ist hier also durchaus wortwörtlich zu verstehen und bleibt der rote Faden von Monat zu Monat, von Tag zu Tag, von Blatt zu Blatt, von Poem zu Poem …

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:
https://www.arsedition.de/produkte/detail/produkt/kommt-in-die-felder-wiesen-und-waelder-7596/ Dieses Buch ist inzwischen beim Verlag vergriffen. Sie können es aber noch antiquarisch erwerben.

Die Illustratorin:

Da der Verlag mit konkreten Angaben zur Illustratorin spart, verweise ich auf Frann Preston-Gannons eigene Webseite, die zwar auch kaum biografische Hinweise gibt, aber immerhin anschaulich und ausführlich vom bisher ermalten Werk und ihren veröffentlichten Büchern zeugt: https://www.frann.co.uk/about

Illustration von Frann Preston-Gannon © Verlag ars edition 2020

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Die Honigbiene

  • Illustrationen von Isabelle Arsenault
  • Text von Kirsten Hall
  • Originaltitel: »The Honeybee«
  • Aus dem Englischen von Anna Schaub
  • NordSüd Verlag Februar 2019  www.nord-sued.com
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 48 Seiten
  • durchgehend farbig illustriert
  • mit Sonderfarbe
  • Format: 22,3 x 28 cm
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A), 20,90 sFr.
  • ISBN 978-3-314-10474-9
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

B I E N E N A N N Ä H E R U N G

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Das Bilderbuch „Die Honigbiene“ führt uns ganz gemächlich zu seinem Titelthema. Zu-nächst blättern wir auf drei Doppelseiten durch eine Landschaft mit einer abwechs- lungsreichen Blumenwiese, zart-gestrichelte, schwungvolle Linien künden von einem noch unsichtbaren Flugsubjekt, und dann lächelt uns auf der vierten Doppelseite in Großaufnahme eine Biene freundlich an.

Und weiter geht es mit munterer Flugakrobatik durch die Lüfte und von Blüte zu Blüte. Kurze gereimte Zeilen erklären, was die Biene beim Aufsuchen und Finden diverser Blüten tut: Sie trinkt Nektar, sammelt Blütenpollen und bringt anschließend ihre Ausbeute zum Bienenstock.

Im Bienenstock tanzt sie den anderen Bienen den Weg zu der von ihr entdeckten Futter-quelle vor, und einige Bienen fliegen diesem Wegweiser nach, während die anderen Bienen sich um die sorgfältige Verarbeitung des Nektars und der Pollen kümmern und kleine Bienenwaben mit Honig füllen.

So vergehen die Sammelmonate und der Winter kommt. Gemeinsam mit ihrer Bienen-königin überwintern die Bienen dicht zusammengedrängt in ihrer Schwarmtraube. Im nächsten Frühjahr beginnt der Kreislauf erneut, eine kleine Biene schwirrt durch die Gegend und findet einen köstlichen Landeplatz auf einer Blume …

Die Honigbiene“ von Kirsten Hall, illustriert von Isabelle Arsenault © 2019 NordSüd Verlag AG, Zürich/ Schweiz

Die Illustratorin Isabelle Arsenault kombiniert warmes Gelb und Magenta sowie ein leuchtendes Orange mit Schwarz-weiß-grau-Kontrasten und vereinzelten Prisen hell- blau und hellgrün – so daß die meisten Bilderbuchseiten in ein strahlend-honiggelbes Licht getaucht sind. Nur die Szenen im Inneren des Bienenstocks erscheinen wegen des schwarzen Hintergrundes dunkler, jedoch keineswegs düster.

Die Zeichnungen sind poetisch-verspielt, gleichwohl genau genug, um die biologischen Vorgänge anschaulich zu vermitteln. Die ansprechende Niedlichkeit der Bienengesichter und die fein dargestellte transparente Zartheit ihrer Flügel dürfte bei Kindern durchaus Empathie für Bienen wecken.

Die gereimten Begleittexte von Kirsten Hall sind heiter und lautmalerisch und erklären mit einfachen Worten das Leben und Wirken der fleißigen Bienen. Allerdings geraten die Grundregeln der Metrik bei der Übersetzung der Verse arg in Bedrängnis, was den Vor-lesefluß „unsäglich“ zum Stolpern bringt. Der Versuch, die Reime des Originals begriff- lich und metrisch angemessen ins Deutsche zu übertragen, kann deshalb nur recht eingeschränkt als gelungen betrachtet werden.

Im Nachwort beschreibt die Autorin, wie lebenswichtig Bienen für uns sind und was wir für ihr Wohlergehen tun und lassen können. Neben Hinweisen auf konkrete Pflanzen-empfehlungen von Kräutern bis Wildblumen und dem Verzicht auf Chemikalien appelliert sie auch dafür, gegenüber Lokalpolitikern als Fürsprecher der Bienen aufzu- treten und bessere Mitweltschutzgesetzte zu fordern.

Bei der Erläuterung der Blütenbefruchtung durch Pollenübertragung gibt es leider einen inhaltlichen Fehler, da behauptet wird, aus Pollen wüchsen neue Pflanzen. Hier muß der geneigte Vorleser korrigierend eingreifen und stattdessen von Samen sprechen. Vielleicht läßt sich dieser Fehler bei einer Neuauflage korrigieren.

„Die Honigbiene“ ist eine nette, kindgemäß-vereinfachte Einführung in Lebenswelt und Bedürfnisse von Bienen, die eine gute Vorbereitung auf die echte Begegnung mit Bienen in der Natur oder beim Besuch eines Imkers ist.

Hier entlang zum Buch und zur LESEPROBE auf der Verlagswebseite:

Die Honigbiene

Die Autorin:

»Kirsten Hall war Grundschullehrerin und hat über 100 Erstleser-Geschichten geschrieben. Heute ist sie Geschäftsführerin der von ihr gegründeten Agentur Catbird Productions für Kinderbücher und Illustration. Ihr Buch „The Jacket“ wurde 2014 von der „New York Times“ als „Notable Children’s Book“ ausgezeichnet.«

Die Illustratorin:

»Isabelle Arsenault, 1978 in Sept-Îles (Québec) geboren, zählt zu den renommiertesten Kinderbuchillustratorinnen Kanadas. Dreimal wurde sie mit dem kanadischen „Governor General’s Literary Award“ ausgezeichnet. Mehrfach führte die „New York Times“ ihre Bücher auf der Liste der „Zehn besten illustrierten Bücher“. Isabelle Arsenault lebt mit ihrer Familie in Montreal.«  http://www.isabellearsenault.com/

Querverweis:

„Die Honigbiene“ ergänzt sich fein mit dem Bilderbuch „Mia und das Blumenwunder“ von Alison Jay: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2017/09/24/mia-und-das-blumenwunder/ und mit Piotr Sochas großformatigem, ausgezeichnetem Sachbilderbuch „Bienen“: https://leselebenszeichen.wordpress.com/2016/10/02/bienen/

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Der Bücherschnapp

  • Jeder braucht eine Gutenachtgeschichte
  • Text von Helen Docherty
  • Illustrationen von Thomas Docherty
  • Deutsch von Dorothee Haentjes-Holländer
  • Ellermann Verlag, Januar 2014  http://www.ellermann.de
  • gebunden, Format 25 x 27,5 cm
  • 32 Seiten
  • 12,95 €
  • ISBN 978-3-7707-4500-5
  • Bilderbuch ab 4 Jahren
  • Dieses Bilderbuch ist inzwischen beim Verlag vergriffen. Sie können es gleichwohl noch auf antiquarischem Wege finden.

BÜCHERGEBORGENHEIT  FÜR  ALLE

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der nächtliche Wald in diesem Bilderbuch wird erleuchtet von behaglichen Einblicken in vorbildliche Vorleseinterieurs: Hasen, Kaninchen, Dachse, Igel, Eulen, Mäuse und Eichhörnchen lesen ihren Kindern Gutenachtgeschichten vor, und in jeder Baum- oder Erdhöhle befindet sich ein gut- und buntbestücktes Bücherregal.

Jedoch wird die buchstäbliche Harmonie im Kaninchental empfindlich gestört, als ein geheimnisvoller Dieb nach und nach immer mehr Bücher stiehlt. Schon keimen Angst und Mißtrauen im waldigen Tal.

Elisa Braun, ein Hasenkind, beschließt, den Dieb zu fangen. Sie stapelt ein Bücher- türmchen als Köder in ihrem Zimmer auf und legt sich herzklopfend auf die Lauer. Plötzlich hört sie Flügelschlagen und ein riesiger Schatten fällt durchs Fenster in ihre Wohnhöhle. Tapfer öffnet sie das Fenster und befiehlt dem Dieb, seine Beute herzugeben.

Eine überraschend piepsige Stimme antwortet und bittet um Verzeihung. Das Stimmchen gehört zu einem kleinen, geflügelten Tierchen mit großen Augen. Elisa hat Mitgefühl mit dem Bücherschnapp, und als dieser erklärt, er habe die Bücher nur gestohlen, weil er niemanden habe, der ihm etwas vorlese, kann sie ihn sogar verstehen.

Er sah so richtig traurig aus,
Elisa war beklommen.
Mit Eltern, die ihm vorlesen,
wär’s nicht so weit gekommen!“

Sie hilft dem Bücherschnapp, alle Bücher heimlich wieder zurückzugeben, erklärt am nächsten Morgen allen Tiernachbarn, daß der Bücherschnapp eigentlich ganz lieb sei und seinen Fehler einsehe. Natürlich kümmert sie sich auch darum, daß die Vorlese- sehnsucht des kleinen Wesens erfüllt wird. Auf dem letzten Bild sehen wir den Bücherschnapp andächtig lauschend in der gemütlichen Vorleserunde bei Elisas Hasenfamilie sitzen.

In dieser Geschichte spielen die liebevoll-lebhaften Bilder eindeutig die Hauptrolle, und der sparsame, lustig gereimte Text unterstreicht die ohnehin aussagekräftigen Illustrationen. Die Reime sind zwar manchmal etwas holperig und stolperig, aber das beeinträchtigt nicht das lauschige Vergnügen geteilter Lese- und Vorleseerfahrung. Eben dieses Vorleseglück wird im „Bücherschnapp“ mit unwiderstehlicher Anziehungskraft in Szene gesetzt.

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
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Dieses Bilderbuch ist inzwischen beim Verlag vergriffen. Sie können es gleichwohl noch auf antiquarischem Wege finden.

Die Autorin:

»Helen Docherty hat die meiste Zeit ihrer Kindheit damit verbracht, zu lesen oder ihre eigenen Bücher zu machen. Später studierte sie Spanisch und Französisch und verbrachte einige Jahre in Frankreich, Spanien, Kuba und Mexiko

Der Illustrator:

»Thomas Docherty hat in der Schule gar nicht gerne gelesen und geschrieben. Aber gezeichnet hat er schon immer gerne. Heute hat er selbst zwei Töchter und sorgt dafür, dass immer genügend Zeichenpapier im Haus ist

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