Du bist immer bei mir

  • Text von Laura Romanazzi
  • Illustrationen von Kate Herbert
  • Originaltitel: »Always With Me«
  • Übersetzung aus dem Englischen von Bettina Obrecht
  • KNESEBECK Verlag, April 2026 www.knesebeck-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 32 Seiten
  • Format: 23 x 28 cm
  • 16,00 € (D), 16,50 € (A)
  • ISBN 978-3-98962-075-9
  • Bilderbuch ab 4 Jahren

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der kleine Otter vermißt schmerzlich die Libelle, mit der er befreundet war. Er erinnert sich an freudige gemeinsame Spiele und begreift nicht, daß seine Freundin nicht mehr da ist. Die ebenfalls trauernden großen Otter versuchen, dem kleinen Otter zu vermitteln, daß seine Freundin zwar nicht mehr körperlich anwesend, aber doch immer noch bei ihm sei. Dies ist dem kleinen Otter zu abstrakt – er kann nicht verstehen, was die großen Otter damit meinen.

Nun durchlebt der kleine Otter eine Phase der Leere, des Trauerns und des ganz alltäg-lichen Vermissens seiner vertrauten Gefährtin. Alles fühlt sich anders an, und der kleine Otter sucht an verschiedenen Orten nach dem Verbundenheitsgefühl, von dem die großen Otter ihm erzählt haben.

Draußen in der Natur geschieht es eines Tages, daß der kleine Otter in der Wahrneh-mung des Windes, der Regentropfen, dem abendlichen Aufgehen der Sterne und im Gesang der Vögel seine Freundin spürt. Und auch im Gefühlserleben erscheint ihm ein beruhigendes und tröstendes Echo seiner Freundin, und manchmal begegnen sie sich sogar im Traum.

So macht also der kleine Otter nun selbst die Erfahrung dieser schwer erklärbaren, unsichtbaren inneren Verbindung, die man zu einem verstorbenen Liebsten haben und pflegen kann. Dadurch wird das Leben für den kleinen Otter wieder heller, und die schönen Erinnerungen sind ein bereichernder Teil der Gegenwart.

Der Bilderbuchtext ist in einem zärtlich-poetischen Tonfall gehalten, der die kindlichen Gefühle und Wahrnehmungen mit anschaulicher Einfachheit wiedergibt. Kritisch anzu-merken bleibt jedoch, daß zwar die Verlusterfahrung recht gelungenen, also für kleine Kinder nachvollziehbar dargestellt wird,  dann jedoch die amateurtherapeutischen Hin-weise, die verstorbene Freundin in allen schönen Naturerscheinungsformen wiederzuer-kennen, in fast schon kitschige Verallgemeinerungen abgleiten: »Du bist das Rauschen des Meeres und die Stille der Berge.« Ob eine solche Poesietherapie für kleine Kinder hilfreich ist, sei einmal dahingestellt. Die Vermittlung von Trost nach einem Verlust-erlebnis im Hinblick auf vierjährige Kinder ist unstreitig eine große Herausforderung.


Die dezent bunten Illustrationen wirken meditativ und leise. Sie begleiten die erzählerische Stimmung mit harmonisch passenden Bilderbuchbühnenbildern.

Dieses Bilderbuch kann als Gesprächseinladung für Kinder eingesetzt werden, um die Themen Abschied, Tod und Trauer und die damit einhergehenden Gefühle und Fragen anzusprechen.



Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
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Die Autorin:

»Laura Romanazzi, geboren 1987, jongliert ihre Rolle als Teilzeit-Apothekerin mit dem Leben als Vollzeit-Mutter. Als lebenslange Liebhaberin von Büchern und Geschichten-erzählen schreibt sie gerne Geschichten für Kinder – und manchmal auch für Erwachsene. Für sie ist das Schreiben eine Möglichkeit, Ordnung in ihre Gedanken zu bringen und gleichzeitig ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen.«

Die Illustratorin:

»Kate Herbert verbrachte ihre Kindheit damit, zu träumen, zu trödeln und Kuriositäten zu sammeln. Nach einem Theaterdesign-Studium arbeitete sie in der Theaterbranche, bevor sie ihre wahre Leidenschaft entdeckte – das Illustrieren und Schreiben von Kinder-büchern. Sie liebt es, anspruchsvolle, skurrile Welten für ihre Figuren zu erschaffen, und das Wunder der Kindheit in ihren Werken einzufangen.«


Ente, Tod und Tulpe Ente, Tod und Tulpe
Erik und das Opa-Gespenst Erik und das Opa-Gespenst
Kleiner Fuchs Großer Himmel
Kleiner Fuchs Großer Himmel
Nur ein Tag Nur ein Tag
Oma trinkt im Himmel Tee Oma trinkt im Himmel Tee
Opa Meume und ich  Opa Meume und ich
Der Tod auf dem Apfelbaum Der Tod auf dem Apfelbaum
Überall & Nirgends: Gedichte über Tod und Trauer Überall & Nirgends
Wie lange dauert Traurigsein? Wie lange dauert Traurigsein?







Pina fällt aus

  • Roman
  • List Verlag, März 2026 www.ullstein.de
  • gebunden mit Schutzumschlag
  • 304 Seiten
  • ISBN 978-3-471-7006-3
  • 21,99 € (D), 22,70 € (A)

Petronella Apfelmus, Band 13

  • Hexenschuss und Zaubernuss
  • von Sabine Städing
  • illustriert von Sabine Büchner
  • BAUMHAUS Verlag, Oktober 2025  www.baumhausbande.com
  • gebunden mit Lesebändchen
  • 224 Seiten
  • 15,00 €
  • ISBN 978-3-8339-1056-2
  • Kinderbuch ab 8 Jahren zum Selbsterlesen
  • ab 5 Jahren zum Vorlesen

GEHEIMNISSE  HÜTEN

Kinderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Die Zwillinge Lea und Luis Kuchenbrand leben zusammen mit ihren Eltern in einem alten Müllerhaus mit halbverwildertem Garten und in einträchtiger Nachbarschaft mit der Apfelhexe Petronella Apfelmus und ihren eigenwilligen, fleißigen Apfelmännchen, die bei der Pflege der alten Apfelbäume und des Gartens tatkräftig helfen. Die Eltern betreiben in der alten Mühle ein florierendes Café, währenddessen die Kinder viele zauberhafte Abenteuer mit ihrer Nachbarin erleben. Selbstverständlich hüten Lea und Luis das magische Geheimnis von Petronella und ihren zauberhaften Bekannten.

Für mehr Einzelheiten hinsichtlich der phantasievollen Details der apfelmusischen Daseinsbedingungen empfehle ich einen Lesebesuch bei meiner ersten Petronella-Rezension: Petronella Apfelmus, 1. Band: Verhext und festgeklebt

Es ist gar nicht so leicht, magische Geheimnisse zu bewahren, wenn plötzlich Forscher einer „Kryptozoologischen Gesellschaft“ auftauchen, im Apfelgarten ihre Zelte aufschla-gen und im nahegelegenen Haspelwald nach magischen Tieren und Wesen suchen wollen. Die Forscher sind nämlich aufgeschlossen für Magie und lassen sich nicht so leicht ablenken und täuschen, wie gewöhnliche Menschen. Erschwerend kommt hinzu, daß Petronella dringend ihre Großmutter im Schwarzwald besuchen muß, um sie von einem Hexenschuß zu kurieren. Lea, Luis und die Apfelmännchen sind also eine Weile ganz auf sich alleine gestellt, um die magischen Wesen zu warnen und die gefangenen Wichtel und den Eichenrübling mit Hilfe eines Eisenbeißers heimlich aus ihren Gitterkäfigen zu befreien.

Die unerwünschten Forscher lassen es sich im Mühlencafé schmecken und sich von den Kuchenbrands auch Proviantpakete für ihre Expeditionen in den Haspelwald packen. Außerdem lagern sie ihre Wertsachen im Speicher der Mühle. Dies gibt den Kindern Gelegenheit, sich unauffällig über die täglichen Absichten der Kryptozoologen zu informieren.

Bei den Observierungen gibt es Pannen und strategische Verwicklungen, und dann verschwinden auch noch die Wertsachen der Forscher, und Vater Kuchenbrand wird des Diebstahls bezichtigt. Doch als Petronella schließlich zurückkommt und mit „Zeitknall-erbsen“ sowie ein wenig zauberhafter Nachhilfe zur detektivischen Aufklärung beiträgt, klärt sich, wer der Dieb ist. Ein veritabler „Vergessenszauber“ sorgt schließlich für die Abreise der Forscher. Schon bald kehrt wieder der ungestörte magische Alltag mit Petronella, Lea, Luis und den Apfelmännchen ein.

Auch der 13. Petronella-Apfelmus-Band bietet wortspielerischen Humor, Spannung und eine ebenso phantasievolle wie naturverbundene Verknüpfung von Magie und Wirklich-keit. Der liebevolle familiäre Hintergrund der beiden Kinder und die aus den Vorgänger-bänden vertrauten zauberhaften Rahmenbedingungen bieten Lesegeborgenheit, und die überraschenden „Eindringlinge“ und neuen Handlungswendungen und Notwendig-keiten bringen dramaturgische Abwechslung in den apfelmusigen Alltag.

Die Illustratorin Sabine Büchner begleitet und bereichert den Erzähltext mit kongenial ausdrucksvollen, amüsanten, detailgetreuen, köstlichen Illustrationen und stimmigen Charakterzeichnungen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://bastei-luebbe.de/Buecher/Kinderbuecher/Petronella-Apfelmus-Hexenschuss-und-Zaubernuss-Band-13/9783833910562

Hier entlang zur gekürzten Hörbuch-CD:
https://bastei-luebbe.de/Audio/Kinderbuecher/Petronella-Apfelmus-Hexenschuss-und-Zaubernuss/9783785787465

 

Die Autorin:

»Sabine Städing wurde 1965 in Hamburg geboren. Schon als Kind hat sie sich gerne Geschichten ausgedacht und war fasziniert von Hexen und anderen magischen Wesen. Inzwischen veröffentlicht sie erfolgreich Kinder- und Jugendbücher. Am bekanntesten ist ihre Buchreihe rund um die Apfelhexe Petronella Apfelmus. Die Autorin lebt hoch im Norden Deutschlands, ganz in der Nähe von Hamburg. www.sabinestaeding.de «

Die Illustratorin:

»Sabine Büchner, geb. 1964, studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Illustration in Wuppertal und Animation an der HFF in Babelsberg. 2006 erhielt sie das Troisdorfer Bilderbuchstipendium und ist seitdem als freie Illustratorin für verschiedene Verlage tätig. Mit ihren so liebevollen wie witzigen Bildern hat sie Petronella Apfelmus und ihrer Welt vom ersten Band an einen ganz eigenen Zauber verschafft.«

Hier entlang zur kompletten Petronella-Apfelmus-Reihe:

Band 1: Verhext und zugeklebt
Petronella Apfelmus, Band 1: Verhext und festgeklebt
Band 2: Zauberschlaf und Knallfroschchaos
Petronella Apfelmus, Band 2: Zauberschlaf und Knallfroschchaos
Band 3: Schneeballschlacht und Wichtelstreiche Petronella Apfelmus, Band 3: Schneeballschlacht und Wichtelstreiche
Band 4: Zauberhut und Bienenstich
Petronella Apfelmus, Band 4: Zauberhut und Bienenstich
Band 5: Hexenbuch und Schnüffelnase
Petronella Apfelmus, Band 5: Hexenbuch und Schnüffelnase
Band 6: Schnattergans und Hexenhaus
Petronella Apfelmus, Band 6: Schnattergans und Hexenhaus
Band 7: Hexenfest und Waldgeflüster
Petronella Apfelmus, Band 7: Hexenfest und Waldgeflüster
Band 8: Zaubertricks und Maulwurfshügel
Petronella Apfelmus, Band 8: Zaubertricks und Maulwurfshügel
Band 9: Eismagie und wilde Wichte
Petronella Apfelmus, Band 9: Eismagie und wilde Wichte
Band 10: Petronella Apfelmus – 24 weihnachtliche Geschichten aus dem Apfelhaus
Petronella Apfelmus – 24 weihnachtliche Geschichten aus dem Apfelhaus
Band 11: Burggespenst und Hexensümpfe
Petronella Apfelmus, Band 11: Burggespenst und Hexensümpfe
Band 12: Zauberei und Eulenschrei
Petronella Apfelmus, Band 12: Zauberei und Eulenschrei

Ritter Rafi und das Feuer des Drachen


  • Text von Rüdiger Bertram
  • Illustrationen von Barbara Fisinger
  • Ravensburger Verlag, 2025 www.ravensburger.com
  • Leserabe, 2. Lesestufe
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 48 Seiten
  • 8,99 € (D), 9,30 € (A)
  • ISBN 978-3-473-46396-1
  • Kinderbuch ab 8 Jahren

MEHRZWECKDRACHE

Kinderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Als kleiner Bruder dreier großer Schwestern hat man es nicht leicht, zum Ritter heranzuwachsen. Der kleine Rafi lebt mit seinen königlichen Eltern und Schwestern in einer ungemütlich kalten und feuchten Burg. Deshalb sind auch alle ununterbrochen erkältet, und es wird viel und laut geniest.

In Sichtweite der Burg gibt es Berge, und dort haust ein Drache in einer Berghöhle. Manchmal verrät ein feuriges Leuchten den Standort der Drachenhöhle. Die großen Schwestern legen ihre Ritterrüstungen an und reiten in die Berge, um den Drachen zu besiegen. Rafi will mitreiten und mitkämpfen, aber alle halten ihn für zu klein, und die Eltern erlauben ihm deshalb nicht, die Schwestern zu begleiten.

Rafi wartet besorgt auf die Rückkehr seiner Schwestern; gleichwohl hat er aber auch Mitgefühl mit dem Drachen, denn einen Kampf von dreien gegen einen findet er unfair. Heftig niesend kehren die Schwestern zurück und berichten, daß sie den Drachen besiegt hätten und Rafi keine Angst mehr vor ihm haben müsse.

Empört weist Rafi von sich, jemals Angst vor dem Drachen gehabt zu haben. Die Familie feiert ein Drachenbesiegungsfest, doch Rafi ist nicht nach Feiern zumute und ärgert sich, daß er nicht ernst genommen werde. Während die Eltern und die Schwestern „singen, lachen und niesen.“,  schaut Rafi aus dem Turmfenster und entdeckt ein verdächtiges feuriges Leuchten in den Bergen.

Kurzentschlossen schnappt er sich eine Ritterrüstung nebst Pferd und reitet zum Berg.
Den Berg muß er mühsam zu Fuß erklettern. Die Drachenhöhle findet er, indem er den lauten Schnarchtönen des Drachen folgt. Ganz leise und vorsichtig betritt Rafi die Höhle und muß plötzlich ganz laut niesen.

Der Drache erwacht, betrachtet müde den kleinen Ritter und fragt ihn, ob er mit ihm kämpfen wolle. Da fällt Rafi ein, daß er kein Schwert mitgenommen habe, und so schlägt er vor, daß sie sich einfach mal unterhalten könnten. Der Drache stellt sich mit dem Namen Hektor vor und erklärt Rafi, daß er nicht mehr gewillt sei, gegen Ritter zu kämpfen, und daß er sich kürzlich beim Kampf mit Rafis Schwestern einfach totgestellt habe.

Das Gespräch verläuft  sehr einvernehmlich und freundlich, und Rafi bemerkt die ange-nehme Wärme, die durch den Drachenatem in der Höhle entsteht. Nach einer Weile hört sogar Rafis Niesen auf. Dies bringt Rafi auf die Idee, den Drachen auf die Burg einzuladen. Der Drache erkundigt sich, ob er denn auf der Burg von lästigen Rittern verschont bliebe. Rafi verspricht dem Drachen, daß sich keine Ritter in die Burg wagen würden, da diese alle Angst vor seinen Schwestern hätten.

Also macht sich Rafi begleitet von Hektor auf den Heimweg, und nach Rafis diplo-matischen Erklärungen gegenüber der aufgeschreckten Familie darf der Drache in den Turm einziehen und heizt über ein Rohrsystem die ganze Burg mit seinem heißen Drachenatem. Schon bald ist es schön warm und gemütlich in der Burg und der Dauerschnupfen zieht gleichsam aus.

„Ritter Rafi und das Feuer des Drachen“ ist ein Erstlese-Kinderbuch für die 2. Lesestufe, ab der 2. Klasse. Die Textmenge ist übersichtlich, der Satzbau einfach, und es gibt viel direkte Rede. Gleichwohl gelingt es dem Autor, eine dramaturgisch spannende und charaktervolle Geschichte mit augenzwinkerndem Humor zu erzählen. Die farbigen Illustrationen begleiten den Text mit anschaulichen Bühnenbildern und amüsanten Details.

Im Anschluß an die Geschichte folgen noch vier Rätselfragen, die das Textverständnis und das thematische Vokabular spielerisch abfragen und wiederholen. So läßt sich zudem ein Lösungswort ermitteln, mit welchem die kleinen Leser an einem Preisausschreiben des Ravensburger Verlages teilnehmen können.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
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Der Geräuschehändler bekommt Post

Der Geräuschehändler bekommt Post

  • Text von Kathrin Rohmann
  • Illustrationen von Jule Wellerdiek
  • KNESEBECK Verlag, Februar 2025, www.knesebeck-verlag.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 20.5 x 25 cm
  • 48 Seiten
  • ISBN 978-95728-949-0
  • 16,00 €
  • Bilderbuch ab 5 Jahren


VON  EISWAGEN-KLINGELN  UND  ZITRONEN-ZUNGEN-ZISCH

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Nachdem sich der Geräuschehändler am Ende des ersten Bandes (siehe: Der Geräuschehändler) mit zauberhafter Unterstützung durch einen Flaschengeist auf eine Welt-Geräusche-Reise begeben hat, kehrt er nun mit allerlei klangvollen Mitbringseln in sein tönendes Geschäft zurück.

Am Montag will der Geräuschehändler zunächst seine zahlreich mitgebrachten Koffer und Taschen voller Weltenklänge auspacken und sortieren, da bringt der Postbote ein Paket, in dem sich zwei Badehosen befinden. Es stellt sich heraus, daß es sich um eine Rücksendung für das benachbarte Sportgeschäft handelt, und der Geräuschehändler will sich gleich auf den Weg machen, um das Paket beim richtigen Adressaten abzugeben.

Doch die beiden Badehosen beklagen sich beim Geräuschehändler über ihr Schicksal als Ladenhüter und bitten ihn um eine klangvolle „Freibad-Mischung“ mit „Arschbomben-klatschern“, „Tauchgluckern“ und „Wasserprusten“. Gerne erfüllt ihnen der Geräusche-händler diesen Wunsch. Damit haben die Badehosen nun hinkünftig deutlich bessere Verkaufschancen bei schwimmfreudigen Kindern.

Am Dienstag kommt „Super-Marion“, eine bekannte Computerspiel-Figur, ins Geschäft und verkündet, daß sie dringend „Ohr-Laub“ vom ständigen „Dü-de-lü-de-lüt, doing-dong, puff“ ihres Bildschirmdaseins brauche. Nach einigen Hörkostproben entscheidet sich Super-Marion für ein „Geräusche-Müsli“ mit Bauernhoflauten.

Am Mittwoch erscheint in der Nacht ein grünlicher außerirdischer Besucher und bittet um ein Souvenir von der Erde. Der Geräuschehändler öffnet seinen großen Musikvor-ratsschrank und läßt einen vielsaitigen instrumentalen und gesanglichen Klangteppich daraus hervortönen. Der Außerirdische ist entzückt und speichert dieses Souvenir in seinem Herzen.

Am Donnerstag schlendert die als damenhafte Bohnenstange personifizierte Langeweile herein, und der Geräuschehändler spielt mit ihr ein „Gähn-Quiz“, bei dem es darum geht, Müdigkeitsgähnen von Langeweilegähnen zu unterscheiden.

Und so geht es von Wochentag zu Wochentag weiter mit der Suche nach dem perfekten Eiswagenklingeln, dem schwierigen Umgang mit bedrohlichen, schrecklichen Lauten und schließlich mit der ansteckenden Freude verschiedener Lieblingsgeräusche.

Diese sieben Hörgeschichten beginnen stets mit einem Einleitungsrefrain, der das Haus und das Geschäft des Geräuschehändlers mit leichten Variationen beschreibt, sowie mit einigen einstimmenden, teilweise gereimten Geräuschewörterpaaren wie beispiels-weise „Dingeln und Klingeln“, „Schleckern und Kleckern“, „Schnurren und Knurren“.

Die heiteren Illustrationen begleiten den Erzähltext mit dynamischer Bewegtheit und stimmungsharmonischer Farbpalette.

Die Textdramaturgie ist sehr anschaulich und vorlesefreundlich, die Dialoge lebhaft, amüsant sowie gelegentlich situationskomisch und die Beschreibungen voller sinnlicher Details. Der Autorin gelingt die Kunst, hohe sprachliche Qualität mit kindgemäßer Wort-spielfreude zu verbinden. Wir erlesen bei diesen Geschichten nicht nur viele, viele Worte, die Töne benennen, sondern auch viele, viele Worte für die unterschiedlichsten Gefäße, in denen der Geräuschehändler diese Töne sorgsam aufbewahrt.

Auch der zweite Band des Geräuschehändlers bietet Kindern und Erwachsenen anregen-den Sprachspielraum für feinsinnige Wortakustik und phantasievolle Geräuschkulissen. Außerdem lassen sich  diese Geschichten gewiß im Gespräch mit Kindern noch weiter-spinnen und um persönliche Geräuschvorlieben ergänzen.

 

Hier entlang zum Buch auf der Verlagswebseite:
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Hier entlang zum ersten Band: Der Geräuschehändler

Die Autorin:

»Kathrin Rohmann, geboren 1967, schreibt Bücher und Geschichten für Kinder. Während der Schulzeit wollte sie Bühnenbildnerin oder Journalistin werden – oder Bücher schreiben. Wegen Astrid Lindgren. Wegen eines Hundes wie Bootsmann hat sie dann eine landwirtschaftliche Lehre begonnen und studiert. Kathrin Rohmann lebt in der Nähe ihrer Heimatstadt Hannover und hat oft Fernweh. Weitere Informationen zu Kathrin Rohmann finden Sie unter: https://kathiroman.jimdofree.com/«

Die Illustratorin:

»Jule Wellerdiek zeichnet, seit sie einen Stift halten kann. Als freiberufliche Illustratorin und Autorin widmet sie sich nun dem, was sie am liebsten tut – sich Geschichten aus-denken und diese in Bilder verwandeln, am liebsten mit vielen schrägen Figuren und Details. Weitere Informationen zu Jule Wellerdiek finden Sie unter: www.julewellerdiek.de«

Querverweis:

Thematisch ergänzend bietet sich zudem das Bilderbuch „Was macht Püüüp?“ Was macht Püüüp? von Bernhard Hoëcker und Eva von Mühlenfels an, in dem ein neugeborenes Geräusch seine Bestimmung sucht und findet.

 

Die Reisenden der Hankyu-Bahn

  • von Hiro Arikawa
  • Originaltitel: 阪急電車 »Hankyu Densha« 
  • Aus dem Japanischen von Sabine Mangold
  • Verlag hanserblau, März 2026 www.hanser-literaturverlag.de
  • gebunden
  • 224 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,60 € (A)
  • ISBN 978-3-46-28574-3

BAHNSTATIONEN – LEBENSSTATIONEN

Rezension von Ulrike Sokul ©

Wer oft genug mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist – noch dazu meist auf gleichbleibender Strecke -, ist vertraut damit, sich gelegentlich gedanklich oder kommunikativ mit den zufälligen Mitfahrgästen auseinanderzusetzen – sei es, weil diese Fahrgäste uns besonders positiv oder besonders negativ auffallen oder weil wir sie mit  alltäglicher Regelmäßigkeit wiedersehen.

In diesem Roman lernen wir verschiedene Passagiere der Hankyu-Bahn kennen: einige Angestellte im jungen Erwachsenenalter, einige Studenten und Schülerinnen, eine ver-witwete Großmutter mit Enkelin sowie eine Hausfrau und Mutter mittleren Alters. Wir erhalten streiflichternde Einblicke in Lebenssituationen, romantische Liebesannähe-rungen, Beziehungskrisen und Befreiungen aus Gruppenzwängen.

So steigt etwa an einer Station eine sehr schöne junge Frau in einem eleganten weißen Kleid ein, nachdem sie als Gast auf der Hochzeitsfeier ihres Bürokollegen und Ex-Verlob-ten wegen ihres weißen Kleides und Haarschmucks für einen Eklat gesorgt hat. Im Waggon begegnet sie einer Großmutter, die mit ihrer Enkelin unterwegs ist. Die Enkelin bewundert lautstark die scheinbare Braut, die daraufhin in Tränen ausbricht. Die lebenserfahrene Großmutter spricht die junge Frau freundlich an, und diese erzählt daraufhin von ihrem Racheakt und ihrem Liebesleid. Bereichert um einige wohl-meinende Hinweise zum Umgang mit ihrer Verletztheit macht die junge Frau schließlich noch auf Anregung der mitfühlenden Großmutter einen spontanen Zwischenstop an einem kleinen Bahnhof. Dadurch lernt sie einen Ort kennen, der ihr so gut gefällt, daß sie einige Monate später sogar dorthin umzieht.

Wir betrachten hier überwiegend junge Menschen mit entsprechenden Fragestellungen und Zukunftssuchbewegungen. Die beiden romantischen Liebesannäherungen, deren Lesezeuge wir werden, sind von anrührender Schüchternheit bei gleichzeitigem erfolg-reichen Jetzt-oder-nie-Mut. Eine lebensgereifte, abgeklärte Sicht- und Handlungsweise wird von der großmütterlichen Figur ausgleichend eingebracht. Zudem wird wiederholt das Thema angemessenen und rücksichtvollen Verhaltens in der Öffentlichkeit durchge-spielt.

Die Autorin verknüpft die Personen und wechselseitigen Perspektiven sehr geschickt und mit filmreifen szenischen Übergängen. Während die einen Fahrgäste miteinander interagieren und sprechen, hören andere Fahrgäste zu und machen sich ihre eigenen Gedanken und Schlußfolgerungen dazu oder bringen sich kommunikativ und kommentierend mit ein. Alle Figuren betrachten sich – manchmal wohlwollend, manchmal kritisch – gegenseitig. Sie steigen in die Hankyu-Bahn ein oder aus, die Szenen wechseln in fließenden Übergängen von Bahnsteigen und Bahnhofshallen zu den Passagierwaggons und dem flüchtigen fahrgastlichen Miteinander. So sehen wir die Charaktere nicht nur in ihrer Selbstwahrnehmung, sondern stets gespiegelt in der Fremdwahrnehmung und Interpretation der anderen Charaktere.

Die Erzähldramaturgie ist von bemerkenswerter, unaufgeregter Leichtigkeit, die zahl-reichen Dialoge wirken lebensnah, umgangssprachlich und gelegentlich situations-komisch, und die Charaktere sind bei aller Skizzenhaftigkeit durchaus einzigartig und unverwechselbar.

„Die Reisenden der Hankyu-Bahn“ bietet leise Lesekost mit japanischem Lokalkolorit und dezenten Impulsen für Selbsterkenntnis und -Reflektion – so wird die äußere Reise der Fahrgäste auch zu einer inneren Entdeckungsreise und führt bei einigen von ihnen zu neuen Lebensweichenstellungen.

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/hiro-arikawa-die-reisenden-der-hankyu-bahn-9783446285743-t-5830

Die Autorin:

»Hiro Arikawa ist eine japanische Bestsellerautorin. Sie lebt in der Stadt Takarazuka, an einer der meistbesuchten Haltestellen der Hankyu-Bahn, in der malerischen Bergregion um Kyoto und Osaka. ‚Die Reisenden der Hankyu-Bahn‘ ist ein schon vor zwanzig Jahren erstveröffentlichter japanischer Klassiker, der sich millionenfach verkauft hat und bereits verfilmt wurde.«

 

 

 

Herr Elch und sein Bücherbus

  • Text und Illustration von Inga Moore
  • Originaltitel: »Moose’s Book Bus«
  • Aus dem Englischen von Michael Stehle
  • Verlag Urachhaus, 2. Auflage 2025 www.urachhaus.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • 48 Seiten
  • Format: 29,5 x 25,5 cm
  • 20,00 €
  • ISBN 978-3-8251-5427-1
  • Bilderbuch ab 4 Jahren
  • Ausgezeichnet mit dem „Leselotsen“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels!

VOM  AKTIVEN  UND  PASSIVEN  LESEN

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Dieses Bilderbuch vermittelt zunächst behagliche Einblicke in die überaus geborgene Geschichtenerzählkultur, welche die Familie Elche pflegt. Frau Elch und die beiden Kinder kuscheln sich in die Sofakissen vor dem prasselnden Kaminfeuer, und Herr Elch erzählt Geschichten.

Als ihm eines Abends keine neuen Geschichten mehr einfallen, fragt er bei der benach-barten Familie Bär nach einem Märchenbuch. Doch Frau Bär hat kein Märchenbuch, und auch alle anderen Tiernachbarn (Dachs, Fuchs, Maulwurf, Biber und Wildschwein), die in seinem Dorf leben, besitzen kein Buch.

So fährt Herr Elch in die Stadt und leiht sich aus der Bibliothek (die Bibliothekarin ist eine bebrillte freundliche Gans) einige Märchenbücher aus. Nun kann Herr Elch seinen Kindern Märchen vorlesen. Frau Bär kommt mit ihren Kindern zu Besuch und hört ebenfalls gerne zu. Im Dorf spricht es sich schnell herum, was für ein guter Vorleser Herr Elch sei, und so füllt sich allabendlich sein Wohnzimmer mit immer mehr lauschwilligen tierischen Gästen. Doch dies wird schließlich zu eng und überfüllig und ist auch nicht mehr gemütlich.

Herr Elch findet auf dem Schrottplatz eine konstruktive Lösung. Er stattet einen alten Bus mit selbstgezimmerten Bücherregalen aus, füllt ihn mit einer Auswahl von Büchern aus der Stadtbibliothek und präsentiert seinen Nachbarn den Bücherbus. Die Nachbarn und besonders die Tierkinder besichtigen neugierig den Bus und die Bücher, aber es stellt sich heraus, daß weder Frau Bär noch Herr Dachs und Herr Fuchs oder Frau Hase und Frau Maulwurf lesen können.

Da bleibt nur eines: Alle müssen lesen lernen! Herr Elch beginnt mit Frau Bär, und diese gibt ihr Wissen an Herrn Dachs weiter, Herr Dachs unterrichtet Herrn Fuchs usw…
Nachdem nun endlich alle Nachbarn lesekundig sind, leihen sie sich eifrig Bücher aus dem Bücherbus und lesen ihren Kindern daraus vor.

Herr Elch bleibt zwar der beste Vorleser von allen und wird auch weiterhin von seinen Nachbarn besucht, aber nun bleibt es bei übersichtlichen Gästemengen und sehr gemütlichen Vorlesungen bei dampfendem Kakao.

Inga Moore  inszeniert sehr gekonnt die Begeisterung fürs Vorlesen und Lesen sowie das verbindende Miteinander, das  eine mit anderen Zuhörern geteilte Vorlesestunde erzeugt. Die anheimelnden, stimmungsvollen, wohltuend altmodisch eingerichteten Interieurs mit ihren vielen schönen Details und Feinheiten haben eine sehr einladende Wirkung. Die mimisch und körpersprachlich heiter-ausdruckvollen Tiercharaktere zeigen deutliche Lese- und Lauschbegeisterung. Man möchte fast umziehen in dieses leseförderliche und kinderreiche Dorf mit seinem attraktiven nostalgischen Ambiente. Ergänzend sei noch erwähnt, daß die illustratorische Darstellung auch textunabhängig über eine ablesbare Handlungsabfolge verfügt – Kinder können hier also buchstäblich auch die Bilder lesen.

Auch wenn das Lesenlernen in Wirklichkeit nicht so einfach und schnell geht wie in  „Herr Elch und sein Bücherbus“, so macht dieses Bilderbuch gleichwohl die Lese- und Vorlesefähigkeit und die familiäre Geborgenheit gemeinsamen Lesens äußerst schmackhaft und erstrebenswert.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobe auf der Verlagswebseite:
https://www.urachhaus.de/Lesen-was-die-Welt-erzaehlt/Bilderbuch/Herr-Elch-und-sein-Buecherbus.html

 

Querverweis:

Hier entlang zu einem weiteren schönen Bilderbuch von Inga Moore: Käptn Katz

Die Autorin & Illustratorin:

»Inga Moore ist eine weltweit anerkannte britische Illustratorin. Mit ihren einfühlsamen und preisgekrön­ten Versionen zahlreicher klassischer und moderner Kinderbücher sowie mit ihren eigenen Geschichten verzaubert sie seit Jahrzehnten nicht nur die Herzen ihrer jungen Leserschaft. Ihre Fassungen der Klassiker ›Der Wind in den Weiden‹ und ›Der geheime Garten‹ haben sich mittlerweile als Longseller etabliert. Inga Moore lebt in Gloucestershire.«

Das große Buch der Kleinen Hexe

  • Deutsche Übersetzung von Angelika Kutsch und Anne Tüllmann
  • Oetinger Verlag, 9. Auflage 2024 www.oetinger.de
  • Sammelband aller 5 Bände der Kleinen Hexe
  • gebunden
  • Fadenheftungormat: 26,2 x 22,2 cm
  • 158 Seiten
  • 20,00 € (D), 20,50 € (A)
  • ISBN 978-3-7891-0837-2

FÜR KLEINE HEXENKINDER

Bilderbuchrezension von Ulrike Sokul ©

Kleiner, schrecklicher Drache

  • Text und Illustrationen von Lieve Baeten
  • Deutsch von Angelika Kutsch
  • Oetinger Verlag, 1. Auflage August 2000 www.oetinger.de
  • gebunden
  • Fadenheftung
  • Format: 28,7 x 22,3 cm
  • 32 Seiten
  • 15,00 € (D), 15,50 € (A)
  • ISBN 978—78991-6338-8
  • Bilderbuch ab 3 Jahren

DRACHENKIND UND MENSCHENKIND

Bilderbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©

Der kleine, schreckliche Drache kann zwar schon gut fliegen und ein wenig Feuer spucken, doch zur Vervollkommnung seiner Drachenschrecklichkeit braucht er ein menschliches Gegenüber zum Üben. Die Dracheneltern zeichnen ihrem Sprößling das Bild eines Menschenkindes und erklären, daß solche Kinder leicht zu erschrecken seien, ja, sie wären regelrechte „Angsthasen“ und würden beim Anblick eines Drachen sofort vor Furcht zittern.

Keine Frage, daß der kleine Drache nun sofort ein Kind haben möchte. Die Drachen-mama fliegt also von der Drachenburg ins nahegelegene Dorf, wittert nach einem Kind und findet einen Jungen, der neugierig an seinem geöffneten Kinderzimmerfenster steht. Dieses Kind wirkt zwar nicht besonders erschrocken, aber die  Drachenmama pflückt es gleichwohl vom Fenster, fliegt mit ihm zur Burg zurück und setzt das Kind vor dem kleinen Drachen ab.

Nun demonstriert der kleine Drache eifrig, was er schon alles kann. Er fliegt hin und her und faucht, doch das Kind zeigt keine Anzeichen von Furcht. Auch das Feuerspucken wird vom Kind mit aufmerksamem Interesse betrachtet, aber nicht mit Angst. Die Dracheneltern sind irritiert und verfrachten das Kind zum Schlafen ins Drachenbett.

Während die großen Drachen herumrätseln, wieso dieses Kind keine Anzeichen vom üblichen Angsthasentum zeigt, lernen sich das Kind und der kleine Drache ganz unbefangen und wechselseitig aufgeschlossen kennen. Schließlich setzt sich das Kind sogar auf die Schultern des kleinen Drachen, und nun erschrecken sie gemeinsam die großen Drachen.

Der kleine Drache verkündet schließlich den verdutzten großen Drachen, daß dieses Kind absolut kein Angsthase sei und auf den Namen „Beppo“ höre und daß er ihn jetzt wieder in sein Menschenhaus zurückflöge. Gesagt – getan! Und wir dürfen nun zu recht vermuten, daß damit eine schöne Freundschaft zwischen Drachenkind und Menschenkind beginnt.

In dieser Geschichte wird die Relativität von Angst und Mut mit heiterer Spannung anschaulich und situationskomisch inszeniert. Die Dracheneltern beschreiben Menschenkinder als Angsthasen, und aus Drachenperspektive ist es nicht abwegig, ein kleines, flugunfähiges und gewissermaßen wehrloses Lebewesen für besonders furchtsam zu halten. Was sie nicht einkalkulieren ist, daß Angst und Mut nicht nur eine Frage körperlicher Über- oder Unterlegenheit ist, sondern auch eine Frage der inneren Einstellung gegenüber andersartigen, fremden Lebewesen. So ist in diesem Falle das Kind nicht ängstlich, sondern neugierig, interessiert und sehr erfolgreich freundschaftswagemutig.  

Die Illustrationen warten mit verspieltem Phantasiereichtum auf und geben der Geschichte ein abwechslungsreiches, ebenso vergnügliches wie stimmungsvolles Bühnenbild mit vielen entdeckenswerten Details. So stellt sich etwa am Ende der Geschichte – beim Anblick des Kinderzimmerinterieurs – heraus, daß das Kind offen-sichtlich eine große Vorliebe für Drachen hat und vermutlich deshalb so aufgeschlossen für eine echte Drachenbegegnung ist.  Die Darstellung der Drachen ist zudem auch keineswegs furchteinflößend, sondern eher von einer warmherzigen, augenzwinkernden Zärtlichkeit.

 

Hier entlang zum Buch und zur Leseprobeu auf der Verlagswebseite:
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Die Autorin und Illustratorin:


»Lieve Baeten (1954 – 2001) wurde in Zonhoven/Belgien geboren. Sie studierte Illustration an der Akademie der Schönen Künste in Antwerpen.  Es war ihr Traum, einmal ein eigenes Bilderbuch herauszubringen, und so entstand 1992 „Die neugierige kleine Hexe“. Die Abenteuer der kleinen Hexe Lisbet wurden schon bald in viele Sprachen übersetzt, mehrfach ausgezeichnet und bezauberten die Welt.«


Die Übersetzerin:

»Angelika Kutsch wurde 1941 geboren, war viele Jahre Lektorin im Verlag Friedrich Oetinger und arbeitet heute als freie Übersetzerin überwiegend aus dem Schwedischen.
Angelika Kutsch hat mit ihren einfühlsamen Übersetzungen erheblich zum Erfolg der schwedischen Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland beigetragen. Allein 150 von Angelika Kutsch übersetzte Titel sind zur Zeit lieferbar, darunter viele sehr erfolgreiche und preisge-krönte Bücher, so z. B. alle Kinder- und Jugendbücher von Henning Mankell, alle Pettersson-und-Findus-Titel von Sven Nordqvist und die Linnéa-Bücher von Christina Björk. Kein anderer Name wird so häufig im Übersetzerverzeichnis des Deutschen Jugendliteraturpreises genannt wie der von Angelika Kutsch.
Schon vor ihrer Tätigkeit als Übersetzerin und Lektorin hatte sich Angelika Kutsch einen Namen als Autorin gemacht. So wurde sie 1975 für ihr Buch „Man kriegt nichts geschenkt“ mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendbuchpreises zum Internationalen Jahr der Frau ausgezeichnet; 1974 hatte das Buch bereits auf der Auswahlliste der Kategorie Jugendbuch gestanden.«

QWERT


  • erzählt und mit zahlreichen Illustrationen versehen von Walter Moers
  • PENGUIN Verlag, November 2025 www.penguin-verlag.de
  • gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
  • Erstauflage mit Kopffarbschnitt
  • 592 Seiten mit Lesebändchen
  • 70 s/w Abbildungen
  • 42,00 € (D), 43,20 € (A), 54,90 sFr.
  • ISBN 978-3-3288-604

QUERVERWEIS

Hier entlang zu meinen vorhergehenden Moers-Mythenmetz Rezensionshuldigungen:

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11. ZAMONIEN-Buch: Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte, 20 zamonische Flabeln Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
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