Kindergarten

Erst vor kurzem habe ich hier über das „unreife“ Verhalten eines Spielers geschrieben. Vor kurzem begegnete mir erneut ein solcher Kamerad, der es mit dem erwachsen werden offensichtlich nicht so ernst nimmt.

Es war kurz vor Schluss, die gegnerische Mannschaft führte mit zwei Toren Vorsprung. Ich pfeife Foul gegen den Spieler. Nun hat er nichts besseres zu tun, als den Ball zu nehmen und damit weg zu gehen. Weil die Stimmung relativ entspannt war, sagte ich in ruhigem, ja freundlichen Ton, er solle doch den Ball bitte da lassen.
Darauf reagierte er nicht. Ich wurde bestimmter. Immer noch nichts.
Jetzt überlegte ich, ob ich die Gelbe Karte raus holen sollte. Weil es aber kurz vor Schlusspfiff war, entschied ich mich dazu, den Spieler ausgiebig verbal zusammen zu falten. Nach einigen, zu meiner eigenen Verwunderung sehr lauten Ausführungen darüber, was der Blödsinn solle, dass wir hier nicht im Kindergarten wären und er endlich erwachsen werden solle, warf er seinem Gegner den Ball zu.
Ich war wirklich selbst überrascht, wie still es auf einmal auf dem Platz war. Und ich glaube der Anpfiff vor allen Spielern, Mitspielern und Zuschauern hat bei dem Betreffenden mehr Wirkung gezeigt, als eine popelige Verwarnung.

Wobei ich mich nach dem Spiel schon gefragt habe, ob dieses ewigen Kindereien denn sein müssen. Von mir wird ja auch erwartet, dass ich mich vernünftig auf dem Feld benehme.

Lebensversicherung

Der Elektrokonzern Foxconn, der u.a. das iPhone herstellt, hatte in letzter Zeit mit einer Selbstmordserie unter seinen Mitarbeitern zu kämpfen. Konsequenz: Die noch lebenden Angestellten müssen vertraglich zusichern, sich nicht das Leben zu nehmen.
So weit, so kurios.

Jetzt wäre ich kein vernünftiger Jurastudent, wenn mir nicht sofort ein Haufen unvernünftiger Fragen durch den Kopf schießen würden (alles freilich Probleme, die man nur in Deutschland hätte).

Im Vertrag heißt es u.a. „Ich verspreche, mich oder andere niemals in einer extremen Form zu verletzen“.
(P): Ist Selbstmord auch gleichzeitig Körperverletzung?

Leben ist kein disponibles Rechtsgut. Man kann einer Tötung nicht zustimmen.
(P): Kann man sich dann, quasi als Gegenteil, verpflichten, nicht zu sterben? Das wäre ja streng genommen wieder eine Disposition über das eigene Leben.

Und schließlich ist eine vertragliche Vereinbarung, die man nicht einklagen kann, nichts wert.
(P): Wie bestrafe ich einen Selbstmörder!?

via Die ganze Welt des Wahnsinns

Überholspur

Es wird viel über den Bachelor geschimpft. Vieles davon sicherlich zu recht. Deswegen wehren sich die Juristen auch gegen die Einführung.
Ein Hauptargument ist, dass der Student durch den vollen Stundenplan keine Zeit mehr für Nebenbeschäftigungen hat.
Dem kann jetzt abgeholfen werden! Recht schnell! verspricht juristisches Wissen in kürzester Zeit. Strafrecht AT soll in „eineinhalb bis zwei Wochen“ machbar sein.
Damit lassen wir sämtliche Bachelors und Bachelorettes weit hinter uns! 4 oder 5 Semester bis zum Examen sollten ja wohl reichen.

Bei aller Polemik: Die Filme scheinen mir sehr gut gemacht und sprechen visuelle Lerntypen sicherlich an.
Überlege noch, ob ich mir des kostenlose Probelernen vielleicht doch mal anschauen soll…

via Statt Aller

Verloren im Weltweitnetz XIII – Billig-Urlaub

Man kennt das ja: Sobald etwas billig ist, versteckt sich irgendwo ein Haken.

Gerade habe ich auf der Homepage des großartigsten Musikers aller Zeiten (www.farinurlaub.de) gelesen, dass es eine Live-DVD von seiner vergangenen Tour hätte geben sollen. Allerdings schrieb er, die Tonqualität der Aufnahmen hätte ihn nicht zufrieden gestellt, weshalb ist er sich zu fein wäre, das Zeug zu verkaufen.

Aus diesem Grund gibt’s die Show auf der Seite als Gratisdownload! Wahlweise auch hier als Stream.

Der Haken: Der geneigte Fan muss sich mit der „schlechten“ Tonqualität begnügen.
Ich hab mir einen Großteil angehört. Man merkt fast nichts. Ein absolutes MUSS für jeden FU-Fan!

Liebesentzug

Eine Situation, die ich vor einigen Wochen hatte:

Ein Spieler, der bereits eine Gelbe Karte bekommen hatte, foulte erneut (allerdings nicht gelbwürdig). ‚Ich pfeife. Weil er über die Entscheidung nicht erfreut ist, wirft er sich auf den Boden.

Soll ich ihn jetzt mit Gelb/Rot raus werfen? Oder einfach ignorieren und ihm dadurch zeigen, dass mich sein Verhalten nur peripher tangiert?

Ganz ehrlich: Solche Sachen gehen mir mittlerweile so dermaßen auf den Senkel! Ich muss mich auf dem Platz auch zusammenreißen und so manches, was mir auf der Zunge liegt, runter schlucken. Wer mich kennt weiß, wie schwer mir das fällt.

Ich bin mir nicht sicher, ob ein Spieler meine kalte Schulter als Strafe sieht. Wohl eher nicht. Aber ich seh‘ auch nicht ein, auf dem Feld Kindermädchen zu spielen und den Spielern auch noch Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Grantln

Info vorab: Begriffserklärung gibts hier

Gestern auf der Regensburger Maidult war einiges los.
Unter anderem kam ein interessantes Gespräch über traditionelle Trachten auf. Die meisten, die man heutzutage auf Volksfesten sieht, sind 08/15-Lederhosen und -Dirndl von der Stange. Ist ja auch in Ordnung, da die „richtigen“ sehr teuer sind.
Schnell kam das Gespräch aber darauf, inwiefern man die Tracht mit „normaler“ Kleidung kombinieren kann/darf.
Die Antwort:
so gut wie gar nicht!

[grantln on]
Chucks sind einfach nicht mit einer Lederhose kompatibel! Es sieht nicht gut aus! Geschweige denn zum Dirndl! Es ist auch nicht cool oder flippig oder sonstwas!
Und diese Halstücher bei Männern! BAH! Der richtige Bayer nennt diese „ein absolutes no-go“!
Außerdem spreche ich mich an dieser Stelle ausdrücklich für Alterskontrollen in Bierzelten aus! Es kann doch nicht sein, dass kleine Jungs, die kaum über die Bierbank schauen können, mit Masskrügen herumlaufe.
Und diese Leute (im gestrigen Fall waren es keine richtigen Leute, sondern Halbwüchsige), die Biertische freihalten, indem sie ihre Jacken draufwerfen sind meine neuen Lieblinge! Es ist ja schön und gut, dass man Plätze am dem Tisch, an dem man sitzt, frei hält (was übrigens in der Regel auch nicht erlaubt ist). Aber die Nebentische zu besetzen, weil in einer Stunde noch paar Leute nachkommen, erfüllt mich mit Hass Missmut.
[grantln off]

Es war aber ein schöner Abend. Die Bedienung hat schnell festgestellt, dass sich das Konsumverhalten an unserem Tisch von dem der 16-Jährigen leicht unterschied, was uns sicherlich Sympathien einbrachte.
Schlägereien (bayr.: „scherzen“) gab’s nicht wirklich, abgesehen von den beiden lederbehosten Jungs, für die der Türsteher allerdings nur jeweils eine Hand brauchte. Hatte durchaus Unterhaltungswert.

Die musikalische Beschreibung eines typischen Volksfestbesuches möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Pausenbeschäftigung

Mal wieder was für die Fußballabteilung dieses Blogs:
Fußballplätze und die dazugehörigen Vereinsheime und Umkleidekabinen unterscheiden sich in Aufbau und Ausstattung teilweise eklatant.
Es gibt Umkleiden, die für einen einzelnen Schiri schon zu klein sind, geschweige denn für ein Gespann. Auf der anderen Seite war ich auch schon in modernen Neubauten, in welchen jeder Schiri seine eigene Dusche hat.
Neulich war ich bei einem Verein, wo die Schiris im Keller untergebracht sind. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen. Man zieht sich dort im Saunaraum um, ergo ist es sehr sauber, geräumig und man hätte sogar mehrere Liegestühle.

Das einzige Problem:
Da die Spieler oben sind, bekommt man nicht mit, wenn die ihre Halbzeitpause vorzeitig beenden.
So geschehen an eben jenem Tag, als ich als Schiedsrichterassistent dort war.
Wir saßen in der Pause unten und gingen nach 12 Minuten hoch. Da ich noch den Schlüssel abgeben musste, kam ich als letzter raus. Im Gang traf ich noch den Ersatztorwart, der aufs Klo wollte, jedoch auf Grund der Kombination von Laminat einerseits und Eisenstollen seinerseits beinahe stürzte und mich dabei fast mitgenommen hätte. Im Hinausgehen gehen rief ich meinen beiden Kollegen zu „He, da hätte mich jetzt fast einer umgegrätscht“. Daraufhin bemerkte ich, wie still es auf dem Platz war. Alle Spieler standen schon auf dem Platz und alles wartete nur noch auf mich.

Kurz vor Anpfiff fragte mich ein Zuschauer hinter mir: „Habts es no schaf’kopft!?“ (preuß.: „Habt ihr noch Schafkopf gespielt?“). Meine Antwort: „Na, mia samma doch nur zu dritt – mia hamma gwadt!“ (für alle zuagroasten: „Nein, wir sind doch nur zu dritt – wir haben Wadten gespielt!“
Es ist schon ein schönes Gefühl, die Zuschauer so weit auf seiner Seite zu  haben, dass sie einen sogar gegen die Spieler verteidigen…

Tighter Judge, Oider!

Das is ja ’n wacker shit!
In Großbritannien wollte die Staatsanwaltschaft einem jugendlichen Homie, der sich wegen Diebstahls und Drogenhandel strafbar gemacht hatte, das Tragen von Baggys und Hoodie verbieten.
Der straighte Richter war von den Ausführungen der Ankläger nicht überzeugt und entschied den Beef zu Gunsten des Hoppers.
Fett Props, Oider!
Nicht auszudenken, was ein anderes Urteil für die street credibilty des Angeklagten bedeutet hätte…

Du weißt, dass du Jura studierst, wenn…

So heißt meine Lieblingsgruppe im StudiVZ. Da stehen echt lustige Sachen drin, die erschreckend oft stimmen.
Heute sind mir selbst zwei Dinge aufgefallen, deren Ursachen definitiv auf mein Studienfach zurückzuführen sind:

Das erste war im Rep: Ich höre Kirchenglocken und weil es nicht zur Zeitanzeige war, denke ich mir „O, ein sakrales Läuten!“ Wäre es nämlich zur vollen Stunde gewesen, würden die Glocken privat-rechtlich läuten. Ganz ganz wichtig.
Als ich dann daheim war, hörte ich mir „Is nich wahr!“ von Samy Deluxe an, weil das eine Freundin im Facebook gepostet hatte. Das Lied beginnt mit der Zeile „Wer will was und vor allem von wem?“
Woran denkt da der geneigte Jurastudent?
Richtig: Da fehlt „woraus“!

Und wieder ein Post, bei dem sich die Nichtjuristen unter meinen ca. 74.000 täglichen Lesern an den Kopf fassen.

Achja, wer jetzt neugierig auf das Lied ist, voilá: