420 Millionen Euro. Das ist die Summe, die Erik, Freddy und Zaid mit zwielichtigen Cum Ex Bankgeschäften verdienen. Und die Summe, die den Plot von Oliver Bottinis “Die Summe aller Dinge” (Du Mont) trägt. Mehr als zehn Jahre lang läuft das Business perfekt, und die drei alten Kumpels können den Hals nicht voll kriegen. Zuerst von Frankfurt aus, dann von London, Liechtenstein und Gibraltar. Wie im Wahn bauen sie ein komplexes, undurchsichtiges Konglomerat aus Tarnfirmen, Stiftungen und Treuhandgesellschaften auf, um noch mehr Millionen abzugreifen, und von ihrer Gier profitieren auch Banken, Kanzleien und Firmen.
Doch dann, 2018, der Break, die Katastrophe. Cum Ex Geschäfte werden plötzlich als illegal eingestuft, die juristische Aufklärung beginnt. Das bedeutet für Erik, Freddy und Zaid: ihre Millionen sind in Gefahr, und auch sie selbst. Entweder landen sie im Gefängnis, oder sie müssen um ihr Leben fürchten, wenn sie mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Denn mächtige Banker, Mafiosi und Politiker wollen um jeden Preis ihre Geheimnisse schützen. Die drei Businessfreunde geraten in Panik, zwei von ihnen tauchen unter, flüchten um die halbe Welt und einer erschießt sich.
Oliver Bottini ist einer der besten Thrillerautoren Europas, und auch sein neues Werk überzeugt auf allen Ebenen: Mit permanenter Spannung, einem brillanten Plot, hochwertiger Sprache sowie brisantem, realistischen Inhalt. Wie aus Gier Verzweiflung wird, und aus Überheblichkeit Todesangst – das erzählt dieser brisante Finanzthriller, der mich total geflasht hat.
Ich habe den Roman in meiner Literatursendung bei egoFM vorgestellt – ihr hört das Interview und die Show hier im Stream (ohne Musik).









