Abendrunde

So ganz allmählich fühle ich mich im neuen Smartphone wohl. Ich weiß jetzt, warum mein Guthaben verschwunden ist. Aber warum es jetzt immer noch langsam aber sicher Cent für Cent abschmilzt, weiß ich nicht. Das war früher anders. Wahrscheinlich werde ich mich jetzt doch für einen Vertrag entscheiden. Fotografieren mit dem Neuen macht Spaß! Es gibt noch viel zu entdecken.

Gestern war die Sonne heftig und ich tagsüber schlaff. Nicht einmal ins Schwimmbad trieb es mich. Aber abends überkam mich der Bewegungsdrang. Ich radelte mitsamt neuem Smartphone los und schoss mit ihm ein paar Fotos auf meiner Abendrunde.

Fantasiereise

Ich sitze auf der Terrasse. Es ist windig, Rasenmäher brummen, Vogelgezwitscher mischt sich ein und die Sonne lacht mir ins Gesicht. Ich schließe die Augen und reise ans Meer, höre die Wellen und in der Ferne ein Motorboot. Wasser, Wellen, Sonnengefunkel, der Himmel ist blau. Heimischer Wind spielt Meeresbrise und ich bin glücklich.

Eine gute Übung ist das für später, wenn ich mir zum Beispiel nach der Knie-OP meine Mobilität zurückerobern muss. Oder wenn es im hohen Alter ganz schlimm kommt und ich nie wieder in der Lage bin, ans Meer zu reisen. So viele Erinnerungen kann ich zurückholen und neu erleben. Ja, natürlich, ich weiß, sie ersetzen nicht das echte Leben, aber meine Fantasie schenkt mir trotzdem schöne Momente. Das macht Mut.

Der Juli treibt es bunt

Sobald ich die Haustür öffne oder aus dem Küchenfenster schaue, ist er da und meckert. Oder will er nur von seiner Brut erzählen?

Ich erzähle dem Vogel, dass ich auch hier wohne und ab und zu in den Vorgarten schauen will, wozu ist er denn sonst da? Die Vorbeigehenden tun das ja eher selten, sie gucken lieber in ihre Telefone.

Meine Terrasse zeigt sich äußerst farbenfroh! Abends schleimen sich die Schnecken an, aber die sammle ich rechtzeitig ein und bringe sie nicht um, aber weit weg.

Und dann gibt es drinnen noch die Blumen meiner Kinder. Was für eine Fülle hat der Sommer doch zu bieten!

Miteinander

Mit meinen Gästen will ich ins Gasthaus gehen und zum Schwimmen. Ausgerechnet heute regnet es. Also bringen meine Gäste Pizza mit. Wir sitzen am Esstisch, lassen es uns schmecken, plaudern, scherzen, lachen und denken uns aus, dass wir im Restaurant sitzen. Pappsatt sagen wir: „Und jetzt gehen wir ins Kino!“ Den Film haben meine Gäste mitgebracht und weil wir ihn eigentlich gemeinsam im Kino sehen wollten (Familientradition) und das nicht getan haben, holen wir „Stromberg-Wieder alles wie immer“ heute nach. Wir essen dabei Eis, wie man das im Kino eben tut, schmunzeln und lachen. Später diskutieren wir ein wenig über den Sinn und Unsinn der Geschichte und warum wir die Serie damals so liebten und witzig fanden. Dann wird es Zeit, das Kaffeehaus zu besuchen, um unseren Kuchen zu essen. Wir marschieren vom Sofa zum Esstisch und füllen unseren Blutzucker auf. Als es aufhört zu regnen, wollen die Gäste nicht mit ins Freibad gehen, sondern nach Hause fahren. Ich räume auf und denke, dass wir sehr umweltfreundlich sehr viel erlebt haben heute. Und jeder mag wohl solche Gäste, die fast alles selbst mitbringen, mir dazu noch ein neues Smartphone schenken und beim Einrichten helfen. Ich sage an dieser Stelle noch einmal DANKE! Mit dem Neuen beschäftige ich mich, nachdem die Küche aufgeräumt ist und ich wieder bei mir selbst angekommen bin. Ich freue mich, dass alle Fotos und Kontakte vom alten Handy ins neue transportiert wurden. Allerdings ist mein gesamtes Guthaben verschwunden und ich kann nicht telefonieren. Wie kann das sein? Vielleicht ist die SIM-Karte zu alt? Montag muss ich das im Handy-Shop klären.

Eine Freundin aus der Ferne, die ich vor 55 Jahren kennenlernte und mit der ich sehr, sehr lange nicht gesprochen habe, ruft an und wir haben sehr viel zu erzählen. Themen wie Knie-OP, Hörgeräte und Enkel sind neu. Sie ist gerade Oma geworden. Wir sprechen ausführlich über alte Zeiten, unsere Kinder, gemeinsame Freunde und Freundinnen, mit denen ich leider keinen Kontakt mehr habe, und über unsere Dankbarkeit, die wir jetzt im Alter pflegen. Wobei sie meint, wir sind noch nicht alt. Doch, finde ich schon. Noch später ruft eine andere Weitweg-Freundin an, die ich noch länger kenne, nämlich aus der Schule, und auch sie erzählt von ihren Enkeln und dann reden wir über Autos, Reisen, Hitze und Freuden des Alters. Wir wollen uns bald treffen. Ach, was für ein herrlicher Tagesausklang!

Vom Schwimmen, Backen und Angemeckertwerden

Am 1. Juli wird das neue Naturbad in der kleinen Stadt eröffnet. Eintritt ist frei. Da muss ich natürlich hin, denn lange habe ich ein Freibad hier vermisst. Schön ist es geworden (https://www.luebad.de/). Nur die Öffnungszeiten gefallen mir so gar nicht, denn ich schwimme am liebsten vormittags. Nach der Revision des Hallenbades könnte ich zwar zwischen 6.00 und 9.00 Uhr hin, aber eben nur in die Halle und nicht nach draußen. Das habe ich zumindest gehört. Ich will aber auf keinen Fall meckern, denn ich freue mich und nächstes Jahr wird das dann auch anders mit den Eintrittszeiten. Also: Eröffnung und ich gehe natürlich hin. Gehen ist zu viel gesagt. Ich radle hin und humple und schleiche dann zum Becken, wobei das Wasser allerdings vor lauter schreienden, lachenden, hüpfenden, springenden planschenden Kindern kaum noch zu erkennen ist. Wo kommen die denn alle her? Es gibt sie also noch, das ist schön. An die vielen Mädchen mit schwarzen Kopftüchern und Ganzkörperbadeanzügen muss ich mich noch gewöhnen. Während ich die kleinen und die großen still bedauere, sind diese quietschfidel und fröhlich wie alle anderen auch. Ich wühle mich durch das Nichtschwimmerbecken und in der Schwimmer-Mitte ist noch Platz für uns Alte, die gemächlich ihre Bahnen im recht warmen Wasser ziehen und sich vergnügt anlachen. Sie toben nicht mehr so herum wie die Kleinen, lassen sich aber von ihrer Fröhlichkeit anstecken. Ein Mann will sportlich schnell vorankommen, wird aber von uns Schwanschwimmerinnen und Quertreibenden ausgebremst. Freibad eben. HERRLICH! WUNDERBAR! SOMMERTRAUM!

Morgen kommt Besuch und ich will nicht backen, denn ich habe das verlernt. Mein innerer Antreiber sagt: „Das ist Quatsch hoch drei! Du wirst ja noch wenigstens Muffins hinkriegen.“ Ich stöhne: „Viel zu warm“, was nicht stimmt. Warm ist es nicht mehr, aber mich strengt Bewegung an. Der Antreiber treibt weiter und gibt keine Ruhe. „Na gut! Dann backe ich eben! Wirst schon sehen, was du davon hast, blöder Mistkerl“, maule ich ihn an und mache mich ans Werk. Zitronenmuffins sollen es werden und werden es auch. Von 12 kleinen Kuchen sieht einer schön aus, die anderen sind ganz schief geworden. Keine gute Erfolgsquote. Aber schmecken werden sie wohl alle. Zumindest der Teig war lecker.

Wusste ich doch, dass ich es verlernt habe! Blöder Antreiber, du. Ich werde meine Gäste belügen und so tun, als ob das so soll. Gleich kommen zum Kaschieren noch Zuckerguss und lustige Streusel drauf. Und dann werde ich hocherhobenen Hauptes denken: „Immerhin habe ich es versucht!“

Meine Hausrotschwänzchen haben ihr Nest so gebaut, dass sie sich gestört fühlen, sobald ich die Haustür öffne oder mich im Vorgarten aufhalte. Diese kleinen Kerle zetern mich an und lassen sich nicht beruhigen. Ich will nicht unnötig lange stören und verschwinde schnell wieder ins Haus. Einmal versuchte ich es mit dem Küchenfenster, denn ich gucke so gerne in meinen Vorgarten. Aber schnell wurde ich entdeckt und weg geschimpft. Die trauen sich was!

Pool

Mein neuer Pool

ist so cool

vor Freude muss ich lachen

und hole meine Badesachen

doch dann dies: mein Pool ist voll

wirklich nicht so toll

ich stelle mit Entsetzen fest

dass sich das nicht ändern lässt

nur noch meine Füße passen rein

das zumindest darf jetzt sein

im herrlich kühlen Nass

haben wir alle unseren Spaß!

Küstenkonturen

Manchmal lese ich Bücher, die so dick und so schwer sind, dass ich sie auf einer Buchstütze ablegen oder am Tisch lesen muss. So eines bearbeite ich gerade mit Hochgenuss, denn die Wetterlage zwingt mich dazu. „Küstenkonturen“ ist der perfekte Hitzebegleiter, denn er handelt von Menschen aus Schleswig-Holstein und auch die Natur mitsamt den Meeren kommt nicht zu kurz. Zahlreiche Schwarzweißfotos ergänzen die Interviews. Ich bin begeistert von den sehr unterschiedlichen Menschen, die von Kay Müller und Sven Zimmermann über fünf Jahre lang begleitet und porträtiert wurden. Es bestätigt sich wieder einmal: Jeder Mensch hat etwas Interessantes zu erzählen. Man muss nur zuhören und hinschauen. Oder, wie in diesem Fall, sich ganz viel Zeit nehmen, um zu lesen und Bilder mit Muße zu betrachten. Und gerne auch ab und zu zurückblättern, zwischendurch in die Luft gucken und sinnieren, bevor man weiterliest. Ich mache das so und darum komme ich nur langsam vorwärts mit meiner Lektüre.

https://www.rnd.de/panorama/was-bleibt-wenn-sich-alles-aendert-ein-buchprojekt-zeigt-fuenf-jahre-deutschland-im-wandel-UPIPTAPMSNFHZFY3LBORCBDGEY.html

Abends

Wenn es tagsüber so heiß ist wie in diesen Tagen, stelle ich mir abends meinen „An-den-See-Fahrstuhl“ in den Garten. Der Stuhl wird für den See momentan gar nicht mehr gebraucht, weil….na ja. Also, dieser Stuhl an sich schenkt mir schon gute Laune und wenn ich auf ihm im Garten sitze, was ich eher selten mache, weil ich eine ausgesprochene Terrassensitzerin bin, überfällt mich doch so ein kleines Ferien-Glücksgefühl. Die Aussicht ist ja mal ganz anders und auch sehr schön. Muss wirklich nicht immer die Terrasse sein. Ich lese und schaue und träume, bis dann so gegen 21 Uhr die verrückten Junikäfer durch die Lüfte torkeln. Die haben echt keinen Sinn für Verstand, denke ich manchmal, wenn sie mich immer wieder anrempeln. Was soll das? Fliegen können besser fliegen. Wenn sie mich in der Wohnung stören, öffne ich ein Fenster und schnell sind sie draußen. Aber diese Käfer? Fliegen die irgendwohin und erfreuen sie sich daran, die Menschen ins Haus zu treiben? Kurz nach 22 Uhr sind die übrigens wieder weg, sagt meine Nachbarin.

Seltsam

Ich lese die Morgenzeitung und zweifle am Verstand. Habe das Gefühl, die Beiträge auf den Seiten zwei und drei schon zu kennen, überfliege einige trotzdem und dann fällt es mir auf: Ja, ich las das alles am Samstag schon einmal. Die Seiten geben tatsächlich das vorgestrige Datum an. 😂 Da ist ja vieles schiefgelaufen in der Redaktion und ich verzeihe ihr. Es ist ja auch wirklich heiß!