Für die „Welt“ hat Jacques Schuster es in eine Art von
Interview übernommen, sich die Selbstbeweihräucher-
ungen von Cem Özdemir anzuhören. Da die „Welt“ so-
zusagen mit zur buntdeutschen Staatspresse gehört, so
braucht der Agraminister hier auch keine Nachfragen
oder gar kritische Fagen zu befürchten.
Natürlich will der scheidene grüne Landwirtschaftsmi-
nister Cem Özdemir diese „Interview“-Gelegenheit denn
auch nutzen, um vor seinem Abgang in eben dieser Staats-
presse gut dastehen.
Aber so, wie er vor dem Bundestag in den Deniz Yücel-
Affäre log, dass er sich für jeden deutschen Journalisten
ebenso einsetzen würde, wie für Yücel und dann den in
Syrien und Venezuela inhaftierten deutschen Journa-
listen Billy Six gleich zwei Mal im Stich ließ, macht die
Özdemir die Welt, wie es ihm gefällt.
Schon aus Eigeninteresse hätte ein echter Journalist
dazu nachgefragt, aber bei Schusters Fragen hat man
eher den Verdacht, dass der nicht ganz bei der Sache
aus Angst, dass links-grüner Journalismus hier einen
Grünen eine Frage stellt, welche dieser nicht zu bean-
worten vermag, wie etwa der grüne Klassiker Robert
Habeck und die Insolvenz. Von daher wirft Schuster
dem Özdemir lieber einfach so die Bälle zu. Ab und
zu schlägt noch etwas Biss durch, wie etwa bei der
Frage ,, Und was ist schiefgelaufen?“, wobei man
eher nicht den Eindruck hat, dass es der Schuster
wirklich wissen will. Zumal kritisches Hinterfragen
dem eh nicht zu liegen scheint. Das hier liest sich
dann doch eher wie ein Hintenreinkriechen, damit
man auch weiter von solch Politikerschlag zu einem
„Interview“ eingeladen wird. Das alte Lied buntdeut-
scher Journalisten eben: Wessen Brot ich esse, des-
sen Lied singe ich! Obwohl Schuster hier eher den
Agrarminister ganze Arien singen lässt.
Einer der von ihm so veränderten Punkte ist die mit
dem ukrainischen Getreide. Özdemir redet sich heute
die Lage damals so schön: ,, Als Lager bombardiert
wurden, haben wir mobile Silos geliefert. Als der Ge-
treidekorridor übers Schwarze Meer blockiert wurde,
haben wir alternative Exportwege über den Donau-
hafen von Ismajil unterstützt. Immer mit dem Ziel,
dass das ukrainische Getreide dorthin kommt, wo es
am dringendsten benötigt wird“.
Allerdings verhielt sich die Lage damals doch ein klein
wenig anders. Als nämlich die Eurokraten begannen
mit ukrainischen Getreidelieferungen und dem „Hun-
ger in der Welt“ Politik zu betreiben, da hatten sie zum
selben Zeitpunkt gar nichts getan, um für den Abtrans-
port des ukrainischen Getreides zu sorgen. Während
die Eurokraten mit der vorgeblichen Blockierung der
Getreidelieferungen durch Russland ihre Politik trie-
ben, da stauten sich in rumänischen Häfen zeitgleich
ukrainische Schiffe mit Getreide an Bord, die nicht
entladen werden konnten, weil es an schlichtweg an
LKWs zum Abtransport des Getreide fehlte.
Während man also noch schwer mit dem „Hunger in
der Dritten Welt“ seine Politik betrieb, hatte kein ein-
ziger Eurokrat, auch ein Özdemir nicht, auch nur das
aller geringste für die Logistik getan, die zum Abtrans-
port des ukrainischen Getreides nötig gewesen. Keiner
war imstande LKWs bzw. deren Fahrer zu organisieren
und eine Strecke von den ukrainischen Häfen in die
weitere EU zu organisiern, und schon gar nicht vor-
aussichtlich! Man hatte also noch nicht einmal eine
Ersatzroute, – also die über rumänische Häfen -, auf
dem Schirm, als man mit ukrainische Getreideliefer-
ungen seine schmutzige Politik betrieb. Es war ja auch
viel einfacher anstatt wirklich zu handeln und etwas zu
tun, wenn man einfach an allem Russland und Putin
an allem die Schuld geben konnte!
Während also in rumänischen Häfen das Getreide nie-
derlag, kamen die Eurokraten nach den üblichen end-
los langen Verhandlungen und Palaver zu der Sache
mi dem ,, alternativen Exportweg über den Donauhafen
von Ismajil“! Erst hier wurde auch Özdemir endlich ak-
tiv.
Und das Ganze verkauft uns Cem Özdemir heute dann
so: ,, Putin wollte die Ukraine als eine der wichtigsten
Kornkammern der Welt vom globalen Markt abschnei-
den und so für Destabilisierung der Wirtschaft sorgen.
Das wollten wir nicht zulassen, und ich habe sofort den
Draht zu meinem ukrainischen Kollegen gesucht und
genutzt“.
Einen Draht zu den LKW-Fahrern aus der EU also zu
den Speditionen, über die man dann das Getreide aus
den rumänischen Häfen abtransportieren können, hatte
und fand Özdemir damals nicht! Es war ja wichtiger zu-
sammen mit den ukrainischen Kollegen über Putins Ver-
such der Destabilisierung der Wirtschaft zu jammern
als tatsächlich etwas Wirksames dagegen zu unterneh-
men.
Aber daran wirksame Maßnahmen zu finden, ist nicht
nur der Agraminister aus Deutschland, sondern sind
sämtliche Minister und Ministerinnen der Regierung
unter Olaf Scholz und seiner Vorgängerin gleich mehr-
fach gescheitert. Weil man in der hohen Politik nie das
Naheliegenste unten zu seinen Füssen mehr zu erken-
nen vermag!
Aber statt wirklich etwas zu bewirken, etwa der zu sein,
der die LKW-Konvois zu den rumänischen Häfen orga-
nisiert, machte Özdemir lieber das Einzige, was die Alt-
parteien wirklich können, nämlich Spendengelder ein-
zunehmen. Diese Alibi -oder Feigenblattaktion wird
der Özdemir später dann so darstellen: ,,Ganz beson-
ders stolz bin ich in diesem Zusammenhang auch da-
rauf, dass mein Haus – zusammen mit der entschlosse-
nen deutschen Ernährungswirtschaft – kurzfristig die
„German Food Bridge“ einrichten konnten. Viele Unter-
nehmen haben tatkräftig gespendet, diese Kooperation
hat Mut gemacht“.
Wahrscheinlich ebenso stolz, wie auf den geistigen Tief-
schlag aus seinem Haus allen Deutschen nur noch 10
Gramm Fleisch zukommen lassen zu wollen. Hätten
die Genossen in der DDR-Mangelwirtschaft wohl auch
nicht besser hinbekommen! Allerdings hatten die da-
mals auch keine echte Opposition. Dagegen wusste im
bunten Deutschland die AfD den oftmals unfreiwilligen
Wahlkampf Özdemirs für sie bestens zu nutzen. Alice
Weidels Ausruf ,,ich lass mir mein Schnitzel nicht neh-
men“ dürften der AfD bedeutend mehr Stimmen be-
schert haben als Özdemir mit seiner 10 g Fleisch-Inia-
tive für die Grünen einfahren konnte.
So erfolgreich war Özdemir dann tatsächlich. Zu allem
musste er sich auch noch von seinem Busenfreund, dem
nichts Erhaltenswertes am Deutschen findenden Denzis
Yücel als „Kartoffelminister“ verspotten lassen und es
grenzt an ein Wunder, dass die „Antidiskriminierungs-
beauftragte der Bundesregierung“, Ferda Ataman, dem
Özdemir nicht noch einen ihrer „Kartoffelpreise“
Frau Ataman ist ja auch so ein wunderbares Beispiel da-
für, wie man im Bundestag Probleme zu lösen versucht,
indem man seine Poten mit weiteren Problemen besetzt,
wie eben die der „Antidiskriminierungsbeauftragte“, mit
einer Türkin, welche die Deutschen als „Kartoffeldeutsche“
bezeichnete! Vieles scheint aber in Bundesregierung,
Bundestag und Bundesministerien dessen geschuldet,
dass man Posten nicht nach Befähigung für ein Amt,
sondern einzig nach Parteimitgliedschaft besetzt! Was
uns eine Staatsseretärin aus dem grünen Wirtschafts-
ministerium unter Robert Habeck einleuchtend vor
dem gesamten Bundestag erklärte, dass man in den
Bundestag gewählt werden kann, auch ohne des Lesen
oder der deutschen Sprache mächtig zu sein. Dies er-
klärt einleuchtend so manchen politische Entscheid-
ung, die in diesem Bundestag getroffen wird.
Da kann sich dann auch ein Cem Özdemir es sich ein-
reden, dass hätte man vorher auf ihn gehört, es nie zu
den Bauernprotesten gekommen wäre. Das hört sich
dann so an: ,, Wären die Koalitionsspitzen meinem
Rat direkt gefolgt und hätten die weitgehende Rück-
nahme der Sparbeschlüsse noch vor Weihnachten
beschlossen, wäre es nicht zu den breiten Protesten
gekommen“. Natürlich nahm man die Beschlüsse
erst auf Grund der Proteste zurück! Und wären die
von der Koalitionsregierung tatsächlich so schlau wie
Cem als Ratgeber, dann hätten sie es erst gar nicht be-
schlossen! Immerhin saßen ja Özdemirs Grüne mit in
der Koalitionsregierung und haben allem immer voll
mit zugestimmt!
Zwischen den Zeilen gelesen erfahren wir dann auch
noch, dass Özdemirs tolle Vorschläge gar nicht die
Seinigen waren, sondern die seiner Vorgänger, die er
in seinen Schubladen noch vorgefunden: ,,Es ging vor
allem um das Gefühl, seit Jahren nicht gehört worden
zu sein. Zu viel wurde versprochen, viel zu oft haben
Kommissionen Papiere erarbeitet, die dann in der
Schublade verschwanden. Ich habe angefangen, die
Vorschläge zu realisieren. Das dauert, denn oft brau-
chen Sie Brüssel dazu, mal die Länder, immer die Re-
gierungsmehrheit, mal alle zusammen“.
Übrigens dürfte sich ,, das Gefühl, seit Jahren nicht
gehört worden zu sein“ bei der Mehrzahl der deutschen
Bürger nur noch verstärkt haben, durch die Grünen in
der Regierung unter Olaf Scholz. Denken wir nur an
Annalena Baerbocks Ausspruch ,,egal wie meine Wäh-
ler in Deutschland darüber denken“ und deren letzte
weitere Einschleusung von Afghanen!
Am Ende kann der „Welt“-Leser fast schon die Ermüd-
ung Jacques Schuster aus dessen Fragen herauslesen.
Etwa die gelangweilt klingende Frage ,, Ging es also
nur um das Gefühl der Anerkennung?“ Gelangweilt
auch deshalb, weil Schuster, – ganz gleich, was ihm
der Özdemir auch antworten wird -, ohnehin nicht
weiter nachfragt oder gar kritisch hinterfragen täte.
Und, da er so nun keinen Widerstand zu befürchten
hat, darf sich Özdemir gar als Komiker versuchen
mit dem Spruch: ,, Das entbehrt nicht einer gewissen
Ironie: Da musste erst ein Vegetarier aus einer mus-
limischstämmigen Familie kommen, damit es endlich
vorangeht mit der Förderung der zukunftsfesten
Schweinehaltung“.
Es entbehrt eher nicht einer gewissen Ironie, dass es
im Netz noch diese Bilder der Frau des Vegetarier gibt,
auf denen diese sich strahlend mit einem großen Fest-
tagsbraten abgelichtet ließ! Ist wohl mit dem Vegetarier
sein, wie mit dem Einsatz für im Ausland inhaftierte
Journalisten, außerhalb von Deniz Yücel!
Nachdem der Scherz ihm gelungen, muss Cem nur noch
alle Schuld auf andere abwälzen, darin haben die Minis-
ter*innen ja reichlich Erfahrung, seit man einfach alles
auf Putin, Russland und nun auch Trump schieben kann.
Etwas ungelegen für Cem, dass Putin und Trump nicht
die sind, die da die Vorschriften für die buntdeutsche
Fleischproduktion machen. Also muss der Agrarminister
anderen die Schuld geben: ,, Dass manches momentan
komplizierter ist als es sein könnte, haben wir vor allem
den unionsgeführten Bundesländern zu verdanken. Sie
haben Verbesserungen und die Umsetzung des Tierhalt-
ungskennzeichnungsgesetzes blockiert, wo es nur geht.
Ganz nach dem Motto: Es ist zwar ein richtiges Anliegen,
es darf nicht sein, dass ein grüner Minister das macht, was
die CDU immer wollte“.
Ist halt auch blöd, wenn in der Buntdeutschen Demokratie
nicht die Mehrheit der Abgeordneten über etwas entschei-
det, sondern ein paar Minister so in Hinterzimmertreffen!
Leider ist Jacques Schuster nicht der Mann, der bemerkt,
wenn sich Özdemir gerade selbst wiederspricht. Zum einen
sagt der ,, Wer möchte, greift zu Fleisch aus höheren Halt-
ungsformen, wo die Tiere artgerechter gehalten werden oder
mehr Frischluft bekommen“ und zum anderen behauptet
er: ,, Im Übrigen trägt die Haltungskennzeichnung auch
zum Klimaschutz bei, weil Landwirte einen Anreiz erhal-
ten, weniger Tiere und die besser zu halten“. Denn da die
Grünen gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Lebensmittel-
preise in die Höhe gingen, die Wirtschaft den Bach run-
ter und die Energie – und Heizungskosten in die Höhe
schossen, sind viele Verbraucher geradezu gezwungen
zu den billigeren Fleischprodukten zu greifen und dann
trägt es Null zum Klimaschutz bei, wenn die Biobauern
am Ende auf ihren teueren Lebensmitteln sitzen bleiben!
Daran ändert auch die bunteste Haltungskennzeichnung
am Ende gar nichts.
Und schon gar nicht hilft eine verpflichtende Haltungs-
kennzeichnung vor Billigimporten aus dem Ausland. Die
werden sogar noch lohnender, wenn man einzig dem in-
ländischen Bauern finanzielle Daumenschrauben anlegt.
Hätte Cem aus den ukrainischen Getreideimporten ler-
nen können! Aber da sammelte er lieber Spenden für
die Ukraine ein.
Überraschend explodiert an dieser Stelle der Schuster.
Ist er aufgewacht, kann er das Gewäsch von Özdemir
nicht mehr ertragen? Jetzt schießt es förmlich aus dem
Journalisten heraus: ,, Sie mussten selbst zugeben, dass
Sie gar nicht genug Geld für den nötigen Umbau der
Ställe zur Verfügung hatten. Insofern können Sie jetzt
schlecht kritisieren, dass auch die künftigen Koalitionäre
da finanziell wenig zu bieten haben“.
Das kam nun unerwartet für Özdemir, der den Jacques
Schuster schon fest in seiner Tasche zu haben glaubte.
Er tischt auf: ,, Ich bleibe dabei, Geld für den Umbau der
Tierhaltung in Deutschland ist gut angelegtes Geld. Es
nützt den Verbrauchern, den Tierhaltern, der Landwirt-
schaft insgesamt, genauso wie dem ländlichen Raum.
Bleiben die Höfe, stärkt das den ländlichen Raum und
damit auch den demokratischen Zusammenhalt“. Und
dass, von genau dem Mann, der eben noch damit ge-
prahlt, wie er dafür gesorgt, dass der deutsche Bauer
mit dem ukrainischen Billiggetreide, – das übrigens
ohne alle Kennzeichnungspflicht den deutschen Markt
überschwemmte, anstatt ins hungernde Afrika geliefert
zu werden -, konkurrieren musste!
Aber wenigsten hat der Cem aus den Bauernprotesten
dann doch etwas gelernt, nämlich: ,, Landwirtinnen
und Landwirte sind oft in Vereinen organisiert, enga-
gieren sich ehrenamtlich, in der Kirche, im Dorf“. Und
wenn die so gut organisiert auf die Straße gehen, kann
es eng für den Agrarminister und seine Ausreden wer-
den.
Aber Jacques Schuster hat sich an dieser Stelle bereits
so aufgegeben und alles Pulver verschossen, dass er
fast schon kapitulierend, dem Özdemir nach dessen
Bilanzen fragt, welche der ohne kritisches Nachfragen,
denn auch schön aufpolieren kann.
Und Cem legt los: ,, Daneben habe ich zum Beispiel mit
der Biostrategie dafür gesorgt, dass der ökologische
Landbau gestärkt wird. Davon profitieren Verbraucher,
regionale Verarbeitung, die Umwelt und durch die Inno-
vationen auch Betriebe, die konventionell wirtschaften“.
Wahrlich hätte der Leser gerne gewusst, was wohl so
eine grüne „Biostrategie“ sei. Aber Schuster ist fertig
und kann nicht mehr! Wahrscheinlich hat solch Bio-
strategie die gleichen Auswirkungen wie ,,grüner Was-
serstoff“, der im Ausland, – etwa im fernsten Namibia -,
produziert, während die einheimische Wirtschaft den
Bau runtergeht. Grüne feuchte Biostrategie funktio-
niert schon im Mittelalter als sich nur ganz Reiche
einen Braten und viel Kerzenlicht leisten konnten!
Blöd nur, wenn dabei die Industrialisierung Deutsch-
lands gleichfalls so heruntergefahren wird auf das
Niveau des Mittelalters. Fast als wäre grüne Biostra-
tegie den alten Morgenthau-Plänen der US-Amerika-
nern entnommen!
Das sieht dann bei dem Özi, ähm Özdemir etwa so aus:
,, Mit der Förderung von Agri-Fotovoltaik, also Anlagen,
bei denen auf derselben Fläche Energie und Lebensmit-
tel geerntet werden können, haben wir auch sektorüber-
greifend Fortschritte machen können. Mit Agri-Fotovol-
taik lassen sich Flächenkonkurrenzen zwischen Landwirt-
schaft und dem Energiesektor auflösen“.
Die letzten deutschen Anbaugebiete mit Solarmodule zu-
pflastern, dass der Biobauer nun Biostrom statt Biokar-
toffeln anbaut, ist doch nun wirklich eine win-win-Situa-
tion. Als nächstes bekommen noch alle Kühe, – wegen
deren klimaschädlichen Methanpupsen -, eine mobile
Gasverbrennungsanlage auf den Rücken geschnallt!
Irgendwie klingt das beim Cem noch verrückter als ich
es mir hier ausmalen kann. Etwa, wenn Solaranlagen
Obstbäume und Weinstöcke verdecken: ,, Im Idealfall
spart der Landwirt beim Obstbau die Hagelnetze. Die
Hochstände der Anlagen tragen darüber hinaus dazu
bei, dass in starken Dürrephasen das Wasser im Boden
gehalten wird“. Ist ja klar, dass auf Böden die mit So-
laranlagen künstlich verdunkelt, weniger wächst und
so auch dort weniger Wasser verbraucht wird. Das ist
eben grüne Biostrategie! Oder um es mit Cem zu sagen:
,, Das ist Umweltschutz, der mit den Landwirten und
nicht gegen sie funktioniert“.
Dann kommt Schuster noch einmal zu sich, will was
über die Renaturisierung von Mooren wissen. Auch
dafür hat Özdemir den richtigen Spruch: ,, Der Spruch
‚Des Ersten Tod, des Zweiten Not, des Dritten Brot‘ be-
schreibt, welch große Aufgabe und Meisterleistung die
Entwässerung von Mooren einst war“. Die grüne Mei-
terleistung besteht umgekehrt in wieder mehr feuchte
moorige Wiesen gleich weniger landwirtschaftliche
Flächen. Flächen von denen der Landwirt dann heute
noch weniger hat als der im Mittelalter, da Letzterer
wenigstens noch den so entstehenden Torf als Brenn-
material verkaufen konnte!
Und wenn wir im bunten Deutschland noch mehr CO2
einsparen, indem wir weniger Anbauflächen haben und
weniger landwirtschaftliche Produkte anbauen, dann
können zum Beispiel ukrainische Kriegsbetreiber noch
mehr billiges Getreide ohne EU-Standards in die EU
und auch nach Deutschland verkaufen.
Und sind dann irgendwann gar keine deutschen Lebens-
mittel mehr vorhanden, dann ernährt sich der Deutsche
halt von Verpackungsmaterial! Kein Witz, denn genau
dies sieht auch so eine Biostrategie von Özdemir vor.
Er selbst sagt dazu im Interview: ,, Es braucht Angebote
für die Landwirte, die sich auch wirtschaftlich lohnen.
Zum Beispiel die Bewirtschaftung wiedervernässter
Moore mit sogenannten Paludikulturen, die als Ver-
packungs- und Baumaterialien oder als Futtermittel
genutzt werden können“.
Wenn die anderen EU-Staaten oder das sonstige Aus-
land sämtliche Lebensmittel liefern, liefert der deut-
sche Landwirt wenigsten die Verpackungen!
Das ist früher wie mit dem Soja-Anbau, auch so eine
grüne Biostrategie! Dass, was man einspart an dem
einen Schwein, dass der deutsche Fleischesser so im
Jahr verzehrt, an zugefüttertem Soja, dass isst heute
der Veganer selbst auf, da der überwiegende Teil sei-
ner veganen Speisen ebenfalls aus Soja besteht, wie
die legendäre Soja-Milch als Milchersatz!
Um es mit Cem zu sagen: ,, Mit nassen Mooren Geld
verdienen und Klima schützen, das ist doch der Ham-
mer!“ Wäre schon der Hammer, wenns am Ende nur
funktionieren täte!
Nun braucht Cem Özdemir nur noch so einen Spruch,
um sich vor den durch grüne Biostrategien entstande-
nen Schaden aus der Verantwortung zu stehlen und
das Interview ist gelaufen!
Natürlich kann er liefern: ,, Absolute Sicherheit gibt
es dafür nicht, weil wir nicht in der Bundesregierung
sind, sondern in der Opposition. Aber es ist doch klar:
Die Herausforderung einer für eine gesündere Umwelt,
für Klima, sauberes Wasser, die Notwendigkeit zum
Waldumbau, das Artensterben – das sind alles The-
men, die bleiben und an denen nicht nur die Grünen
Interesse haben“.
So geschafft! Der gewöhnliche „Welt“-Leser hat eben-
so wie dessen Journalist Jacques Schuster längst ver-
gessen, was der Özdemir oben im Beitrag noch gejam-
mert, was der Union als Opposition so alles gelungen
und was sie blockiert. Das traut der Cem seinen eige-
nen Grünen in der Opposition wohl nicht zu. Da fehlt
halt noch eine passende Biostrategie der Grünen!
Hier der Originalartikel: