Man muss sich manchmal fragen, was sich hierzulande
so alles Journalisten nennen darf. Ein schönes Beispiel
lesen wir auf t-oneline Nachrichten. Dort verbricht ein
Uwe Vorkötter die Schlagzeile „AfD-Debatte: Alice Wei-
del schweigt zu Trump und EU“.
Wenn jemand schweigt, führt weder eine Debatte noch
diskutiert er! Sollte selbst so ein Vorkötter wissen, sollte
man zumindest meinen.
Auch die nächste fette Überschrift von macht es nicht
besser: ,, Alle reden über die AfD. Nur die AfD nicht.
Überhaupt schweigt die AfD neuerdings viel. Trump
hat ihr die Sprache verschlagen“.
Erst einmal: Wer ist alle? Alle aus der Blase links-grü-
nen Journalismus? Was ist das ,,politische Berlin“, von
dem der da quatscht? Aber natürlich kann Vorkötter es
noch niveauloser: ,, Was macht eigentlich Alice Weidel?
Urlaub? Und Tino Chrupalla? Wird er im eigenen Malerbe-
trieb gebraucht? “ Mal ganz davon abgesehen, dass Tino
Chrupalla in seinem Malerbetrieb sichtlich dringender
gebraucht wird als ein Uwe Vorkötter in seiner Redak-
tion.
Denn derselbe beherrscht nicht einmal die Grundsätze
echten unabhängigen Journalismus. Denn es interes-
siert die meisten Leser relativ wenig, was ein so unbe-
deutender Journalist wie Vorkötter denkt! Sie wollen
sachlich-objektiv informiert werden und nicht die Pri-
vatmeinung Vorkötters hören, wie die ,, Nicht, dass Sie
denken, ich würde die beiden vermissen“, womit Vor-
kötter nur allen deutlich zu verstehen gibt, dass er un-
abhängigen Journalismus nicht kann.
Denn, da weder Alice Weidel noch Tino Chrupalla in
Regierungsfunktion, kann es denen und den Lesern
doch egal sein, ob sie gerade irgendwo im Urlaub oder
was die sonst so machen. Zumal es bewährte Taktik
ist, sich selbst still zu verhalten, während die Politi-
ker und Politikerinnen der Altparteien ungewollt mit
ihren Äußerungen den aller besten Wahlkampf für die
AfD machen. Und natürlich wollen Journalisten wie
Vorkötter gar nicht, dass sich solch kluge Köpfe der
AfD in eine von Journalisten entfachte Debatte ein-
schalten und mitdiskutieren! Zumal dies für die Jour-
naille immer nach hinten losgeht. Und ehe er sich des-
sen versehen täte, wäre ein Kläffer un Wadenbeißer
wie Vorkötter quiekend mit schmerzhft getroffenen
Hinterteil auf dem Rückzugsgefecht.
Man muss nur lesen, wie der in seinem Artikel schon
losheult, weil keiner von der AfD bereit ist auf den
Schwachsinn, den er sich aus den Fingern saugt, ein-
zugehen. Ab und zu hat sogar der Vorkötter kurzzei-
tig, so etwas wie einen lichten Moment, etwa, wenn
er feststellt: ,,Aber das politische Berlin streitet über
den Umgang mit der AfD. Alle reden mit – außer der
AfD. Das Schweigen scheint ihr aber nicht zu schaden“
Warum auch sollte sich die AfD in solch eine Debatte,
einschalten, wenn man dort weiß, dass solch unseriöse
Journalisten, wie der Vorkötter, nur auf solch eine Ge-
legenheit warten, um ihnen dann das Wort im Mund
umzudrehen?
Vorkötter zitiert zwar den Jens Spahn, weiß aber sicht-
lich nicht einmal, was derselbe mit seiner Aussage ei-
gentlich meint. Seine sichtlich kaum vorhandene Intel-
ligenz diesbezüglich, stellt Vorkötter auch gleich noch
unter Beweis, mit Sätzen, die wie von einem kleinen
Kind in seiner Trotzphase klingen: ,, Nein, ich will der
AfD diesen Gefallen nicht tun, halte also gleich meinen
Mund, nachdem ich in aller Kürze festgestellt habe, dass
Spahn in der Sache ganz richtig liegt“.
Es scheint fast als gäbe es die Debatte des ,,politischen
Berlins“ gar nicht, sondern Vorkötter möchte sie mit
seinen Selbstgespräch erst entfachen.
Was an dieser Stelle auch die Frage aufwirft, nach der
Leidensfähigkeit der User, die sich noch auf t-online-
Nachrichten informieren. Anstatt echter Nachrichten
und sachdienlichen Informationen, erwartet sie hier
oft nur die kundgetanene Privatmeinung angehender
Journalisten.
Was der User dann über den Autor zu lesen bekommt,
ist entweder rabenschwarzer Humor oder eine der ge-
lungesten Satiren des Jahres 2025: ,, Uwe Vorkötter
gehört zu den erfahrensten Journalisten der Republik.
Seit vier Jahrzehnten analysiert er Politik, Wirtschaft
und Gesellschaft, er hat schon die Bundeskanzler
Schmidt und Kohl aus der Nähe beobachtet“.
Das ,,aus der Nähe beobachtet“, klingt wie von einem
kleinen Kind beim Zoobesuch, dass hinterher nicht in
der Lage ist, die dort gesehenen Tiere näher zu beschrei-
ben! Aber die meinen das tatsächlich ernst. Sichtlich
bringt man es nur mit einer gewissen völligen Talent-
freiheit in Buntdeutschland noch zu etwas als Journa-
list: ,, Als Chefredakteur leitete er die „Stuttgarter Zeit-
ung“, die „Berliner Zeitung“ und die „Frankfurter Rund-
schau“. Er ist Herausgeber von „Horizont“, einem Fach-
medium für die Kommunikationsbranche“. Wie kann
man nach Jahren als „Chefredakteur“ immer noch solch
derart primitive Beiträge verfassen?
Und dann noch diese völlige Überschätzung der eigenen
Talentbefreitheit: ,, Das war’s aber jetzt zu diesem Streit –
nur noch ein Zitat, diesmal von Felix Banaszak, dem Grü-
nen-Vorsitzenden. Das will ich Ihnen nicht vorenthalten,
weil es das kühnste Geschwurbel ist, das ich gefunden
habe. Also: „Es braucht einen positiven Gegenentwurf
einer solidarischen, vielfältigen Gesellschaft, eines erfolg-
reichen ökologischen Wandels, einer gerechten Verteilung
von Wohlstand und Chancen. Und ein neues Miteinander,
eine neue politische Kultur – gerade dort, wo sich Antide-
mokraten breit machen und den öffentlichen Raum domi-
nieren.“ Amen“.
Also fassen wir an dieser Stelle einmal das Geschwafel
Vorkötters zusammen: Der will, dass die AfD eine De-
batte entfacht, bei der sie gleichzeitig nicht mitreden
darf. Sie soll gleichzeitig Verantwortung einer Fraktion
übernehmen, für der ihr alle Posten, wie den des Vize-
präsidenten verweigert werden!
Als jemand, der es noch gelernt hat zwischen den Zei-
len zu lesen, habe ich eher den Einsruck, dass der Vor-
kötter an dieser Stelle, mit all dem Einbringen von Zita-
ten, selbst schon nicht mehr weiß, über was er da eigent-
lich schreiben wollte. Anstatt sich als Einkopierjourna-
list zu betätigen mit den Zitaten von Politikern der Alt-
parteien, hätte er eigene Recherche betreiben oder noch
besser selbst um ein Interview mit Weidel und Copalla
bitten können. Zumindest hätte er sich so nicht die gute
Hälfte seines Machwerks aus den Fingern saugen müs-
sen und selbst dies noch mit Einbringen seiner privaten
Meinung noch zu versauen!
Aber was tun, wenn man zur gründlichen Recherche; so
als ,,erfahrener Chefredakteur“, gar nichts taugt und
bestenfalls etwas zu googeln vermag? Das liest man aus
folgenden Zeilen förmlich heraus: ,,Ich habe ihr Presse-
archiv durchsucht, da gibt es keine Stellungnahme zum
wichtigsten Wirtschaftsthema dieser Tage. Bei X, wo die
AfD ansonsten munter drauflospostet: nichts“.
Ich will ja so einem ,,erfahrenen Chefredakteur“ nicht
sagen, wie der seinen Job zu machen hat, aber wenn
man dazu beim bloßen Googeln nichts zu finden ver-
mag, wie wäre es dann bei der AfD um ein Interview
anzufragen und dann dort genau die richtigen Fragen
zu stellen? Schließlich war doch das ,,aus der Nähe be-
obachten“ einmal das Geheimnis ihres vorgeblichen
Erfolgs, Herr Vorkötter!
Aber statt echter journalistischer Arbeit, für die man
inzwischen zu wohlstandsfett und wohl auch viel zu
faul ist, saugt man sich eben am sicheren Schreibtisch
lieber etwas über die AfD aus den Fingern, als vor Ort
mit denen zu reden, über die man zu berichten gedenkt.
Andersherum kann man sich ja als ,,erfahrener Journa-
list“ wegen eben des Verfassens solch geistigen Mülls
nicht mehr im Volke sehen lassen ohne dabei Gefahr
zu laufen, dafür gleich was aufs Maul zu bekommen.
Was die Frage aufwirft, warum es immer nur solch
völlig voreingenommene Journalisten, die zu keiner
sachlich-objektiven Berichterstattung fähig, erwischt?
Vorkötter wäre da wohl der reinste Gefahrensucher!
Besser in der Sicherheit des Schreibtisches bleiben,
wenn man solch geistigen Müll absondert: ,, Eigent-
lich ist rechts außen ja der Antiamerikanismus tief
verwurzelt, dort träumt man einen alternativen euras-
ischen Traum für Deutschland – mit Russland, Putin
und Nord Stream, zusammen gegen Micky Maus,
McDonald’s und die Vorherrschaft Amerikas“.
Ob Vorkötter, hochnotpeinlich mit glühenden Zangen
befragt, wohl auch nur einen prominenten AfD-Politi-
ker zu nennen vermag, der gegen Micky Maus oder
McDonalds kämpft? Wahrscheinlich nicht.
Aber der ,,erfahrene Chefredakteur“ kann noch blöder:
,, Weidel hat übrigens auch gefordert, mit der US-Re-
gierung über eine Abschaffung der Zölle zu verhandeln –
damals, bevor sie abtauchte. Vorsichtshalber formulierte
sie das anonym, sie sagt also nicht, wer eigentlich mit
den Amerikanern verhandeln soll“. Wenn sie gar nicht
gesagt hat, wer mit Trump verhandeln soll, kann Vor-
kötter ja trotzdem behaupten, dass sie selbst diese Ver-
handlungen hat führen gewollt! Wie schon gesagt, be-
fragt dazu hat Vorkötter die Weidel gar nicht erst, son-
dern saugt es sich wieder einfach aus den Fingern!
Der Schluss bestätigt dies, fast schon wie eine Realsatire.
Denn der letzte Satz lautet tatsächlich : ,, Verwendete
Quellen: Eigene Überlegungen“. Das erklärt doch alles!
Hier der Original-Beitrag: