Fünf Minuten Präsentation, Übergabe von Stele und Urkunde, Jury-Begründung, Fototermin: Auf der Preisverleihung des ARCHITEKTINNENPREISES akbw 2026 war enge Taktung angesagt – der Blick auf die Uhr oblag Moderatorin Andrea Fuchs. Die Projekte der Preisträgerinnen sowie der Nominierten für den Publikumspreis hätten, jedes für sich, eine komplette Veranstaltungslänge verdient. 42 Arbeiten waren zu jurieren. Odile Laufner vom initiierenden Netzwerk Architektinnen begründete die vier Kategorien beim ARCHITEKTINNENPREIS mit der Bandbreite an Bau- und Planungsaufgaben, die von Frauen übernommen werden: "Unser Berufsfeld ist so groß, dass so viel sichtbar werden konnte". Schließlich gehe es darum, der Arbeit von Frauen eine Bühne zu geben. Dies tat die Architektenkammer Baden-Württemberg zum zweiten Mal.
Die Preisträgerinnen 2026:
-> Maren Tetting, Stadtplanung Stadt Leonberg, in der Kategorie Junior für ihre Masterarbeit „Stadt.Klima.Ungleichheit“ - einem Analysetool für Hitzespots
-> Veronika Lisanne Kazmeier, c/o Sommerberg, architektur und Design, für eine Dachsanierung in der Kategorie „U40“
-> Dr. Gabi Lebherz, Stadtplanungsamt Stadt Freiburg, in der Kategorie „Interdisziplinäre Prozessgestaltung/Innovation“ für die Prozessbegleitung Soziale Stadt Weingarten-West
-> julia bienhaus, langensteiner bienhaus architekten, in der Kategorie Einzelprojekt für „Zwei Häuser G., Karlsruhe“, die Sanierung eines Hirtenhauses von 1730
-> Der Publikumspreis erhält Sonja Blaser, faktorgruenün, für „Fit fürs Klima – Schulcampus evangelische Schulen am Firstwald“, Mössingen, für die klimaangepasste Umgestaltungsplanung eines Schulhofes.
AKBW-Vizepräsidentin Susanne Dürr, Architekturprofessorin an der Hochschule Karlsruhe (HKA) / University of Applied Sciences, hatte den Abend im Haus der Architektinnen und Architekten mit einer Feststellung in Sachen Gleichberechtigung eröffnet: „Das Errungene gerät heftig ins Wanken.“ Männlich dominierte Strukturen prägten die Branche, die AKBW werde dagegen weiblicher mit heute 43 Prozent aller Mitglieder, so Dürr mit Hinweis auf die Kammerwahlen. An diesem Abend aber solle „das Selbstvertrauen, die Entscheidungsfreude, der Gestaltungswille, Mut und die Kreativität der ausgezeichneten Frauen strahlen“.
Fotos: Jan Potente | Fotografie/AKBW