
Cosplay und heimliche Blicke: Eine Comic-Convention wird zum Schauplatz intensiver Gefühle. In diesem erotischen Comicroman wird das Fandom zur Bühne der Selbstentdeckung – und zur Frage, wer wir wirklich sind und wen wir begehren. (Verlagstext)
Niki Smith ist eine US-amerikanische Comicmacherin, die jetzt in München lebt und dort eine Reihe von queeren und vielfältigen Comics zeichnet. Auf Deutsch erschienen sind „Ruined“ vom Loewe Verlag und „Crossplay“ bei Schwarzer Turm.
Bei fluiden Wesen kommt man mit den Pronomen leicht durcheinander. Er oder sie geht nicht, weil männlich, beziehungsweise weiblich. Leider sind die queeren Alternativen verwirrend vielfältig, aber irgendwie scheint sich dey/dem durchgesetzt zu haben – womit sich Lee, die queere Figur dieses Albums, den anderen auch gleich vorstellt.
Smith zeichnet die Geschichte in Schwarz-Weiß und nimmt rosa Schattierungen nicht nur als Schmuckfarbe, sondern packt die Seiten komplett in sie ein. Wodurch der Band auf den ersten Blick ein bisschen wie der rosafarbene Wattetraum eines Teenys wirkt. Er wird vom Verlag allerdings ab 18 empfohlen, was darauf hindeutet, dass es gelegentlich auch zur Sache geht. Das tut es, und eine zarte Lovestory ist ebenfalls dabei. Einige Szenebegriffe muss man vielleicht erst nachschlagen, aber insgesamt kommt diese Graphic Novel erfrischend jung, verspielt, stylisch und sehr cool daher. Ein origineller Mix – nicht nur für die queere Community interessant.
Niki Smith: Crossplay
152 Seiten, HC, 24,- €, Scharzer Turm, ISBN 978-3-910648-15-9
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