Beim Durchstöbern unserer Backlinks, also welche externen Seiten aus unsere Seiten verlinken, von uns verlinkt, fiel mir dieser Blog-Artikel der taz von 2013 in die Hände. Dort zählen sie auf, wer ihnen am meisten Traffic liefert. Neben Wikipedia und der Google Suche werden dabei auch wir gelistet. Darüber habe ich mich natürlich gefreut. Belegt es doch eine Wertschätzung unserer Vermittlungsarbeit innerhalb des Nachrichten-Ökosystems:
Die nächstmeisten Leser schickt newstral.com, die einen Überblick der aktuellsten Schlagzeilen verschiedener Nachrichtenseiten bieten
Google News hingegen sei als Traffic-Quelle nahezu irrelevant:
Nur 3 Prozent der Leser, die über eine Suchmaschine auf taz.de kamen, benutzten die News-Suche.
Ob Newstral wirklich mehr Traffic liefert, als Google News wird zwar nicht explizit so gesagt, doch legt es die Struktur des Artikels nahe.
Vielleicht kann ja einer unserer Nutzer mit Nachrichtenhintergrund diese Zahlen aus eigener Erfahrung bestätigen?
We started serious effort to index all newspapers from Mexico. So if your favorite newspaper from Mexico is missing, let us know.

Newstral ist kein Startup im eigentlichen Sinne, denn es hat bereits seinen geschätzten Platz in der täglichen Nachrichten-Gewohnheit unserer Leser gefunden. Darüber hinaus entzieht es sich den typischen Startup-Dynamiken, da es mit Absicht nicht auf Risiko-Kapital angewiesen ist.
Dennoch hat Newstral einige Eigenschaften eines klassischen Startups: Es ist technologiegetrieben und kontinuierlich bereit, neue Ideen auszuprobieren (und zu verwerfen).
Im Sinne dieser Neugier auf Neues, dem Spaß an interessanten Ideen und dem Austausch mit spannenden Menschen, habe ich die lokale Initiative Mallorca Startups mitangeschoben. Inzwischen ist daraus eine ganz beachtliches Meetup entstanden.
Mallorca ist nicht der Ort, der regelmäßig mit Startup-Szene in Verbindung gebracht wird. Wir versuchen das ein Stück weit zu ändern. Wir haben einfach Freude daran, Startups, Investoren und das restliche Ökosystem, wie zum Beispiel Coworking-Büros und Tech-Communities, so zu vernetzen, dass alle davon profitieren. Und das ist in erster Linie Spaß.
Ein Startup für Nachrichten hochzuziehen ist verführerisch, doch geht es fast immer schief. Der Grund ist ganz einfach: Mit Nachrichten lässt sich fast kein Geld verdienen, oder zumindest zu wenig, um das investierte Geld wieder einzuspielen.
Doch erst mal kurz dazu, warum es verführerisch ist, ein Startup für Nachrichten zu gründen:
Jeder der viele Nachrichten liest, wird schon mal diese Langeweile verspürt haben, wenn die vorgelegten Nachrichten schlechter Qualität oder einfach nicht interessant sind. Jeder Web-Developer kann sich leicht vorstellen, wie man mit ein paar trickreichen Algorithmen und etwas Statistik eine bessere Auswahl treffen könnte.
Darüber hinaus sind die notwendigen Werkzeuge sehr günstig zuben. Die meisten Grundlagen sind als OpenSource kostenlos im Netz finden.
Man gründet also, weil es sehr leicht geht.
Warum endet es meist mit einem langsamen Bauchplatscher?
Der Markt ist gesättigt mit Nachrichtenangeboten. Zum Beispiel konkurriert man als Nachrichtenaggregator, wie zum Beispiel Newstral.com, nicht nur mit anderen Nachrichtenaggegatoren. Vielmehr wettstreitet man mit anderen Pausenfüllern, die um die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer ringen. Newstral konkurriert zum Beispiel nicht nur mit Google News, sondern auch mit dem Spiegel, der Bild, der Tagesschau, aber auch mit Facebook, Pinterest, Instagram und Twitter. All diese Portale befriedigen das gleiche Bedürfnis, sich eine Pause zu gönnen und sich mit etwas Interessantem abzulenken.
Der Nachrichtenkonsum folgt einer Gewohnheit und ist eher selten mit einer bewussten Entscheidung verbunden. Ganz ähnlich, wie man sich einen Kaffee macht, oder vielleicht eine Kippe ansteckt, öffnet man den Browser, oder eben die App. Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, ob das eine Angebot besser ist, als das andere. Oder um es mit einem Vergleich zu versuchen: Eine Kaffeesorte schmeckt besser ohne Milch und eine andere besser mit. Warum bestellen wir dann immer mit, oder immer ohne? Richtig, es ist einfach nur Gewohnheit.
Der Friedhof
Wir betreiben Newstral.com nun schon seit 1999. Seitdem sind viele Portale, Apps und Aggregatoren mit viel Gerummel gekommen und leider auch wieder gegangen. Ich persönlich finde das nicht schön, denn ich weiß, wie hart es ist, zu überleben. Dennoch möchte ich hier eine Liste beginnen, die mit etwas Glück vielleicht den einen oder anderen Gründer und Investor zur Besinnung anregt. Was kann man aus diesen Projekten lernen?
Wen habe ich vergessen?
Wenn es im Lokaljournalismus ein Bullshit-Bingo gäbe, dann dürfte „Voller Erfolg“ nicht fehlen. Hände hoch: Wer ist dafür, dass wir Schlagzeilen mit „Voller Erfolg“ einfach gar nicht mehr erst erfassen und schon gleich ins Daten-Nirvana schicken? Ok, das ist nicht ganz ernst gemeint.
Suchergebnis in Newstrals Artikelsuche zu „Voller Erfolg“:
Fast unbemerkt haben wir gestern Nacht ein Update der Newstral-Suche in Betrieb genommen. Ziel des Updates ist es, das große Nachrichten-Archiv leichter durchsuchbar zu machen.
Dazu haben wir das Suchergebnis aufgeräumt. Quellen, Personen, Organisationen und Orten wurden ausgegliedert. Ganz ähnlich wie Google die Suche nach Bildern oder Videos in Spezialsuchen abgegrenzt hat, sind nun in Newstral die Suche Orten, Quellen oder Personen nur einen Klick weit von der neuen Hauptsuche entfernt. Möchten man sich also nur schnell einen Favoriten auf eine Quelle, einen Ort oder eine Person anlegen, kann man das noch immer über die Suche tun.
Will Newstral nun Google Konkurrenz machen? Na, wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Google ist Google und eine Klasse für sich. Doch glaube ich, dass es immer Raum für spezialisierte Suchmaschinen neben Google geben wird. Wikipedia verzichtet ja auch nicht auf eine eigene Suchfunktion, nur weil Google existiert. Und wer weiß, vielleicht etabliert sich eines Tages sogar ein neues Partizip wie „genewstralt“?
Julian Heck, Journalist und Macher von Media Entrepreneurship, hat seit neuestem im medium magazin eine Kolumne „Digitale Perlen“, und gleich in der ersten Ausgabe widmet er sich Newstral.
Newstral ist so etwas wie der Geheimtipp unter den News-Aggregatoren
An dem Artikel freut mich besonders, dass Julian gerade unsere letzten Entwicklungen hervorhebt und aufzeigt, wie diese in unser bisheriges Konzept des schnellen Startseiten-Überblicks eingewoben werden.
Newstral lässt es nämlich zu, eine persönliche News-Seite für jeden Nutzer zu erstellens – ganz individuell konfigurierbar. Das funktioniert, weil Lindenthal die Startseiten sehr vieler Nachrichtenportale und (Lokal)Blogs ausliest und analysiert. News können sogar auf einer Karte verortet werden.
Das Newstral nicht nur ein Presseüberblick, sondern auch Infrastruktur für Medienhäuser bietet, wird gleich im nächsten Satz klar:
Erste Online-Zeitungen wie die Rhein-Zeitung und der Donaukurier nutzen eine solche Karte schon für ihre eigenen lokalen Beiträge — kostenlos.
Damit meint Julian unsere jüngsten Erfolge, unser Karten-Widget zum Beispiel in der Regionalübersicht der Rhein-Zeitung und in den Lokalübersichten des Donaukuriers einzubinden.
Einzig in einem Punkt hat die Gegenwart den Artikel bereits überholt:
Der Newstral-Gründer entwickelt gerade eine Suchmaschine für Nachrichten
Denn eine erste Version der Suchmaschine ist bereits auf Newstral.com online und als fester Bestandteil in den Seitenkopf integriert.
— Wieland Lindenthal
Ist der Lokaljournalismus in Berlin wirklich tot, wie der hoch geschätzte Stefan Niggemeier vor knapp einem Jahr schrieb? Wir treten zu einem Versuch an, der zeigen soll, dass es in Berlin viel mehr Lokalnachrichten gibt als man vermutet. Wir glauben, man muss sie nur finden.
Newstral aggregiert hyperlokale Nachrichten
Mit unserem Nachrichten-Aggregator Newstral.com versuchen wir nicht nur einen Überblick über die großen, überregionalen Nachrichtenangebote zu erfassen. Seit dem Launch der ZEIT ONLINE Content API im November 2012 versuchen wir auch Lokalnachrichten zu erfassen.
Die Nachrichten Berlins kommen nicht mehr nur aus den klassischen Verlagen
Wie Niggemeier schreibt, berichten Berliner Zeitungsverlage kaum noch darüber, was im Kiez passiert. Vielmehr berichten sie über allgemeine, Berliner Themen.
Doch in den Berliner Kiezen wird fleißig geschrieben und gebloggt. Mit etwas Recherche konnte ich Schätze entdecken, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren. Es sind oft sehr kleine Blogs, die häufig als Hobby betrieben werden. Viele schreiben kaum mehr als einen Artikel am Tag. Das macht es schwierig den Überblick zu behalten. Und jeden Tag jeden Blog aufzusuchen, um zu nachzusehen, ob es etwas neues gibt, ist meines Erachtens einfach nicht realistisch.
Alle News zu meinem Kiez auf einem Blick
Es fehlt der Überblick. Mit Newstral versuchen wir, auch die kleinen Quellen zu erfassen. Wir schauen uns alle Beiträge genau an. Welche Orte werden genannt? Wir haben Algorithmen entwickelt, die diese Fragen voll automatisiert beantworten. Das Ergebnis kann sich unserer Meinung nach sehen lassen.
Haben wir die Orte eines Artikels identifiziert, können wir die Nachricht auf einer interaktiven Karte platzieren. Somit genügt ein Blick auf die Karte um zu sehen, zu welchem Kiez es Neuigkeiten gibt. Die nachfolgende Karte zeigt alle Nachrichten aller Zeitungen und Blogs der letzten 24 Stunden und lässt sich als so genanntes Widget ganz leicht in den eigenen Blog integrieren.
Welche Zeitungen und Blogs fehlen noch?
Unsere Algorithmen können einiges, doch die Quellen müssen immernoch durch Menschen gefunden werden. Dazu brauchen wir Ihr Lokalwissen. Welche Quellen fehlen noch? Über dieses Formular können Sie uns Hinweise geben.
Aktuelle sind schon dabei:
UPDATE 2014-05-14 (Vielen Dank an Juliane Wiedemeier von den Prenzlauer Berg Nachrichten)
UPDATE 2014-05-19
Ist der Lokaljournalismus in Berlin doch nicht tot?
Als ich auf der LocalWebConference 2014 Newstral vorstellte, habe ich Christian Bach von Location Insider kennengelernt. Das Nachrichten-Portal, selbst noch Startup, hat das Ziel “Deutschlands Fachdienst zu Location-based Services und Local Commerce” zu werden. Wir verabredeten uns, und herausgekommen ist ein Artikel, unter anderem mit dem folgenden Interview:
Location Insider: Ihr wart bei der Namensfindung kreativ: Was bedeutet der Name Newstral?
Wieland Lindenthal: Der Name “Newstral” ist eine Verbindung aus “news” und “neutral”. Darüber hinaus fand ich bei dem Kunstwort die phonetische Ähnlichkeit zu “Mistral” spannend. So heißt im Mittelmeerraum der Nordwestwind. Unser Name steht also für einen neutralen und schnellen Zugriff auf immer frische Nachrichten.
Location Insider: Newstral ging 2011 aus zwei Plattformen hervor. Thies Lindenthal hat 1999 netzzeitung.de gegründet, welche zu dnnd.de wurde. Beide Seiten wollten die “wichtigsten Nachrichten auf einen Blick” zeigen. Wie kam das Aus der zwei Plattformen?
Wieland Lindenthal: In beiden Fällen war es kein Aus sondern eine Umbenennung. Das Projekt ging 1999 unter der kompakten Anschrift “Netzzeitung.de” an den Start. Einige Jahre später haben wir die Domain an die damals noch florierende “Netzeitung” verkauft und mussten auf die Schnelle einen neuen Namen finden. “DNND.de” war eine Verlegenheitslösung, bis wir mit Newstral.com einen internationalisierbaren Namen hatten.
Location Insider: Inwiefern unterscheidet sich Newstral von Google News oder anderen News-Aggregatoren?
Wieland Lindenthal: Newstral gibt einen repräsentativen und relevanten Überblick über die aktuellen Nachrichten. Wir zeigen die drei wichtigsten Schlagzeilen pro Zeitung und bilden damit eine sehr schnell erfassbare Übersicht über die Themen, die gerade relevant sind. Der Querschnitt bringt überdies auch die feinen Unterschiede in der Berichterstattung der verschiedenen Redaktionen zu Tage: Diese Nuancen und verschiedenen Blickwinkel werden bei anderen Aggregatoren ausgeblendet.
Location Insider: Wie garantiert Ihr die drei “wichtigsten” Schlagzeilen zu finden?
Wieland Lindenthal: Unsere selbst entwickelte Suchmaschine erkennt die Nachrichten, die auf den Startseiten das größte Gewicht haben: die dicken Schlagzeilen im oberen Bereich.
Location Insider: Auf welcher Technik basiert die Standortzuordnung und anhand welcher Kriterien werden Nachrichtenseiten in Regionen eingeteilt? Werden dabei alle Orte eingeschlossen, über die eine Seite berichtet?
Wieland Lindenthal: Die Orte, die in den Nachrichten genannt werden, erkennt unsere Suchmaschine automatisch. Die hierfür benötigten Algorithmen haben wir selbst entwickelt (und arbeiten kontinuierlich an Verbesserungen). Die Ortseinteilungen stammen von Yahoo.
Location Insider: Wie finanziert Ihr Euch?
Wieland Lindenthal: Werbung.
Location Insider: Wer benötigt Eurer Ansicht nach solch eine Karte für Regionalnachrichten? Ist das der Otto-Normal-User oder doch eher der Nachrichtenredakteur, der sich früh einen Überblick über die Nachrichten aus der Umgebung verschaffen will?
Wieland Lindenthal: Beide. Die Endnutzerin findet über die Karte für sie relevante Nachrichten: Was dicht dran ist, ist oft wichtig. Und Journalisten können sich blitzschnell einen Überblick verschaffen. Vielleicht ist der Service jedoch für die Vermarkter der Nachrichtenseiten am wichtigsten. Denn unsere Karte lässt sich als Widget in jede beliebige Seite einbinden. Dadurch ergeben sich für Zeitungen und Blogs neue Navigationsmöglichkeiten. Auch werden über den gemeinsamen regionalen Bezug Querverbindungen zwischen unterschiedlichen Nachrichtenseiten möglich. Leser finden mehr relevanten Content aus ihrer Region, lesen mehr und steigern somit die Werbeeinnahmen für alle Quellen.
Location Insider: Welche Rolle spielt der Standortbezug für Newstral?
Wieland Lindenthal: Eine große. Mit dem Standortdaten können wir unser Ziel besser erreichen: Den Lesern zeigen wir somit die für sie wichtigsten Nachrichten.
Location Insider: Was kann Eurer News-Aggregator nicht leisten?
Wieland Lindenthal: Das große Gebiet Social Media lassen wir noch komplett außer Acht. Auch analysieren wir die Lesegewohnheiten individueller Nutzer nicht.
Location Insider: Was habt Ihr Euch für 2014 vorgenommen?
Wieland Lindenthal: Gesundes Wachstum der Nutzerzahlen und der Launch einer Programmierschnittstelle (API), mit der unsere Verortungsdienste auch für Anwendungen Dritter zugänglich werden.
Location Insider: Vielen Dank für das Interview.
In der Ukraine eskaliert die Gewalt. Aus Kiev kommen stündlich neue Schreckensmeldungen - und zeitgleich arbeitet sich die deutsche Netz-Gemeinde am WhatsApp-Verkauf ab.
Der von uns sehr geschätzte und oft genutzte NachrichtenaggregatorRivva.de präsentiert Nachrichten, die in den sozialen Medien derzeit am präsentesten, also auf Twitter und Co. am häufigsten geteilt und kommentiert werden. Mit diesem Ansatz ist Rivva ein wunderbarer Spiegel der Themen, die das Netz gerade bewegt.
Doch “das Netz” dreht sich mal wieder hauptsächlich um sich selbst. Wer heute dem allgemeinen Gezwitscher lauscht und die Likes der Facebook-Freunde verfolgt, bekommt eine seltsam selektive Sicht auf die Welt. Derzeit drehen sich mehr Tweets um Rekorderlöse für Internet-Firmen als um die Auseinandersetzungen in Osteuropa.
Es ist wahrscheinlich nicht so einfach, etwas Sinnvolles zu dem Aufstand in Kiew zu schreiben. Was wissen wir schon über die Menschen auf dem Maidan? Marina Weisband sei Dank, dass die Schüsse in der Ukraine in den sozialen Netzwerken nicht ganz überhört werden.
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