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  • Seinetwegen: Roman

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Seinetwegen: Roman

3,9 von 5 Sternen (330)

Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963 bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die große Leerstelle der Familie. Mutter und Tochter sprachen kaum über ihn. Wenn die Mutter ihn erwähnte, brach die Tochter mit klopfendem Herzen das Gespräch ab. Sie konnte den Schmerz der Mutter nicht ertragen. Jetzt, inzwischen sechzig geworden, fragt sie sich: Was ist aus dem damals erst 28-jährigen E.T. geworden, der den Unfall verursacht hat? Wie hat er die letzten sechzig Jahre gelebt mit dieser Schuld?

„Seinetwegen“ ist der Roman einer Recherche: Die Erzählerin macht sich auf die Suche nach E.T., um ihn mit der Geschichte ihrer Familie zu konfrontieren. Ihre Suche führt sie in dunkle, abgründige Gegenden, in denen sie Antworten findet, die neue Fragen aufwerfen. Was macht es mit ihr, dass sie plötzlich mehr weiß über ihn, den Mann, der ihren Vater totgefahren hat, als über den Vater selbst? Und wie kann man heil werden, wenn eine Leerstelle doch immer bleiben wird?

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Zora del Buono hat mit dieser Erzählung nicht nur ihrem Vater ein Denkmal gesetzt, sondern auch eine Liebeserklärung an die Wahrheit geschrieben.“
Süddeutsche Zeitung, Hilmar Klute

„Zora del Buono ist eine tolle Erzählerin, und „Seinetwegen“ ein herzzerreißendes und sehr bewegendes Buch über eine Tochter, die nach ihrem Vater forscht, und es ist auch ein Stück Zeitgeschichte, großartig geschrieben, unsentimental, klug. Ein Buch, das Sie mit einem Rutsch auslesen.“
Spiegel online, Elke Heidenreich

„Ein packendes, lebenspralles Werk, das kunstvoll komponierte Journal einer Spurensuche, das mit verschiedenen Textsorten arbeitet … ein bewegendes Zeugnis der Menschlichkeit.“
NZZ Bücher am Sonntag, Manfred Papst

„Zora del Buono zählt zu den renommiertesten Schweizer Autorinnen. 'Seinetwegen' ist keine Anklageschrift, es ist ein Buch über Schuld. Ein nachdenkliches und zugleich versöhnliches.“
SRF Tagesschau, Katja Schönherr

„Zwischen die Familienrecherche flicht del Buono die Zeitgeschichte. Zusammen ergibt das ein bewegendes Dokument in glasklarer Sprache.“
Tages-Anzeiger, Nora Zukker

„Zora del Buono verhilft der nonfiktionalen Literatur mit ‚Seinetwegen‘ zu einem neuen Glanzpunkt.“
Tagblatt, Julian Schütt

„Zora del Buono stellt Fragen größerer Dimension, beschreibt ihre Gedanken in kurzen, schlaglichtartigen Passagen. Aus Zora del Buonos Rachegelüsten als Kind ist am Ende ihrer Recherchereise Empathie geworden.“
3sat Kulturzeit, Katja Schönherr

„Schmale, intensive Erzählung so vielschichtig wie ihr Titel“
republik.ch, Daniel Graf

„Zora del Buono beweist, wie aus einem eigentlich intimen Vorgang, ihrer zutiefst persönlichen Spurensuche, ergreifende Literatur werden kann.“
NDR Kultur, Katrin Krämer

„Ein wunderbar geschriebenes, geschickt erzähltes, immer wieder überraschendes Buch ... Es lässt sich ebenso als persönliche, autofiktionale Recherche mit Elementen einer Detektivgeschichte lesen wie als Roman mit glänzenden poetischen und philosophischen Passagen. Seinetwegen ist das Buch der Suche nach etwas, das wir glauben, verloren zu haben, aber unbedingt finden müssen. Sehr gelungen und zugleich ein echter Blicköffner.“
3sat Buchzeit, Gert Scobel

„Wie gut, hier jemand … die zauberhafte Kunst versteht, abgerissene Lebensfäden in einem lichten Wunderwerk des Zusammenhangs aufzuheben.“
Stuttgarter Nachrichten, Stefan Kister

„Ich fand es faszinierend, wie Zora del Buono den Verlust des Vaters aufarbeitet. Es hat mich so zum Nachdenken gebracht, dass ich „Seinetwegen“ nicht weglegen konnte.“
Book Tok zeileninhalator via Instagram

„ ‚Seinetwegen‘ ist weit mehr als eine Selbstbespiegelung wie andere autofiktionale Texte. Das Buch ist ein spannender Krimi über die Suche nach einem Täter, ein historisches Dokument der 1960er-Jahre und ein anrührendes Stück zum Umgang mit betagten Elternteilen.“
Sonntagsblick, Daniel Arnet

„Ohne jeden Erinnerungskitsch, Keine weinend und triefend Familiengeschichte, sondern was machen Verluste mit einem … das macht das Buch so interessant für Alle … Ganz großartiges Buch.“
WDR 4, Elke Heidenreich

„Ihr essayistisch gefärbtes Buch überzeugt durch eine berührende Intimität und eine wache Neugier, mit der Zora del Buono die persönliche Geschichte in größere gesellschaftliche Zusammenhänge stellt.“
swissinfo.ch

Buchrückseite

WIE KANN JEMAND DER FEHLT, EIN LEBEN DENNOCH PRÄGEN? "Heute vor sechzig Jahren geschah der Unfall. Buche das einzige Zimmer, das sich ad hoc finden lässt, in einem Seminarhaus mit Blick über den Walensee, in dem hoch gelegenen Dorf, das Vater und Onkel querten, bevor sie den Berg hinab und ins Verderben fuhren." Zora del Buono war acht Monate alt, als ihr Vater 1963 bei einem Autounfall starb. Der tote Vater war die große Leerstelle der Familie. Mutter und Tochter sprachen kaum über ihn. Wenn die Mutter ihn erwähnte, brach die Tochter mit klopfendem Herzen das Gespräch ab. Sie konnte den Schmerz der Mutter nicht ertragen. Jetzt, inzwischen sechzig geworden, fragt sie sich: Was ist aus dem damals erst 28-jährigen E.T. geworden, der den Unfall verursacht hat? Wie hat er die letzten sechzig Jahre gelebt mit dieser Schuld? Seinetwegen ist der Roman einer Recherche: Die Erzählerin macht sich auf die Suche nach E.T., um ihn mit der Geschichte ihrer Familie zu konfrontieren. Ihre Suche führt sie in abgründige Gegenden, in denen sie Antworten findet, die neue Fragen aufwerfen. Was macht es mit ihr, dass sie plötzlich mehr weiß über ihn, den Mann, der ihren Vater totgefahren hat, als über den Vater selbst? Und wie kann man heil werden, wenn eine Leerstelle doch immer bleiben wird? Der viel zu frühe Unfalltod eines Vaters – und was er für das Leben der Tochter bedeutet hat Roman einer Recherche: Detailgenau, raffiniert komponiert, so präzise wie poetisch Das neue Buch von Zora del Buono nach dem Bestseller „Die Marschallin“ Für Leser:innen von Monika Helfer, Annie Ernaux und Tove Ditlevsen

Produktinformation

  • ASIN ‏ : ‎ B0DHY13MKY
  • Herausgeber ‏ : ‎ C.H.Beck
  • Barrierefreiheit ‏ : ‎ Erfahre mehr
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 26. September 2024
  • Auflage ‏ : ‎ 5.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Dateigröße ‏ : ‎ 1.5 MB
  • Screenreader ‏ : ‎ Unterstützt
  • Verbesserter Schriftsatz ‏ : ‎ Aktiviert
  • X-Ray ‏ : ‎ Nicht aktiviert
  • Word Wise ‏ : ‎ Nicht aktiviert
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 187 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3406822414
  • PageFlip ‏ : ‎ Aktiviert
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 214.104 in Kindle-Shop (Siehe Top 100 in Kindle-Shop)
  • Kundenrezensionen:
    3,9 von 5 Sternen (330)

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Zora Del Buono
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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
330 weltweite Bewertungen
Sehr emotional und bewegend, zugleich klar und gut zu lesen, Volltreffer
5 von 5 Sternen
Sehr emotional und bewegend, zugleich klar und gut zu lesen, Volltreffer
Das Buch Seinetwegen braucht sicherlich schon eine gewisse Stimmung. Ich habe es zunächst immer mal wieder weggelegt, bis ich dann wirklich drin war und es mehr oder weniger in einem Rutsch zu Ende gelesen habe. Die sprachliche Qualität steht dabei außer Frage, das ist top. Und ich bewundere es immer, wenn Autor:innen es schaffen, derart tiefgehende, ergreifende Themen mit einer klaren und einfachen Sprache zu transportieren. Das ist hier wirklich sehr gut gelungen. Das Buch liest sich von vorn bis hinten sehr gut und auch wenn man merkt, dass wirklich alles recht ausgefeilt ist, hat man zu keiner Zeit das Gefühl, dass es irgendwie hochgestochen wirkt oder besonders literarisch zu sein scheint. Die Autorin geht hier wohl für sich selbst auf die Suche nach den Spuren des verstorbenen Vaters. Da ist der Blick eher nach innen gerichtet und nicht nach außen. Genau das macht es aber eben auch ein bisschen speziell, was die Leselaune angeht. Man hat hier keinesfalls einen Unterhaltungsroman in den Händen, sondern muss sich schon auch auf die ernsten Gedankengänge einlassen, die einem da in Schlaglichtern präsentiert werden. Oder sagen wir besser, auf die man glücklicherweise Einblick erhält. Nicht immer so leicht, aber dennoch auch mit einer guten Portion Wärme und einem klaren Ja zum Leben. Also mir hat es sehr gut gefallen, als ich stimmungsmäßig dann bereit dafür war. Das muss ich halt schon anmerken, dass es sicherlich keine Lektüre für jeden Tag und jede Laune ist. Aber wenn man sich drauf einlassen kann, eine ganz klare Empfehlung. Der Preis zum Zeitpunkt der Bestellung richtet sich mit 23,- Euro für ein gebundenes Buch an die derzeitige Preisentwicklung. Sollte man bei Büchern ohnehin nicht so bewerten. Man hat definitiv mehr von diesem Buch als von einem Kino-Abend. Vielen Dank, dass ich das Buch lesen durfte.
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Top-Bewertungen von Deutschland

  • 5 von 5 Sternen
    so spannend kann Schweizer Literatur sein
    Bewertet in Deutschland am 3. Februar 2025
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    für mich sollte das Buch nicht zu Ende gehen. Diese Autorin ruft nach mehr von ihr lesen !

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  • 4 von 5 Sternen
    Mal wohltuend anders!
    Bewertet in Deutschland am 26. Dezember 2025
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    Hat mir sehr gut gefallen. Viel Reminiszensen an alte Tage. Lockerer, nonkonformistischer eigener Stil. Dabei trotz humorvoller Passagen durchaus tiefgehend und gesellschaftskritisch. Und niemals langweilig.

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  • 3 von 5 Sternen
    Bewegende Intention einer Spurensuche - trotzdem nicht mein Fall
    Bewertet in Deutschland am 26. August 2024
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    Verifizierter KaufVine Kundenrezension eines kostenlosen Produkts
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    Eine bewegende Spurensuche mit nachvollziehbarer Intention,

    eine Konstellation die man sich nicht wünscht - deshalb auch ein Grundthema, das mir eher nicht zugesagt hat.

    Ich kann die positiven Stimmen der Presse und aus Rezensionen nachvollziehen, diese haben auch ihre Berechtgung. Für mich ist sind eher entweder aufmunternde, ermutigende Romane oder gleich Fachbücher gewinnbringend...

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  • 5 von 5 Sternen
    Lesenswert
    Bewertet in Deutschland am 2. Oktober 2024
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    Sehr eindrückliche Geschichte, trotz autobiografischem Bezug nie anklagend. Viele interessante Exkurse in andere historische Gebiete.

    Packend, in einem Tag gelesen.

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  • 4 von 5 Sternen
    Auf der Suche nach dem verlorenen Vater
    Bewertet in Deutschland am 1. August 2024
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    In ihrem Roman “Seinetwegen” arbeitet die Autorin Zora del Buono ihre eigene Familiengeschichte auf. Aber nicht nur das- spotlightartig werden immer wieder Fakten aus den Jahren ab 1960 eingeschoben, oft zum eigentlichen Thema des Buches passend, manchmal aber auch ohne Zusammenhang. Daher irritiert das anfänglich, denn man sucht hier nach dem der Bedeutung für den Fortgang der Geschichte.

    Der Vater der Autorin, ein angesehener, junger Arzt, kam bei einem Autounfall vor sechzig Jahren schuldlos ums Leben. Wie die Autorin schreibt: Ein wertvoller Mensch, dessen Tod keinen Sinn ergibt. Der Verursacher des Unfalls wird von ihr völlig anders beurteilt: Erst kurz den Führerschein, fuhr trotzdem schon mehrere Autos und hatte bereits mehrere Unfalle. Trotz dieser Tatsachen wird er vom Gericht nur zu 200 Franken Strafe und bedingter Haft verurteilt. Damals war die Autorin erst acht Monate alt.

    Über ihre Kindheit und Jugend erfährt der Lesende nicht viel, speziell nicht über das Verhältnis von Mutter und Tochter. Beide haben nie über den Tod des Vaters gesprochen und so bleibt, wie sich zeigen wird, vieles ungesagt. Nunmehr ist die Mutter dement und in einem Pflegeheim, die Chance einer Aufarbeitung vertan.

    Als die Autorin ihre Nachforschungen zum Unfallverlauf beginnt, wird sie von den Schweizer Behörden arrogant und unhöflich abgewiesen. Sie fährt an den Ort des Geschehens und erst durch Gespräche mit Menschen, die E. T., den Todeslenker, gekannt haben und die Nachforschungen eines Archivars erfährt sie, dass dieser lebenslang an seiner Schuld gelitten hat, lange Zeit für die Unfallfolgen bezahlt hat und Kontakt mit ihrer Mutter hatte. Auch hat er ihren Vater im Spital besucht, wo dieser im Koma lag und die Mutter die schwierige Entscheidung getroffen hat, die lebenserhaltenden Maschinen abzuschalten. Aus dem “Töter”, wie ihn die Autorin bezeichnet, wird langsam das Bild eines Menschen und seines Schicksals.

    Die Einschübe im Buch befassen sich häufig mit Autos und allgemein mit dem Unfallgeschehen. Hier hat die Autorin sorgfältig recherchiert und wir erfahren Fakten. Ebenso sind die Stellung der Frau, ihr Missbrauch im Verlauf der Geschichte und furchtbare weibliche Schicksale immer wieder Thema. Auch die Verfolgung Homosexueller bekommt in diesen Abschnitten Raum. Die Autorin schildert in einer klaren, präzisen und sachlichen, ja distanzierten Sprache die Geschehnisse, sie wie durch ein Brennglas betrachtend und den Lesenden überlassend, ob sich daran Ekel, Abscheu oder auch Mitleid entzündet.

    Das gut zum Thema passende Cover, ein Mann auf eine gewundene Straße blickend, lässt Raum für Interpretation, ob hier Vater oder Unfalllenker dargestellt sind. Wer immer, er blickt wohl auf den Weg, den sein Schicksal genommen hat.

    Der Roman “Seinetwegen” ist bereits das zweite Buch von Zora del Buono, in dem sie ihre Familiengeschichte aufarbeitet. Neben ihren Romanen “Die Marschallin”, “Gotthard” und “Hinter Büschen an eine Hauswand gelehnt” hat sie eine Kulturzeitschrift gegründet und als Architektin und Bauleiterin gearbeitet.

    Das vorliegende Buch der Autorin ist ein vielschichtiges Werk, in dem Persönliches mit (Zeit)geschichtlichem verwoben wird. Immer wieder stellt sich die Frage nach Schuld und Sühne und der Lesende, der sich auf die Welt von Zora del Buono einlässt, wird nachdenklich zurückbleiben, seine Meinung über das Buch vielleicht erst im zweiten Anlauf bilden, aber dankbar sein, dass ihn die Autorin in ihr Leben gelassen hat und an ihren Gedanken teilnehmen ließ.

    17 Personen fanden dies hilfreich
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  • 5 von 5 Sternen
    Toll
    Bewertet in Deutschland am 4. Mai 2026
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    Ein tolles Buch. Habe es gelesen und auch verschenkt.

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  • 4 von 5 Sternen
    Fesselnd und berührend
    Bewertet in Deutschland am 15. Juli 2024
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    Die Ich-Erzählerin Zora del Buono ist gerade 8 Monate alt, als ihr Vater Manfredi del Buono, ein 33-jähriger angesehener Oberarzt, schwer verunglückt. Er sitzt neben seinem Schwager in dessen VW Käfer, als das Fahrzeug des 28-jährigen E.T. bei einem riskanten Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit frontal mit dem VW Käfer zusammenstößt. Der Vater erleidet neben einem Genickbruch zahlreiche weitere Verletzungen und verstirbt wenig später. Zora wächst bei ihrer Mutter auf, die nie wieder heiraten wird. Sie hat eine glückliche Kindheit und vermisst ihren Vater, an den sie keine Erinnerungen hat, nicht. Die Mutter spricht nur selten über ihn, die Tochter kann dann ihren Schmerz nicht ertragen. Viele Jahre später, Zora ist mittlerweile 60 Jahre alt, und ihre demenzkranke Mutter lebt in ihrer eigenen Welt, macht sie sich Gedanken darüber, was aus E.T. geworden ist und wie er all die Jahre mit seiner Schuld gelebt hat. Sie beginnt zu recherchieren ...

    Das Buch ist in einem sehr speziellen, etwas gewöhnungsbedürftigen Stil geschrieben. Wir begleiten die Autorin bei ihren Recherchen, ihren Besuchen im Pflegeheim, erleben intensive und tiefgründige Kaffeehaus-Gespräche mit ihren Freunden Isadora, Henri und Munz. Wir folgen ihren zahlreichen Gedankensprüngen, die uns in die Vergangenheit führen und interessante Einblicke in Zoras Leben und das Leben ihrer Familie ermöglichen.

    Es erleichtert Zoras Suche nach dem Unfallverursacher, dass sie aus alten Dokumenten ihrer Mutter den vollständigen Namen von E.T. erfährt. Dank der Unterstützung eines Mitarbeiters des Staatsarchivs gelangt sie sogar in den Besitz der Prozessakten. Sie führt zahlreiche Telefonate und persönliche Gespräche, nach und nach setzen sich viele Puzzleteile zu einem Ganzen zusammen. Nun ist der Mann, durch dessen Schuld das Leben des Vaters ausgelöscht wurde, kein Fremder mehr, er hat ein Gesicht bekommen. Zora ist überrascht über das Ergebnis ihrer Recherchen und muss das Bild, das sie sich von E.T. gemacht hat, korrigieren.

    Das Buch, das auch private Fotos enthält, ist in klarer, fast sachlicher Sprache geschrieben und hat mich sehr gefesselt. Es ist ein Buch nicht nur über Zoras Leben und ihre Suche nach dem Unfallverursacher, es geht neben Themen wie Verlust und Trauer, Schuld und Vergebung auch um Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. Die Gedankengänge der Autorin haben mich teilweise sehr berührt, ebenso ihre Gespräche mit der demenzkranken Mutter. Sehr interessant fand ich auch die Ausführungen zur Schweizer Rechtsprechung und den Volksabstimmungen. 

    "Seinetwegen" hat mir sehr gut gefallen - Leseempfehlung von mir!

    3 Personen fanden dies hilfreich
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  • 1 von 5 Sternen
    Was für eine Enttäuschung!
    Bewertet in Deutschland am 14. April 2025
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    Schade ums Geld und unglaublich, was heutzutage so von den Verlagen und der Presse hochgejubelt wird.

    Ich habe mich durchgekämpft bis Seite 33, darauf wartend, dass endlich eine Art Handlung beginnt oder irgendetwas sprachlich oder inhaltlich Relevantes auftaucht - Fehlanzeige. Dies ist mit Sicherheit das belangloseste und langweiligste Buch, das ich seit Jahren in den Händen gehabt habe. Der Inhalt ist ja bekannt (Unfalltod des Vaters, als die Autorin ein Baby war), oder im Klappentext nachlesbar, daher verzichte ich hier darauf. Wer absolute Negativität, sich im Elend wälzen und nicht vergeben können oder wollen goutiert, wird vielleicht Gefallen an diesem Buch finden. Man sollte aber wissen, das es sich um einen willkürlich zusammengestückelten Text aus verschiedensten Fragmenten handelt: Geschichte und Unfallstatistiken des VW-Käfer; sonstige Statistiken über Unfallhergänge und Schwere von Unfällen sowie die Häufigkeit tödlicher Unfälle, wobei natürlich der Hinweis nicht fehlen darf, dass letztere meist von Männern verursacht werden; NATO-Kriegspropaganda bezüglich des Ukrainekrieges, wobei die Schreiberin Folter und Mord und deren Täter doch tatsächlich in einem Atemzug nennt und in Zusammenhang bringt mit dem Verursachen eines UNFALLS, was einfach nur perfide ist! Beobachtung eines maturbierenden zweijährigen (!) Mädchens im Zug und was das mit der Autorin macht, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass sich dies wirklich so abgespielt hat, eher wird die Autorin es sich aus den Fingern gezogen haben, na gut, dichterische Freiheit, und irgendwie muss man ja das Buch auf einen verkaufsfähigen Umfang bringen; sodann das Bekenntnis, dass die Autorin den Untergang der Menschheit wünscht, damit Pflanzen, Tiere und 'der Planet' gerettet werden können. Weshalb wir Menschen uns auf diesem Planeten namens Erde befinden und was unsere Aufgabe hier ist, weiß sie leider nicht... Es folgt die Aufforderung, in diese Welt wegen des Klimawandels keine Kinder zu setzten. Klar, sie hat keine und das muss jetzt als hehres Engagement oder höheres Ziel dargestellt werden. Dazu kommen mit den entsprechenden doppelten und dreifachen Leerzeilen - um Seiten zu schinden - ständige Banalitäten à la 'es ist immer wieder erstaunlich, wie Bücher zu einem finden... ' usw. usf.. Nichts ist zu dümmlich, als dass es nicht herhalten kann und muss, um die Seiten zu füllen.

    Im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern renommierter Verlage, habe ich keinen Hinweis auf die Lektorin im Buch gefunden. Man fragt sich, ob das Buch überhaupt lektoriert worden ist, derart armselig ist es sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht. Jeglichen Ansatz von spirituellem Hintergrund der Dinge, die uns geschehen oder zustoßen im Leben und Akzeptanz derseben sucht man vergeblich. Nihilismus und Hoffnungslosigkeit auf jeder Seite. Es ist bedauerlich für die Autorin, dass sie mit diesem Schicksalsschlag (nach über einem halben Jahrhundert!) nicht endlich einmal abschließen kann und will und auch ihre Mutter nicht dazu in der Lage war, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen und sich wieder dem Leben zuzuwenden. Fast ebeneso bedauerlich aber ist, dass ich dieses Buch gekauft habe. Wittgenstein hat einmal gesagt: Worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen. Hier möchte man der Schreiberin des Buches zurufen: Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man schweigen.

    5 Personen fanden dies hilfreich
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